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Sprachmittlung

Assignment

As an intern at “ReSet the Trend”, an EU initiative to promote sustainable production and the reuse of textiles, you have been asked to add another “story of change” to the website of the initiative.

Write a blog entry for the “ReSet the Trend” website, outlining the information on the Greenpeace project and the organisers’ and participants’ motivation.

Tauschen statt Kaufen

von Lena Meyer

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Neues T-Shirt, neue Jeans und – wenn schon dabei – dann vielleicht auch noch eine neue
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Jacke, denn der alten fehlt ja ein Knopf. Damit ist sie praktisch nicht mehr tragbar. Regelmäßig
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wird der heimische Kleiderschrank aussortiert, nur um üppig mit Neuem aufgestockt zu
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werden. Für nur wenig Geld erhält man mit ein paar Klicks im Internet einen vollen Warenkorb
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und wenn das Kleidungsstück nach zweimal Tragen nicht mehr gefällt, landet es eben im Müll.
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Was kann man damit schon falsch machen? Eigentlich alles, sagt das Team von Greenpeace
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Moosburg1. […]

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Durchschnittlich kaufen Deutsche im Jahr etwa 60 neue Kleidungsstücke dazu – und
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sortieren sie schnell wieder aus, um etwas Neues zu kaufen. Fast Fashion nennt sich dieses
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Phänomen. Und es boomt.

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Obwohl sie auf den ersten Blick durch ihre billigen Preise lockten, seien solche
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Schnäppchen nicht umsonst, betont Greenpeace. Sie gehen auf Kosten der Arbeiter oder der
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Umwelt: Die Textilindustrie verursacht jährlich 1,2 Millionen Tonnen CO2. Um eine Jeans
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herzustellen, werden im Schnitt 120 Liter Wasser benötigt – wichtige Ressourcen werden
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somit für den Konsum verbraucht. „Unser Verhalten muss sich deutlich ändern“, fordert Hans
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Forstner von Greenpeace Moosburg.

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Aus diesem Grund wollte die Ortsgruppe Alternativen zum Kleidererwerb aufzeigen, erklärt
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Nanka Elleke. Statt also neue Kleider zu kaufen und damit Ressourcen zu verbrauchen, sollten
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sie am Samstag im Raum der Begegnung getauscht werden. Das Prinzip ist einfach: Jeder
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sortiert seine gut erhaltenen Klamotten aus und bringt sie mit. Dafür kann er sich aus den
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vorhandenen Sachen so viel mitnehmen, wie er möchte. Und das ganz umsonst. Eine
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nachhaltige Möglichkeit also, den Kleiderschrank aufzustocken. Was am Ende übrig bleibt,
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wird in den Laden Tante Emma nach Moosburg gebracht, wo es für wenig Geld erworben
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werden kann.

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Aber Moment. Es gibt da doch auch noch diesen Altkleidercontainer. Seine Kleidung jedoch
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über diesen Weg zu entsorgen, sieht Forstner kritisch. „Weniger als ein Prozent der alten
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Textilien werden dort tatsächlich recycelt“, moniert er. Der Großteil werde stattdessen
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verschifft und nicht selten verbrannt, so Forstner. Zwar besagt das Kreislaufwirtschaftsgesetz,
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dass nur das, was gar nicht anders verwertbar ist, zur Wärmegewinnung verbrannt werden
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darf. Doch die Kleidung besteht meistens aus verschiedenen Textilien. Eine einheitliche
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Kennzeichnung über die Zusammensetzung gibt es oftmals nicht. Aus diesem Grund sei das
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tatsächliche Recyceln sehr aufwendig, so Forstner. Deswegen rät er zum Kleidertausch – der
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könne im Übrigen schon in der Nachbarschaft geschehen.

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Vergangenen Samstag jedoch fanden etwa vierzig bis fünfzig Tauschfreudige ihren Weg in
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den Raum der Begegnung nach Freising2. Es sei eine gute Gelegenheit, Kleidung noch eine
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zweite Chance zu geben, finden etwa Ulrike und Katrin Essen. Selber fündig sind sie auch
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geworden. Das sei eben das Schöne – etwas abzugeben und dafür etwas Neues und sogar
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Besonderes mitzunehmen. Ob jung oder alt, jeder findet etwas an diesem Nachmittag oder
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bestaunt das breite Angebot an Ware. „Diese Jeans hier zum Beispiel“, sagt etwa Isabella
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Hartl, während sie die Hose hochhebt und prüfend betrachtet, „die ist doch noch wie neu! Viel
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zu schade, um sie wegzuschmeißen.“

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Mehr Qualität statt Quantität – das fordern diejenigen, die sich am Samstag zum
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Kleidertausch im Haus der Begegnung eingefunden haben. Und mehr Transparenz, um
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nachverfolgen zu können, woher das Kleidungsstück überhaupt stammt. „Niemand braucht
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jeden Tag neue Kleidung“, sagen viele an diesem Tag. Das Problem ist jedoch, dass genau
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dieses Geschäft boomt. Neue Kleidung für sehr wenig Geld erscheint reizvoll, doch die Qualität
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leide darunter ebenfalls. Gerade die Werbung für Fashion-Ketten, die ein wenig nachhaltiges
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Konzept besitzen, ist vielen Anwesenden ein Dorn im Auge. Besonders hartnäckig locke sie
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mit Billigangeboten und sei gerade für jüngere Leute verführerisch. Das müsse sich ändern.
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Auch im analogen Leben: „Auch auf der Straße befindet sich viel Fast Fashion. Nicht nur im
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Internet“, mahnt etwa Besucherin Sofia. Solchen Ketten sollte ihrer Meinung nach weniger
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Platz gewährt werden.

1Moosburg – Stadt in Bayern

2Freising – Stadt in Bayern

622 Wörter

Meyer, L. (2023, 24. Oktober). Tauschen statt Kaufen. Süddeutsche Zeitung.

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