Aufgabe 2
Fracking in der Vaca Muerta (Argentinien) – Wachstumsmotor oder Irrweg?
Beschreibe den Wirtschaftsraum und die Wirtschaftsstruktur Argentiniens unter besonderer Berücksichtigung der Industrie und des Bergbaus (Material 1, Material 2, Atlas).
Erläutere die wirtschaftliche und energiepolitische Bedeutung des Frackings in der Vaca Muerta für Argentinien (Material 2–Material 6).
Nimm Stellung zum Fracking in der Vaca Muerta (Material 2–Material 6).
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monatlich kündbarSchulLV Plus-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Material 1: Argentinien – Wirtschaftskarte*
Signaturen siehe Generallegende

* ohne Landwirtschaft
Bearbeitung nach folgender Quelle: Diercke Weltatlas 2023, digital
Material 2: Argentinien – Strukturdaten (2024)
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Einheit |
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Bevölkerung |
in |
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Landesfläche |
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BIP / Kopf (KKP) |
US- |
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Bruttowertschöpfung nach Sektoren( Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft Industrie, Bergbau1 und Baugewerbe Dienstleistungen |
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Ausländ. Direktinvestitionen in Argentinien nach wichtigen Hauptbranchen Verarbeitende Industrie Bergbau Handel Finanzwirtschaft Information und Kommunikation |
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Exporte |
Mrd. US- |
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Wichtige Ausfuhrgüter |
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Nahrungsmittel Erdöl Rohstoffe (ohne Brennstoffe) Chemische Erzeugnisse Gas |
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Importe |
Mrd. US- |
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Wichtige Einfuhrgüter |
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Chemische Erzeugnisse Maschinen Kfz und -Teile Elektronik Elektrotechnik |
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Wahrgenommene Korruption2 |
Indexwert |
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1Bergbau wird hier nicht dem primären, sondern dem sekundären Sektor zugerechnet.
2Der Korruptionswahrnehmungsindex bewertet die wahrgenommene Korruption in Verwaltung und Politik (Wert = sehr korrupt; Wert
= sehr integer, also weitestgehend frei von Korruption).
Zusammenstellung nach folgenden Quellen:
https://datacommons.org/place/country/ARG?hl=de;
https://www.laenderdaten.info/laendervergleich.php?country1=ARG&country2=DEU;
www.wko.at/statistik/laenderprofile/lp-Argentinien.pdf (Stand: September 2025);
www.gtai.de/de/trade/argentinien-wirtschaft/wirtschaftsdaten-kompakt#/ARG/wirtschaftslage; www.gtai.de/de/trade/argentinien-wirtschaft/wirtschaftsdaten-kompakt#/ARG/aussenwirtschaft; www.transparency.de/fileadmin/Redaktion/Bilder/Publikationen_Cover/Korruptionswahrnehmungsindex/CPI2024_Tabellarische_Rangliste.pdf
Material 3: Primärenergieverbrauch nach Energieträgern in Argentinien (2023)
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Energieträger |
Exajoule* |
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Erdgas |
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Erdöl |
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Wasserkraft |
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Solar- u. Windenergie |
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Kernenergie |
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Kohle |
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Summe |
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* Exajoule =
Bearbeitung nach folgender Quelle: https://www.energyinst.org/__data/assets/pdf_file/0006/1542714/684_EI_Stat_Review_V16_DIGITAL.pdf
Material 4: Entwicklung der Erdöl- und Erdgasförderung in Argentinien


* unkonventionell: durch Fracking gewonnenes Erdöl und Erdgas.
Bearbeitung nach folgender Quelle: www.deloitte.com/us/en/insights/topics/economy/americas/vaca-muerta-argentina-energy-sector-boom.html (eigene Übersetzung)
Material 5: Schieferöl- und Schiefergasvorkommen in der Formation* Vaca Muerta
![]()
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Steckbrief zur Vaca MuertaPotenzial und Größe
Entwicklung der Öl- und Gasförderung
Entwicklung der Transportinfrastruktur
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* Formation: Gesteinsschicht im geologischen Untergrund, hier: überwiegend Schiefergestein.
Bearbeitung nach folgender Quelle:
www.deloitte.com/us/en/insights/topics/economy/americas/vaca-muerta-argentina-energy-sector-boom.html (von DeepL unterstützte Übersetzung);
Karte bearbeitet nach: www.fr.de/-93434050.html
Material 6: Im Süden Argentiniens boomt das Fracking
* LNG: englischsprachige Abkürzung für Flüssigerdgas.
Bearbeitung nach folgender Quelle: Frederic Schnatterer: Fracking: Goldgräberstimmung in Vaca Muerta. FR-Online vom 26.11.2024 (gekürzt) (www.fr.de/-93434050.html)
Generallegende Erdkunde



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monatlich kündbarSchulLV Plus-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Beschreibe den Wirtschaftsraum und die Wirtschaftsstruktur Argentiniens unter besonderer Berücksichtigung der Industrie und des Bergbaus.
