Aufgaben B
B I. Kunstgeschichte/Kunsttheorie
Impressionismus – Wegbereiter der Moderne (Vincent van Gogh)
Erläutere, inwiefern der Einfluss des Lichts die Themenwahl der impressionistischen Maler prägt.
Lege dar, welche Neuerungen der Impressionismus in der Malerei hervorbringt. Nimm dabei Bezug auf die Bedeutung der Gestaltungsmittel Farbe und Malweise.
Nenne drei Bildthemen, welche impressionistische Maler bevorzugen. Gib dazu je einen Maler und ein dazu passendes Werk an.
Auch Vincent van Gogh ist mit der Malerei der Impressionisten und deren Themen vertraut, verfolgt jedoch bald seinen eigenen Weg. Zeige auf, inwiefern er durch seinen besonderen Umgang mit Farbe und Malweise als „Wegbereiter der Moderne“ gilt.
B II. Kunstbetrachtung
Jacques-Louis David (Klassizismus) – Edvard Munch (Vorläufer des Expressionismus) – Ausstellungsplakat
Dir liegen die Reproduktionen folgender Werke vor:
Jacques-Louis David:
„Porträt der Madame Récamier“, 1800
Edvard Munch:
„Auf dem Sofa“, 1913
Stelle die Wirkung der jeweils abgebildeten Personen einander gegenüber. Belege deine Aussagen konkret auf das jeweilige Bild bezogen.
Vergleiche Davids und Munchs Gemälde tabellarisch und stichpunktartig hinsichtlich folgender Merkmale:
Farbe
Malweise
Form
Zusätzlich liegt dir das Ausstellungsplakat „Horst Wackerbarth – Die rote Couch – ein Porträt Europas“ vor. Das Plakat wirbt für die Ausstellung des abgebildeten Fotokünstlers Horst Wackerbarth. Er reiste mit einer roten Couch durch Europa und porträtierte verschiedene darauf sitzende Menschen an Plätzen, die für die Porträtierten von Bedeutung sind.
Erläutere, wie hier das Sitzmöbel Couch inszeniert ist, sodass die Aufmerksamkeit des Betrachters geweckt wird. Belege deine Aussagen inhaltlich.
Zeige auf, mit welchen plakattypischen Gestaltungsmitteln zusätzlich Interesse hervorgerufen wird.

Jacques-Louis David: Porträt der Madame Récamier, 1800, Öl auf Leinwand, 174 x 344 cm

