II Der Nahe, der Nähere, der Nächste
„Gott ist nicht nur mit seinem Volk unterwegs, sondern auch inmitten seines Volkes“.
(M 1, Z. 35)
Fasse den Text M 1 unter besonderer Berücksichtigung des obigen Zitates zu-
sammen!
Entfalte ausgehend von M 1 den Facettenreichtum biblischer Gottesbilder!
„Jede Begegnung auf dem Weg ist also eine Gelegenheit, dem Herrn zu begegnen;
(...), denn in der Schwester oder dem Bruder, die unsere Hilfe benötigen, ist Jesus
gegenwärtig.“ (M 1, Z. 45-47)
Begründe die Unabhängigkeit der Menschenwürde aus dem Transzendenz-
bezug menschlicher Existenz und beziehe dich dabei auch auf M 1 und M 2!
Stelle die Problematik der globalen Durchsetzung von Menschenrechten dar und
beurteile die Berechtigung von „Vorzugsregeln“ (M 3, Z. 2) anhand eines
gesellschaftspolitischen Beispiels!
„So gesehen ist nicht jeder Mensch mein Nächster, sondern jeder Mensch kann (unter
ganz bestimmten Umständen) mein Nächster werden.“ (M 3, Z. 15 f.)
Skizziere die Prinzipien der katholischen Soziallehre und belege, dass der
Text M 3 grundsätzlich auf diesen Prinzipien basiert!
Interpretiere die Skulptur M 4 unter Berücksichtigung von M 1-M 3!
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monatlich kündbarSchulLV Plus-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?M 1: Botschaft von Papst Franziskus – Gott ist mit seinem Volk unterwegs
Zum 110. Welttag des Migranten und Flüchtlings hat Papst Franziskus am Sonntag, den
29.09.2024 eine Botschaft mit dem Titel „Gott ist mit seinem Volk unterwegs“ veröffentlicht.
1 Manna ist eine von Gott gegebene Nahrung für die Israeliten während ihrer Wüstenwanderung.
Quelle: https://www.vatican.va/content/francesco/de/messages/migration/documents/20240524-world-
migrants-day-2024.html. (für Prüfungszwecke bearbeitet; zuletzt eingesehen 19.04.2025)
M 2: Das biblische Ethos der Nächsten- und Fremdenliebe
Der Textausschnitt stammt aus der Verlautbarung „Migration menschenwürdig gestalten“: Ge-
meinsames Wort der Deutschen Bischofskonferenz und des Rates der Evangelischen Kirche
in Deutschland in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in
Deutschland (21.10.2021).
Quelle: Migration menschenwürdig gestalten: Gemeinsames Wort der Deutschen Bischofskonferenz
und des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemein-
schaft Christlicher Kirchen in Deutschland 21.10.2021, S.102 f. (für Prüfungszwecke bearbeitet)
M 3: Der Nahe, der Nähere und der Nächste
Ludger Schwienhorst-Schönberger war bis 2022 Professor für Alttestamentliche Bibelwissen-
schaft in Wien. Der folgende Artikel wurde im Jahr 2018 in einem Sammelband mit dem Titel
„Gelobtes Land. Wie Migration unsere Gesellschaft verändert“ veröffentlicht. Er beschäftigt
sich in diesem Text mit der Berechtigung moralischer Vorzugsregeln.
2 Eberhard Schockenhoff (1953-2020): deutscher Moraltheologe
3 Bruno Schüller (1925-2007): deutscher Moraltheologe
Quelle: Schwienhorst-Schönberger, Ludger: Die Bibel und die Flüchtlingspolitik. Der Nahe, der Nähere
und der Nächste. In: Herder Korrespondenz Spezial, 2018, 2, S. 41 f. (für Prüfungszwecke bearbeitet)
M 4: Skulptur „Be Welcoming“
Die Bronzeskulptur des kanadischen Künstlers Timothy Schmalz aus dem Jahr 2019 zeigt
eine Gestalt, die je nach Blickwinkel unterschiedlich erscheint. Sie steht auf dem Petersplatz
in Rom in der Nähe der Sanitäts- und Krankenstation für Bedürftige, einer Einrichtung, die
auf eine Initiative von Papst Franziskus zurückgeht, und nimmt Bezug auf den Bibelvers:
„Vergesst nicht die Gastfreundschaft; denn dadurch haben einige, ohne es zu wissen, Engel
beherbergt.“ (Hebr 13,2).
