Aufgabenstellung A
Hinweis: Von den vier vorgelegten Aufgabenstellungen ist eine zur Bearbeitung auszuwählen.
Analyse pragmatischer Texte
Thema:
Theo Stemmler: Osteoporose im Sprachskelett (2020)
Aufgabenstellung:
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Analysiere Theo Stemmlers Text Osteoporose im Sprachskelett. Berücksichtige dabei den Gedankengang, die sprachlich-stilistische Gestaltung und die Intention des Textes. (ca. 80 %)
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Beurteile die Überzeugungskraft des Textes. (ca. 20%)
Material
Osteoporose im Sprachskelett (2020)
Theo Stemmler
Anmerkungen zum Autor: Theo Stemmler (* 1936) ist emeritierter Professor der Anglistik.
Aus: Stemmler, Theo (27.04.2020): Osteoporose im Sprachskelett (Zugriff: 26.02.2024)
(Sprachliche Fehler in der Textvorlage wurden entsprechend der geltenden Norm korrigiert.)
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Einleitung
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Theo Stemmlers 2020 erschienener Kommentar Osteoporose im Sprachskelett beschäftigt sich kritisch mit den gegenwärtigen Entwicklungstendenzen der deutschen Sprache. Er setzt sich mit Sprachwandel, Sprachverfall und sprachlicher Normverletzung auseinander und untersucht insbesondere Veränderungen im Bereich des Wortschatzes, der Stilistik und der Grammatik.
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Stemmler fragt dabei implizit, inwiefern diese Entwicklungen als natürlicher Wandel oder als Beschädigung des „Sprachskeletts“ zu bewerten sind. Der Text gehört zur Textsorte des sprachkritischen Kommentars und will die Lesenden für die Gefahren einer Vernachlässigung grammatischer Normen sensibilisieren. Dabei richtet sich Stemmler vor allem an reflektierte, sprachbewusste Rezipientinnen und Rezipienten und fragt, welche Entwicklungen als natürlicher Sprachwandel und welche als eigentlicher Sprachverfall zu bewerten sind.
Hauptteil
1. Gedankengang
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Stemmler beginnt mit der These, dass nur lebendige Sprachen Veränderungen unterliegen und dass der Sprachwandel daher grundsätzlich ein „Lebenszeichen“ (Z. 2) darstellt. Anschließend verweist er auf den Generationenunterschied: Während Ältere Neuerungen eher ablehnen, akzeptieren Jüngere diese leichter (vgl. Z. 3–7).
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Darauf folgt eine Differenzierung zwischen Wortschatz und Grammatik. Der Wortschatz sei „volatil“ (Z. 13) und verändere sich permanent (vgl. Z. 10–13). Beispiele wie Azubi, Handy, Ticket oder Sale verdeutlichen diese Dynamik (vgl. Z. 19–24). Solche lexikalischen Entwicklungen bewertet Stemmler als unbedenklich und spricht von Veränderungen in den „Weichteilen“ (Z. 36) der Sprache. Darüber hinaus bezieht Stemmler auch semantische Verschiebungen ein, etwa bei Formulierungen wie „ganze hundert Euro“ oder bei der weitgehenden Gleichsetzung von „scheinbar“ und „anscheinend“, die er jedoch ebenfalls nicht als existenzielle Bedrohung wertet (vgl. Z. 31–36).
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Kritischer beurteilt er dagegen stilistische Entwicklungen, etwa die zunehmende Durchlässigkeit zwischen Sprachregistern, wenn Manager „null Bock“ (Z. 40) haben oder Schulleiter nicht auf etwas „stehen“ (vgl. Z. 41 f.). Solche Registerwechsel erscheinen ihm nicht als kreative Flexibilität, sondern als unangemessene Anbiederung eigentlich sprachlich versierter Sprecher an saloppe Umgangsformen. Besonders problematisch sei die „Verrohung“ (Z. 62) des politischen Sprachstils, der durch Feindbilder, Drohungen und brutal klingende Formulierungen geprägt sei (vgl. Z. 43–50).
