Schwerpunktthema 1 – Im Horizont der Gottesfrage Lebenswirklichkeit reflektieren
Hinweis: Du erhältst zwei Aufgaben, von denen du eine auswählen uns bearbeiten sollst.
Gib die Hauptaussagen des Textes von Tobias Nicklas (Material 1) wieder. Füge deine Ausführungen Zeilenangaben hinzu.
Stelle die theologische Überzeugung dar, wonach Jesus wahrer Mensch und wahrer Gott ist und untersuche, inwiefern dieses Verständnis von Jesus Christus eine Herausforderung für den interreligiösen Dialog darstellt.
Für Paulus hängen die Auferweckung Christi und die Auferstehung der Toten zusammen. Erkläre diesen Sachverhalt.
Weise an einer biblischen Textstelle nach, dass in der prophetischen Kritik Gottesglaube und Gerechtigkeit aufeinander bezogen sind.
„Die christliche Hoffnung über den Tod hinaus ist eine billige Vertröstung.“ Setze dich mit dieser Position auseinander. Berücksichtige dabei Material 2.
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Material 1: Ostererfahrungen verstehen
Tobias Nicklas: Auferstehung – einige biblische Perspektiven. In: Concilium 2/2024, S. 11–18 (zu Prüfungszwecken bearbeitet).
Material 2: Keine Auferstehung von den Toten – ein Gedankenexperiment
Krebs, Stefan: Auferstehung – Warum ich das glauben will.
https://www.kirche-im-hr.de/sendungen/2024/rh2-morgenfeier/03/31-auferstehung-warum-ich-das-glauben-will/
Zugriff am: 09.10.2025 (zu Prüfungszwecken bearbeitet).
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Die Aufgabe zielt auf den Anforderungsbereich I.
Der Operator „wiedergeben“ verlangt hier, dass der Inhalt des Textes unter Verwendung der Fachsprache in eigenen Worten ausgedrückt wird.
Die Aufgabenstellung erfordert, dass die Hauptaussagen des Textes erkannt, eigenständig formuliert und mit Zeilenangaben versehen werden.
V. a. folgende Kriterien sind relevant: Sachgemäßheit des Textverständnisses, Differenzierung zwischen Wichtigem und weniger Wichtigem.
Die Hauptaussagen des Textes können wie folgt wiedergegeben werden:
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Die Auferweckung Jesu kann nicht durch eine Rekonstruktion der historischen Ereignisse des Ostermorgens verstanden werden, da die Ostererzählungen unterschiedliche Schwerpunkte setzen und keine einheitliche historische Darstellung liefern. (M 1, Z. 1–11)
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Der Osterglaube gründet sich auf die Ostererfahrungen der ersten Jüngerinnen und Jünger sowie auf das Selbstzeugnis des Paulus, dessen Begegnung mit dem Auferstandenen sein Leben nachhaltig verändert hat. (M 1, Z. 12–18)
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Die Ostererfahrungen lassen sich weder eindeutig als Visionen noch als bloße psychologische Prozesse erklären. Sie weisen vielmehr auf eine Wirklichkeit hin, die die Grenzen menschlicher Wahrnehmung überschreitet. (M 1, Z. 18–23)
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Die verschiedenen Ostererzählungen verfolgen nicht das Ziel, den Ostermorgen historisch exakt zu beschreiben. Vielmehr wollen sie Menschen dazu anregen, sich auf die Botschaft des Auferstandenen einzulassen und dadurch ihre Sicht auf Gott, die Welt und das eigene Leben zu verändern. (M 1, Z. 24–37)
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Ostern ist kein einmaliges Ereignis der Vergangenheit, sondern ein fortdauerndes Geschehen, das Menschen bis heute zu einer neuen Wahrnehmung der Wirklichkeit und zu einem vertieften Glauben führen kann. (M 1, Z. 27–37)
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Nicht jede religiöse Erfahrung ist bereits eine Ostererfahrung. Diese setzt das Grundvertrauen voraus, dass Gott sich in Jesus Christus endgültig offenbart hat und den Menschen über den Tod hinaus Gemeinschaft schenkt. (M 1, Z. 38–46)
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Die Osterbotschaft bringt zum Ausdruck, dass Gott den Menschen nicht dem Tod überlässt, sondern ihm bleibendes Leben bei Gott verheißt. Dadurch wird die christliche Hoffnung auf die Gemeinschaft mit Gott über den Tod hinaus begründet. (M 1, Z. 42–46)
Die Aufgabe zielt auf den Anforderungsbereich II.