M 4a: Frontalansicht der Skulptur „Be Welcoming“

Quelle: Neue Statue auf dem Petersplatz erinnert an die Kraft der Gastfreundschaft (zuletzt eingesehen 21.07.2025)
M 4b / 4c: Seitenansichten aus verschiedenen Perspektiven der Skulptur „Be Welco-
ming“
M 4b

M 4c

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monatlich kündbarSchulLV Plus-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Aufgabe 1
Aufgabe 1.1
Die Kirche als Volk Gottes
-
Papst Franziskus beschreibt in seiner Botschaft zum Welttag des Migranten und Flüchtlings die Kirche als ein Volk Gottes, das sich wie das Volk Israel während des Exodus gemeinsam mit Gott auf dem Weg befindet. Dabei ist Gott nicht nur ein äußerer Begleiter, sondern geht mitten unter seinem Volk mit und lässt seine Gegenwart für die Menschen erfahrbar werden (vgl. Z. 1–6; 17–20).
Migration als Erfahrung des Exodus
-
Die Migrantinnen und Migranten der Gegenwart können als Abbild des Volkes Israel verstanden werden. Wie die Israeliten suchen sie nach einem Leben in Freiheit und Sicherheit. Dabei müssen sie häufig Unterdrückung, Unsicherheit und zahlreiche Hindernisse überwinden, um eine neue Heimat zu finden (vgl. Z. 7–16).
Gottes Gegenwart und Fürsorge
-
Der entscheidende Gedanke des Exodus besteht in der Hoffnung auf die bleibende Gegenwart Gottes. Er begleitet sein Volk auf seinem Weg, weist ihm die Richtung und sorgt für seine grundlegenden Bedürfnisse. Dadurch wird seine Nähe für die Menschen erfahrbar (vgl. Z. 17–28).
-
Auch Migrantinnen und Migranten unserer Zeit können Gott als Begleiter erfahren, der ihnen Trost, Hoffnung und Unterstützung schenkt. Diese Hilfe wird insbesondere durch andere Menschen sichtbar, die sich ihnen zuwenden und konkrete Unterstützung leisten (vgl. Z. 29–34).
Gott als solidarischer Weggefährte
-
Papst Franziskus betont, dass Gott nicht nur mit seinem Volk unterwegs ist, sondern sich besonders mit den Schwachen und Bedürftigen identifiziert. Er zeigt sich als solidarischer Weggefährte, der die Sorgen und das Leid der Menschen teilt (vgl. Z. 35–38).
-
Die Begegnung mit Migrantinnen und Migranten kann deshalb zu einer Begegnung mit Christus werden. Wer einem hilfsbedürftigen Menschen beisteht, begegnet nach christlichem Verständnis zugleich Jesus selbst. Damit wird die Solidarität mit Geflüchteten zu einer konkreten Form der Gotteserfahrung (vgl. Z. 39–47; Mt 25,40).
Fazit
-
Die zentrale Aussage des Textes besteht darin, dass Gott sein Volk nicht aus der Ferne begleitet, sondern unmittelbar an dessen Lebensweg teilnimmt. Seine Gegenwart wird besonders in der Solidarität mit Menschen erfahrbar, die auf Unterstützung angewiesen sind.
Aufgabe 1.2
Gott als persönlicher und solidarischer Begleiter
-
Die Bibel vermittelt unterschiedliche Gottesbilder, die verschiedene Aspekte der Beziehung zwischen Gott und Mensch verdeutlichen. Im Mittelpunkt steht dabei die Personalität Gottes. Gott erscheint als ein Gegenüber, das sich den Menschen zuwendet, ihre Not wahrnimmt und sie auf ihrem Lebensweg begleitet.
-
Wie Papst Franziskus in M 1 hervorhebt, zeigt sich Gott dabei besonders als solidarischer Weggefährte, dessen Nähe für den Menschen erfahrbar werden kann.
Gott als Befreier – Der brennende Dornbusch
-
In der Erzählung vom brennenden Dornbusch offenbart sich Gott Mose als mitfühlender und befreiender Gott (vgl. Ex 3,1–15). Er nimmt das Leid der Israeliten in der ägyptischen Sklaverei wahr und verspricht, sie aus ihrer Unterdrückung zu befreien.
