Aufgabe 4
Essay
Aufgabenstellung
-
Verfasse Abstracts zu den Materialien 1, 2 und 4. (ca. 30%)
-
Verfasse einen Essay unter Berücksichtigung des Dossiers mit dem Titel ,„Schöne neue Welt?". (ca. 70%)
Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!
monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Material 1

Quelle: www.cloud-science.de/von-menschen-und-maschinen/ (Zugriff am 11.7.2025)
Material 2
Kl-Beziehungen: Wenn Menschen sich in Kl-Chatbots verlieben – Interview mit der Psychologin Paula Ebner von der Universität Duisburg-Essen
Quelle: www.swr.de/leben/beziehung/ki-beziehungen-wenn-menschen-sich-in-ki-chatbots-verlieben-100.html (Veröffentlichung am 30.4.2025, Zugriff am 11.7.2025)
Material 3

*Basis: Daten von 32 Staaten, die für 80% der globalen Emissionen verantwortlich sind.
Quelle: https://de.statista.com/infografik/24799/prognose-zum-anstieg-der-globalen-durchschnittstemperatur/ (Veröffentlichung am 29.1.2025, Zugriff am 23.9.2025)
Material 4
Dagmar Fenner: Selbstoptimierung
Quelle: www.bpb.de/themen/umwelt/bioethik/311818/selbstoptimierung/ (Veröffentlichung am 22.6.2020, Zugriff am 21.9.2025)
Material 5
Honduras: Private Stadt für Reich
Quelle: www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/weltspiegel/honduras-private-stadtfuer-reiche-100.html (Veröffentlichung am 6.2.2023, Zugriff am 20.9.2025)
Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!
monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Abstracts
Material 1
-
Die Karikatur zeigt eine Zukunftsszene, in der Menschen musizieren, tanzen und kreativ miteinander umgehen, während zwei Roboter monotone Arbeit verrichten. Einer der Roboter bewundert die Menschen für ihre sozialen und kreativen Fähigkeiten, wird von dem anderen jedoch schroff zum Weiterarbeiten aufgefordert.
-
Die Darstellung kehrt damit heutige Vorstellungen um: Nicht Menschen beneiden Maschinen um ihre Effizienz, sondern Maschinen beneiden Menschen um Kreativität, Gemeinschaft und Freiheit. Zugleich wird angedeutet, dass Maschinen den Menschen künftig von eintöniger Arbeit entlasten könnten.
Material 2
-
Das Interview mit der Psychologin Paula Ebner behandelt Beziehungen zwischen Menschen und KI-Chatbots. Diese können je nach App über Text, Avatare, Videos oder Sprachfunktionen gestaltet werden und dadurch menschliche Kommunikation nachahmen.
-
Ebner betont die positiven Möglichkeiten solcher Beziehungen: Menschen können soziale Interaktionen üben, sich akzeptiert fühlen oder in schwierigen Lebenssituationen Unterstützung erhalten. Gleichzeitig warnt sie vor Risiken, insbesondere durch schlecht moderierte Chatbots, unkontrollierte Antworten und Inhalte, die den Nutzerinnen und Nutzern schaden können.
Material 4
-
Dagmar Fenner beschreibt Selbstoptimierung als ein prägendes Merkmal der Gegenwart. Gemeint ist der fortlaufende Versuch, die eigenen Fähigkeiten, Eigenschaften und Lebensweisen zu verbessern. Dazu gehören digitale Methoden wie Self-Tracking ebenso wie Bildung, Sport, Diät oder Meditation.
-
Einerseits kann Selbstoptimierung der persönlichen Weiterentwicklung dienen. Andererseits wird sie kritisch betrachtet, weil dabei technisch-ökonomische Maßstäbe auf den Menschen übertragen werden und Eigenschaften wie Effizienz, Leistung und Produktivität zunehmend seine Selbstwahrnehmung bestimmen.
Essay: „Schöne neue Welt?“
-
Die Zukunft wird häufig als Versprechen erzählt. Maschinen sollen uns Arbeit abnehmen, künstliche Intelligenz soll Kommunikation erleichtern, digitale Technik soll unser Leben planbarer machen, und neue gesellschaftliche Modelle sollen Wohlstand und Sicherheit bringen. Auf den ersten Blick klingt das nach Fortschritt. Doch die entscheidende Frage bleibt: Wird die Welt dadurch wirklich schöner – oder nur effizienter?
