HT 2
Verfasse ausgehend von dem vorliegenden Material eine fachspezifische Problemerörterung zu der Frage, inwieweit es sich bei dem vorliegenden Werk „Wie im Mittelalter… so im Dritten Reich“ (1934) von John Heartfield um eine Form der politischen Fotomontage mit propagandistischer Kraft handelt, die gerade in der heutigen Zeit wieder an Bedeutung gewinnen kann.
Gehe in folgenden Teilschritten vor:
Untersuche das vorliegende Text- und Bildmaterial (inklusive der Zusatzinformationen).
Diskutiere und vergleiche anhand der einzelnen Texte und des vorliegenden Bildes, inwieweit es sich bei diesem Werk um eine politische Form der Fotomontage handelt, die gerade in der heutigen Zeit wieder an Bedeutung gewinnen kann.
Beziehe unter Rückbezug auf die zuvor erarbeiteten Ergebnisse abschließend kritisch Stellung und positioniere dich hinsichtlich der Problemstellung. Berücksichtige bei dem Urteil zudem Kenntnisse über den Künstler, seine Verfahren und Strategien sowie weitere seiner Werke.
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Abbildung:
John Heartfield: Wie im Mittelalter… so im Dritten Reich, 1934, Kupfertiefdruck, 38 x 27 cm, Rückseite der Arbeiter-Illustrierte-Zeitung (AIZ), Jg. XIII, Nr. 22, 31.05.1934
Textmaterial
Zusatzinformationen:
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zum Entstehungskontext:
Während seiner Zeit in Prag lebte Heartfield in einer kleinen Wohnung nahe einer Kirche und einem Café, in dem internationale Zeitungen auslagen, durch die sich Heartfield täglich über die neuesten politischen Ereignisse informierte.
Heartfield arbeitete zu der Zeit an der vorliegenden Fotomontage für die Arbeiter-Illustrierte-Zeitung (AIZ), für die er eine Abbildung einer mittelalterlichen Fensterskulptur der Tübinger Stiftskirche St. Georg, die den aufs Rad geflochtenen Märtyrer Georg zeigt (oberer Teil), mit einer selbst erstellten Montage auf Grundlage einer selbst erstellten Fotografie (unterer Teil) zusammenstellte. Für die Fotografie lag ihm der befreundete Schauspieler Erwin Geschonneck Modell, der ebenfalls im Exil in Prag lebte.
Später erinnerte sich dieser an die Erstellung des Fotos wie folgt:
„Es war sehr heiß, als wir die Aufnahmen machten. Wir gingen auf das Dach eines kleinen, niedrigen Hauses, auf dem Johnny […] ein Holzgestell hatte errichten lassen, denn er brauchte ungefähr die Haltung des Körpers. Dieses Holzgestell war ein Kreuz, natürlich nicht so ein Hakenkreuz wie auf der Montage, sondern ein Holzkreuz – und ich musste mir schon die Mühe machen […], mich draufzulegen. Es war etwa einen Meter über dem Boden, und ich musste die ganze Zeit nackt darauf liegen, bis er mit seiner Leica alles mehrere Male fotografiert hatte.“
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zum Motiv:
Das Rädern war im Mittelalter eine grausame Hinrichtungsform. Dabei wurden den Verurteilten mit einem Wagenrad – dem Richtrad – die Glieder gebrochen, bevor sie zwischen die Radspeichen geflochten und als Abschreckung öffentlich ausgestellt wurden.
(Autorentexte)
Textauszug 1
Der Textauszug folgt den Regeln der alten Rechtschreibung.
Raoul Hausmann1: Über Fotomontage
Quelle:
Raoul Hausmann: Über Fotomontage. In: Eckhard Siepmann: Montage: John Heartfield. Vom Club DADA zur Arbeiter-Illustrierten Zeitung. Dokumente – Analysen – Berichte. Hrsg: Elefanten Press Galerie EP1. Montiert von Jürgen Holtfreter. S. 55. 3., verbesserte Auflage, Berlin (West) 1977
1 Raoul Hausmann: österreichisch-deutscher Künstler des Dadaismus
2 gebrauchsgraphisch: eine einem praktisch-visuellen Zweck dienende Grafik (z. B. Buchgrafik, Banknoten, Briefmarken, Werbegrafik)
3 nachfuturistischer Expressionismus: eine aus Italien stammende Kunstbewegung, die ihre Begeisterung für die moderne Welt und die Ablehnung traditioneller Konventionen, u. a. in abstrakten Formen und lebendigen Farben ausdrückte
Textauszug 2
Zeitungsartikel vom 08. März 2024 von Ulrike Thielmann zur Ausstellung „33 Geistesblitze. Antifaschistische Fotomontagen von John Heartfield. 2024 neu gelesen“ in der Kunsthalle Erfurt vom 8. März bis 26. Mai 2024
Ulrike Thielmann: Politische Ausstellung provoziert im Erfurter Museum
Anmerkung: Auch das Werk „Wie im Mittelalter… so im Dritten Reich“ ist Teil der Ausstellung.