-
Gott zeigt damit, dass ihm das Schicksal seines Volkes nicht gleichgültig ist. Er kennt die Nöte der Menschen, wendet sich ihnen liebevoll zu und begleitet sie auf dem Weg in das verheißene Land.
Gott als bleibend Gegenwärtiger
-
Die Fürsorge Gottes wird besonders durch seinen Namen deutlich, der als „Ich bin der Ich-bin-da“ verstanden werden kann (vgl. Ex 3,14). Darin drückt Gott seine bleibende Gegenwart und seine unverbrüchliche Solidarität mit seinem Volk aus.
-
Gott lässt sich als persönliches „Du“ ansprechen und erfahren. Der Mensch kann sich ihm im Vertrauen zuwenden und darauf hoffen, dass Gott ihn auch in schwierigen Lebenssituationen nicht verlässt.
Gottes Transzendenz und Verborgenheit
-
Gleichzeitig bleibt Gott in seiner Transzendenz dem vollständigen menschlichen Verstehen entzogen. Dies verdeutlicht der brennende Dornbusch, der zwar in Flammen steht, aber nicht verbrennt (vgl. Ex 3,2).
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Gott offenbart sich den Menschen nicht vollständig und unverhüllt, sondern bleibt zugleich verborgen. Seine Gegenwart lässt sich daher besonders in zwischenmenschlichen Begegnungen und im Handeln für andere erfahren.
Gott als gerecht und barmherzig
-
Ein weiteres zentrales Gottesbild ist die Verbindung von Gerechtigkeit und Barmherzigkeit. Gott tritt gegen Ungerechtigkeit ein und fordert gerechtes Handeln. Dabei richtet sich seine Gerechtigkeit stets auf das Wohl und Heil der Menschen.
-
Im Dekalog werden grundlegende Gebote formuliert, die das Zusammenleben der Menschen schützen und ordnen sollen (vgl. Ex 20,1–17).
-
Auch Psalm 103 verdeutlicht die Verbindung von Gerechtigkeit und Barmherzigkeit. Gott verschafft den Unterdrückten Recht und zeigt sich zugleich bereit, Schuld zu vergeben und den Menschen mit Güte zu begegnen (vgl. Ps 103).
Gott als liebender Vater – Offenbarung in Jesus Christus
-
Die Nähe und Fürsorge Gottes werden besonders in der Person Jesu Christi sichtbar. Jesus verkündet in Wort und Tat das Reich Gottes und verdeutlicht dadurch Gottes Willen, den Menschen Heil und Erlösung zu schenken.
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Seine Zuwendung zu Kranken, Armen und gesellschaftlich Ausgegrenzten zeigt, dass Gottes Liebe allen Menschen gilt. Besonders im Handeln Jesu wird Gott als fürsorgliches und barmherziges Gegenüber erfahrbar.
Grenzen menschlicher Gottesvorstellungen
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Menschen versuchen auf unterschiedliche Weise, sich Gott anzunähern und ihn zu verstehen. Dennoch lässt sich Gott nicht vollständig in einem eindeutigen Gottesbild erfassen.
-
Im Buch Jesus Sirach wird deutlich, dass menschliche Vorstellungen und Beschreibungen niemals ausreichen, um Gottes Größe und Wesen umfassend darzustellen (vgl. Sir 43,27–33).
Das trinitarische Gottesbild
-
Auch die christliche Vorstellung der Dreieinigkeit Gottes verdeutlicht die Beziehung zwischen Gott und Mensch. Die Gemeinschaft von Vater, Sohn und Heiligem Geist bildet dabei eine Grundlage für das Verständnis menschlicher Solidarität.
-
Da Menschen als Ebenbilder Gottes geschaffen sind, sollen sie diese Gemeinschaft und Liebe auch in ihren Beziehungen zu anderen Menschen verwirklichen.
Fazit
-
Die unterschiedlichen biblischen Gottesbilder verdeutlichen, dass Gott zugleich befreiend, fürsorglich, gerecht, barmherzig und dem Menschen persönlich zugewandt ist. Trotz seiner Transzendenz bleibt er den Menschen nahe.
-
Damit bestätigen die biblischen Vorstellungen den Kerngedanken von M 1: Gott begleitet die Menschen als solidarischer Weggefährte und wird besonders in der Begegnung mit hilfsbedürftigen Mitmenschen erfahrbar.
