Aufgabe 2 — Kalibrierung einer Hall-Sonde
Mithilfe von Hall-Sonden kann die magnetische Flussdichte von Magnetfeldern zuverlässig bestimmt werden. Dafür müssen Hall-Sonden kalibriert werden. Die Kalibrierung soll sicherstellen, dass das Messgerät präzise und reproduzierbare Messergebnisse liefert.
Ein elektrischer Leiter wird im Inneren einer Spule senkrecht zu den Feldlinien bewegt (Material 1).
Skizziere die wesentlichen Kräfte, die zum Zeitpunkt auf eines der in Abbildung 1 dargestellten Elektronen wirken, und benenne diese.
Begründe mithilfe der wirkenden Kräfte, dass die maximale Spannung abhängig von der Geschwindigkeit des Leiters ist.
Berechne die maximale Spannung zwischen den Enden des bewegten Leiters im homogenen Magnetfeld.
Die Funktion der Hall-Sonde beruht ebenfalls auf der Ablenkung von Elektronen im Magnetfeld. Die Hall-Sonde dient zur Messung der magnetischen Flussdichte, gibt aber eine Spannung aus.
Erläutere mithilfe des Materials 2 die Entstehung der Hall-Spannung
Die gegebene Hall-Sonde wird in einer langen Spule platziert und die Hall-Spannung in Abhängigkeit von der Stromstärke in der Spule bestimmt (Material 3).
Zur Überführung der gemessenen Hall-Spannungen in magnetische Flussdichten soll die in Material 4 dargestellte Skala verwendet werden.
Ergänze unter Verwendung von Material 3 die Beschriftung der Skala (Abb. 4, Material 4) für die magnetische Flussdichte.
Beschreibe dein Vorgehen.
Wird die an der Hall-Sonde angelegte Spannung vergrößert, vergrößert sich der Anstieg des Graphen im Diagramm (s. Abb. 3).
Stelle eine begründete Hypothese für die Ursachen dieser Änderung auf.
Das Magnetfeld der verwendeten Spule wird im Folgenden genauer untersucht (Material 5).
Skizziere in Abbildung 5 das zu erwartende Feldlinienbild einer langen Spule.
Das Magnetfeld der Spule wurde nun mithilfe einer Hall-Sonde vermessen.
Stelle die Messwerte in Tabelle 1 (Material 5) in einem -Diagramm dar.
Interpretiere den Graphenverlauf im Hinblick auf zwei Eigenschaften des Magnetfeldes der stromdurchflossenen Spule.
Gib eine Voraussetzung an, unter der sich die verwendete Spule zur Kalibrierung der Hall-Sonde entsprechend Teilaufgabe 2b eignet.
Begründe deine Angabe.
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Material 1: Bewegter Leiter im Magnetfeld
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Ein Leiter der Länge Die Flussdichte des Magnetfelds beträgt |
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Abb. 1: Position des Leiters zu den verschiedenen Zeitpunkten |
Material 2: Prinzipieller Aufbau einer Hall-Sonde

Abb. 2: Ein Metallplättchen (grau) befindet sich in einem homogenen Magnetfeld. Am Metallplättchen liegt eine Gleichspannung an.
Material 3: Hall-Spannung in Abhängigkeit vom Spulenstrom
Ein Metallplättchen befindet sich innerhalb einer stromdurchflossenen, mit Luft gefüllten Spule.
Von der Spule sind folgende Parameter bekannt
-
Länge der Spule:
-
Windungszahl:
Der Strom durch die Spule wird mit bezeichnet.

Abb. 3: Hall-Spannung am Metallplättchen in Abhängigkeit vom Spulenstrom
Material 4: Skalierung Hall-Sonde

Abb. 4: Skalierung der Hall-Sonde.
Material 5: Magnetfeld einer langen Zylinderspule

Abb. 5: Schematische Darstellung einer stromdurchflossenen, mit Luft gefüllten Spule mit Die dunkleren Windungsabschnitte liegen vor den helleren Abschnitten.
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Tab. 1: Messung der magnetischen Flussdichte in Abhängigkeit von der Position des Sensors entlang der Längsachse im Inneren der Spule.
Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!
monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Skizzieren und Benennen der wesentlichen Kräfte