Der Operator „darstellen“ verlangt, die theologische Überzeugung, wonach Jesus wahrer Mensch und wahrer Gott ist, sachgerecht zu erläutern und anschließend den Zusammenhang mit dem interreligiösen Dialog nachvollziehbar zu untersuchen.
Der Operator „untersuchen“ verlangt, die Bedeutung dieser christologischen Überzeugung für den interreligiösen Dialog differenziert zu analysieren sowie Chancen und Herausforderungen aufzuzeigen.
V. a. folgende Kriterien sind relevant: Umfang der Kenntnisse und Einsichten, Sachgemäßheit des Textverständnisses, Differenziertheit der Argumentation sowie Klarheit der Gedankenführung.
Die theologische Überzeugung, wonach Jesus wahrer Mensch und wahrer Gott ist, sowie ihre Bedeutung für den interreligiösen Dialog können z. B. wie folgt dargestellt werden:
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Nach dem christlichen Glauben ist Jesus Christus zugleich wahrer Mensch und wahrer Gott. Diese Überzeugung wurde auf dem Konzil von Chalkedon (451 n. Chr.) formuliert. Danach besitzt Jesus eine göttliche und eine menschliche Natur, die ungetrennt und unvermischt in einer Person vereint sind.
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Als wahrer Mensch wurde Jesus von Maria geboren, lebte unter den Menschen, teilte ihre Lebensbedingungen, kannte Freude, Leid, Versuchung und Angst und starb am Kreuz. Dadurch begegnet Gott dem Menschen in seiner konkreten Lebenswirklichkeit.
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Als wahrer Gott offenbart Jesus das Wesen Gottes in vollkommener Weise. In seinem Handeln, seinen Wundern, seiner Verkündigung des Reiches Gottes sowie in seiner Auferweckung zeigt sich seine göttliche Vollmacht und seine einzigartige Beziehung zum Vater.
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Die Einheit der göttlichen und menschlichen Natur macht Jesus zum Mittler zwischen Gott und Mensch. Durch seinen Tod und seine Auferstehung eröffnet er den Menschen Versöhnung mit Gott und die Hoffnung auf das ewige Leben.
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Die Menschwerdung Gottes (Inkarnation) verdeutlicht, dass Gott den Menschen nicht fern bleibt, sondern ihm in Jesus Christus unmittelbar begegnet und seine Liebe sichtbar macht (vgl. Joh 1,14).
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Für das Christentum ist Jesus deshalb nicht lediglich ein Prophet oder vorbildlicher Mensch, sondern der Sohn Gottes und Erlöser der Welt. Sein Heilswerk besitzt universale Bedeutung für alle Menschen.
Die Bedeutung dieser Überzeugung für den interreligiösen Dialog kann z. B. wie folgt untersucht werden:
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Das christliche Bekenntnis zur Gottheit Jesu stellt im Dialog mit dem Judentum eine Herausforderung dar, da nach jüdischem Verständnis ausschließlich Gott selbst göttlich ist. Jesus wird daher nicht als Sohn Gottes oder Messias anerkannt.
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Auch im Islam wird Jesus (ʿĪsā) zwar als bedeutender Prophet, Messias und von Maria geborener Mensch verehrt, seine Gottessohnschaft sowie seine göttliche Natur werden jedoch ausdrücklich abgelehnt, da sie dem islamischen Verständnis der Einheit Gottes (Tauhīd) widersprechen.
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Dadurch bestehen grundlegende Unterschiede im Verständnis der Person Jesu. Während Christen Jesus als Mensch gewordenen Gott verehren, sehen Juden und Muslime ihn nicht als göttliche Person.
