Wahlaufgabe IV: Sport und Gesellschaft
Am 01.01.2015 wurde der World Anti-Doping Code von der WADA (Welt-Anti-Doping-Agentur) überarbeitet. Die verschiedenen Abschnitte der Definition sind in Artikel 1 und 2 des World Anti-Doping Codes zusammengefasst. Demnach ist in Artikel 1 Doping als „ein oder mehrmaliger Verstoß gegen die Anti-Doping-Regeln, wie sie in Artikel 2.1 bis 2.8 ausgewiesen sind“ definiert. Artikel 2 gibt einen Überblick über die jeweiligen Verstöße gegen die Anti-Doping-Regeln. In 2.2 heißt es beispielsweise: „Die Anwendung bzw. der Versuch der Anwendung einer verbotenen Substanz bzw. einer verbotenen Methode.“
Nenne jeweils zwei Wirkstoffe, die zu jedem Zeitpunkt-, zum Wettkampfzeitpunkt und nur in bestimmten Sportarten zum Wettkampfzeitpunkt verboten sind.
Erkläre Wirkungen sowie Risiken des Blutdopings.
Interpretiere Tabelle 3 hinsichtlich der Anzahl der Dopingfälle bei der Tour de France.
Tabelle 3: Dopingfälle Tour de France

Erörtere anhand von M 2 die Durchführung der Enhanced Games.
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?M 2 Doping-Irrsinn! Bolt-Rekorde Geschichte?
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?jeweils zwei verbotene Wirkstoffe benennen:
zu jedem Zeitpunkt verboten:
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Anabole Substanzen, Hormone, Beta-2-Agonisten, Diuretika u.a.
zum Wettkampfzeitpunkt verboten:
-
Stimulanzien, Narkotika, Cannabinoide, Glukokortikoide u.a.
nur in bestimmten Sportarten zum Wettkampfzeitpunkt verboten:
-
Alkohol und Beta-Blocker
Wirkungen sowie Risiken des Blutdopings erklären:
Wirkungen:
-
Steigerung der Sauerstofftransportkapazität durch Erhöhung der Erythrozyten
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Schaffung einer Wasserreserve durch Erhöhung des Plasmavolumens → bessere Thermoregulation
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Transportfunktion und Pufferkapazität
Risiken:
-
Auftreten von allergischen und hämolytischen Reaktionen infolge des Transfusionsverfahrens
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Übertragung von Infektionskrankheiten (Hepatitis oder Aids)
Tabelle hinsichtlich der Anzahl der Dopingfälle bei der Tour de France interpretieren:
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Anzahl der gedopten Fahrer nimmt stetig ab (1998 bei 54,5 % und 2023 bei 2,8 %)
Erklärungsmöglichkeiten:
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vermehrte und verbesserte Dopingkontrollen schrecken Teilnehmer ab
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Methoden werden besser und kaum mehr nachweisbar (Doping mit EPO und Effekte des Höhentrainings sind kaum unterscheidbar)
Durchführung der Enhanced Games erörtern:
Pro-Argumente:
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neue Rekorde möglich und wahrscheinlicher (siehe M 2)
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Menschen sollten eigenverantwortlich über ihren Körper bestimmen können (siehe M 2)
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wenn alle dopen, sind die Enhanced Games gerechter und fairer als andere Wettbewerbe
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Doping ist in einigen Sportarten bereits weit verbreitet und würde scheinbare Verlogenheit im Sport beenden
Contra-Argumente:
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gesundheitliche Risiken
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gedopte Sportler werden nicht mehr als Vorbilder angesehen
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Minderjährige werden möglicherweise zum Doping animiert
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Motivation der nicht gedopten Sportler sinkt aufgrund der Ungerechtigkeit
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Widerspruch zum olympischen Eid
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soziale Ungerechtigkeit im Sport nimmt zu (beste Dopingmittel „gewinnt“)
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möglicher Bezug zu Tabelle 3 – Abnahme der Dopingfälle
mögliches Urteil:
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Gesundheitsrisiko (Schwerpunkt): Ablehnung der Durchführung aufgrund massiver, teils irreversibler gesundheitlicher Risiken und unkalkulierbarer Langzeitfolgen (z. B. Organversagen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen).
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Sportliches Ideal: Verlust des sportimmanenten Werts der Leistungssteigerung durch Training; stattdessen Verschiebung hin zu einem technologisch-pharmazeutischen Wettkampf.
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Gesellschaftliche Signalwirkung: Gefahr der Normalisierung von Doping, was besonders für den Jugendsport fatale Auswirkungen auf die Vorbildfunktion und den Gesundheitsschutz hätte.
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Fazit: Die Enhanced Games sind als gefährliches Experiment einzustufen, das die Grundwerte des Sports (Fairness, Gesundheit, Chancengleichheit) zugunsten einer fragwürdigen Rekordjagd opfert.