-
Die Lorentzkraft
wirkt nach unten.
-
Die elektrische Feldkraft
wirkt nach oben.
Begründen der Spannungsabhängigkeit
Bei einer konstanten Geschwindigkeit des Leiters stellt sich ein Kräftegleichgewicht ein. Die Lorentzkraft und die elektrische Feldkraft sind betragsmäßig gleich groß:
Wenn nun die Geschwindigkeit steigt, nimmt auch der Betrag der Lorentzkraft zu. Folglich wirkt eine größere Kraft nach unten auf die Elektronen. Damit das Kräftegleichgewicht weiterhin aufrechterhalten bleibt, muss zwingend auch die elektrische Feldstärke größer werden. Da die Länge des Leiters
konstant ist, führt dies dazu, dass die Spannung
zwischen den Enden des Leiters zunehmen muss.
Für die Berechnung werden die Werte aus Material 1 herangezogen:
und
Aus der Gleichung aus Aufgabe 1a folgt:
Für die maximale Spannung zwischen den Enden des bewegten Leiters ergibt sich somit:
Eine Hall-Sonde besteht im Wesentlichen aus einem Metallplättchen mit freien Elektronen, an dem eine Spannung anliegt. Das Plättchen befindet sich innerhalb eines homogenen Magnetfelds mit der magnetischen Flussdichte
Die anliegende Spannung führt im Metallplättchen zu einer gerichteten Bewegung der freien Elektronen, also zu einem elektrischen Strom. Dadurch wirkt auf die Elektronen eine Lorentzkraft, wodurch die Elektronen zur Unterseite des Metallplättchens abgelenkt werden.
Durch diese Verschiebung der Ladungsträger kommt es an der Unterseite des Plättchens zu einem Elektronenüberschuss, während es an der Oberseite des Plättchens zu einem Elektronenmangel kommt. Dadurch entsteht eine Potentialdifferenz zwischen der Oberseite und der Unterseite des Plättchens. Diese messbare Potentialdifferenz wird als Hall-Spannung bezeichnet.
Aus dem gegebenen Diagramm (Abb. 3) ist ein linearer Zusammenhang zwischen der Stromstärke in der Spule und der gemessenen Hall-Spannung erkennbar. Es gilt folglich die Proportionalität
Da für die magnetische Flussdichte innerhalb einer Spule ebenfalls der proportionale Zusammenhang gilt, folgt daraus, dass auch
gelten muss.
Für die Skalierung reicht es daher aus, einen einzigen Wert für die magnetische Flussdichte zu berechnen. Aus dem Diagramm (Abb. 3) kann beispielsweise für eine Hall-Spannung von die Stromstärke
abgelesen werden. Damit lässt sich die magnetische Flussdichte
berechnen:
Daraus ergibt sich folgende Zuordnung für die Skalierung der Hall-Sonde:

Wird die angelegte Spannung vergrößert, erhöht sich auch der Stromfluss im Inneren des Metallplättchens.
-
Hypothese 1: Mit zunehmender Stromstärke wächst die Driftgeschwindigkeit der Elektronen an. Dadurch erhöht sich wiederum die Lorentzkraft, wodurch die Elektronen stärker abgelenkt werden und die Potentialdifferenz wächst. Dementsprechend erhöht sich die resultierende Hall-Spannung
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Hypothese 2 (Alternative): Bei einer zunehmenden Stromstärke bewegen sich pro Sekunde mehr Elektronen durch das Metallplättchen. Dadurch fällt der Unterschied an Ladungsträgern zwischen der Oberseite und der Unterseite größer aus. Dies führt ebenfalls zu einer Erhöhung der Hall-Spannung

Darstellen der Messwerte in einem Diagramm

Interpretieren des Graphenverlaufs
Aus dem Verlauf des Graphen lassen sich zwei wesentliche Eigenschaften des Magnetfeldes der stromdurchflossenen Spule ableiten:
-
Homogener Bereich: Das Magnetfeld der Spule ist im mittleren Abschnitt von ca.
bis ca.
annähernd homogen, da die magnetische Flussdichte in diesem Intervall nahezu konstant bei einem Wert von ca.
liegt.
-
Inhomogene Randbereiche: An den Enden der Spule ist das Magnetfeld deutlich schwächer als in der Mitte. Am linken Rand (von
bis ca.
) nimmt die magnetische Flussdichte kontinuierlich zu, während sie am rechten Rand (von ca.
bis
) wieder abnimmt.
Die vorliegende Spule kann zur Kalibrierung der Hall-Sonde verwendet werden, sofern die Sonde exakt in der Mitte der Spule, also im homogenen Bereich des Magnetfeldes, platziert wird.
Selbst bei einer Platzierung in der Mitte muss sichergestellt sein, dass die theoretische Formel zur Bestimmung der Flussdichte einer langen Spule für diese konkrete Spule hinreichend genau gültig ist.
Alternativ lässt sich die Spule auch dann zur Kalibrierung nutzen, wenn ihr Magnetfeld im Vorfeld mit einer bereits zuverlässig kalibrierten Hall-Sonde exakt ausgemessen wurde. Unter dieser Bedingung lässt sich die zu kalibrierende Hall-Sonde an einer bestimmten, zuvor vermessenen Position platzieren und anhand des dort bekannten Referenzwertes kalibrieren.
In allen Fällen sind jedoch Unsicherheiten bei der Kalibrierung nicht völlig auszuschließen. Daher muss stets sichergestellt werden, dass diese Messunsicherheiten je nach geplantem späteren Einsatzzweck der Hall-Sonde nicht zu groß ausfallen.