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Das Hauptgewicht des Textes liegt jedoch auf der Grammatik, die Stemmler als „systematischen Kernbereich“ (Z. 52) und „Sprachskelett“ bezeichnet. Hier diagnostiziert er eine bedenkliche Entwicklung zur Vereinfachung: den Rückgang des „Formenbestand[es]“ (z. B. des Genitivs) (Z. 64), falsche Kasusrektionen und Kongruenzfehler. Besonders problematisch sei, dass diese Fehler nicht nur in Alltagssprache oder Dialekten auftreten, sondern auch in qualitätsbewussten Medien (vgl. Z. 86–88). Stemmler entfaltet seine Kritik hier systematisch am Rückgang des Formenbestands, an fehlerhafter Rektion und an Kongruenzverstößen, die er als Zeichen grammatischer Vereinfachung und Nachlässigkeit interpretiert. Dabei grenzt er den nachlässigen, „faulen“ Sprachbenutzer bewusst von reflektierten und qualitätsbewussten Sprachnutzern ab, denen er größere Verantwortung für sprachliche Genauigkeit zuschreibt.
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Im Schlussabschnitt relativiert Stemmler die Dramatik insofern, als Sprachkritik schon seit Jahrhunderten betrieben wird (Z. 114 ff.), verweist jedoch zugleich auf die Notwendigkeit, Grammatik und politische Sprache bewusster zu pflegen (vgl. Z. 111–113). Trotz des Rückblicks auf die lange Geschichte sprachkritischer Klagen endet der Text daher nicht resignativ, sondern mit einer vorsichtigen Hoffnung auf Erhalt grammatischer Normen.
2. Sprachlich-stilistische Gestaltung
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Stemmlers Text ist insgesamt stark rhetorisch geprägt und verfolgt das Ziel, durch sprachliche Mittel Aufmerksamkeit zu erzeugen und seine Kritik zuzuspitzen. Schon die metaphorische Überschrift „Osteoporose im Sprachskelett“ erzeugt Aufmerksamkeit, erhöht die Lesermotivation und stilisiert den Autor als kenntnisreichen Sprachskeptiker, der eine ernsthafte innere Beschädigung der Sprache diagnostiziert. Besonders auffällig ist die ausgeprägte Metaphorik und Bildlichkeit. Das zentrale Bild ist der Vergleich der Grammatik mit einem „Skelett“ (Z. 36), das als tragendes Gerüst der Sprache fungiert. Veränderungen im Wortschatz werden demgegenüber als „Weichteile“ (Z. 36) beschrieben, die flexibler und weniger stabil sind. Auch Wendungen wie „ständiges Kommen und Gehen“ (Z. 14) oder „Marscherleichterungen“ (Z. 93) tragen dazu bei, den Sprachwandel anschaulich zu verdeutlichen.
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Neben den Metaphern arbeitet Stemmler stark mit Antithesen und Dichotomien, etwa alt – jung, Tod – Leben, früher – heute sowie Anpassung – Provokation (vgl. Z. 1–7), wodurch Sprachwandel als konflikthafter Prozess inszeniert wird. Diese Gegensätze unterstreichen die Spannung zwischen Stabilität und Wandel und machen den Entwicklungsprozess plastisch nachvollziehbar.
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Seine Argumentation untermauert der Autor zudem durch eine Vielzahl von Beispielen und Fallillustrationen. Hinzu kommen gegensätzliche Formulierungen wie „Hin und Her“, „Vor oder Zurück“ oder „einführen oder auch wieder abschaffen“, die besonders die erratische Dynamik lexikalischer Veränderungen unterstreichen. Mit Wortketten wie Azubi, Handy, Ticket, Sale (vgl. Z. 19–24) veranschaulicht er den dynamischen Wandel des Wortschatzes, während Begriffe wie „Feind“ (Z. 44), „Drohung“ (Z. 46) oder „Brutalisierung“ (Z. 47) die Gefahr einer Verrohung im politischen Sprachgebrauch hervorheben. Dabei greift Stemmler gezielt auf ein Wortfeld von Gewalt und Aggression zurück, das den politischen Sprachstil als bedrohlich und demokratiegefährdend erscheinen lässt.
