Prüfungsarbeit 2
Anna-Maria Wagner begann ihre sportliche Karriere im Judoverein in Ravensburg. Sie trainierte neben Judo auch in der Sportart Tennis. Später wechselte sie als Judoka auf die Sportschule nach Stuttgart und wurde in die U17 Nationalmannschaft berufen. Als Mitglied der U21 Nationalmannschaft wechselte sie an das Bundesleistungszentrum nach Köln.
Anna-Maria Wagner ist zweifache Weltmeisterin im Judo (2021 und 2024) und erkämpfte sich bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio den 3. Platz und 2024 in Paris den 5. Platz.
Die Weltmeisterschaften 2021 fanden sieben Wochen, die Weltmeisterschaften 2024 zehn Wochen vor den jeweiligen Olympischen Spielen statt.
Bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2024 in Paris trug Anna-Maria Wagner gemeinsam mit dem Basketballer Dennis Schröder die deutsche Fahne.

Abbildung 1 Anna-Maria Wagner
(Quelle: https://imginn.com/p/DQUXxUfAtR5/, abgerufen am 02.11.2025)
Ordne die Sportarten Judo und Tennis der entsprechenden Sportartengruppe zu.
Kennzeichne Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Sportarten.
Charakterisiere Bezug nehmend zum Einleitungstext die Etappen des langfristigen Leistungsaufbaus, die Anna-Maria Wagner durchlaufen hat.
Judo ist geprägt durch intensive Kraft- und Schnelligkeitsphasen bei Würfen und Festhalten, bei denen der gesamte Körper beansprucht wird. Ein Kampf dauert in der Regel vier Minuten oder wird durch eine vorzeitige technische Wertung beendet.
Erläutere die Erscheinungsformen der Kraftfähigkeit eines Judokas während eines Kampfes.
Beschreibe mögliche Anpassungserscheinungen, die durch gezieltes Krafttraining erreicht werden können.
Entwirf eine 60-minütige Trainingseinheit mit dem Ziel der Verbesserung einer Erscheinungsform der Kraftfähigkeit im Judo.
Beurteile die Bedeutung von Analysatoren für erfolgreiche Handlungen im Judo.
Erläutere die Arten der Körperübungen am Beispiel der Sportarten Judo oder Tennis.
Erkläre mögliche Ursachen für muskuläre Disbalancen und erläutere Dehnmethoden mit deren Vor- und Nachteilen.
Bei der Planung des Trainings muss der gezielte Wechsel von Belastung und Wiederherstellung berücksichtigt werden.
Kennzeichne die energetische Adaptation und mögliche Varianten der Wiederherstellung.
Begründe die Notwendigkeit der Einteilung in Gewichtsklassen im Judo.
Leite daraus Folgerungen für die Gestaltung des Trainings ab.
Diskutiere mögliche Ursachen, dass es Anna-Maria Wagner nach dem jeweiligen Gewinn der Goldmedaille bei den Weltmeisterschaften nicht schaffte, dieses Ergebnis bei den jeweiligen Olympischen Spielen zu wiederholen.
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Judo: Zweikampfsportarten
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Tennis: Spielsportarten / Rückschlagspiele
Kennzeichnen von Gemeinsamkeiten und Unterschieden, z. B.
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Gemeinsamkeiten: azyklische Bewegungsstruktur, Bedeutung von Schnellkraft und Reaktionsschnelligkeit, hohe Anforderungen an Antizipation und Taktik, intermittierende Belastungsstruktur.
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Unterschiede: Direkter physischer Körperkontakt beim Judo vs. indirekter Kontakt über Ball und Schläger beim Tennis. Die Wettkampfdauer ist beim Judo auf vier Minuten begrenzt (oder endet durch technische Wertung), während sie beim Tennis variabel ist.
Charakterisieren der Etappen des langfristigen Leistungsaufbaus, z. B.
