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Thema: Wirtschaftsstandort Deutschland unter Druck – Welche Maßnahmen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit wären angemessen?
Stelle jeweils zwei Ursachen, Merkmale und Indikatoren der ökonomischen Globalisierung dar.
Analysiere die Position und Argumentation des Autors im Hinblick auf den Zustand des Wirtschaftsstandorts Deutschland.
Erläutere für zwei der vom Autor genannten „Hauptkritikpunkte“ (Z. 14–16) deren mögliche Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort Deutschland.
Erörtere sowohl aus ökonomischer als auch aus sozialer Perspektive, ob vom Autor für den Wirtschaftsstandort Deutschland vorgeschlagene Maßnahmen (vgl. Z. 71–76) umgesetzt werden sollten.
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Deutschland arbeitet an seiner Abschaffung als Wirtschaftsnation. Es ist höchste Zeit, das Ruder herumzureißen
1 IMD: International Institute for Management Development
2 World Competitiveness Report (eigentlich World Competitiveness Ranking): eine jährlich vom IMD erstellte Rangliste, die bewertet, wie wettbewerbsfähig ausgewählte Länder gemessen an ihrer jeweiligen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, staatlichen und unternehmerischen Effizienz sowie Infrastruktur sind
3 Taxonomie: hier: in einer EU-Verordnung festgelegte Kriterien, anhand derer sich bestimmen lässt, ob eine wirtschaftliche Tätigkeit als ökologisch nachhaltig einzustufen ist
Michael Rasch: Deutschland arbeitet an seiner Abschaffung als Wirtschaftsnation. Es ist höchste Zeit, das Ruder herumzureißen. In: Neue Zürcher Zeitung (online) vom 26. August 2024 (zusätzlich zu den markierten Auslassungen um Teasertext und Zwischenüberschriften gekürzt; Anpassungen an die deutsche Rechtschreibung wurden vorgenommen)
URL: https://www.nzz.ch/meinung/deutschland-arbeitet-an-seiner-abschaffung-als-wirtschaftsnation-es-ist-hoechste-zeit-das-ruder-herumzureissen-ld.1844445 (Zugriff am 14.01.2025)
Zum Autor:
Michael Rasch, geb. 1970, ist ein deutsch-schweizerischer Wirtschaftsjournalist und Buchautor.
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monatlich kündbarSchulLV Plus-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?1. Ursachen der ökonomischen Globalisierung
Technologischer Fortschritt
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Durch die Weiterentwicklung moderner Transportmittel und digitaler Kommunikationstechnologien können Waren, Dienstleistungen und Informationen weltweit schneller und kostengünstiger ausgetauscht werden.
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Dadurch wird es für Unternehmen einfacher, international tätig zu werden und ihre Produktion auf verschiedene Länder zu verteilen.
Liberalisierung des Welthandels
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Durch den Abbau von Zöllen, Handelsbeschränkungen und Kapitalverkehrskontrollen wurde der internationale Wirtschaftsverkehr erleichtert.
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Internationale Handelsabkommen und Organisationen wie die WTO fördern den grenzüberschreitenden Handel und die wirtschaftliche Zusammenarbeit.
2. Merkmale der ökonomischen Globalisierung
Internationale Arbeitsteilung
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Unternehmen verteilen einzelne Produktionsschritte auf unterschiedliche Länder, um beispielsweise niedrigere Produktionskosten oder besondere Standortvorteile zu nutzen.
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Dadurch entstehen globale Wertschöpfungs- und Lieferketten, bei denen die Herstellung eines Produkts in mehreren Ländern erfolgt.
Zunehmende internationale wirtschaftliche Verflechtung
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Nationale Volkswirtschaften sind durch Handel, Investitionen und internationale Finanzströme immer stärker miteinander verbunden.
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Wirtschaftliche Entwicklungen oder Krisen in einem Land können sich deshalb schnell auf andere Länder übertragen.
3. Indikatoren der ökonomischen Globalisierung
Entwicklung des Welthandelsvolumens
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Ein wichtiger Indikator ist die Entwicklung des weltweiten Waren- und Dienstleistungshandels, beispielsweise gemessen am Verhältnis der weltweiten Exporte zum Welt-BIP.
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Ein langfristiger Anstieg dieses Anteils deutet auf eine zunehmende internationale Handelsverflechtung hin.
Entwicklung ausländischer Direktinvestitionen
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Ein weiterer Indikator ist die Höhe grenzüberschreitender Direktinvestitionen, beispielsweise wenn Unternehmen Produktionsstätten oder Tochtergesellschaften im Ausland aufbauen.