Edvard Munch: Auf dem Sofa, 1913, Öl auf Leinwand, 80 x 150 cm

Plakat für eine Ausstellung, 2005
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Impressionismus – Wegbereiter der Moderne (Vincent van Gogh)
Einfluss des Lichts auf die Themenwahl der impressionistischen Maler:
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Bildmotive selbst treten in den Hintergrund, wichtiger wird
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der Eindruck von flüchtigen Momenten und die Lichtsituation des jeweiligen Augenblicks.
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Die Veränderung des Lichts wird in Bilderserien dargestellt,
-
um wechselnde Lichtsituationen je nach Tages- und Jahreszeit oder Witterungsbedingungen zu studieren.
-
Lichtreflexe sind von großem Interesse, z. B. Spiegelungen auf der Wasseroberfläche.
Neuerungen des Impressionismus in der Malerei und Bedeutung der Gestaltungsmittel Farbe und Malweise:
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Reine, leuchtende Farbtöne werden mit Weiß aufgehellt,
-
Mischtöne werden teilweise erst auf der Leinwand erzeugt, indem die Farben dicht nebeneinanderstehen.
-
Erst aus einiger Entfernung wird das eigentliche Motiv oftmals klar ersichtlich, da sich die Farben im Auge des Betrachters mischen (optische Farbmischung).
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Schatten werden in Blau- und Violetttönen wiedergegeben, sodass Schwarz vermieden wird.
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Die Lokalfarbe wird stellenweise durch die Erscheinungsfarbe erweitert, um den optischen Eindruck eines Gegenstandes in der jeweiligen Beleuchtungssituation wiederzugeben.
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Um den momenthaften Eindruck darstellen zu können, werden die Farben in kommaartigen, kurzen und schnellen Strichen nebeneinander aufgetragen.
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Malweise bzw. Farbauftrag werden auch genutzt, um Bewegung zu verdeutlichen. So wirken viele Gemälde skizzenhaft.
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Der Pinselduktus wird sichtbar und bestimmt durch die Strichrichtung die Form sowie die Struktur des Motivs.
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Farbflächen sind aufgelöst, Umrisse verschwimmen und es entsteht ein sogenannter „Farbteppich“.
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Die Farbe wird oft pastos, zum Teil direkt aus der Tube aufgetragen und bleibt ohne weitere Übermalung (Alla-Prima-Malerei).
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Noch unbearbeitete Stellen auf der weißen Leinwand gelten als fertig.
Bildthemen, welche impressionistische Maler bevorzugen:
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Bildthemen |
Maler |
Werk |
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Reflexe von Licht unter Bäumen und auf Wasserflächen, Wolken, Festhalten verschiedener Tages- und Jahreszeiten, Serienbilder |
Claude Monet |
„Heuschober“ |
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Menschen in der Freizeit und beim Feiern, Gesellschaften |
Max Liebermann |
„Münchner Biergarten“ |
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Tanz, Ballettszenen, Darstellung von Bewegung |
Edgar Degas |
„Die grünen Tänzerinnen“ |
Inwiefern van Gogh durch seinen besonderen Umgang mit Farbe und Malweise als „Wegbereiter der Moderne“ gilt:
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reine, leuchtende Farben
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intensive Farbkontraste
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übersteigerte Farbigkeit bis hin zur Ausdrucksfarbe
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starke Konturlinien zur Steigerung der Farbintensität
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grober, pastoser Farbauftrag
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bewegte, bisweilen rhythmisch wirkende Malweise
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sichtbare und strichartige Pinselführung
B II. Kunstbetrachtung
Jacques-Louis David (Klassizismus) – Edvard Munch (Vorläufer des Expressionismus) – Ausstellungsplakat
Wirkung der jeweils abgebildeten Personen:
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David |
Munch |
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Vergleich von Davids und Munchs Gemälden:
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David |
Munch |
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|---|---|---|
|
Farbe |
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Malweise |
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Form |
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Inszenierung des Sitzmöbels Couch, sodass die Aufmerksamkeit des Betrachters geweckt wird:
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Die Couch ist normalerweise ein Möbelstück im Haus. Hier wird sie im Freien dargestellt, sodass beim Betrachter Irritation hervorgerufen wird.
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Zusätzlich ist sie auf einem fahrenden Anhänger (vgl. Rücklicht) abgebildet. Dies widerspricht der Erfahrung des Betrachters, da man sich auf einer Couch sitzend eigentlich nicht fortbewegen kann. Damit wird die Irritation verstärkt.
-
Schließlich wird Aufmerksamkeit geweckt, da die Couch unbefestigt und instabil auf dem Anhänger platziert erscheint.
-
Die übliche Assoziation, gemütlich auf einer Couch zu sitzen, wird außerdem durch die abweisende Mimik und Gestik des Künstlers, der frierend auf der Couch sitzt, in Frage gestellt.
Plakattypische Gestaltungsmittel:
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Schriftgestaltung: Vom grauen Himmel hebt sich in klaren, großen, gut lesbaren Buchstaben in der Signalfarbe Rot der Titel ab.
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Text-Bild-Bezug: Der zentrale Titel in Rot am oberen Bildrand schafft einen direkten Zusammenhang mit der roten Couch in der Mitte unten.
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Eyecatcher: Die Straßenflucht rückt die Couch zusätzlich ins Zentrum.
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Der Künstler fungiert als verbindendes Element (Kopf ragt in den Himmel) zwischen Himmel und Erde, welche im Goldenen Schnitt geteilt sind.
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Entsprechend der Leserichtung findet sich am unteren Bildrand der Informationstext, welcher durch einen Hell-Dunkel-Kontrast hervorgehoben wird.