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Grundlagentraining: Beginn im Judoverein in Ravensburg sowie paralleles Training in der Sportart Tennis. Ziel ist eine vielseitige, sportartübergreifende Ausbildung und die Entwicklung koordinativer Grundlagen.
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Aufbautraining: Wechsel auf die Sportschule Stuttgart und Berufung in die U17 Nationalmannschaft. Zunehmende Spezialisierung auf Judo, Erhöhung von Trainingsumfang und -intensität.
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Anschlusstraining: U21 Nationalmannschaft und Wechsel an das Bundesleistungszentrum nach Köln. Heranführen an das internationale Leistungsniveau, Perfektionierung von Techniken unter Wettkampfbedingungen.
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Hochleistungstraining: Zweifache Weltmeisterin und Medaillengewinne bei Olympischen Spielen. Professionelle Strukturen, Stabilisierung der individuellen Höchstleistung und Optimierung der Wettkampfsteuerung.
Erläutern der Erscheinungsformen der Kraftfähigkeit, z. B.
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Maximalkraft: Basisfähigkeit. Notwendig beim Brechen des gegnerischen Gleichgewichts oder beim Befreien aus Festhalten gegen maximalen Widerstand.
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Schnellkraft: Entscheidend für den explosiven Krafteinsatz bei Wurftechniken, um den Gegner ohne große Reaktionszeit zu Fall zu bringen.
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Kraftausdauer: Ermüdungswiderstandsfähigkeit bei wiederholten Krafteinsätzen und intensiven Phasen über die
gesamte Wettkampfdauer von vier Minuten.
Beschreiben möglicher Anpassungserscheinungen, z. B.
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Morphologisch: Muskelhypertrophie (Dickenwachstum der Muskelfasern) durch vermehrte Einlagerung von Proteinen.
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Neuronal: Verbesserung der intramuskulären Koordination (Rekrutierung motorischer Einheiten) sowie der intermuskulären Koordination (Zusammenspiel von Agonist und Antagonist).
Entwerfen einer 60-minütigen Trainingseinheit, z. B. Kraftausdauer (Zirkeltraining)
Einleitung (ca. 15 Minuten):
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Allgemeines und spezielles Aufwärmen (Lauf-ABC, Mobilisation, judospezifische Fallschule / Ukemi).
Hauptteil (ca. 35 Minuten): Zirkeltraining (Extensives Intervalltraining)
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Arten der Körperübungen: Medizinballwürfe, Zugseil-Uchi-komi, Liegestütze, Kniebeugen mit Partner.
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Belastungsintensität: ca. 40–60% der Maximalkraft.
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Belastungsdauer/Umfang: 45 Sekunden Belastung pro Station, 4 Durchgänge.
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Belastungsdichte: 15 Sekunden Stationswechsel (lohnende Pause), 3 Minuten Serienpause zwischen den Durchgängen.
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Qualität der Bewegungsausführung: zügig bis explosiv bei korrekter Technik.
Schlussteil (ca. 10 Minuten):
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Cool Down, leichtes Dehnen der beanspruchten Muskulatur.
Beurteilen der Bedeutung von Analysatoren im Judo, z. B.
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Kinästhetischer Analysator: Sehr hohe Bedeutung. Erfasst Längen- und Spannungsänderungen in Muskeln und Gelenken. Essenziell, um die Kraft und Bewegungsrichtung des Gegners beim direkten Körperkontakt zu spüren.
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Statico-dynamischer Analysator: Sehr hohe Bedeutung zur Wahrnehmung räumlicher Lageveränderungen und Aufrechterhaltung des eigenen Gleichgewichts.
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Taktiler Analysator: Hohe Bedeutung zum Erfassen des Griffes (Kumi-kata) über die Rezeptoren der Haut.
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Optischer Analysator: Mittlere bis hohe Bedeutung zum Beobachten der generellen Gegnerposition und Orientierung auf der Kampffläche.
Erläutern der Arten der Körperübungen (am Beispiel Judo)
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Allgemein entwickelnde Übungen: Dienen der Ausbildung grundlegender motorischer Fähigkeiten (z.B. ausdauernder Dauerlauf zur Verbesserung der Grundlagenausdauer).
