Aufgabe 1

Wähle mindestens fünf Begriffe aus dem Wortbaukasten aus.
Setze dich mit dem Bedeutungsgehalt der Worte und verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten auseinander.
Entwickle ausgehend davon eigene Bildwelten.
Erarbeite mehrere Einzelblätter und/oder Bildreihen.
Präsentiere deine Ergebnisse.
Reflektiere dein Vorgehen und begründe deine bildnerischen Entscheidungen.
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monatlich kündbarSchulLV Plus-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Auseinandersetzung mit dem Wortbaukasten
Die Begriffe des Wortbaukastens lassen sich als unterschiedliche Aspekte eines künstlerischen Entwicklungs- und Veränderungsprozesses verstehen. Dabei stehen sich kontrollierte und planbare Vorgänge wie „KONSTRUKTION“ und „STRATEGIE“ sowie offene und nur bedingt vorhersehbare Prozesse wie „EXPERIMENT“ und „IRRTUM“ gegenüber.
Gleichzeitig verweisen „BEWEGUNG“, „verändern“ und „vergehen“ auf zeitliche Prozesse. Ein bestehender Zustand bleibt nicht dauerhaft erhalten, sondern kann sich bewegen, verändern oder vollständig verschwinden. Ein „IRRTUM“ muss dabei nicht ausschließlich negativ verstanden werden. Gerade im künstlerischen Prozess können Fehler und unerwartete Ergebnisse Ausgangspunkt für neue Ideen sein. Auch das „EXPERIMENT“ beinhaltet die Möglichkeit des Scheiterns, kann aber gleichzeitig zum „Erfinden“ neuer Formen führen.
Dadurch entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen Planung und Zufall, Konstruktion und Veränderung sowie Entstehung und Vergänglichkeit.
Grundideen und Thematiken zur Auseinandersetzung mit dem Wortbaukasten:
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Veränderung und Vergänglichkeit
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Ordnung vs. Chaos
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Planung vs. Zufall
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Fehler als Ausgangspunkt für Neues
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Bewegung und zeitlicher Prozess
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Konstruktion und Dekonstruktion
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Experiment als Teil des künstlerischen Schaffensprozesses
Wie schon in der SchulLV-Lösung 2025 können aus diesen Grundgedanken mehrere unterschiedliche Bildideen entwickelt werden; dort werden zunächst zentrale Themen herausgearbeitet und anschließend konkrete Umsetzungsvarianten vorgestellt. Aufgabe 1 - Lösungen
Verschiedene Beispiele für Umsetzung dieser Grundideen in Einzelbildern oder Bildreihen:
1. Bildreihe „Konstruktion – Irrtum – Veränderung“
Ausgangspunkt ist eine streng geometrische Konstruktion aus Linien, Rechtecken und anderen klar abgegrenzten Formen. Im ersten Bild erscheint diese Ordnung vollständig und stabil. Im zweiten Bild wird die Konstruktion durch einzelne unregelmäßige Linien, Farbflächen oder Verschiebungen gestört. Diese vermeintlichen „Fehler“ breiten sich in den folgenden Bildern zunehmend aus.
Am Ende ist die ursprüngliche Konstruktion kaum noch erkennbar und hat sich in eine freie, organische Form verwandelt. Der „IRRTUM“ wird damit zum Ausgangspunkt einer neuen Gestaltung.
2. Bewegungsstudie einer sich verändernden Figur
Eine menschliche Figur oder ein Gegenstand wird mehrfach in unterschiedlichen Bewegungsstadien dargestellt. Die einzelnen Zustände überlagern sich teilweise. Während die erste Darstellung noch klar und wirklichkeitsnah erscheint, lösen sich Konturen und Formen zunehmend auf.
Dadurch werden insbesondere die Begriffe „BEWEGUNG“, „verändern“ und „vergehen“ miteinander verbunden. Die Bildreihe macht sichtbar, dass Bewegung immer auch Veränderung bedeutet.
3. Experiment mit Farbe und Zufall
Auf mehreren Blättern werden zunächst durch Klecksen, Verlaufenlassen oder Abklatschen zufällige Farbformen erzeugt. Die entstandenen Formen werden anschließend betrachtet und zeichnerisch ergänzt.