-
Eine schöne Zukunft wäre eine Welt, in der Menschen von monotoner, belastender Arbeit befreit werden. Wenn Roboter körperlich anstrengende oder eintönige Aufgaben übernehmen, kann das ein Gewinn sein. Der Mensch hätte mehr Zeit für das, was ihn besonders ausmacht: Kreativität, soziales Miteinander, Spiel, Kunst, Musik, Fürsorge und persönliche Beziehungen. Gerade diese Fähigkeiten lassen sich nicht einfach auf technische Leistung reduzieren. Eine Maschine kann funktionieren, rechnen und reagieren, aber sie lebt nicht wirklich in Gemeinschaft (M1).
-
Problematisch wird Fortschritt dort, wo Menschen selbst immer stärker wie Maschinen behandelt werden. In einer Gesellschaft, die ständig Optimierung fordert, soll der Mensch immer leistungsfähiger, gesünder, produktiver und effizienter werden. Selbstverbesserung kann sinnvoll sein, wenn sie aus Freiheit geschieht und zur persönlichen Entwicklung beiträgt. Sie wird aber fragwürdig, wenn daraus ein dauerhafter Druck entsteht. Dann wird das eigene Leben zu einem Projekt, das nie fertig ist. Der Mensch fragt nicht mehr: „Was tut mir gut?“, sondern: „Wie kann ich noch besser funktionieren?“ (M4)
-
Auch künstliche Intelligenz zeigt diese Ambivalenz. Sie kann entlasten, informieren und Menschen unterstützen. Besonders für einsame Personen oder Menschen mit sozialen Unsicherheiten können Chatbots kurzfristig hilfreich sein. Sie bieten Gesprächsmöglichkeiten, reagieren sofort und wirken oft verständnisvoll. Gleichzeitig entsteht aber ein Problem, wenn technische Systeme menschliche Nähe nur nachahmen. Eine KI kann Beziehung simulieren, aber sie empfindet keine echte Zuneigung, Verantwortung oder Verletzlichkeit. Wenn Menschen sich zu stark an solche Systeme binden, kann das echte soziale Beziehungen nicht ersetzen, sondern im schlimmsten Fall weiter verdrängen (M2).
-
Auch der Blick auf globale Zukunftsfragen zeigt, dass Fortschritt nicht automatisch Rettung bedeutet. Obwohl Klimaprognosen immer genauer werden und technische Lösungen vorhanden sind, reicht Wissen allein nicht aus. Entscheidend ist, ob Gesellschaften auch bereit sind, verantwortlich zu handeln. Eine Zukunft, in der Temperaturen weiter steigen und politische Ziele verfehlt werden, ist trotz aller Innovation keine schöne neue Welt. Technik kann helfen, aber sie ersetzt keine moralische und politische Verantwortung (M3).
-
Ähnlich kritisch muss man neue Wirtschafts- und Gesellschaftsmodelle betrachten, die Freiheit, Wohlstand und Sicherheit versprechen. Private Städte oder Sonderzonen mit eigenen Regeln klingen zunächst modern und effizient. Doch wenn dort vor allem Investoren bestimmen und demokratische Mitbestimmung geschwächt wird, stellt sich die Frage, für wen diese Zukunft eigentlich schön ist. Eine Welt, die nur für Reiche, Leistungsstarke oder Privilegierte funktioniert, ist keine gerechte Zukunft (M5).
-
Der Titel „Schöne neue Welt?“ braucht deshalb unbedingt das Fragezeichen. Die Zukunft kann schöner werden, wenn Technik dem Menschen dient. Sie kann Arbeit erleichtern, Wissen zugänglich machen, medizinischen Fortschritt ermöglichen und Kommunikation unterstützen. Sie wird aber gefährlich, wenn der Mensch sich der Logik von Effizienz, Kontrolle und Optimierung unterordnet.
-
Eine wirklich schöne neue Welt wäre nicht die technisch perfekteste Welt, sondern die menschlichste. Sie wäre eine Welt, in der Roboter monotone Arbeit übernehmen, Menschen aber nicht selbst zu Robotern werden. Sie wäre eine Welt, in der künstliche Intelligenz unterstützt, aber echte Beziehungen nicht ersetzt. Und sie wäre eine Welt, in der Fortschritt nicht nur daran gemessen wird, was möglich ist, sondern daran, ob er Freiheit, Gerechtigkeit und Menschlichkeit stärkt.