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Gleichzeitig bietet Jesus zahlreiche Anknüpfungspunkte für den interreligiösen Dialog. Seine Botschaft von Gottesliebe, Nächstenliebe, Barmherzigkeit, Frieden und Gerechtigkeit besitzt in allen drei abrahamitischen Religionen einen hohen Stellenwert.
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Ein gelingender interreligiöser Dialog setzt voraus, dass die unterschiedlichen christologischen Überzeugungen gegenseitig respektiert werden, ohne die eigene Glaubensüberzeugung aufzugeben. Ziel ist nicht die Auflösung theologischer Unterschiede, sondern das Verständnis füreinander.
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Trotz der bleibenden Differenzen können gemeinsame ethische Werte wie Menschenwürde, Mitmenschlichkeit, Verantwortung für den Nächsten und Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit eine Grundlage für Zusammenarbeit zwischen den Religionen bilden.
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Das Bekenntnis zu Jesus als wahrem Menschen und wahrem Gott bleibt damit einerseits der zentrale Kern des christlichen Glaubens, andererseits aber auch einer der wesentlichsten theologischen Unterschiede und damit eine zentrale Herausforderung im interreligiösen Dialog.
Die Aufgabe zielt auf den Anforderungsbereich II.
Der Operator „erklären“ verlangt hier, einen theologischen Sachverhalt mithilfe von Fachwissen und biblischen Bezügen nachvollziehbar darzustellen sowie die Zusammenhänge zwischen der Auferweckung Christi und der Auferstehung der Toten zu verdeutlichen.
Die Aufgabenstellung erfordert, das paulinische Verständnis der Auferstehung unter Berücksichtigung seiner Argumentation, insbesondere in 1 Kor 15, darzustellen.
V. a. folgende Kriterien sind relevant: Genauigkeit der Kenntnisse, Stimmigkeit der Darstellung, sachgerechte Verwendung theologischer Fachbegriffe.
Der Zusammenhang zwischen der Auferweckung Christi und der Auferstehung der Toten kann z. B. wie folgt erklärt werden:
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Für Paulus bildet die Auferweckung Jesu Christi das Fundament des christlichen Glaubens. Ohne die Auferstehung Christi wären Glaube und Verkündigung sinnlos (vgl. 1 Kor 15,14).
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Paulus versteht die Auferweckung Jesu nicht als einmaliges Einzelereignis, sondern als Beginn des endzeitlichen Heilshandelns Gottes, das allen Glaubenden gilt.
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Christus wird als „Erstling der Entschlafenen“ bezeichnet (vgl. 1 Kor 15,20). Wie die Erstlingsgabe die folgende Ernte ankündigt, ist die Auferweckung Jesu das Vorauszeichen der künftigen Auferstehung aller Glaubenden.
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Zwischen Christus und den Glaubenden besteht eine enge Gemeinschaft. Wer zu Christus gehört, wird deshalb an seiner Auferstehung Anteil erhalten (vgl. 1 Kor 15,22–23).
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Paulus stellt Adam und Christus gegenüber: Durch Adam kamen Sünde und Tod in die Welt, durch Christuswerden Leben und Auferstehung ermöglicht (vgl. 1 Kor 15,21–22; Röm 5,12–21).
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Die Auferstehung der Toten bedeutet nach Paulus keine Rückkehr in das irdische Leben. Vielmehr verwandelt Gott den vergänglichen menschlichen Leib in einen unvergänglichen Auferstehungsleib (vgl. 1 Kor 15,35–53).
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Die endgültige Überwindung des Todes geschieht durch den Sieg Christi. Deshalb kann Paulus ausrufen: „Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?“ (vgl. 1 Kor 15,54–57).
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Die Hoffnung auf die Auferstehung der Toten ist somit untrennbar mit der Auferweckung Christi verbunden. Wäre Christus nicht auferstanden, gäbe es nach Paulus keine Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod und keine endgültige Erlösung des Menschen (vgl. 1 Kor 15,12–19).
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Die Auferstehung Christi begründet deshalb die christliche Hoffnung auf die Gemeinschaft mit Gott über den Tod hinaus und verleiht dem Leben der Glaubenden bereits in der Gegenwart Sinn und Zuversicht.
