HT 1
Beschreibe das Werk „Die Kornernte“ (1565) von Pieter Bruegel d. Ä.
Analysiere die formale Gestaltung des Werks und berücksichtige dabei insbesondere die Aspekte
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Bildfläche (unter Einbezug der Richtungsgefüge),
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Bildraum,
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Farbe (unter Einbezug der Lichtführung),
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Form,
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malerisch-gestalterische Ausführung von Landschaft und Figuren in Bezug auf deren Abbildhaftigkeit.
Fertige zunächst eine analytische Skizze zum Aspekt „Bildfläche“ an und beziehe die dadurch gewonnenen Erkenntnisse erläuternd in die Analyse ein.
Interpretiere das Werk auf der Grundlage der bisherigen Ergebnisse und unter Berücksichtigung der Zusatzinformationen. Beziehe Kenntnisse über den Künstler und dessen Gesamtwerk in die Überlegungen mit ein.
Erläutere unter Bezugnahme auf die gestalterischen Besonderheiten, inwiefern Bruegel d. Ä. mit seinem dargestellten Motiv Wirklichkeit in individuellen und gesellschaftlichen Kontexten konstruiert.
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Abbildung 1:
Pieter Bruegel d. Ä.: „Die Kornernte“, Öl auf Holz, 1565, 119 x 162 cm, Metropolitan Museum of Art, New York
Textmaterial:
Zusatzinformationen:
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zur Werkreihe der Jahreszeitenbilder:
„Die Kornernte“ entstand 1565 als eines von sechs Jahreszeitenbildern des Zyklus unter dem Titel „Die Zeiten des Jahrs“. Fünf Gemälde sind erhalten. In den Niederlanden wurde unterschieden zwischen Vorfrühling, Frühling, Frühsommer, Hochsommer, Herbst und Winter. „Die Kornernte“ stellt den Hochsommer dar.
Der Zyklus wurde im Auftrag des Kaufmanns und Bankiers Nicolaes Jongelinck aus Antwerpen gemalt und schmückte neben anderen Werken Bruegels seine Villa.
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zum Ernten von Getreide:
Die Kornernte begann mit dem mühsamen Mähen der Kornhalme von Hand mit der Sense. Die losen Halme wurden mit der Heugabel zum Trocknen ausgebreitet. Im Anschluss wurden die losen Halme zu Garben zusammengebunden, aufgestellt und in die Scheune abtransportiert. Dort trennte man das Korn in einem weiteren Prozess vom Halm.
(Autorentexte)
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monatlich kündbarSchulLV Plus-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Beschreibung des Werkes und Benennung der wesentlichen Werkdaten:
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Pieter Bruegels d. Ä. Gemälde „Die Kornernte“ (1565) ist eine großformatige Ölmalerei auf Holz (119 × 162 cm), die eine weitläufige sommerliche Landschaft während der Getreideernte zeigt.
Im Vorder- und Mittelgrund erstrecken sich große goldgelbe Kornfelder, in denen zahlreiche Bauern unterschiedlichen Tätigkeiten der Ernte nachgehen. Einige mähen das Getreide, andere sammeln bzw. bearbeiten die Halme. Im rechten Vordergrund ruht eine größere Gruppe unter einem mächtigen Baum und nimmt offenbar eine Mahlzeit ein. Eine einzelne Figur liegt ausgestreckt davor. Über die rechte Bildhälfte verteilen sich mehrere aufgestellte Garben.
Der große Baum bildet einen markanten Mittelpunkt und trennt zugleich die verschiedenen Bereiche der Landschaft. Hinter den Feldern öffnet sich der Blick weit in eine grünlich-bläuliche Landschaft mit Wegen, Bäumen, Gebäuden und Siedlungen bis zum hoch liegenden Horizont. Die Vielzahl gleichzeitig dargestellter Tätigkeiten vermittelt einen umfassenden Eindruck des bäuerlichen Lebens während der sommerlichen Ernte.