Aufgabe 2
Aufgabe 2.1
Die Menschenwürde als Grundlage der Menschenrechte
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Die Menschenwürde bildet die grundlegende Voraussetzung der Menschenrechte. Sie gilt für jeden Menschen gleichermaßen und darf nicht von individuellen Eigenschaften, gesellschaftlicher Stellung oder persönlichen Leistungen abhängig gemacht werden.
-
Versuche, die Würde des Menschen ausschließlich durch seine Vernunft, sein moralisches Handeln oder seine Leistungsfähigkeit zu begründen, sind problematisch. Sie könnten dazu führen, dass bestimmten Menschen die Würde nicht uneingeschränkt zugesprochen wird.
-
Wird die Menschenwürde allein durch staatliche Entscheidungen oder menschliche Willkür bestimmt, besteht zudem die Gefahr, dass sie eingeschränkt oder aufgehoben werden kann. Dies kann insbesondere totalitäre Entwicklungen begünstigen.
Gottesebenbildlichkeit als Grundlage unverlierbarer Würde
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Durch den Bezug auf Gott als Schöpfer lässt sich die Menschenwürde unabhängig von menschlichen Voraussetzungen begründen. Nach dem biblischen Menschenbild ist jeder Mensch Ebenbild Gottes und besitzt deshalb eine unverlierbare und unantastbare Würde (vgl. Gen 1,26–27).
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Diese Würde ist nicht von Fähigkeiten, Herkunft, Leistung oder moralischem Verhalten abhängig. Sie ist dem Menschen durch seine Beziehung zu Gott grundsätzlich zugesprochen.
-
In diesem Zusammenhang kann auch der Gottesbezug in der Präambel des Grundgesetzes betrachtet werden. Er verweist auf die Verantwortung des Menschen vor Gott und den Menschen und kann als Ausdruck einer über staatliche Macht hinausgehenden moralischen Verantwortung verstanden werden.
Der Mensch als Person und Gegenüber
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Jeder Mensch wird im christlichen Verständnis als eigenständige Person und als persönliches „Du“ angesprochen. Seine individuelle Einzigartigkeit verbindet sich dabei mit seiner bleibenden Bezogenheit auf Gott und seine Mitmenschen.
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Die Würde des Menschen ergibt sich somit nicht nur aus seiner Individualität, sondern auch aus seiner Fähigkeit und Bestimmung, in Beziehung zu anderen zu treten.
Bezug zu M 1 – Gott als solidarischer Begleiter
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In M 1 betont Papst Franziskus, dass Gott jeden Menschen auf seinem individuellen Lebensweg begleitet. Dies gilt unabhängig davon, ob das Leben von Freude, Leid, Hoffnung oder Unsicherheit geprägt ist.
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Gott sagt den Menschen seine bedingungslose Nähe und Solidarität zu. Besonders in den Geringsten und Hilfsbedürftigen wird seine Gegenwart sichtbar (vgl. M 1, Z. 35–47).
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Dadurch wird deutlich, dass die Würde jedes Menschen unabhängig von seinen Lebensumständen besteht. Gerade Migrantinnen und Migranten sowie Menschen in Not besitzen eine unverlierbare Würde, weil Gott sich mit ihnen identifiziert.
Bezug zu M 2 – Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter
-
In M 2 wird das Gleichnis vom barmherzigen Samariter als Beispiel einer radikalen Nächstenliebe aufgegriffen. Der Samariter unterscheidet nicht zwischen Freund und Feind, sondern erkennt im hilfsbedürftigen Menschen seinen Nächsten (vgl. M 2, Z. 1–8).
-
Seine Hilfe erfolgt ohne Vorbedingungen und verdeutlicht damit, dass die Würde des Menschen unabhängig von Herkunft, Religion oder gesellschaftlicher Zugehörigkeit anerkannt werden muss.
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Der Text hebt zugleich ein überschießendes Moment des christlichen Liebesgebots hervor (vgl. M 2, Z. 26–29). Dieses gibt dem moralischen Handeln eine Richtung vor, ohne dass sein umfassender Anspruch jemals vollständig erfüllt werden könnte.
-
Der Transzendenzbezug menschlicher Existenz begründet somit sowohl die persönliche Hilfe gegenüber Bedürftigen als auch den Einsatz für gerechte politische und rechtliche Rahmenbedingungen.