1 Agitprop: Eine Abkürzung für „Agitation und Propaganda“, bezieht sich auf die Verbreitung politischer Ideen und Informationen
2 Propaganda: Das Wort kommt vom lateinischen Wort „propagare“. Das heißt „ausbreiten“. Laut Bundeszentrale für politische Bildung bezeichnet man mit „Propaganda“ die schriftliche oder mündliche Verbreitung von Ideen und Informationen mit dem Ziel, andere Menschen von diesen Ideen zu überzeugen.
3 Agitation: politische Aufklärungstätigkeit; Propaganda für bestimmte politische oder soziale Ziele
4 Impetus: Antrieb, Impuls
Textauszug 3
Thomas Krüger: Wie politisch sollten Kunst und Kultur sein? (2018)
Quelle:
Thomas Krüger (Zur Zeit der Abfassung Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung): Wie politisch sollten Kunst und Kultur sein? Bundesagentur für Kulturelle Bildung, 02.07.2018
https://www.bundesakademie.de/akademie/blog/wie-politisch-sollten-kunst-und-kultur-sein/ (Zugriff: 24.03.2025)
1 Im Text wird durchgehend die Schreibweise mit Gendergap (Unterstrich, z. B. „Künstler_innen“) verwendet. Diese Form wurde an die gültige Rechtschreibung angepasst.
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Bildmaterial: John Heartfield „Wie im Mittelalter … so im Dritten Reich“
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Werkdaten und Gattung:
Bei dem Werk „Wie im Mittelalter … so im Dritten Reich“ handelt es sich um eine politische Fotomontage John Heartfields aus dem Jahr 1934. Das als Kupfertiefdruck ausgeführte Werk besitzt mit 38 × 27 cm ein Hochformat und erschien auf der Rückseite der Arbeiter-Illustrierten-Zeitung (AIZ) vom 31. Mai 1934.
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Material und Technik:
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Kombination unterschiedlicher fotografischer Vorlagen
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Kupfertiefdruck
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Verbindung von historischem Bildmaterial und neu angefertigter Fotografie
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Kombination von Bild und Typografie
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starke monochrome bzw. braun-schwarz-weiße Tonigkeit
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deutliche Hell-Dunkel-Kontraste
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fotografische Wirklichkeitsnähe wird zur Konstruktion einer neuen politischen Aussage eingesetzt
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Aufbau und Gliederung:
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klare Zweiteilung in oberen und unteren Bildbereich
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obere und untere Hälfte formal stark aufeinander bezogen
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beide Bereiche werden jeweils von einer kreisförmigen Grundstruktur beherrscht
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menschlicher Körper jeweils zentral innerhalb dieser Konstruktion angeordnet
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typografische Rahmung oben und unten verbindet beide Bildteile zu einer Aussage
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Oberer Bildbereich:
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Überschrift: „WIE IM MITTELALTER …“
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große kreisförmige Radkonstruktion
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darin ein gefolterter bzw. auf das Rad geflochtener menschlicher Körper
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unnatürliche, verdrehte Haltung
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Eindruck körperlicher Gewalt und Ausgeliefertseins
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historische Darstellung einer mittelalterlichen Hinrichtungs- bzw. Foltersituation
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Zusatztext verweist auf eine Darstellung aus einer alten Stiftskirche in Tübingen
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Unterer Bildbereich:
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heller Kreis als formale Entsprechung des oberen Rades
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darin ein überdimensioniertes dunkles Hakenkreuz
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nackter männlicher Körper diagonal über bzw. zwischen den Balken
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kraftlose und ausgelieferte Körperhaltung
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starker Kontrast zwischen hellem Körper und dunklem NS-Symbol
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Abschluss durch die Formulierung:
„… SO IM DRITTEN REICH“
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Formale Korrespondenzen:
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Rad ↔ Hakenkreuz
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historischer Körper ↔ zeitgenössischer Körper
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Kreisform ↔ Kreisform
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Folter im Mittelalter ↔ Gewalt im Nationalsozialismus
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obere und untere Bildhälfte funktionieren als visuelles Vergleichspaar
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Wiederholung steigert Eindeutigkeit der politischen Aussage
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Entstehungskontext:
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Heartfield lebte zum Entstehungszeitpunkt im Prager Exil
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informierte sich regelmäßig über aktuelle politische Ereignisse
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verwendete für den oberen Teil eine Abbildung einer mittelalterlichen Fensterskulptur
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für den unteren Teil fertigte er selbst eine Fotografie an
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Modell war der ebenfalls im Exil lebende Schauspieler Erwin Geschonneck
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Geschonneck musste für die Fotografie auf einem eigens errichteten Holzkreuz liegen
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das Hakenkreuz entstand erst innerhalb der Montage
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Motivischer Kontext:
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Rädern als besonders grausame mittelalterliche Hinrichtungsform
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Gliedmaßen wurden gebrochen
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anschließend wurde der Körper zwischen die Speichen geflochten
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öffentliche Zurschaustellung diente zusätzlich der Abschreckung
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Textauszug 1: Raoul Hausmann – „Über Fotomontage“
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Fotomontage entsteht im Umfeld des Dadaismus
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Kritik an traditionellen Kunstformen
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Forderung nach neuen künstlerischen Ausdrucksformen für eine veränderte gesellschaftliche Wirklichkeit
