Aufgabe A – Umgang miteinander
Miteinander in den Medien
Definiere den Grundlegenden Begriff Medien.
Beschreibe die Karikatur M1 und erläutere deren Aussage.
M1

Definiere den Grundlegenden Begriff Wertewandel.
Durch die sozialen Medien hat der Wert „Privatsphäre“ einen Wertewandel erfahren:
Einerseits hat er an Bedeutung verloren, andererseits an Bedeutung gewonnen.
Belege beide Behauptungen ausführlich jeweils anhand eines selbstgewählten Beispiels.
Beschreibe drei Möglichkeiten, wie Eltern ihren Kindern einen verantwortungsbewussten Umgang mit sozialen Medien vermitteln können.
Miteinander in der Familie
Definiere den Grundlegenden Begriff Adoleszenz.
M2 Fallbeispiel
Als Paul (16) nachmittags von der Schule nach Hause kommt, entwickelt sich folgender Dialog zwischen ihm und seiner Mutter:
Mutter (fröhlich): Na? Wie war’s heute?
Paul (grimmig, schaut auf den Boden): Passt schon.
Mutter (lauter): Nun erzähl schon!!! Gibt’s was Neues?
Paul (verdreht die Augen): Lass es! Du bist echt sooo nervig!
Mutter (Hände in die Hüften gestemmt): Meine Güte, Paul, du bist doch nicht normal! Jetzt red doch mit mir!
Beschreibe drei Kommunikationssperren nach Gordon, die im Fallbeispiel M2 zur Eskalation des Gesprächs führen.
M3 Fortsetzung des obigen Fallbeispiels
Mutter (Hände in die Hüften gestemmt): Meine Güte, Paul, du bist doch nicht normal! Jetzt red doch mit mir!
Paul möchte den Konflikt nicht weiter eskalieren lassen. Er wendet die im Sozialwesen-Unterricht eingeübten vier Schritte zur Gewaltfreien Kommunikation nach M. Rosenberg an und beginnt seine Antwort mit dem ersten Schritt:
Paul (ruhig und sachlich): Mama, ich komme von der Schule nach Hause und du stellst mir eine Frage nach der anderen. Wenn ich nichts erzähle, wirst du lauter. (1. Schritt: Beobachtung) ...
…
Vervollständige Pauls Antwort (M3), indem du die fehlenden drei Schritte der Gewaltfreien Kommunikation nach M. Rosenberg anwendest und benennst.
Miteinander in der Arbeitswelt
Definiere den Grundlegenden Begriff Betriebsklima.
M4 Infografik

Vergleiche „Wunsch und Wirklichkeit“ bei der Einschätzung von Führungskräften, indem du zwei grundlegende Aussagen zur Infografik M4 formulierst.
Nenne die drei Führungsstile und prüfe jeweils, ob der Führungsstil dem Wunsch nach „Vertrauen und Rückhalt“ (vgl. M4) gerecht werden kann.
Begründe ausführlich, welche zwei Säulen der Identität nach Petzold durch eine erfüllende Berufstätigkeit stabilisiert werden.
Beschreibe vier konkrete betriebliche Maßnahmen, durch die informelle Beziehungen am Arbeitsplatz gefördert werden.
Miteinander im Alter
M5 Information
Das Münchner Projekt SAVE – „Seniorinnen und Senioren aufsuchen im Viertel durch Expertinnen und Experten“
Claudia (53) ist im Rahmen des Projekts SAVE als Sozialpädagogin an öffentlichen Orten unterwegs, wo sich ältere Menschen vermehrt aufhalten. Sie ist dort Ansprechpartnerin für Seniorinnen sowie Senioren und informiert über Angebote für diese Altersgruppe in München. Sie berät und unterstützt auf diese Weise ganz unkompliziert, beispielsweise bei einem Gespräch auf der Parkbank oder vor dem Supermarkt.
Nenne drei Kompetenzen, über die Claudia als Mitarbeiterin des Projekts SAVE (M5) verfügen sollte, und erkläre jeweils, dass diese Kompetenz bei ihrer konkreten Tätigkeit als Sozialarbeiterin hilfreich ist.
Claudia ist überzeugt: „Das Projekt SAVE (M5) kann bei den Seniorinnen und Senioren die Bedürfnisse nach Maslow befriedigen.“
Belege diese Aussage mit vier konkreten Beispielen zu unterschiedlichen Stufen der Bedürfnispyramide (M6).
M6 Schaubild: Bedürfnispyramide nach Maslow

Um bis in die Phase der Quartären Sozialisation selbstbestimmt zu leben, kannst du bereits im Jugendalter präventiv tätig werden.
Beschreibe hierzu knapp drei konkrete Maßnahmen im Sinne der Eigenverantwortlichkeit.
Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!
monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?„Vermittler“ von Inhalten mit dem Ziel des Informationsaustauschs (z. B. visuell, auditiv, audio-visuell, interaktiv)
Mögliche Beschreibung:
Zwei Jugendliche starren auf ihr Smartphone und gehen aufeinander zu. Aufgrund ihrer Unaufmerksamkeit stoßen sie frontal zusammen. Über der Karikatur steht: Bei der Beschäftigung mit den sozialen Medien kommt es immer wieder zu überraschenden Begegnungen.
Mögliche Aussage:
Manche Jugendliche sind unter Umständen so vertieft in ihre digitalen Medien, dass sie nichts um sich herum wahrnehmen und überwiegend in der virtuellen Welt leben. Der Karikaturist kritisiert damit, dass soziale Medien nur vorgeben, „sozial“ zu sein. So vergessen Jugendliche oft, dass virtuelle Identitäten tatsächlich echte Individuen sind, auf die sie auch im realen Leben treffen können.
Veränderte Grundhaltungen in der Gesellschaft, bedingt durch den Wandel von Arbeits- und Lebensbedingungen und Lebensstilen
Der Wert „Privatsphäre“ verliert an Bedeutung.
In den sozialen Medien werden zunehmend gegen den Willen oder die Kenntnis einzelner Personen deren personenbezogene Daten oder Fotos veröffentlicht und verbreitet – trotz eindeutiger Datenschutzbestimmungen und Hinweise auf Persönlichkeitsrechte. Die vermeintliche Anonymität im Internet verleitet oftmals dazu, die Privatsphäre anderer zu verletzen.
Der Wert „Privatsphäre“ gewinnt an Bedeutung.
Der Schutz der personenbezogenen Daten ist in den Grundrechten gesetzlich verankert und die Gewährleistung von Datenschutz sowie Privatsphäre spielen bei der Auswahl sozialer Netzwerke eine große Rolle. Die meisten Netzwerke verlangen im Sinne der zweifelsfreien Identifizierung eines Nutzers an persönlichen Daten zumindest Name, Anschrift und/oder E-Mail-Adresse und gewährleisten, dass der Zugang durch ein Passwort geschützt ist. Dadurch wird einem Missbrauch der Online-Plattformen vorgebeugt, was der Wahrung der Privatsphäre der Nutzer dient.
Mögliche Antworten:
-
Bewusste Übernahme der Vorbildfunktion der Eltern, Vorleben eines verantwortungsbewussten Umgangs (Modelllernen nach Bandura)
-
Aufklärung über Gefahren (Kostenfalle, Cybermobbing, Sexting)
-
Vereinbarung von Regeln (Handynutzungszeit, Kindersicherungen) mit entsprechenden Sanktionen
-
Aufklärung über Persönlichkeitsrechte und Datenschutz
Miteinander in der Familie
Begriff aus der Psychologie für die Entwicklungsphase des „Heranwachsens“ von Jugendlichen zwischen Kindheit und Erwachsensein.
Mögliche Kommunikationssperren nach Gordon:
-
Paul vermeidet den Blickkontakt und weicht somit der Mutter aus.
-
Die Mutter bedrängt ihn, etwas zu erzählen.
-
Paul beschimpft seine Mutter, dass sie nerve.
-
Die Mutter beschämt Paul, dass er nicht normal sei.
Weitere Kommunikationssperren mit Textbezug sind möglich.
Mögliche Fortsetzung der Antwort:
-
Dadurch fühle ich mich unter Druck gesetzt und überfordert. (2. Schritt: Gefühl)
-
Ich brauche einfach kurz meine Ruhe nach dem anstrengenden Schultag und möchte die Eindrücke des Vormittags für mich sacken lassen. (3. Schritt: Bedürfnisse)
-
Ich wünsche mir, dass du mir diese Zeit gibst und wartest, bis ich bereit bin, dir etwas zu erzählen. (4. Schritt: Wunsch)
Miteinander in der Arbeitswelt
Subjektiv wahrgenommene Atmosphäre am Arbeitsplatz, beeinflusst durch den Führungsstil, den zwischenmenschlichen Umgang und die Kommunikation.
Mögliche grundlegende Aussagen:
-
Das tatsächliche Führungsverhalten wird in allen erfragten Bereichen grundsätzlich niedriger eingeschätzt als von den Fachkräften gewünscht.
-
87 Prozent der Befragten erachten es als wichtig, dass die Führungsperson fachlich kompetent ist. Allerdings schätzen nur 64 Prozent der Befragten die Führungsperson als kompetent ein.
-
Dass die Vorgesetzten motivieren können, ist für knapp 70 Prozent der Befragten wichtig; Wunsch und Wirklichkeit gehen hier sehr weit auseinander, denn bei nur 37,7 Prozent (also etwas mehr als einem Drittel) trifft dies wirklich zu.
-
86 Prozent der Beschäftigten wünschen sich, dass die Vorgesetzten sie und ihre Arbeit wertschätzen. Bei nur 58 Prozent findet dies tatsächlich statt.