Fazit
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Die unverlierbare Würde des Menschen kann durch seine Gottesebenbildlichkeit und seine Beziehung zu Gott begründet werden. Sie gilt unabhängig von individuellen Eigenschaften oder Leistungen.
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M 1 und M 2 verdeutlichen diese Überzeugung durch die Vorstellung Gottes als solidarischen Begleiter und durch das Gebot einer voraussetzungslosen Nächstenliebe. Daraus ergibt sich die Verpflichtung, sowohl im persönlichen Handeln als auch auf gesellschaftlicher Ebene die Würde jedes Menschen zu schützen.
Aufgabe 2.2
Herausforderungen bei der weltweiten Durchsetzung von Menschenrechten
Politische Perspektive
-
Eine zentrale Schwierigkeit bei der globalen Durchsetzung der Menschenrechte besteht darin, dass es keine weltweit übergeordnete Instanz gibt, die ihre Gültigkeit mit umfassenden juristischen Mitteln durchsetzen kann.
-
Zwar bestehen mit internationalen und regionalen Gerichten, beispielsweise dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, Ansätze zur rechtlichen Durchsetzung. Dennoch bleiben bei Menschenrechtsverletzungen häufig nur politische Appelle, diplomatischer Druck oder Sanktionen einzelner Staaten.
-
Die tatsächliche Durchsetzung der Menschenrechte hängt deshalb vielfach von der Bereitschaft einzelner Staaten ab, entsprechende Verpflichtungen einzuhalten.
Historische Perspektive
-
Historisch lässt sich eine Entwicklung hin zu einer weltweiten Anerkennung der Menschenrechte erkennen. Einen wichtigen Höhepunkt bildet die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte durch die Vereinten Nationen im Jahr 1948.
-
Gleichzeitig zeigt die Geschichte, dass grundlegende Menschenrechte in nahezu allen Epochen verletzt wurden. Auch gegenwärtig kommt es in verschiedenen Staaten zu Unterdrückung, Diskriminierung und weiteren Menschenrechtsverletzungen.
-
Dabei spielen unterschiedliche geschichtliche und kulturelle Vorstellungen vom Menschen eine wichtige Rolle. Eine grundlegende Herausforderung besteht deshalb darin, ein universales Ethos zu finden, das einerseits die allgemeine Gültigkeit der Menschenrechte sichert und andererseits kulturelle Unterschiede sowie die staatliche Souveränität berücksichtigt.
Philosophische Perspektive
-
Aus philosophischer Sicht kann der Begriff der Menschenwürde unterschiedlich verstanden und begründet werden.
-
Einerseits lässt sich Menschenwürde als grundlegendes, nicht weiter begründbares Postulat betrachten. Andererseits kann sie als gemeinsame Übereinkunft verstanden werden, auf die sich die Menschheit als kleinsten gemeinsamen Nenner verständigt hat.
-
Darüber hinaus kann Menschenwürde als Narrativ betrachtet werden, das eine bestimmte Vorstellung vom Menschen vermittelt und gesellschaftlich verankert.
Neue gesellschaftliche Entwicklungen
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Aktuelle Entwicklungen wie künstliche Intelligenz und Gentechnik werfen neue Fragen nach der Besonderheit des Menschen und der Begründung seiner Würde auf.
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Dabei stellt sich beispielsweise die Frage, welche Eigenschaften den Menschen kennzeichnen und inwiefern technische Entwicklungen bestehende Vorstellungen menschlicher Einzigartigkeit verändern.
Bedeutung und Funktion von Vorzugsregeln
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Vorzugsregeln dienen dazu, in ethischen Entscheidungssituationen eine moralisch begründete Entscheidung zu treffen. Besonders in Dilemmasituationen, in denen unterschiedliche Güter gegeneinander abgewogen werden müssen, ermöglichen sie eine Orientierung.
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Nach M 3 widersprechen solche Vorzugsregeln nicht grundsätzlich dem christlichen Liebesgebot. Bereits das Gleichnis vom barmherzigen Samariter verdeutlicht, dass nicht jeder Mensch allen anderen Menschen im gleichen Umfang helfen kann.
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Entscheidend ist deshalb die Unterscheidung zwischen einer grundsätzlichen, allen Menschen geltenden Hilfsbereitschaft und der konkreten Verantwortung für einzelne Menschen in bestimmten Situationen.