Die Aufgabe zielt auf den Anforderungsbereich II.
Der Operator „nachweisen“ verlangt hier, anhand einer biblischen Textstelle zu belegen, dass Gottesglaube und Gerechtigkeit in der prophetischen Verkündigung untrennbar miteinander verbunden sind.
Die Aufgabenstellung erfordert, eine geeignete Bibelstelle auszuwählen und anhand ihres Inhalts zu erläutern, wie die Propheten die Verbindung von Gottesverehrung und sozialer Gerechtigkeit begründen.
V. a. folgende Kriterien sind relevant: Auswahl einer geeigneten Bibelstelle, sachgerechte Auslegung des Textes, Verwendung theologischer Fachbegriffe sowie nachvollziehbare Argumentation.
Der Zusammenhang zwischen Gottesglaube und Gerechtigkeit kann z. B. anhand von Am 5,21–24 wie folgt nachgewiesen werden:
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Der Prophet Amos kritisiert die Gottesdienste Israels scharf, da sie zwar äußerlich korrekt gefeiert werden, das Volk gleichzeitig jedoch Unrecht, Unterdrückung und soziale Ungerechtigkeit zulässt (vgl. Am 5,21–23).
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Gott lehnt Opfer, Feste und religiöse Feiern ab, wenn sie nicht mit einem gerechten und verantwortungsvollen Handeln gegenüber den Mitmenschen verbunden sind.
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Amos macht deutlich, dass echter Gottesglaube nicht in der bloßen Einhaltung religiöser Rituale besteht, sondern sich im alltäglichen Handeln gegenüber den Schwachen und Benachteiligten zeigen muss.
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Die Forderung „Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach“(Am 5,24) verdeutlicht, dass Recht und Gerechtigkeit den Maßstab des Handelns des Gottesvolkes bilden sollen.
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Die prophetische Kritik richtet sich insbesondere gegen die Ausbeutung der Armen, Korruption und die Bevorzugung der Reichen. Soziale Ungerechtigkeit widerspricht dem Willen Gottes.
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Gottesverehrung und ethisches Handeln bilden nach Amos eine untrennbare Einheit. Wer Gott dienen will, muss zugleich Verantwortung für seine Mitmenschen übernehmen.
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Die Propheten verstehen Gerechtigkeit als Ausdruck der Treue zum Bund Gottes. Ein Gottesglaube ohne Gerechtigkeit verliert deshalb seine Glaubwürdigkeit.
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Die prophetische Botschaft besitzt auch heute Aktualität, da sie Religion und Gottesdienst stets an den Maßstäben von Menschenwürde, Solidarität und sozialer Verantwortung misst.
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Damit zeigt Amos, dass Gottesglaube und Gerechtigkeit nicht unabhängig voneinander bestehen können. Wahre Gottesverehrung verwirklicht sich nach prophetischem Verständnis im Einsatz für Recht, Frieden und die Würde jedes Menschen.
Alternativ wäre auch ein Nachweis anhand von Jes 1,10–17, Mi 6,6–8 oder Jer 7,1–11 möglich. Besonders Mi 6,8 („Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist… Recht tun, Güte lieben und demütig mit deinem Gott gehen.“) eignet sich ebenfalls sehr gut, um die enge Verbindung von Gottesglaube und Gerechtigkeit darzustellen.
Die Aufgabe zielt auf den Anforderungsbereich III.
Der Operator „setze dich auseinander“ verlangt hier, die vorgegebene Position unter Einbeziehung theologischer Kenntnisse und des Materials kritisch zu prüfen, unterschiedliche Argumente gegeneinander abzuwägen und zu einem begründeten Urteil zu gelangen.
Die Aufgabenstellung erfordert, die Aussage „Die christliche Hoffnung über den Tod hinaus ist eine billige Vertröstung.“ unter Berücksichtigung von Material 2 zu beurteilen und eine eigenständig begründete Position zu entwickeln.
V. a. folgende Kriterien sind relevant: Sachgemäßheit und Komplexität des Problemverständnisses, Vielfalt der Argumente, Einbezug des Materials, Klarheit der Gedankenführung sowie ein begründetes Urteil.