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Um seine kritische Haltung zu verdeutlichen, setzt Stemmler auch abwertende Ausdrücke ein. Begriffe wie „fahrlässig“ (Z. 37) oder „schludrige Kongruenz“ (Z. 98) verleihen dem Text eine emotionalisierte Schärfe und lassen keinen Zweifel an seiner ablehnenden Haltung. Gleichzeitig demonstriert er wissenschaftliche Kompetenz, indem er gezielt linguistische Fachbegriffe verwendet, darunter „Flexionsformen“ (Z. 11), „Rektion und Kongruenz“ (Z. 75) oder „Kasus, Numerus, Apposition, Genus“ (Z. 102 f.). Dies verleiht seiner Argumentation fachliche Autorität und stellt ihn als sprachwissenschaftlich versierten Beobachter dar. Zugleich adressiert er mit seinem elaborierten Stil und dem inklusiven „wir“ einen gebildeten Rezipientenkreis, mit dem er sich gegen das sprachlich nachlässige „Gro“ der Sprachnutzer zusammenschließt. Der überwiegend hypotaktische Stil unterstützt den Eindruck intellektueller Durchdringung, während die Paraphrasierung von Fachbegriffen – etwa bei „Rektion und Kongruenz“ – die fachsprachliche Autorität mit Verständlichkeit verbindet.
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Auch die Struktur des Textes trägt zur Wirkung bei: Doppelpunkte und Aufzählungen gliedern die Argumentation klar (vgl. Z. 15, 19, 56), während die Adressierung der Lesenden durch alltagsnahe Beispiele oder Formulierungen wie „man“ den appellativen Charakter verstärkt. Insgesamt entsteht so ein Mischstil, der einerseits elaboriert und wissenschaftsnah, andererseits pointiert, polemisch und populärwissenschaftlich ist. Gerade diese Verbindung von Fachlichkeit und Zuspitzung erhöht die Überzeugungskraft des Textes, auch wenn sie bisweilen zugespitzt wirkt.
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Kennzeichnend ist dabei die bewusste Abwechslung zwischen elaborierter, fachnaher Sprache und zitierten umgangssprachlichen Wendungen wie „null Bock“, „daddeln“ oder „Tanke“, wodurch Stemmler die von ihm kritisierten Phänomene unmittelbar vorführt.
3. Intention
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Die Intention Stemmlers ist deutlich appellativ. Er fordert seine Leserschaft auf, die deutsche Grammatik und sprachliche Genauigkeit zu bewahren und warnt vor einer zu großen Nachlässigkeit. Dabei differenziert er: Während der Wortschatzwandel als ein natürlicher und unbedenklicher Prozess dargestellt wird, gilt die „Verrohung“ (Z. 62) des politischen Sprachstils und vor allem der Abbau grammatischer Strukturen als ernsthafte Gefahr. Auch stilistische Auffälligkeiten relativiert er zunächst als eher oberflächliche Phänomene, bevor er den Blick auf die für ihn wirklich gravierenden Bereiche politischer Verrohung und grammatischer Erosion lenkt.
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Darüber hinaus möchte Stemmler seine Leserinnen und Leser für die langfristigen Konsequenzen sprachlicher Unachtsamkeit sensibilisieren. Insbesondere reflektierte Sprachnutzer sollen dazu bewegt werden, sprachliche Genauigkeit als kulturelle und kommunikative Verantwortung zu begreifen. Er betont, dass Sprache nicht beliebig ist, sondern auf allgemeinverbindlichen Konventionen beruht, die Kommunikation überhaupt erst ermöglichen. Schließlich greift er in einem historischen Rückblick auf Sprachkritik von Otfrid von Weißenburg und Gustav Wustmann zurück und zeigt damit, dass Sprachkritik zwar eine lange Tradition hat, aber immer noch hochaktuell ist.