Gesellschaftspolitisches Beispiel: Staatliche Unterstützung hilfsbedürftiger Menschen
Argumente gegen Vorzugsregeln
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Im Sinne des ethischen Universalismus besitzt jeder Mensch unabhängig von seiner Herkunft oder seinem gesellschaftlichen Status dieselbe Würde. Daraus ergibt sich der Anspruch, dass allen Menschen menschenwürdige Lebensbedingungen ermöglicht werden sollen.
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Das christliche Liebesgebot fordert eine grundsätzlich universale Hilfsbereitschaft. Deshalb darf die moralische Verantwortung nicht ausschließlich auf bestimmte Bevölkerungsgruppen beschränkt werden.
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Im Beispiel staatlicher Unterstützung bedeutet dies, dass hilfsbedürftige Menschen einen Anspruch auf grundlegende soziale Absicherung besitzen. In Deutschland erfolgt dies unter anderem durch Leistungen der Grundsicherung nach dem Sozialgesetzbuch.
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Aus einer universalen ethischen Perspektive müssten menschenwürdige Lebensbedingungen grundsätzlich allen Menschen auf der Welt ermöglicht werden und dürften nicht allein von ihrer Staatsangehörigkeit abhängen.
Argumente für Vorzugsregeln
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Ausgehend von der Unterscheidung zwischen dem Nahen, dem Näheren und dem Nächsten in M 3 kann eine abgestufte Zuständigkeit für Hilfeleistungen begründet werden.
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Der Staat trägt zunächst eine besondere Verantwortung für die Lebensbedingungen der eigenen Bürgerinnen und Bürger sowie für diejenigen Menschen, die besonders dringend Unterstützung benötigen.
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Da staatliche Ressourcen begrenzt sind, müssen unterschiedliche Bedürfnisse und Ansprüche gegeneinander abgewogen werden. Dabei sollte die Hilfe insbesondere dort ansetzen, wo die Bedürftigkeit am größten ist.
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Im Sinne der Verantwortungsethik, die Liebe als konkretes Handeln versteht, müssen auch die Folgen staatlicher Entscheidungen berücksichtigt werden. Entscheidend ist, vorhandene Mittel so einzusetzen, dass möglichst wirksam geholfen werden kann.
Beurteilung der Vorzugsregeln
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Vorzugsregeln erscheinen grundsätzlich berechtigt, weil menschliche und staatliche Möglichkeiten zur Hilfe begrenzt sind. Nicht alle Menschen können jederzeit im gleichen Umfang unterstützt werden.
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Gleichzeitig dürfen Vorzugsregeln nicht dazu führen, dass die gleiche Würde aller Menschen infrage gestellt wird. Sie müssen vielmehr dazu dienen, begrenzte Ressourcen verantwortungsvoll einzusetzen und besonders dringende Bedürfnisse zu berücksichtigen.
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Deshalb ist eine Verbindung von ethischem Universalismus und Verantwortungsethik sinnvoll. Während der Universalismus den gleichen Wert aller Menschen betont, ermöglichen Vorzugsregeln eine konkrete und verantwortbare Umsetzung von Hilfsmaßnahmen.
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Eine solche Abwägung kann auch auf individuelles Handeln übertragen werden, beispielsweise wenn eine Privatperson entscheiden muss, welchen hilfsbedürftigen Menschen sie mit ihren begrenzten finanziellen Mitteln helfen kann.
Aufgabe 3
Aufgabe 3.1
Personalitätsprinzip
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Das Personalitätsprinzip betont die Einzigartigkeit und unveräußerliche Würde jedes Menschen. Grundlage hierfür ist die Vorstellung, dass jeder Mensch Ebenbild Gottes ist und deshalb unabhängig von Herkunft, Leistung oder gesellschaftlicher Stellung geachtet werden muss.
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In M 3 wird dieses Prinzip durch die Forderung nach einem universalen Wohlwollen gegenüber allen Menschen deutlich (vgl. M 3, Z. 19–21). Jeder Mensch besitzt einen eigenen Wert und muss in seiner Individualität anerkannt werden.
Solidaritätsprinzip
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Das Solidaritätsprinzip fordert, dass Menschen füreinander Verantwortung übernehmen und sich insbesondere für Schwache und Hilfsbedürftige einsetzen.
