Tu amiga española hace un proyecto escolar sobre formas alternativas de vivir en Europa en su curso de alemán. Ha encontrado el siguiente artículo que le parece muy interesante. Al buscar las palabras clave “Bauwagen”, “Wagenburg” y “Wagenburgler” en un diccionario bilingüe se ha quedado algo confundida.
Früher schob Liesa W. den Kinderwagen am Erlanger Bauwagenplatz vorbei und dachte sich:
"Ach, wäre doch schön, dort zu wohnen." Sie wollte weg vom Kleinfamilienleben, lieber mit vielen
unterschiedlichen Menschen zusammenwohnen. Und weil gerade Wagen frei waren, zog sie vor
19 Jahren mit ihrem sechs Monate alten Baby und ihrem damaligen Partner ein. [...] Liesa W. ist
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jetzt 45 - und immer noch da. Sie kann sich nicht mehr vorstellen, anders zu wohnen als in der
Wagenburg am Rande eines Naturschutzgebiets im Erlanger Süden.
Zehn Erwachsene zwischen 25 und 51 Jahren leben dort in ebenso vielen Bauwagen. Obwohl es
zur Innenstadt nur wenige Fahrradminuten sind, ist der Wagenplatz ein ruhiges, grünes Idyll. 1995,
als die ersten Bewohnerinnen Bauwagen auf das Gelände einer ehemaligen US-Kaserne stellten,
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war dort Brachland. Heute wuchert das Grün so stark, dass die Wagen fast darin verschwinden.
Zwischen den vielen Bäumen sind Hängematten aufgespannt. In aufwendig angelegten Beeten
und einem Gewächshaus wachsen Gemüse und Beeren, es gibt ein Hühnergehege und einen
Siedlungen aus - zumindest theoretisch - mobilen Fahrzeugen gibt es in allen größeren Städten in
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Deutschland. Die meisten entstanden in den Achtzigerjahren. Das Ziel: ein Ausstieg aus der
Konsumgesellschaft und ein ökologisch bewussteres Leben.
Auch den Erlanger Wagenburglern, so nennen sie sich, ist ein achtsamer Umgang mit Natur und
Mitmenschen wichtig. [...] Die meisten Bewohner des Erlanger Wagenplatzes leben schon lange
dort. Sie arbeiten unter anderem als Lehrerin, als Puppenschauspieler, Osteopathin und in einer
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Frauenberatungsstelle. Eine Bewohnerin hat die "Teilerei" gegründet, ein Geschäft, das gerettete
Lebensmittel gegen eine Spende abgibt. Liesa W. arbeitet als Assistenz für eine Frau im Rollstuhl.
Vollzeit arbeitet niemand. Zum einen bringt das Leben auf dem Wagenplatz einige Aufgaben mit
sich, zum anderen muss hier keiner für eine hohe Miete schuften. Nur 90 Euro zahlt jeder
Bewohner pro Monat, darin enthalten sind die Platzmiete, Holz, Gas, Internet, ein Festnetztelefon,
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eine kleine Rücklage für Erneuerungen und ein Zeitungs-Abo. [...]
Im etwa 18 Quadratmeter großen, gemütlichen Küchenwagen, der gemeinschaftlich genutzt wird,
erzählt Liesa W. vom Leben auf dem Wagenplatz, das sich vor allem im Sommer draußen abspielt.
Doch auch im Winter kann man sich nicht auf Dauer im Warmen verkriechen. Wasser holen, aufs
Klo oder in die Küche gehen - all das ist mit Rausgehen verbunden. Sie liebe das viele
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Draußensein, sagt Liesa W., das sei gut für die Psyche.
Sie seien eine "gewachsene Gemeinschaft" mit gemeinsamen Grundwerten. So teilen sie ihr
gesamtes Essen und versuchen immer, gleich größere Mengen zu kochen. "Man lernt hier, für
andere mitzudenken", sagt Liesa W. Gekocht wird nur vegetarisch, und seit vielen Jahren holen
sie einmal in der Woche aussortierte Lebensmittel von einem Bioladen ab, ohne dafür etwas
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bezahlen zu müssen. [...]
Wer auf dem Wagenplatz wohnt, muss bereit sein, sich einzubringen und jeden Donnerstagabend
am Plenum teilzunehmen. "Die Zeit, die wir zusammen verbringen, ist wichtiger Bestandteil der
Gemeinschaft", sagt Liesa W. und ergänzt: "Es ist nicht ohne, zu zehnt zu kommunizieren." Jede
Meinung werde gehört und zähle gleich viel, egal wie lange man schon am Wagenplatz wohne.
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Entscheidungen werden im Konsens getroffen, das heißt, jede und jeder muss einverstanden sein. [...]
Vieles in der Wagenburg ist bewusst einfach gestaltet, um den ökologischen Fußabdruck klein zu
halten. Besonders deutlich wird das bei Wasser und Energie. Die Bauwagen werden mit Holzöfen
geheizt, Solarzellen und ein kleines Windrad erzeugen Strom. Auch aus Sicherheitsgründen gibt
es in der Wagenburg nur Leitungen mit zwölf statt der üblichen 230 Volt. Vier Batterien aus einem
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Notstromaggregat, die unter den Sitzbänken in der Küche stehen, speichern die Energie. Ihre
Kapazität reicht normalerweise für Licht und Steckdosen. Im Herbst und Winter ist es allerdings
nicht immer möglich, Handys und Laptops zu laden. [...]
Das Leben hier stecke voller Herausforderungen, so Liesa W., die anderen Menschen völlig fremd
seien, die in Wohnungen oder Häusern mit fließend Warmwasser und Zentralheizung wohnen.
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Dafür gibt es etwas, was sich in normalen Wohnblöcken eher selten findet: ein solidarisches