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Spezialübungen: Imitieren die Struktur der Wettkampfbewegung (z.B. Wurfansätze am Zugseil / Uchi-Komi).
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Wettkampfübungen: Komplexe Ausführung der Sportart unter Wettkampfbedingungen (z.B. Randori / Übungskampf).
Erklären möglicher Ursachen für muskuläre Disbalancen, z. B.
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Einseitige Belastungen und Ausführungen in der Spezialsportart (z.B. Bevorzugung von Würfen nur zu einer Körperseite im Judo).
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Fehlerhafter Trainingsaufbau (Vernachlässigung der antagonistischen Muskulatur).
Erläutern von Dehnmethoden, z. B.
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Statisches Dehnen (Stretching): Halten einer Dehnposition.
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Vorteil: Geringe Verletzungsgefahr, spannungssenkend (regenerativ).
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Nachteil: Senkt den Muskeltonus, daher unmittelbar vor Schnellkraftbelastungen ungeeignet.
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Dynamisches Dehnen: Federnde, schwingende Bewegungen.
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Vorteil: Erhöht die lokale Durchblutung und den Muskeltonus, optimale Wettkampfvorbereitung.
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Nachteil: Höheres Verletzungsrisiko bei unkontrollierter oder zu explosiver Ausführung (Auslösung des Dehnungsreflexes).
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Kennzeichnen der energetischen Adaptation und Wiederherstellung
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Energetische Adaptation: Beschreibt die langfristige Anpassung der Energiesysteme (z.B. Vergrößerung der Glykogen- und ATP/KP-Speicher, Erhöhung der Enzymaktivität) als Reaktion auf Trainingsreize (Prinzip der Superkompensation).
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Varianten der Wiederherstellung:
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Laufende Wiederherstellung (während der Belastung).
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Sofortige Wiederherstellung (in den ersten Minuten nach Belastungsabbruch, z.B. Normalisierung von Herz- und Atemfrequenz).
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Späte Wiederherstellung (Stunden bis Tage danach, z.B. Auffüllen entleerter Glykogenspeicher, Strukturaufbau).
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Begründen der Notwendigkeit der Einteilung in Gewichtsklassen im Judo
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Da Judo im direkten physischen Zweikampf stattfindet, haben Gewicht, Körperbau und Hebelverhältnisse einen massiven Einfluss auf die Maximalkraft und den Kampfausgang. Gewichtsklassen garantieren Chancengleichheit und reduzieren das Verletzungsrisiko. Folgerungen für das Training, z. B.
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Das langfristige Training und die Ernährung müssen so gesteuert werden ("Gewichtmachen"), dass das Gewichtslimit am Wettkampftag exakt getroffen wird, ohne einen Leistungsabfall zu provozieren.
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Hypertrophietraining muss kontrolliert eingesetzt werden, um ein ungewolltes Überschreiten der Gewichtsklasse durch zu hohe Muskelmasse zu vermeiden.
Diskutieren möglicher Ursachen (WM vs. Olympia)
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Trainingsmethodisch (Periodisierung): Der geringe zeitliche Abstand von sieben bzw. zehn Wochen macht eine optimale Doppelperiodisierung extrem schwer. Die Steuerung der Superkompensation (Tapering) für einen erneuten absoluten Formhöhepunkt ist in diesem kurzen Zeitraum oft nicht vollumfänglich realisierbar.
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Psychologisch/Mental: Nach dem Erreichen des Weltmeistertitels kann ein Spannungsabfall oder mentale Erschöpfung auftreten, verbunden mit einem gleichzeitig enormen Erwartungsdruck als Titelträgerin (und Fahnenträgerin) bei Olympia.
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Taktisch: Die Konkurrenz fokussiert sich nach der WM gezielt in Videoanalysen auf die Weltmeisterin und stellt sich taktisch auf ihre Spezialtechniken ein.