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In M 3 wird dies am Beispiel des barmherzigen Samariters veranschaulicht. Dieser erkennt die Not eines anderen Menschen und leistet konkrete Hilfe, ohne dessen Herkunft oder gesellschaftliche Zugehörigkeit zum Maßstab seines Handelns zu machen (vgl. M 3, Z. 17–18).
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Solidarität zeigt sich somit nicht nur in einer grundsätzlichen Haltung der Hilfsbereitschaft, sondern vor allem im tatsächlichen Handeln.
Subsidiaritätsprinzip
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Das Subsidiaritätsprinzip betont die Eigenverantwortung des Einzelnen und kleinerer Gemeinschaften. Unterstützung durch übergeordnete Instanzen soll insbesondere dann erfolgen, wenn Menschen oder kleinere Gemeinschaften ihre Probleme nicht mehr eigenständig bewältigen können.
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In M 3 lässt sich dieses Prinzip anhand der Unterscheidung zwischen dem Nahen, dem Näheren und dem Nächsten erkennen. Die Verantwortung für konkrete Hilfe wird durch die jeweiligen Beziehungen und Zuständigkeiten mitbestimmt (vgl. M 3, Z. 9–16).
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Dadurch wird deutlich, dass Hilfe nicht wahllos erfolgen muss, sondern sich an der konkreten Situation und den jeweiligen Handlungsmöglichkeiten orientieren kann.
Gemeinwohlprinzip
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Das Gemeinwohlprinzip fordert, dass gesellschaftliches und politisches Handeln auf das Wohl der gesamten Gemeinschaft ausgerichtet sein soll. Dabei müssen die Interessen und Rechte der einzelnen Menschen geschützt werden.
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In M 3 wird dieses Prinzip durch die Überlegungen zum gesellschaftlichen Zusammenleben deutlich. Die besondere Verantwortung für bestimmte Menschen soll dazu beitragen, das Zusammenleben insgesamt zu fördern und menschliche Bedürfnisse angemessen zu berücksichtigen (vgl. M 3, Z. 8–9).
Nachhaltigkeitsprinzip / Retinität
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Das Prinzip der Nachhaltigkeit beziehungsweise Retinität fordert ein Handeln, das ökologische, soziale, ethische und wirtschaftliche Gesichtspunkte miteinander verbindet. Ziel ist es, Lebensbedingungen dauerhaft und zukunftsfähig zu gestalten.
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In M 3 wird dieses Prinzip nicht ausdrücklich genannt, ist jedoch indirekt erkennbar. Die Überlegungen zum universalen Wohlwollen und zur verantwortlichen Gestaltung menschlichen Zusammenlebens verdeutlichen, dass moralisches Handeln auch langfristige gesellschaftliche Auswirkungen berücksichtigen muss (vgl. M 3, Z. 19–21).
Fazit
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Der Text M 3 lässt sich mit den wesentlichen Prinzipien der katholischen Soziallehre verbinden. Besonders deutlich werden die Personalität und die Solidarität, da die Würde jedes Menschen anerkannt und konkrete Hilfe für Bedürftige gefordert wird.
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Gleichzeitig zeigen die Überlegungen zu Vorzugsregeln und abgestuften Verantwortlichkeiten Bezüge zur Subsidiarität und zum Gemeinwohl. Auch das Prinzip der Nachhaltigkeit lässt sich indirekt erkennen.
Aufgabe 3.2
Beschreibung der Skulptur
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Die Bronzeskulptur Be Welcoming des kanadischen Künstlers Timothy Schmalz zeigt eine menschliche Gestalt, die je nach Blickwinkel unterschiedlich wahrgenommen werden kann.
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Von einer Seite betrachtet erscheint die Figur als ein bedürftiger Mensch in einfacher Kleidung. Die Person trägt einen Stab, einen Sack und Sandalen und streckt ihre Hand aus, als würde sie um Unterstützung oder eine Gabe bitten.
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Aus einer anderen Perspektive verwandelt sich die menschliche Gestalt scheinbar in einen Engel. Dieser ist insbesondere an seinem Flügel und dem welligen Haar zu erkennen.
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Durch diesen Wechsel der Perspektive wird deutlich, dass hinter einem zunächst unscheinbaren oder hilfsbedürftigen Menschen eine tiefere Bedeutung erkannt werden kann.