Aus einem zufälligen Farbklecks kann beispielsweise eine Landschaft, eine Figur oder ein Fantasiewesen entstehen. Damit verbindet die Arbeit „EXPERIMENT“, „IRRTUM“ und „erfinden“. Ein zunächst nicht kontrollierbares Ergebnis wird zum Ausgangspunkt eines bewussten Gestaltungsprozesses.
4. Vergängliche Konstruktion
Eine komplexe architektonische oder technische Konstruktion wird zunächst präzise dargestellt. In mehreren aufeinanderfolgenden Bildern beginnt sie jedoch auseinanderzufallen. Gerade Linien werden unterbrochen, Flächen lösen sich auf und einzelne Bestandteile verschwinden vollständig.
Die Begriffe „KONSTRUKTION“, „verändern“, „BEWEGUNG“ und „vergehen“ werden dadurch miteinander verbunden. Gleichzeitig entsteht ein Gegensatz zwischen der scheinbaren Stabilität einer Konstruktion und ihrer tatsächlichen Vergänglichkeit.
5. „Vom Irrtum zur Erfindung“
Eine Bildreihe zeigt zunächst eine scheinbar misslungene Zeichnung. Ein falsch gesetzter Strich wird jedoch nicht entfernt, sondern bewusst weiterentwickelt. In jedem folgenden Bild entstehen aus dem ursprünglichen Fehler neue Formen und Assoziationen.
So kann sich beispielsweise eine falsch gezeichnete Linie zunächst in eine Pflanze, anschließend in ein Tier und schließlich in eine vollständig erfundene Fantasiewelt verwandeln. Der „IRRTUM“ wird nicht korrigiert, sondern als kreative „STRATEGIE“ genutzt.
Beschreibung und Begründung anhand der Idee 1 – „Konstruktion – Irrtum – Veränderung“
Die Bildreihe basiert auf den Begriffen „KONSTRUKTION“, „STRATEGIE“, „IRRTUM“, „BEWEGUNG“, „verändern“ und „erfinden“. Ausgangspunkt ist eine klar geplante und geometrisch aufgebaute Bildstruktur. Gerade Linien, regelmäßige Formen und Wiederholungen vermitteln zunächst Stabilität, Kontrolle und Ordnung.
Diese Ordnung wird anschließend bewusst durch einen „IRRTUM“ gestört. Eine Linie weicht von der vorgegebenen Richtung ab oder eine Form durchbricht das zuvor festgelegte Raster. Dieser Fehler wird nicht korrigiert, sondern in den folgenden Bildern weitergeführt. Dadurch entwickelt sich aus der ursprünglichen Konstruktion schrittweise eine neue Form.
Die Bewegung entsteht dabei nicht nur durch die tatsächliche Veränderung von Bild zu Bild, sondern auch innerhalb der Komposition. Diagonale Linien, Verschiebungen und sich überschneidende Formen erzeugen eine zunehmende Dynamik. Während das erste Bild ruhig und statisch wirkt, wird die Gestaltung im Verlauf der Reihe immer bewegter.
Auch die Formensprache verändert sich. Die zunächst geometrischen und klar abgegrenzten Formen gehen zunehmend in freie und organische Formen über. Damit wird der Gegensatz zwischen kontrollierter Konstruktion und unvorhersehbarer Veränderung sichtbar.
Der Begriff „STRATEGIE“ zeigt sich in der bewussten Planung dieses Prozesses. Obwohl der Irrtum innerhalb der dargestellten Bildwelt scheinbar zufällig entsteht, wird seine Weiterentwicklung gezielt eingesetzt. Dadurch wird der Fehler selbst zu einer gestalterischen Strategie.
Am Ende entsteht aus der ursprünglichen Konstruktion eine neue Bildwelt. Der „IRRTUM“ führt somit nicht ausschließlich zur Zerstörung der bestehenden Ordnung, sondern ermöglicht gleichzeitig das Erfinden von etwas Neuem. Die Bildreihe verdeutlicht dadurch, dass Veränderung und Fehler wichtige Bestandteile eines kreativen Prozesses sein können.
Das passt unmittelbar zum offiziellen Bewertungsmaßstab: Erwartet werden unter anderem eine nachvollziehbare individuelle Bildsprache sowie konsequente Entscheidungen hinsichtlich Bildgegenstand, Bildform, Bildraum, Bildbewegung, Bildfarbe, Bildkomposition und Bildspannung.