Analysierende Skizze zum Aspekt „Bildfläche“:
In einer analytischen Skizze können folgende Punkte dargestellt werden:
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Verhältnis des breiten Bildausschnittes zum Querformat
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quantitative Verteilung und Anordnung von Figuren, Feldern und Vegetation
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Kennzeichnung des großen Baumes als dominante vertikale Achse
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Markierung der Figurengruppe unter dem Baum als optischer Schwerpunkt
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horizontale Ausrichtung der Landschaft und des Horizonts
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diagonale Richtungszüge durch:
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Feldgrenzen,
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Wege,
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Geländeverläufe
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Wiederholung vertikaler Elemente durch:
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Baumstämme,
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Figuren,
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aufgestellte Garben
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Blickführung vom nahen Vordergrund über die diagonal gestaffelten Felder bis in die Landschaftstiefe
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Kontrastierung von verdichteten und offenen Bildbereichen
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Rhythmisierung der Bildfläche durch die Verteilung kleiner Figuren und Garben
Analyse des Aspekts „Bildfläche“:
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asymmetrische, zugleich ausgewogene Gesamtkomposition
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großer Baum als dominantes vertikales und bildgliederndes Element
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Figurengruppe am Fuß des Baumes als Schwerpunkt im rechten Vordergrund
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Kontrast zwischen:
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großflächigen Feldern,
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kleinteiligen Figurengruppen und Vegetationsformen
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diagonale Feldgrenzen und Wege dynamisieren die überwiegend horizontal angelegte Landschaft
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Wiederholung der Garben und Figuren erzeugt einen visuellen Rhythmus
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Verbindung verschiedener Bildbereiche durch übergreifende Richtungsbezüge
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ausgewogene Verteilung von Arbeitsszenen und Ruhegruppe
Analyse des Aspekts „Bildraum“:
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ausgeprägte Staffelung in Vorder-, Mittel- und Hintergrund
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hoher Betrachterstandpunkt und hoch liegender Horizont ermöglichen einen weiten Überblick
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starke Tiefenwirkung durch:
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Überschneidungen,
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Größenabnahme,
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Staffelung,
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diagonal verlaufende Feldgrenzen und Wege
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große Figuren und detaillierte Gegenstände im Vordergrund gegenüber zunehmend kleineren Formen in der Ferne
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atmosphärische Aufhellung und Verblauung des Hintergrundes verstärken die Tiefenwirkung
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gleichzeitige räumliche Verbindung verschiedener Arbeits- und Lebensbereiche
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Landschaft erscheint als umfassender Natur-, Kultur- und Lebensraum
Analyse des Aspekts „Farbe“ unter Einbezug der Lichtführung:
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Dominanz warmer Gelb-, Gold- und Ockertöne der reifen Kornfelder
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Kontrastierung mit unterschiedlichen Grünwerten der Vegetation
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kühlere grünlich-bläuliche Farbigkeit der entfernten Landschaft
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kleinere rote, blaue und weiße Farbakzente durch die Kleidung der Figuren
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natürlich wirkendes sommerliches Tageslicht
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beleuchtete Felder kontrastieren mit dem Schattenbereich unter dem Baum
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Farb- und Helligkeitsabnahme in der Ferne unterstützt die Raumwirkung
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warme Farbigkeit evoziert Assoziationen von:
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Sommer,
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Hitze,
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Reife,
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Ernte
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Analyse des Aspekts „Form“:
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Wechsel von organischen und stärker geometrisch wirkenden Formen
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organische Formen insbesondere bei:
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Baumkronen,
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Büschen,
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Landschaft
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großflächige und teilweise geometrisch wirkende Formen der Felder
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kegelförmige Garben als sich wiederholende Formelemente
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großer Baum als dominante Vertikalform
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kleinteilige menschliche Figuren im Kontrast zur großflächigen Landschaft
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Wiederholung ähnlicher Formen erzeugt Ordnung und Rhythmus
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Figuren bleiben trotz ihrer geringen Größe in ihren jeweiligen Tätigkeiten deutlich erkennbar
Analyse der malerisch-gestalterischen Ausführung von Landschaft und Figuren in Bezug auf deren Abbildhaftigkeit:
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insgesamt hohe Gegenständlichkeit und eindeutige Identifizierbarkeit des Motivs
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detaillierte Wiedergabe von:
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Landschaft,
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Vegetation,
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Arbeitsgeräten,
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Figuren und deren Tätigkeiten
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hohe Anschaulichkeit der unterschiedlichen Arbeitsschritte
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zunehmende Vereinfachung und Detailreduktion mit wachsender räumlicher Entfernung
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Figuren besitzen nachvollziehbare Körperhaltungen und Bewegungen, sind jedoch kaum individuell charakterisiert
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Verbindung wirklichkeitsnaher Einzelbeobachtungen mit einer bewusst konstruierten Gesamtlandschaft
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gleichzeitige Darstellung verschiedener Handlungen und Arbeitsschritte erzeugt eine verdichtete statt rein momenthafte Wirklichkeit
Interpretation des Werkes auf Grundlage der Analyseergebnisse sowie unter Einbezug der Zusatzinformationen:
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Darstellung des bäuerlichen Lebens als Bestandteil eines übergeordneten jahreszeitlichen Naturkreislaufs
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Landschaft als:
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Naturraum,
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Arbeitsraum,
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Lebensraum,
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gesellschaftlicher Raum
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Verbindung von Arbeit, Ernährung, Ruhe und Gemeinschaft
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Kontrastierung der körperlich arbeitenden Bauern mit der pausierenden Gruppe unter dem Baum
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keine Heroisierung oder Individualisierung einzelner Personen
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Unterordnung der einzelnen Menschen unter den umfassenden Landschaftsraum
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zugleich starke Prägung und Veränderung der Natur durch menschliche Arbeit
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Betonung der wechselseitigen Abhängigkeit von Mensch und Natur
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Nebeneinander verschiedener Arbeitsschritte erzeugt ein umfassendes Bild der Ernte und nicht lediglich einen einzelnen Augenblick
Einbezug der Zusatzinformationen:
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„Die Kornernte“ ist eines der Jahreszeitenbilder aus Bruegels Zyklus „Die Zeiten des Jahrs“ und repräsentiert den Hochsommer.