Argentinien befindet sich im südlichen Südamerika und grenzt im Westen an Chile, im Norden an Bolivien und Paraguay, im Nordosten an Brasilien und Uruguay sowie im Osten an den Atlantischen Ozean (Material 1, Atlas)
Wirtschaftsraum
Die industriellen Schwerpunkte befinden sich im Großraum Buenos Aires sowie in Rosario/San Lorenzo und Córdoba (v. a. Maschinen- u. Fahrzeugbau, Elektroindustrie, Metallerzeugung u. -verarbeitung, chemische Industrie sowie Textil-, Nahrungs- u. Genussmittelindustrie) (Material 1). Weitere wichtige Standorte der chemischen Industrie befinden sich entlang der Atlantikküste in Bahía Blanca, San Antonio Oeste und Comodoro Rivadavia, die zugleich Zentren der Fischverarbeitung sind (Material 1). In Resistencia und San Salvador haben sich v. a. die metallverarbeitende sowie die Textil-, Nahrungs- und Genussmittelindustrie etabliert (Material 1).
Besonders relevant für den Bergbau sind vor allem die Erdöl- und Erdgasvorkommen. Diese lagern in der Region Neuquén und bei Mendoza, rund um Comodoro Rivadavia und auf Feuerland sowie offshore im San-Jorge-Golf und eingangs der Magellanstraße (Material 1). Weit im Süden bei El Turbio kommt Steinkohle als weiterer Energierohstoff vor. Metallische Rohstoffvorkommen (z. B. Eisen, Lithium, Kupfer o. Gold), die auch außenwirtschaftlich von Bedeutung sind (Material 2), finden sich im andinen Norden und im südlichen Landesteil in Patagonien (Material 1).
Wirtschaftsstruktur
Hinsichtlich der Wirtschaftsstruktur ist festzuhalten, dass Industrie, Bergbau und Baugewerbe nahezu ein Drittel der sektoralen Wertschöpfung einnehmen (Material 2). Zudem wurden 2024 mehr als ein Drittel der ausländischen Direktinvestitionen (ADI) in der verarbeitenden Industrie getätigt und über ein Viertel im Bergbau (Material 2).
Argentinien weist zudem eine erkennbare Exportorientierung auf (Material 2, UBW). Zwar dominiert die Ausfuhr von Nahrungsmitteln, jedoch ist auch der Export von Energierohstoffen wie Erdöl und Erdgas außenwirtschaftlich von großer Bedeutung (Material 2).
Mögliches Fazit:
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Argentinien ein rohstoffreicher Staat ist, der über eine diversifizierte Wirtschaftsstruktur verfügt (UBW) und in dem Bergbau und Industrie einen signifikanten Stellenwert für die Wirtschaft haben (Material 1, Material 2).
Wirtschaftliche und energiepolitische Bedeutung des Frackings in der Vaca Muerta für Argentinien.
Die Schiefergesteinsformation Vaca Muerta liegt in den Provinzen Neuquén, Río Negro, La Pampa und Mendoza (Material 5). Mit einer Ausdehnung von lagern in ihr die zweitgrößten Schiefergas- und viertgrößten Schieferölvorkommen weltweit (Material 5). Gefördert werden diese Vorkommen durch das sogenannte Fracking-Verfahren, bei dem unter hohem Druck eine Mixtur aus Wasser, Sand und Chemikalien in den geologischen Untergrund gepresst wird, wodurch Risse in dem dichten Schiefergestein entstehen. Diese Klüfte werden durch den Sand offengehalten, wodurch das im Schiefer eingelagerte Erdgas oder Erdöl freigesetzt wird und durch eine Bohrung gefördert werden kann (Material 6, UBW).
Wirtschaftliche und energiepolitische Zusammenhänge:
Seit 2010 investiert die staatliche Ölgesellschaft YPF in das Fracking, ab 2013 zusammen mit US-Unternehmen wie Chevron und Dow Chemical (Material 5). Im Jahr 2024 entfielen bereits mehr als zwei Drittel der Schieferölproduktion allein auf die Region Neuquén und weit mehr als die Hälfte der nationalen Schiefergasgewinnung auf die Vaca Muerta insgesamt (Material 5). Da weit über zwei Fünftel des Primärenergieverbrauchs Argentiniens aus Erdgas stammt und fast durch Erdöl bereitgestellt wird (Material 3), trägt das Fracking in der Vaca Muerta durchaus dazu bei, die nationale Energieversorgung zu stabilisieren. Fracking schafft zudem Arbeitsplätze im Industrie- und Bergbausektor (UBW) und ist für den Außenhandel von Bedeutung (Material 2).