Bezug zu M 1 – Gottes Gegenwart in den Geringsten
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Die Skulptur lässt sich mit dem Kerngedanken von M 1 verbinden, dass Gott nicht nur mit seinem Volk unterwegs ist, sondern sich mitten unter den Menschen befindet.
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Besonders in den Geringsten und Hilfsbedürftigen wird Gottes Gegenwart erfahrbar. Dies gilt nach Papst Franziskus insbesondere für Migrantinnen und Migranten, die auf ihrem Weg nach Sicherheit und einer neuen Heimat Unterstützung benötigen (vgl. M 1, Z. 35–47).
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Die unterschiedliche Wahrnehmung der Figur verdeutlicht somit, dass die Begegnung mit einem bedürftigen Menschen zugleich eine Begegnung mit Gott sein kann.
Bezug zu M 2 – Das Gebot der Nächstenliebe
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In M 2 wird das Gleichnis vom barmherzigen Samariter als Vorbild christlicher Nächstenliebe dargestellt. Der Samariter nimmt die Not eines anderen Menschen wahr und hilft ihm, obwohl dieser ihm fremd ist (vgl. M 2, Z. 1–8).
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Auch die Skulptur fordert dazu auf, die Bedürfnisse eines Menschen wahrzunehmen, der am Wegesrand sitzt und seine Hand um Hilfe ausstreckt.
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Christliche Nächstenliebe beschränkt sich dabei nicht auf die unmittelbare Hilfe für einzelne Menschen. Sie umfasst auch den Einsatz für gesellschaftliche und politische Veränderungen, die Ursachen von Armut, Not und Flucht bekämpfen sollen.
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Damit verdeutlicht die Skulptur sowohl die Bedeutung konkreter Hilfeleistungen als auch die gesellschaftliche Verantwortung, die sich aus dem christlichen Liebesgebot ergibt.
Bezug zu M 3 – Ethischer Universalismus
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In M 3 wird betont, dass das christliche Liebesgebot grundsätzlich allen Menschen gilt. Es darf nicht ausschließlich auf Personen beschränkt werden, zu denen bereits eine persönliche Beziehung besteht.
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Die Skulptur veranschaulicht diesen ethischen Universalismus, indem sie einen unscheinbaren und möglicherweise obdachlosen Menschen in den Mittelpunkt stellt.
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Auch Menschen, die gesellschaftlich wenig Beachtung finden oder am Rand der Gesellschaft leben, besitzen dieselbe unveräußerliche Würde und haben Anspruch auf Achtung und Hilfsbereitschaft.
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Durch den Perspektivwechsel erinnert die Skulptur daran, dass hinter jeder hilfsbedürftigen Person ein Mensch mit eigenem Wert und eigener Würde steht.
Gesamtinterpretation
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Die Skulptur Be Welcoming lädt dazu ein, den Blick auf arme, obdachlose und hilfsbedürftige Menschen zu richten. Sie fordert dazu auf, diesen Menschen mit Offenheit, Gastfreundschaft und konkreter Hilfsbereitschaft zu begegnen.
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Der Wechsel zwischen einer menschlichen und einer engelsgleichen Gestalt verdeutlicht, dass die Begegnung mit Bedürftigen zugleich eine Begegnung mit Gott sein kann.
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Dieser Gedanke erinnert an Hebr 13,2, wo zur Gastfreundschaft gegenüber Fremden aufgerufen wird, da Menschen auf diese Weise unwissentlich Engel beherbergen können.
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Ebenso besteht ein Zusammenhang zu Mt 25,40. Dort identifiziert sich Jesus mit den Geringsten und macht deutlich, dass die Hilfe für einen bedürftigen Menschen zugleich als Dienst an ihm selbst verstanden werden kann.
Fazit
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Die Skulptur verdeutlicht, dass christlicher Glaube und Nächstenliebe untrennbar miteinander verbunden sind. Gott wird nicht nur im Gebet oder in religiösen Handlungen erfahrbar, sondern besonders in der Begegnung mit anderen Menschen.
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Durch die Verbindung mit M 1, M 2 und M 3 zeigt sich, dass jeder Mensch eine unveräußerliche Würde besitzt und unabhängig von seiner Herkunft oder gesellschaftlichen Stellung Achtung und Unterstützung verdient.
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Die zentrale Botschaft besteht darin, dass aktive Nächstenliebe zur Erfahrung der Gegenwart und Selbstoffenbarung Gottes werden kann.