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Dadaismus als Form der Kulturkritik
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politische Zeiterscheinungen werden mit „beißendem Spott“ verfolgt
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Fotografien unterschiedlicher Herkunft werden zu einer neuen bildnerischen Einheit kombiniert
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aus ursprünglich voneinander unabhängigen Elementen entsteht eine neue Bedeutung
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Hausmann betont ausdrücklich die „starke propagandistische Kraft“ der Fotomontage
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politische und wirtschaftliche Propaganda werden als wichtige Anwendungsfelder genannt
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zunehmende Klarheit der politischen Parole führt zu stärkerer Reduktion und Eindeutigkeit
Bezug zu Heartfield
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Kombination unterschiedlicher fotografischer Quellen
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Herstellung einer neuen politischen Bedeutung
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Kultur- und Gesellschaftskritik
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eindeutige politische Positionierung
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starke visuelle Zuspitzung
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Verwendung leicht verständlicher Symbole
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Verbindung von Fotografie und Text
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bewusste propagandistische Wirkung
Textauszug 2: Ulrike Thielmann – „Politische Ausstellung provoziert im Erfurter Museum“
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Heartfields antifaschistische Fotomontagen werden 2024 erneut ausgestellt
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historische Werke werden bewusst auf gegenwärtige politische Diskussionen bezogen
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Ausstellung versammelt zusätzlich aktuelle Stellungnahmen von Personen aus Politik, Wirtschaft und Kirche
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Bezug auf aktuelle politische und gesellschaftliche Entwicklungen
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Bodo Ramelow bezeichnet Heartfields Collagen als „zeitlos aktuell“
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gleichzeitig Hinweis darauf, dass selbst deutliche Warnungen historisches Unheil nicht verhindern konnten
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ambivalente Einschätzung der propagandistischen Schärfe
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propagandistischer Ton kann Betrachter abschrecken
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Gegenposition:
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gute Kunst solle nicht fertige Antworten geben
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Kunst solle inspirieren und Fragen aufwerfen
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Ausstellung erzeugt trotz kontroverser Gestaltung starke Reaktionen
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politische Kunst besitzt weiterhin Diskussions- und Provokationspotential
Textauszug 3: Thomas Krüger – „Wie politisch sollten Kunst und Kultur sein?“
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Kunst kann bestehende Wirklichkeit negieren bzw. kritisieren
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Möglichkeit zur Entwicklung alternativer Perspektiven
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Kritik als notwendiger Bestandteil demokratischer Gesellschaften
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autoritäre Systeme versuchen dagegen häufig:
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Künstler
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Intellektuelle
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kritische Journalistinnen und Journalisten
zum Schweigen zu bringen
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Demokratie entwickelt sich durch Kritik und Auseinandersetzung weiter
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politische Bedeutung von Kunst nimmt insbesondere bei bedrohten Freiheitsrechten zu
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Kunst und Kultur können neue gesellschaftliche Öffentlichkeiten schaffen
Diskussion und Vergleich
Politischer Charakter der Fotomontage
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eindeutig gegen den Nationalsozialismus gerichtete Aussage
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keine neutrale oder distanzierte Darstellung
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direkte Gleichsetzung nationalsozialistischer Gewalt mit mittelalterlicher Barbarei
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Hakenkreuz wird vom Herrschaftssymbol zum Folterinstrument transformiert
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politische Kritik erfolgt unmittelbar über bildnerische Mittel
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Verwendung massenmedial verbreitbarer Fotografie
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Veröffentlichung in der AIZ ermöglicht breite gesellschaftliche Wirkung
Propagandistische Kraft
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Eindeutigkeit:
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Aussage sofort verständlich
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kaum alternative politische Lesart
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Vereinfachung:
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komplexe politische Verhältnisse werden auf eine klare Bildformel reduziert:
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Nationalsozialismus = Gewalt, Folter, Barbarei
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Emotionalisierung:
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leidende nackte Körper
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Ausgeliefertsein
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körperliche Gewalt
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mögliche Reaktionen:
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Mitleid
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Angst
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Abscheu
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Empörung
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Symbolik:
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Hakenkreuz unmittelbar identifizierbares politisches Symbol
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Transformation zum Folterinstrument
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Text-Bild-Verbindung:
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„Wie im Mittelalter … so im Dritten Reich“
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kurze, einprägsame und leicht verständliche Parole
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Text lenkt Interpretation eindeutig
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Wiederholung und Analogie:
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Rad und Hakenkreuz
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Opfer und Opfer
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Vergangenheit und Gegenwart
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unmittelbare visuelle Vergleichbarkeit
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Massenmediale Verbreitung:
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Veröffentlichung in einer Zeitschrift
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Vervielfältigung
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schnelle Rezeption möglich
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Bezug zu Hausmann
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bestätigt Hausmanns Vorstellung einer Fotomontage mit starker propagandistischer Kraft
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fotografische Einzelteile erhalten durch Montage eine neue Bedeutung
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politische Aussage wichtiger als autonome ästhetische Gestaltung
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Fotomontage wird zu einem Instrument gesellschaftlicher Kritik
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klare politische Parole
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bewusste Entfernung von einer rein individualistischen ästhetischen „Spielerei“
Bedeutung in der Gegenwart – Argumente dafür
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politische Kunst kann weiterhin gesellschaftliche Entwicklungen kritisch kommentieren
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Bildkommunikation besitzt in gegenwärtigen Medien eine besonders hohe Bedeutung
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Heartfields Prinzipien sind auf heutige visuelle Kommunikation übertragbar:
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kurze Botschaften
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starke Bilder
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bekannte Symbole
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überraschende Kombinationen
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Text-Bild-Verbindungen
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seine Werke ermöglichen Auseinandersetzung mit:
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autoritären Strukturen
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politischer Gewalt
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Krieg
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Manipulation
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Gefährdung demokratischer Rechte
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Textauszug 2 zeigt konkrete heutige Wiederaufnahme seiner Werke
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Textauszug 3 unterstützt politische Kunst als Form demokratischer Kritik
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Kunst kann Öffentlichkeit für gesellschaftliche Konflikte herstellen
Bedeutung in der Gegenwart – kritische Aspekte
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starke politische Vereinfachung
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Gefahr einer Reduktion komplexer Sachverhalte
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geringe Offenheit für alternative Deutungen
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propagandistischer Ton kann abschreckend wirken
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Kunst kann dadurch stärker belehren als zum eigenen Denken anregen
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Textauszug 2 formuliert genau diese Kritik
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problematisch kann eine zu direkte Gleichsetzung historisch unterschiedlicher Situationen sein
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politische Fotomontage kann sowohl Aufklärung als auch Manipulation ermöglichen
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Methoden visueller Emotionalisierung sind nicht automatisch demokratisch oder moralisch richtig
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gleiche Gestaltungsmittel können von sehr unterschiedlichen politischen Akteuren eingesetzt werden
Vergleich der Positionen der Texte
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Hausmann:
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propagandistische Kraft als wesentliches Potential der Fotomontage
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politische Klarheit grundsätzlich positiv
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Thielmann:
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betont Aktualität und zugleich Ambivalenz
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propagandistische Schärfe kann wirkungsvoll, aber auch abschreckend sein
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Krüger:
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verteidigt politische und kritische Funktion von Kunst grundsätzlich
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Demokratie benötigt Kritik und Auseinandersetzung
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Heartfield:
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praktisches Beispiel für die von Hausmann beschriebene politisch-propagandistische Fotomontage
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zugleich Beispiel für die von Thielmann problematisierte Eindeutigkeit
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entspricht Krügers Verständnis von Kunst als kritischer gesellschaftlicher Intervention
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Kritische Stellungnahme und Positionierung
Grundlage für die Beurteilung des Werks
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eindeutig politische Fotomontage
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bewusste antifaschistische Position
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eindeutiges Überzeugungsinteresse
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damit im ursprünglichen Wortsinn propagandistisch
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gleichzeitig eigenständige künstlerische Bildidee
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fotografische Realität wird durch Montage verändert und kritisch neu gedeutet
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nicht bloße Illustration einer Aussage, sondern Entwicklung einer eigenständigen visuellen Metapher
Künstlerische Verfahren und Strategien Heartfields
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Verwendung vorhandener Fotografien
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Herstellung eigener fotografischer Vorlagen
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Ausschneiden und Neukombinieren verschiedener Elemente
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Veränderung ursprünglicher Bildbedeutungen
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Verbindung von Bild und Text
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Einsatz von:
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Ironie