In diesem Kontext sollte ebenfalls herausgestellt werden, dass das Fracking in der Vaca Muerta als Hoffnungsträger für wirtschaftliches Wachstum gilt. Laut Ökonom Echegaray (Material 6) könnte Argentinien dadurch zu einem bedeutenden globalen Gaslieferanten werden. Unter Berücksichtigung der vorhandenen Gaskapazitäten und geringen Förderkosten in der Vaca Muerta (Material 5, Material 6) sowie der landesweit zunehmenden unkonventionellen Erdgasförderung (Material 4) sollte diese Prognose von den Prüflingen als durchaus realistisch eingeschätzt werden.
Zugleich sollte der Ausbau der Transportinfrastruktur als energiepolitisch bedeutsam erkannt werden: Mit der Wiederinbetriebnahme der nach Chile führenden Transandino-Pipeline 2023, der Fertigstellung der Vaca Muerta North-Pipeline 2024 und dem geplanten Ausbau einer weiteren Pipeline, die die Vaca Muerta mit einem Chemie-Standort an der Atlantikküste verbindet (Material 5), können sowohl Energietransport als auch Exportmöglichkeiten verbessert werden (UBW).
Mögliches Fazit:
Zusammenfassend ist das Fracking in der Vaca Muerta für Argentinien von hoher wirtschaftlicher und energiepolitischer Bedeutung. Es besitzt das Potenzial, die Energieversorgung sicherzustellen sowie die erdöl- und erdgasbasierte Exportwirtschaft zu stärken.
Für die Stellungnahme lassen sich Argumente auf der Sachebene anführen, die sich an folgenden Nachhaltigkeitsdimensionen orientieren:
Ökonomisch:
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Der Ausbau der Erdöl- und Erdgasförderung in der Vaca Muerta trägt zur Steigerung des nationalen Energieaufkommens bei (Material 3, Material 5, UBW).
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Exporterlöse aus Erdöl und Erdgas verbessern die Handelsbilanz (Material 2).
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ADI (Material 2, Material 5) und der Ausbau der Transportinfrastruktur (Material 5) können als ökonomische „Wachstumsmotoren“ wirken.
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Durch das Fracking werden regionale wie nationale Infrastrukturen im Industrie- und Bergbausektor forciert (Material 5).
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Steigende Fördermengen von gefracktem Erdöl und Erdgas (Material 4) erzeugen eine erhöhte Abhängigkeit von volatilen Weltmarktpreisen (UBW).
-
Es bestehen nur begrenzte Marktchancen für LNG wegen der geringeren Wettbewerbsfähigkeit gegenüber etablierten Marktführern wie den USA (Material 6).
Ökologisch:
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Fracking beeinträchtigt die Umwelt (hoher Wasserverbrauch, Chemikalieneinsatz, Boden- u. Grundwasserverschmutzung) (Material 6).
Sozial:
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Fracking schafft Arbeitsplätze im Bergbau- und Industriesektor (UBW).
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Vom Fracking Betroffene beklagen massive soziale und gesundheitliche Belastungen (Material 6).
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Es entstehen Risiken durch induzierte Erdbeben, die Siedlungen v. a. in der Provinz Neuquén gefährden (Material 6).
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Der Nutzen der Energieerlöse verteilt sich ungleich: Multinationale Konzerne, mitunter begünstigt durch Korruption in Verwaltung und Politik (Material 2), profitieren davon stärker als die lokale Bevölkerung (UBW).
Mögliches Sachurteil:
Das Fracking in der Vaca Muerta kann als ökonomischer „Wachstumsmotor“ dienen, aber auch ökologische Risiken beherbergen und soziale Ungleichheiten vergrößern.
Als Wertmaßstäbe für die Beurteilung lassen sich Wohlstandssicherung, Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit anlegen.
Ein abschließendes Werturteil sollte die Potenziale und Grenzen fossiler Entwicklungspfade abwägen und aufzeigen, inwiefern ökonomisches Wachstum mit nachhaltiger Ressourcennutzung und sozialer Gerechtigkeit verbunden werden kann.
Folgende Positionen sind dabei beispielsweise möglich:
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Das Fracking in der Vaca Muerta ist gerechtfertigt, da es zur Sicherung des Wohlstandes und der Energieversorgung beiträgt. Unter strengen Umweltauflagen kann Fracking als Übergangstechnologie dienen, um die Basis für eine spätere Energiewende zu schaffen.
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Das Fracking ist langfristig problematisch, da es nicht nur fossile Abhängigkeiten verstetigt, sondern auch unter umweltethischen Gesichtspunkten kaum vertretbar ist. Eine konsequente Förderung erneuerbarer Energien wäre der zukunftsfähigere Weg.
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Ein moderater Ausbau des Frackings kann unter Umständen gerechtfertigt sein, wenn die Erlöse verbindlich z. B. in Umwelttechnologien oder soziale Programme reinvestiert werden. So könnte Fracking als temporäres Instrument zur Überwindung sozioökonomischer Krisen dienen.