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Verbindung einer Jahreszeit mit den für sie charakteristischen:
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Naturerscheinungen,
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Arbeitsprozessen,
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Lebensbedingungen
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Jahreszeitenzyklus als Darstellung eines wiederkehrenden natürlichen und menschlichen Lebensrhythmus
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der im Material beschriebene mehrstufige Ernteprozess macht die körperliche Arbeit und den hohen Aufwand der Nahrungsgewinnung nachvollziehbar
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Auftrag durch den wohlhabenden Antwerpener Kaufmann und Bankier Nicolaes Jongelinck:
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bäuerliche Lebens- und Arbeitswelt wird zum Gegenstand großformatiger Kunst für einen gesellschaftlich privilegierten Auftraggeber
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mögliche Distanz zwischen dargestellter Lebenswelt und ursprünglichem Betrachter
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Einbezug der Kenntnisse über Bruegels künstlerische Verfahren und sein Gesamtwerk:
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wiederkehrende Darstellung bäuerlicher Lebens- und Arbeitswelten
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Interesse an alltäglichen Tätigkeiten und gesellschaftlichem Verhalten
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Verbindung detaillierter Natur- und Alltagsbeobachtung mit komplex komponierten Landschaftsräumen
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häufig hoher Betrachterstandpunkt zur Ermöglichung eines umfassenden Überblicks
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zahlreiche kleine Figuren und gleichzeitig stattfindende Handlungen
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einzelne Menschen werden häufig in größere:
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gesellschaftliche,
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natürliche,
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religiöse
Zusammenhänge eingebettet
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Landschaft nicht als bloße Kulisse, sondern als wesentlicher Bedeutungsträger
Einbezug des Wissens über weitere Werke:
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„Die Jäger im Schnee“:
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ebenfalls Teil des Jahreszeitenzyklus
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Verbindung von Jahreszeit, Natur und menschlichen Tätigkeiten
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kleine Menschen innerhalb einer dominanten Landschaft
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hoher Betrachterstandpunkt und starke Raumtiefe
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„Bauernhochzeit“ / „Bauerntanz“:
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bäuerliche Lebenswelt und Gemeinschaft als eigenständiges Bildthema
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Vielzahl verschiedener Handlungen und Verhaltensweisen
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keine idealisierte höfische Darstellung
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„Turmbau zu Babel“:
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Vielzahl kleiner menschlicher Figuren
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individuelle Tätigkeit wird in einen größeren gesellschaftlichen Zusammenhang eingebettet
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Erläuterung der Konstruktion von Wirklichkeit in individuellen und gesellschaftlichen Kontexten:
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Verbindung wirklichkeitsnah beobachteter Einzelhandlungen zu einer bewusst komponierten Gesamtsituation
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verschiedene Phasen der Ernte werden innerhalb eines Bildes gleichzeitig dargestellt
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dadurch Verdichtung von Zeit und Wirklichkeit
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individuelle Tätigkeiten werden Bestandteil eines kollektiven gesellschaftlichen Arbeitsprozesses
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Einzelperson tritt zugunsten der Gemeinschaft zurück
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Landschaft erscheint als vom Menschen geprägter Kulturraum
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hoher Betrachterstandpunkt schafft Distanz und ermöglicht gleichzeitig einen umfassenden Überblick
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Konstruktion eines exemplarischen Bildes bäuerlichen Lebens anstelle einer rein zufälligen Momentaufnahme
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Wirklichkeit wird als Zusammenspiel von Individuum, Gemeinschaft, Arbeit, Natur und jahreszeitlichem Kreislauf dargestellt.