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Steigende internationale Direktinvestitionsbestände können auf eine stärkere wirtschaftliche Verflechtung zwischen den Ländern hinweisen.
Zusammenfassend: Die ökonomische Globalisierung beschreibt die zunehmende weltweite Verflechtung von Volkswirtschaften. Sie wird insbesondere durch technischen Fortschritt und den Abbau von Handelshemmnissen ermöglicht und zeigt sich unter anderem im internationalen Handel und in grenzüberschreitenden Investitionen.
Einleitung und Position des Autors
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Der Kommentar „Deutschland arbeitet an seiner Abschaffung als Wirtschaftsnation. Es ist höchste Zeit, das Ruder herumzureißen“ von Michael Rasch erschien am 26. August 2024 in der Neuen Zürcher Zeitung.
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Rasch beschäftigt sich mit der sinkenden internationalen Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und den Ursachen der wirtschaftlichen Standortprobleme.
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Er vertritt die Position, dass Deutschland aufgrund langjähriger wirtschaftspolitischer Fehlentscheidungen zunehmend an Wettbewerbsfähigkeit verliere.
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Um den Wirtschaftsstandort zu stärken, fordert er grundlegende Reformen, die Unternehmen entlasten, staatliche Bürokratie reduzieren und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verbessern.
Argumentationsgang
1. Verschlechterung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit (Z. 1–12)
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Rasch beginnt mit dem „World Competitiveness Ranking“ des IMD, das die Wettbewerbsfähigkeit verschiedener Länder bewertet.
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Deutschland sei 2024 von Platz 22 auf Platz 24 zurückgefallen, während es zehn Jahre zuvor noch Platz 6 belegt habe (Z. 7–10).
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Besonders problematisch seien die Rückgänge bei Wirtschaftsleistung, Infrastruktur sowie Regierungs- und Unternehmenseffizienz.
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Mit diesen Zahlen verdeutlicht Rasch seine zentrale These, dass Deutschland im internationalen Standortwettbewerb zunehmend zurückfalle.
2. Kritik an wirtschaftspolitischen Fehlentscheidungen (Z. 14–35)
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Als zentrale Standortprobleme nennt Rasch übermäßige Bürokratie, hohe Energiepreise, hohe Steuern und Abgaben, mangelnde Digitalisierung, schlechte Infrastruktur sowie Arbeits- und Fachkräftemangel (Z. 14–16).
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Die Ursachen sieht er vor allem in einer über Jahre verfehlten Wirtschaftspolitik und falschen staatlichen Ausgabenprioritäten, nicht in der Schuldenbremse (Z. 17–20).
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Zur Begründung verweist er auf deutlich gestiegene Steuereinnahmen und Staatsausgaben (Z. 21–25).
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Gleichzeitig seien die Ausgaben für verschiedene Sozialbereiche stärker gestiegen als jene für Digitalisierung und Verkehr (Z. 27–30).
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Zudem kritisiert er das Bürgergeld und weitere Sozialleistungen, da diese seiner Ansicht nach die Arbeitsanreize verringerten und dadurch den Arbeitskräftemangel verstärkten (Z. 31–35).
3. Wirtschaftliche Folgen der schlechten Standortbedingungen (Z. 36–55)
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Rasch beschreibt anschließend die Folgen der verschlechterten Standortbedingungen für die deutsche Wirtschaft.
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So gehe die Industrieproduktion seit 2018 zurück, während Unternehmen Arbeitsplätze abbauten oder neue Produktionsstätten im Ausland errichteten (Z. 36–43).
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Besonders die Automobil- und Chemieindustrie seien betroffen, unter anderem aufgrund hoher Energiekosten.
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Außerdem warnt er vor einem weiter sinkenden Potenzialwachstum, das bis 2028 auf lediglich 0,4 Prozent pro Jahr zurückgehen könnte (Z. 45–47).
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Dass die Arbeitslosigkeit bislang nicht stärker gestiegen sei, erklärt er vor allem mit dem demografisch bedingten Rückgang des Arbeitskräfteangebots (Z. 52–55).
4. Einfluss internationaler Entwicklungen und europäischer Institutionen (Z. 56–69)
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Rasch räumt ein, dass die wirtschaftlichen Probleme Deutschlands nicht ausschließlich durch die nationale Politik verursacht würden.
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Auch der schwächere internationale Freihandel, geopolitische Spannungen und die wirtschaftlichen Probleme Chinas belasteten die exportorientierte deutsche Wirtschaft (Z. 56–60).