Fazit
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Theo Stemmlers Text Osteoporose im Sprachskelett entwirft eine differenzierte sprachkritische Argumentation, die zwischen natürlichem Wandel und gefährlichem Sprachverfall unterscheidet. Lexikalische Veränderungen akzeptiert er als „Weichteile“ der Sprache, während er stilistische Entgleisungen und vor allem die grammatische Vereinfachung als Bedrohung für das „Sprachskelett“ brandmarkt. Gerade in dieser Unterscheidung zeigt sich seine Intention, weniger gegen modische Wörter oder Jugendsprache zu polemisieren als gegen Entwicklungen, die aus seiner Sicht die strukturelle Klarheit und Verlässlichkeit der Sprache beschädigen.
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Mit einer Mischung aus Metaphorik, Beispielreichtum, polemischen Zuspitzungen und linguistischer Fachterminologie verbindet er Anschaulichkeit mit fachlicher Autorität. Seine Intention ist es, die Leserinnen und Leser zu sprachlicher Sorgfalt und zu einer bewussten Auseinandersetzung mit den Gefahren des Sprachwandels – insbesondere im grammatischen und politischen Bereich – zu bewegen.
Teilaufgabe 2
Überleitung
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Nach der Analyse von Sprachebene und Intention gilt es nun, die Überzeugungskraft von Theo Stemmlers Text Osteoporose im Sprachskelett zu bewerten.
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Dabei zeigt sich ein ambivalentes Bild: Einerseits verfügt der Text über zahlreiche sprachliche und argumentative Stärken, die ihn rhetorisch wirkungsvoll machen, andererseits weist er deutliche Einschränkungen auf, die seine wissenschaftliche Tragfähigkeit und argumentative Ausgewogenheit schmälern.
Hauptteil
Gründe für eine eher hohe Überzeugungskraft
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Zunächst überzeugt Stemmlers Beitrag durch einen gedanklich logischen Aufbau. Die Position des Autors wird klar entfaltet: von der Feststellung des Sprachwandels (vgl. Z. 1–14) über die Differenzierung zwischen Wortschatz und Grammatik (vgl. Z. 36–44) bis hin zur Warnung vor Verrohung des politischen Diskurses (vgl. Z. 43–47) und dem abschließenden Appell (vgl. Z. 111–113). Diese strukturierte Argumentationsweise erleichtert den Lesenden das Nachvollziehen seiner Gedanken. Besonders wirksam ist die anschauliche Darlegung der Hauptthese. Der zentrale Vergleich von Grammatik mit einem „Skelett“ (Z. 36) und dem Wortschatz als „Weichteilen“ (Z. 36) verleiht dem Text hohe Bildhaftigkeit. Auch Formulierungen wie „ständiges Kommen und Gehen“ (Z. 14) oder „Marscherleichterungen“ (Z. 93) machen abstrakte Prozesse des Sprachwandels greifbar.
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Ein weiterer Aspekt ist die Authentizität: Stemmler bezieht sich wiederholt auf eigene Sprachbeobachtungen aus Alltag und Medien, etwa in den Beispielen Azubi, Handy, Ticket, Sale (vgl. Z. 19–24). Dadurch wirkt seine Argumentation lebendig und nahbar. Zudem zeigt er durch den Einsatz von linguistischen Fachbegriffen seine Fachkompetenz, was der Argumentation zusätzliche Autorität verleiht.