-
Der autoritäre Führungsstil: Vertrauen und Rückhalt werden hier weniger gefördert, da Vorgesetzte strenge Kontrollen durchführen und somit ein Misstrauen vermitteln.
-
Der kooperative oder demokratische Führungsstil: Vertrauen und Rückhalt werden hier gestärkt, da die Mitarbeitenden Verantwortung übernehmen und Prozesse mitgestalten können. Die Vorgesetzten suggerieren dadurch, dass sie Mitarbeitenden Entscheidungen zutrauen und um deren Kompetenzen wissen.
-
Der Laissez-faire Führungsstil: Vertrauen kann unter Umständen gestärkt werden, da die Mitarbeitenden alle Freiheiten haben, ohne Kontrolle durch die Vorgesetzten zu erfahren. Allerdings können bei den vielen Freiheiten die notwendige Führung sowie Rückhalt fehlen.
-
Säule „Arbeit, Freizeit und Leistung“: Es gehört zu den Grundbedürfnissen des Menschen, eine sinnvolle Aufgabe wie einen Beruf zu haben, seine erlernten Fähigkeiten einsetzen zu können und sich auch beruflich zu verwirklichen. Dadurch erhält man Anerkennung, welche die Säule stabilisiert und die Persönlichkeit festigt.
-
Säule „Materielle Sicherheit“: Einer sicheren beruflichen Tätigkeit mit ausreichendem Verdienst nachzugehen, ermöglicht Planungssicherheit und finanzielle Absicherung für sich und die Familie. Die sich dadurch einstellende Zufriedenheit trägt zur Stabilisierung dieser Säule bei.
Mögliche betriebliche Maßnahmen:
-
Durchführung von Betriebsfesten wie Weihnachtsfeiern oder Sommerfesten, in denen man sich ungezwungen mit Kolleginnen und Kollegen austauschen und sie besser kennenlernen kann
-
Einrichtung einer Kantine, in der man mit Kolleginnen und Kollegen essen und informelle Gespräche führen kann
-
Durchführung von Betriebsausflügen in Freizeitatmosphäre und geselliger Runde
-
Einrichten von Personalküchen, in denen man sich zwanglos zu einer kleinen Pause treffen kann
-
Durchführung von teambildenden Maßnahmen wie Vertrauensübungen im Klettergarten
Miteinander im Alter
Mögliche Kompetenzen:
-
Empathie → Claudia muss sich in die Gefühlslage und die Problemfelder der älteren Zielgruppe einfühlen können, um so adäquat zu reagieren und Verständnis zu zeigen.
-
Kontaktfähigkeit → Claudia muss behutsam Kontakt zu den Älteren knüpfen, darf diese nicht überfordern und überrumpeln, sodass sie Vertrauen aufbauen und sich auf die Angebote einlassen können.
-
Sachkompetenz → Claudia benötigt das entsprechende Fachwissen in Bezug auf Anlaufstellen, Beantragung und Bearbeitung von Formularen sowie Rechtsgrundlagen, um professionell beraten zu können.
-
Offenheit und Toleranz → Claudia sollte den Seniorinnen und Senioren auf Augenhöhe und ohne Vorbehalte begegnen und ggf. akzeptieren, wenn keine Unterstützung bzw. kein Kontakt gewünscht werden.
Mögliche Beispiele:
-
Grundbedürfnisse: Unterstützung bei Vermittlung von bezahlbarem, altersgerechtem Wohnraum; Ermutigung, bei finanzieller Notlage Lebensmittelspenden in Anspruch zu nehmen; Hilfe bei Vereinbarung von (Fach-)Arztterminen
-
Sicherheitsbedürfnisse: Information über finanzielle staatliche Hilfen (Sozialhilfe in Form von Grundsicherung im Alter); Unterstützung bei entsprechenden Behördengängen (Sozialamt)
-
Soziale Bedürfnisse: Information über Kontaktmöglichkeiten (Seniorentreff, Kurse, Veranstaltungen); Ansprechpartner bei Alleinstehenden ohne familiäre Unterstützung
-
Ich-Bedürfnisse: Anerkennung im Gespräch über im Leben Geleistetes; positives Feedback zu den Fähigkeiten und Fertigkeiten der jeweiligen Person zur Steigerung der Selbstwirksamkeit
-
Selbstverwirklichung: Ermutigung zur Ausübung von Hobbys sowie zu ehrenamtlichen Tätigkeiten, die den Seniorinnen und Senioren am Herzen liegen, wie Lesepatenschaft in einer Kindertagesstätte oder Leih-Großeltern
Mögliche Maßnahmen:
-
Schulischer Abschluss als Grundlage für eine Berufsausbildung
-
Gesundheitliche Vorsorge durch abwechslungsreiche Ernährung, Sport und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen
-
Gefahren- und verantwortungsbewusste Lebensführung im Straßenverkehr und in der Freizeit
-
Ausgewogener Lebensstil im Sinne einer Work-Life-Balance