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Zusätzlich kritisiert er europäische Regulierungen, beispielsweise die EU-Taxonomie, die aus seiner Sicht unnötige Bürokratie verursache (Z. 61–65).
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Schließlich verweist er darauf, dass die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank nicht ausschließlich an der deutschen Wirtschaftslage ausgerichtet werden könne (Z. 66–69).
5. Forderung nach wirtschaftspolitischen Reformen (Z. 71–80)
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Abschließend fordert Rasch einen deutlichen Bürokratieabbau, niedrigere Unternehmenssteuern und eine günstige Energieversorgung.
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Außerdem spricht er sich gegen einen weiteren Ausbau des Sozialstaates sowie für mehr Investitionen in Infrastruktur und Digitalisierung und eine gezielte Fachkräftezuwanderung aus (Z. 71–76).
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Diese Maßnahmen sollen die Wettbewerbsfähigkeit verbessern und langfristig wieder zu höherem Wirtschaftswachstum führen.
Argumentationsweise und Sprache
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Rasch stützt seine Argumentation auf wirtschaftliche Kennzahlen, internationale Rankings und Beispiele aus verschiedenen Branchen.
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Gleichzeitig verwendet er eine stark wertende und zugespitzte Sprache, beispielsweise „Abstieg als Wirtschaftsnation“ (Z. 6), „verkorkste Energiewende“ (Z. 41–42) und „miserable Lage“ (Z. 56).
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Der Titel und die Formulierung „das Ruder herumzureißen“ unterstreichen die Dringlichkeit seiner Reformforderungen.
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Insgesamt argumentiert Rasch deutlich angebotsorientiert, da er vor allem die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Unternehmen verbessern und staatliche Belastungen reduzieren möchte.
Fazit
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Rasch zeichnet ein überwiegend negatives Bild des Wirtschaftsstandorts Deutschland.
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Er macht insbesondere wirtschaftspolitische Fehlentscheidungen und ungünstige Standortbedingungen für den Verlust an Wettbewerbsfähigkeit verantwortlich.
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Seine zentrale Forderung besteht darin, durch grundlegende angebotsorientierte Reformen wieder bessere Voraussetzungen für Investitionen, Produktion und Wachstum zu schaffen.
1. Hohe Energiepreise (Z. 14)
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Hohe Energiepreise erhöhen insbesondere bei energieintensiven Unternehmen, beispielsweise in der Chemie- oder Stahlindustrie, die Produktionskosten.
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Dadurch können deutsche Unternehmen ihre Produkte häufig nur zu höheren Preisen anbieten, was ihre internationale preisliche Wettbewerbsfähigkeit schwächt.
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Unternehmen könnten deshalb ihre Produktion reduzieren oder Investitionen in Länder mit günstigeren Energiekosten verlagern.
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Langfristig können dadurch Arbeitsplätze, Investitionen und industrielle Wertschöpfung in Deutschland verloren gehen.
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Gleichzeitig können höhere Energiekosten zu steigenden Verbraucherpreisen führen und die Kaufkraft der privaten Haushalte belasten.
2. Arbeits- und Fachkräftemangel (Z. 16)
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Fehlen Unternehmen ausreichend qualifizierte Arbeitskräfte, können sie offene Stellen nicht besetzen und ihre Produktionsmöglichkeiten nicht vollständig ausschöpfen.
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Dies kann zu Produktionsengpässen führen und das Wirtschaftswachstum begrenzen.
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Um Fachkräfte zu gewinnen, müssen Unternehmen gegebenenfalls höhere Löhne zahlen, wodurch ihre Personalkosten steigen können.
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Außerdem können fehlende Fachkräfte Innovationen und die Einführung neuer Technologien erschweren.
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Langfristig könnte Deutschland dadurch für Investoren weniger attraktiv werden, sodass Investitionen und Arbeitsplätze zunehmend ins Ausland verlagert werden.
Zusammenfassend: Hohe Energiepreise und Fachkräftemangel verschlechtern die Produktionsbedingungen deutscher Unternehmen. Dadurch können sowohl die internationale Wettbewerbsfähigkeit als auch das langfristige Wachstumspotenzial Deutschlands beeinträchtigt werden.
Einleitung
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Angesichts der wirtschaftlichen Schwäche Deutschlands stellt sich die Frage, wie die internationale Wettbewerbsfähigkeit verbessert werden kann.