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Satire
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Übertreibung
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Kontrast
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Verfremdung
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Symbolik
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Transformation bekannter nationalsozialistischer Zeichen
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Entwicklung leicht verständlicher visueller Metaphern
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Nutzung massenmedialer Publikationsformen
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direkte Reaktion auf aktuelle politische Ereignisse
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politische Kunst als Widerstands- und Aufklärungsmittel
Hintergrundwissen über Heartfield
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eng mit Dada und politischer Fotomontage verbunden
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konsequente Kritik an:
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Nationalsozialismus
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Militarismus
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kapitalistischen Machtstrukturen
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politische Haltung eng mit künstlerischer Arbeit verbunden
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Nutzung der AIZ als wichtiges Verbreitungsmedium
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Arbeit im Exil unter dem Eindruck nationalsozialistischer Herrschaft
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Kunst nicht als autonome ästhetische Produktion, sondern als gesellschaftliches Handlungsinstrument
Einbezug des Wissens über weitere Werke
„Der Sinn des Hitlergrußes“
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Hitler mit ausgestrecktem Arm
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hinter ihm übergroße Figur bzw. Vertreter des Kapitals
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Geld wird in Hitlers erhobene Hand gelegt
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Umdeutung des Hitlergrußes
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Verknüpfung von Nationalsozialismus und wirtschaftlicher Macht
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kurze, eindeutige politische Botschaft
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gleiche Strategie wie im vorliegenden Werk:
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Montage
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Übertreibung
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Symbolumdeutung
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politische Enthüllung
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„Hurrah, die Butter ist alle!“
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scheinbare bürgerliche Familienszene
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Familienmitglieder konsumieren metallische bzw. militärische Gegenstände
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absurde Übertreibung
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Kritik an nationalsozialistischer Aufrüstung
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Verbindung alltäglicher Lebenswirklichkeit mit politischer Propaganda
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scheinbar fotografische Realität wird grotesk verändert
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unmittelbare, leicht erfassbare Bildaussage
Weitere übergreifende Aspekte
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wiederkehrende Verwendung bekannter politischer Symbole
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Bild und Text ergänzen sich
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Umdeutung offizieller nationalsozialistischer Bildsprache
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Fotomontage als Gegenpropaganda
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aktive Einbeziehung der Betrachterin/des Betrachters durch Provokation und Irritation
Abschließendes Urteil
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Heartfields Werk besitzt eindeutig propagandistische Kraft
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diese ergibt sich insbesondere aus:
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eindeutiger politischer Position
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emotionaler Wirkung
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verständlicher Symbolik
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textlicher Zuspitzung
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visueller Vereinfachung
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massenmedialer Verbreitbarkeit
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gerade diese Eindeutigkeit bildet gleichzeitig die größte Stärke und die größte Problematik des Werkes
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Stärke:
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schnelle Verständlichkeit
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hohe Einprägsamkeit
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starke politische Aktivierung
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Problematik:
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Reduktion komplexer Zusammenhänge
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geringe Offenheit
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Gefahr belehrender bzw. manipulativer Wirkung
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für die Gegenwart weiterhin relevant:
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politische Kommunikation ist stark bildorientiert
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Bilder können Wirklichkeit nicht nur dokumentieren, sondern gezielt verändern und interpretieren
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kritischer Umgang mit medialen Bildern bleibt gesellschaftlich bedeutsam
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besondere Aktualität Heartfields daher nicht nur aufgrund seiner historischen antifaschistischen Botschaft
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ebenso relevant ist seine Demonstration der Macht konstruierter Bilder
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das Werk zeigt exemplarisch, wie fotografisches Material durch:
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Auswahl
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Montage
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Kontext
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Symbolik
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Text
eine völlig neue politische Bedeutung erhält
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insgesamt lässt sich das Werk als aufdeckende, appellierende und bewusst propagandistische Bildgestaltung beurteilen
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die Fotomontage kann auch heute politische Aufmerksamkeit erzeugen, sollte jedoch stets kritisch hinsichtlich ihrer vereinfachenden und manipulativen Möglichkeiten reflektiert werden.