Aufgaben C
C I. Kunstgeschichte/Kunsttheorie
Kubismus – Renaissance
Beschreibe den zeitgeschichtlichen Hintergrund in der Entstehungszeit des Kubismus.
Nenne und vergleiche die beiden Phasen des Kubismus in einer Tabelle hinsichtlich:
Form
Farbe
Führe für jede Phase des Kubismus je einen Künstler und ein Werk an.
Auch das Gestaltungsmittel des Raums wird von den kubistischen Künstlern maßgeblich verändert eingesetzt. Erkläre, wie in beiden kubistischen Phasen mit diesem umgegangen wird.
Die Darstellung des Raumes im Kubismus wendet sich von den traditionellen perspektivischen Mitteln der Raumgestaltung ab, wie sie seit der Renaissance Verwendung finden.
Erläutere drei unterschiedliche Mittel, die in der Renaissance entwickelt wurden, um in Gemälden Tiefenraum vorzutäuschen.
Nenne einen Künstler der Renaissance mit einem dazugehörigen Werk, in dem eines dieser räumlichen Gestaltungsmittel besonders zum Tragen kommt.
C II. Kunstbetrachtung
Gustave Caillebotte (Impressionismus) – Ernst Ludwig Kirchner (Expressionismus) – Willi Dorner (zeitgenössische Kunst/Performance)
Dir liegen die Reproduktionen folgender Werke vor:
Gustave Caillebotte:
„Straße in Paris an einem regnerischen Tag“, 1877
Ernst Ludwig Kirchner:
„Straße mit Passanten bei Nachtbeleuchtung“, 1926/27
Beide Bilder zeigen Menschen in einer Großstadt. Gehe auf inhaltliche sowie atmosphärische Unterschiede ein und belege deine Beobachtungen an den jeweiligen Werken.
Vergleiche beide Gemälde tabellarisch und stichpunktartig hinsichtlich folgender Merkmale:
Form
Farbe
Raum
Außerdem liegen dir zwei Fotografien des Projektes „bodies in urban spaces“ des Konzeptkünstlers Willi Dorner vor.
Mit Live-Performances begeistert Willi Dorner zusammen mit seinen Tänzerinnen und Tänzern Städte in ganz Europa.
Der Künstler nähert sich dem Motiv „Menschen in der Großstadt“ auf ganz eigene Weise. Beschreibe kurz, wie Willi Dorner das Thema umsetzt.
Zeige mögliche künstlerische Absichten auf.

Gustave Caillebotte: Straße in Paris an einem regnerischen Tag, 1877, Öl auf Leinwand, 212 x 276 cm

Ernst Ludwig Kirchner: Straße mit Passanten bei Nachtbeleuchtung, 1926/27, Öl auf Leinwand, 100 x 81 cm


Willi Dorner: bodies in urban spaces, Fotos aus einer Performance-Serie, 2011
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Kubismus – Renaissance
Zeitgeschichtlicher Hintergrund in der Entstehungszeit des Kubismus:
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Der Grundstein für moderne Technologien wird gelegt, indem beispielsweise die Röntgenstrahlen entdeckt werden, die bislang verborgene Dinge sichtbar machen können.
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Albert Einsteins bahnbrechende Relativitätstheorie veränderte die bisherigen Vorstellungen von Zeit und Raum.
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Die Faszination für Maschinen und Mobilität prägt diese Epoche.
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Das Wettrüsten in Europa gefährdet den Weltfrieden.
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Zu einer kulturellen Bereicherung,
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aber auch zu schweren Konflikten führt die Eroberungspolitik europäischer Staaten in Asien und Afrika.
Phasen des Kubismus:
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Analytischer Kubismus |
Synthetischer Kubismus |
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Form |
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Farbe |
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Künstler und Werk:
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Analytischer Kubismus z. B.:
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Pablo Picasso
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„Porträt Ambroise Vollard“
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Synthetischer Kubismus z. B.:
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Juan Gris
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„Der Kaffeesack“
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Gestaltungsmittel des Raums:
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Analytischer Kubismus:
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Multiperspektive:
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Die Objekte und Figuren werden aus verschiedenen Ansichten gleichzeitig dargestellt, sodass man diese von mehreren Standorten bzw. Blickwinkeln gleichzeitig betrachtet.
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Verzahnung von Vorder- und Hintergrund:
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Indem die einzelnen Flächen einander durchdringen und überschneiden, lässt sich ihre Position im Bildraum, ob im Vorder- oder Hintergrund befindlich, nicht mehr klar definieren.
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Synthetischer Kubismus:
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Überschneidungen der Flächen samt angedeuteter Schatten erwecken den Eindruck von Räumlichkeit.
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Insgesamt dominiert allerdings der Eindruck der Zweidimensionalität.
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Unterschiedliche Mittel, die in der Renaissance entwickelt wurden, um in Gemälden Tiefenraum vorzutäuschen:
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Farbperspektive:
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Während warme Farben wie Rot und Orange optisch in den Vordergrund drängen, wirken kalte Farben wie Blautöne weiter vom Betrachter entfernt.
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Luftperspektive:
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Gegenstände, die mit scharfen Konturen und vielen Details abgebildet sind, werden näher beim Betrachter verortet als Objekte, die unscharf, kontrastärmer und weniger detailliert dargestellt sind.
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Zentralperspektive:
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Die Vorderfläche bildet sich unverzerrt ab. In die Tiefe führende – in der Realität parallele – Linien treffen sich im zentralen Fluchtpunkt auf der Horizontlinie, der Augenhöhe des Betrachters. In die Tiefe führende Längen verkürzen sich; Senkrechte bleiben senkrecht.
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Künstler der Renaissance mit einem dazugehörigen Werk z. B.:
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Raffael mit „Madonna im Grünen“
C II. Kunstbetrachtung
Gustave Caillebotte (Impressionismus) – Ernst Ludwig Kirchner (Expressionismus) – Willi Dorner (zeitgenössische Kunst/Performance)
Inhaltliche sowie atmosphärische Unterschiede:
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Caillebotte |
Kirchner |
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Vergleiche beider Gemälde:
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Caillebotte |
Kirchner |
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Form |
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Farbe |
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Raum |
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Umsetzung des Themas durch Willi Dorner:
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Die Akteure werden für einen kurzen Moment Teil der Stadtarchitektur, indem sie z. B. Lücken in Häusern füllen.
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Dabei nehmen sie ungewöhnliche Körperhaltungen ein und fallen dadurch auf.
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Sie setzen Farbakzente in dem sonst eher trist wirkenden architektonischen Grau.
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Der Zuschauer befindet sich selbst mitten in der Stadt und kann die Tänzerinnen und Tänzer aus nächster Nähe betrachten.
Mögliche künstlerische Absichten:
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Dorner will die Aufmerksamkeit der Passanten auf das Verhältnis von den Menschen zu ihrer Stadt lenken.
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Durch den Kontrast zwischen den geometrischen, architektonischen Formen und den organischen, menschlichen Körpern löst er Irritationen aus. Ebenso reizt der Kontrast zwischen den unbewegten, ruhig verharrenden Körpern und der bewegten, nervösen Kulisse der Großstadt.
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Er zwingt die Stadtbewohner dazu, ihre Stadt und den zugehörigen Raum wieder bewusster wahrzunehmen. So fallen den Menschen vielleicht Details der Stadt auf, die sie im Alltag übersehen.
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Die ungewohnten Situationen erheitern und irritieren den Betrachter.