Für die Auseinandersetzung mit der Position können z. B. folgende Argumente angeführt werden:
Für die Position („Die christliche Hoffnung über den Tod hinaus ist eine billige Vertröstung.“) spricht:
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Die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod lässt sich wissenschaftlich weder beweisen noch widerlegen und beruht auf Glauben. Sie kann deshalb als Ausweichen vor der Endgültigkeit des Todes verstanden werden.
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Die Konzentration auf das Jenseits könnte Menschen dazu verleiten, gegenwärtiges Leid und Ungerechtigkeit leichter hinzunehmen, anstatt sich aktiv für Veränderungen im Diesseits einzusetzen.
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Die Auferstehung Jesu und die Auferstehung der Toten entziehen sich historischer Überprüfbarkeit. Kritiker sehen darin eher religiöse Hoffnungsbilder als objektive Tatsachen.
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Menschen können Trost auch ohne religiösen Glauben finden, etwa durch Erinnerungen, zwischenmenschliche Beziehungen oder das Bewusstsein, Spuren im Leben anderer Menschen hinterlassen zu haben.
Gegen die Position („Die christliche Hoffnung über den Tod hinaus ist eine billige Vertröstung.“) spricht:
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Material 2 macht deutlich, dass die Hoffnung auf die Auferstehung gerade keine Flucht vor der Wirklichkeitdarstellt. Vielmehr wird betont, dass ohne die Auferstehung Leid, Krieg und Ungerechtigkeit letztlich sinnlos blieben und keine endgültige Gerechtigkeit möglich wäre.
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Der Autor hebt hervor, dass der Glaube an die Auferstehung Hoffnung auf ein gerechtes Handeln Gottes schenkt. Dadurch wird die Hoffnung auf eine endgültige Überwindung von Leid und Tod begründet (M 2, Z. 11–22).
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Die christliche Auferstehungshoffnung ist eng mit der Auferweckung Jesu Christi verbunden. Sie gründet sich daher nicht lediglich auf Wunschdenken, sondern auf das zentrale Bekenntnis des christlichen Glaubens.
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Bereits Paulus macht deutlich, dass ohne die Auferstehung Christi der christliche Glaube sinnlos wäre (1 Kor 15,14). Die Hoffnung über den Tod hinaus bildet somit den Kern des christlichen Glaubens und nicht lediglich einen tröstenden Zusatz.
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Die Hoffnung auf das ewige Leben kann Menschen motivieren, sich bereits in dieser Welt für Frieden, Gerechtigkeit und Nächstenliebe einzusetzen. Gerade weil Gott den Menschen Würde und Zukunft zuspricht, erhält auch das gegenwärtige Leben besondere Bedeutung.
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Die Auferstehungshoffnung eröffnet eine Perspektive, in der Tod, Leid und Unrecht nicht das letzte Wort behalten. Dadurch kann sie Menschen Kraft geben, auch schwierige Lebenssituationen zu bewältigen.
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Material 2 betont ausdrücklich, dass Gottes Botschaft der Liebe ohne die Hoffnung auf Auferstehung ihre Glaubwürdigkeit verlieren würde und Gott den Menschen im Tod annimmt (M 2, Z. 18–22).
Urteil
Die Aussage, die christliche Hoffnung über den Tod hinaus sei lediglich eine billige Vertröstung, greift zu kurz. Zwar bleibt die Auferstehung eine Glaubensaussage, die sich wissenschaftlich nicht beweisen lässt. Aus christlicher Sicht gründet sich diese Hoffnung jedoch auf die Auferweckung Jesu Christi und eröffnet eine Perspektive, in der Tod und Ungerechtigkeit nicht das letzte Wort haben. Wie Material 2 verdeutlicht, soll die Hoffnung auf das ewige Leben Menschen nicht von der Verantwortung für diese Welt entbinden, sondern ihnen Mut geben, sich für Frieden, Gerechtigkeit und Nächstenliebe einzusetzen. Die christliche Hoffnung ist daher weniger eine Vertröstung als vielmehr eine tragende Hoffnungsperspektive, die dem Leben Sinn und Orientierung verleiht.