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Michael Rasch fordert unter anderem Bürokratieabbau, niedrigere Unternehmenssteuern, eine günstige Energieversorgung, eine Begrenzung des Sozialstaatsausbaus sowie Investitionen in Infrastruktur und Digitalisierung.
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Diese Maßnahmen können wirtschaftliche Vorteile bieten, müssen jedoch auch hinsichtlich ihrer sozialen Folgen beurteilt werden.
1. Ökonomische Perspektive
Argumente für die Umsetzung
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Bürokratieabbau: Weniger bürokratische Vorgaben können Unternehmen entlasten, Kosten reduzieren und Investitionen erleichtern. Dadurch könnte Deutschland als Wirtschaftsstandort attraktiver werden.
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Senkung der Unternehmenssteuern: Niedrigere Steuern können die Gewinne nach Steuern erhöhen und zusätzliche Investitionen anregen. Dies könnte langfristig Wirtschaftswachstum und Beschäftigung fördern.
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Investitionen in Infrastruktur und Digitalisierung: Moderne Verkehrswege und digitale Netze verbessern die Produktionsbedingungen und können die Produktivität sowie die internationale Wettbewerbsfähigkeit steigern.
Argumente gegen bzw. Grenzen der Umsetzung
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Geringere Staatseinnahmen: Unternehmenssteuersenkungen können zunächst zu Steuerausfällen führen. Dadurch könnte dem Staat Geld für Bildung, Infrastruktur und soziale Sicherung fehlen.
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Kosten der Energieversorgung: Maßnahmen zur kurzfristigen Senkung der Energiepreise könnten hohe staatliche Subventionen erfordern und den Staatshaushalt belasten.
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Notwendigkeit staatlicher Regulierung: Ein zu weitgehender Bürokratieabbau könnte wichtige Umwelt-, Verbraucher- oder Arbeitsschutzstandards schwächen und langfristig zusätzliche Kosten verursachen.
2. Soziale Perspektive
Argumente für die Umsetzung
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Sicherung von Arbeitsplätzen: Verbesserte Standortbedingungen können Unternehmen stärken und dazu beitragen, bestehende Arbeitsplätze zu erhalten sowie neue Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen.
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Verbesserung der Lebensqualität: Investitionen in Infrastruktur und Digitalisierung können beispielsweise die Mobilität verbessern und den Zugang zu digitalen Dienstleistungen erleichtern.
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Gezielte Fachkräftezuwanderung: Die Gewinnung qualifizierter Arbeitskräfte kann den Fachkräftemangel verringern und dazu beitragen, die Finanzierung der Sozialversicherungssysteme zu sichern.
Argumente gegen bzw. Grenzen der Umsetzung
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Begrenzung des Sozialstaates: Ein Verzicht auf den weiteren Ausbau sozialer Leistungen könnte insbesondere einkommensschwache Haushalte belasten und soziale Ungleichheiten verstärken.
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Verteilungswirkungen von Steuersenkungen: Niedrigere Unternehmenssteuern kommen zunächst den Unternehmen und ihren Eigentümern zugute. Ob auch Beschäftigte und einkommensschwache Haushalte davon profitieren, ist nicht garantiert.
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Risiken einer restriktiven Zuwanderungspolitik: Eine ausschließlich an wirtschaftlicher Qualifikation orientierte Zuwanderungspolitik könnte soziale und humanitäre Aspekte vernachlässigen. Zudem werden auch in Tätigkeiten ohne hohe formale Qualifikationsanforderungen Arbeitskräfte benötigt.
3. Eigenes Urteil
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Insgesamt erscheinen viele der von Rasch vorgeschlagenen Maßnahmen wirtschaftlich sinnvoll, insbesondere der Abbau unnötiger Bürokratie sowie Investitionen in Digitalisierung und Infrastruktur.
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Auch eine verlässliche und bezahlbare Energieversorgung ist wichtig, um Unternehmen langfristig wettbewerbsfähig zu halten.
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Unternehmenssteuersenkungen sollten dagegen gezielt und unter Berücksichtigung ihrer Auswirkungen auf die staatlichen Einnahmen erfolgen.
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Einen pauschalen Verzicht auf den Ausbau des Sozialstaates halte ich für problematisch, da wirtschaftliche Reformen nicht zulasten besonders schutzbedürftiger Bevölkerungsgruppen gehen sollten.
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Daher sollte Deutschland eine Wirtschaftspolitik verfolgen, die die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen stärkt, gleichzeitig aber soziale Sicherheit und Chancengerechtigkeit gewährleistet.