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Darüber hinaus gelingt es ihm, durch seine rhetorisch zugespitzte Sprache (z. B. „schludrige Kongruenz“, Z. 98) Aufmerksamkeit zu erzeugen und die Problematik emotional aufzuladen. Auch die Verwendung zahlreicher Beispiele verstärkt die Anschaulichkeit und unterstützt die Argumentation. Nicht zuletzt verweist er mit historischen Rückblenden auf Sprachkritiker wie „Gustav Wustmann“ (Z. 117 f.), wodurch er seine Position in eine lange Tradition einordnet und ihr zusätzliche Legitimität verleiht. Des Weiteren erscheint Sprache bei ihm nicht nur als Mittel bloßer Verständigung, sondern auch als Ausdruck ästhetischen Bewusstseins, was seine Position für sprachsensible Leser besonders anschlussfähig macht.
Gründe für eine eher geringe Überzeugungskraft
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Auf der anderen Seite weist Stemmlers Text deutliche Einschränkungen auf. So bleibt er in vielen Passagen einseitig und negativ. Der Sprachwandel wird fast ausschließlich als Gefährdung beschrieben, positive Aspekte wie Sprachökonomie (z. B. Verkürzungen, Vereinfachungen) oder die kreative Innovation neuer Ausdrucksweisen kommen kaum zur Geltung.
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Hinzu kommt eine starke Subjektivität der Argumentation. Als Professor für Anglistik kritisiert er unter anderem Anglizismen, ohne jedoch deren integrative oder bereichernde Funktionen für das Deutsche ausreichend zu berücksichtigen. Damit wirkt seine Argumentation teilweise voreingenommen. Problematisch ist auch das Ausblenden zentraler Faktoren des Sprachwandels. Aspekte wie die Rolle der Mehrsprachigkeit, die Prägung durch Jugend- und Gruppensprachen, der Einfluss von Mediolekten oder die Entwicklung einer Leichten Sprache werden nicht thematisiert.
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Auch die massiven Auswirkungen von Globalisierung und Digitalisierung (z. B. Internet, Social Media) auf den Sprachgebrauch bleiben unberücksichtigt, obwohl sie den Sprachwandel wesentlich beschleunigen. Darüber hinaus fehlt ein Bewusstsein für sprachliche Varietäten und ihre Funktionen: Unterschiedliche kommunikative Kontexte (Sprache der Nähe vs. Sprache der Distanz) oder identitätsstiftende Sprachverwendungen (z. B. subkulturelle Sprache) werden nicht reflektiert. Unberücksichtigt bleibt zudem, dass Sprache gerade in Jugend-, Gruppen- oder Szenesprachen identitätsstiftend wirken und ein Zusammengehörigkeitsgefühl erzeugen kann. Damit bleibt Stemmlers Darstellung auf eine sehr normative Sicht verengt.
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Schließlich ist seine Bereitschaft zum Diskurs mit Gegenargumenten gering. Er präsentiert seine Position mit Nachdruck, setzt sich aber kaum mit möglichen Kompromissen auseinander. Dies kann den Text zwar rhetorisch schärfen, mindert aber seine Überzeugungskraft im wissenschaftlich-differenzierten Sinne.
Schluss
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Insgesamt ist die Überzeugungskraft von Stemmlers Text ambivalent zu beurteilen. Positiv hervorzuheben sind der klare Aufbau, die anschauliche Metaphorik, die Beispiele und die fachsprachliche Kompetenz, die seine Argumentation rhetorisch wirkungsvoll und für viele Lesende einprägsam machen. Zugleich leidet die wissenschaftliche Tragfähigkeit unter einer starken Einseitigkeit, der Ausblendung wichtiger Sprachwandel-Faktoren sowie dem Mangel an Differenzierung.
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Damit lässt sich festhalten: Für ein breites Publikum entfaltet der Text eine hohe rhetorische und emotionale Wirkung, aus wissenschaftlich-linguistischer Perspektive ist die Überzeugungskraft jedoch eher gering einzuschätzen. Seine Stärke liegt damit vor allem im pointierten, anschaulichen und unterhaltsamen Problemaufriss, seine Schwäche dagegen in der normativen Engführung und der begrenzten Offenheit gegenüber alternativen Erklärungen des Sprachwandels.