Lerninhalte
Inhaltsverzeichnis

Beispielaufgabe 1 – Frieden und Sicherheit als Motive deutscher Außenpolitik und das europäische Projekt

Prüfungsteil A

1

Stelle den politikwissenschaftlichen Friedensbegriff dar!

14 BE

2
2.1

Ermittle die grundlegenden Zielsetzungen der deutschen Außenpolitik aus der Rede der deutschen Außenministerin Annalena Baerbock zur Verlängerung des Bundeswehr-Mandats in Mali im Jahr 2022 (M 1)!

2.2

„Ohne ein Mindestmaß an Sicherheit, ohne dieses Mindestmaß an militärischem Schutz wird es eine politische Arbeit gerade auch von der internationalen Gemeinschaft dort kaum weiter geben können.“ (Z. 32-34)

Begründe ausgehend von M 1, dass in der bundesdeutschen Außenpolitik ein umfassender Sicherheitsbegriff umgesetzt werden sollte!

28 BE
3

In deinem Leistungsfach Politik und Gesellschaft entwickelt ihr in Gruppen digitale Pinnwände zum Thema „Beitritt in die EU – Zukunft durch Erweiterung?“ Als Gruppensprecherin bzw. Gruppensprecher sollst du die digitale Pinnwand in deinem Kurs vorstellen.

Verfasse unter besonderer Berücksichtigung der digitalen Pinnwand (M 2) einen Vortragstext, in dem du zentrale Voraussetzungen für einen EU-Beitritt erläuterst sowie Chancen und Herausforderungen einer Erweiterung aus Sicht der EU beurteilst!

25 BE

4

In einer Rede in Straßburg im Mai 2022 stellte der französische Staatspräsident Emmanuel Macron als Alternative zu bisherigen Beitrittsverhandlungen die Idee einer „politischen europäischen Gemeinschaft“ vor.

Erläutere den Vorschlag Macrons im Zitat (M 3) vor dem Hintergrund eines ausgewählten Szenarios zur zukünftigen Entwicklung der EU!

18 BE

Prüfungsteil B

5

Bearbeite die Ausweitung zu 13/1 oder 13/2!

35 BE
120 BE

Ausweitung zum Halbjahr 13/1

Anlässlich des Equal Pay Day1, der 2022 unter dem Motto „Equal Pay 4.0 – gerechte Bezahlung in der digitalen Arbeitswelt“ stand, erstellt dein Kurs eine digitale Pinnwand zum Thema „Gleichberechtigt?! – Männer und Frauen in der modernen Arbeitswelt“. Bei deinen Recherchen stößt du auf die folgende Karikatur.

1

Beurteile ausgehend von einer Analyse, inwiefern die Karikatur für die digitale Pinnwand geeignet ist!

2

Bewerte, inwiefern die Kernaussage der Karikatur durch die zunehmende Digitalisierung weiterhin Gültigkeit behält!

Karikatur von Pierre Kroll zur Gleichstellung der Geschlechter

Cartoon: Zwei Leitern zu einem hohen Podest mit Sessel, Mann links und Frau rechts klettern, zwei Kinder unten weinen.Cartoon: Zwei Leitern zu einem hohen Podest mit Sessel, Mann links und Frau rechts klettern, zwei Kinder unten weinen.

Pierre Kroll: Karikatur zur Gleichstellung von Mann und Frau, Belgien 2011.

1 Der Equal Pay Day, der Tag für Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen, ist ein Aktionstag, der auf die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen aufmerksam machen will.

Ausweitung zum Halbjahr 13/2

Anlässlich des Tags der Menschenrechte am 10. Dezember findet an deiner Schule eine Vortragsreihe zum Thema „Menschenrechte weltweit“ statt. Dir kommt dabei die Aufgabe zu, einen Vortrag zum Thema „Der Internationale Strafgerichtshof und sein Einsatz für die Menschenrechte“ zu halten. Bei deiner Recherche stößt du auf den Bericht über die Ermittlungen gegen den philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte.

1

Verfasse mit Hilfe des Auszugs aus dem Zeitungsartikel einen Vortragstext, in dem du ausgehend von den Zuständigkeiten des Internationalen Strafgerichtshofs die Bedeutung seiner Tätigkeit beurteilst!

2

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch äußert sich auf ihrer Homepage zur Situation auf den Philippinen: „Die Morde an der zumeist verarmten Stadtbevölkerung, zu denen Präsident Duterte und andere hohe Regierungsmitglieder angestiftet haben, können zu den Verbrechen gegen die Menschlichkeit gezählt werden.“

Param-Preet Singh: ICC One Step Closer to Probe of Philippines Murderous 'War on Drugs' (https://www.hrw.org/news/2021/06/14/icc-one-step-closer-probe-philippines-murderous-war-drugs, heruntergeladen am 14.05.2023), zu Prüfungszwecken bearbeitet.

Diskutiere ausgehend vom Zeitungsartikel und dem Zitat die Einflussmöglichkeiten nicht-staatlicher Organisationen (NGOs) auf die Durchsetzung der Menschenrechte am Beispiel der Philippinen!

Der Journalist Arne Perras in der Onlineausgabe der Süddeutschen Zeitung vom 21. Juli 2021 zu den Ermittlungen gegen den philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte

1
Alle 15 Richter waren sich einig, es gab keine einzige Gegenstimme in der gewichtigen Entschei-
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dung, die der Supreme Court in Manila in dieser Woche bekannt gab. Die wichtigste Botschaft dar-
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aus lautete: Staatschef Rodrigo Duterte und alle anderen, die mutmaßlich in den umstrittenen Anti-
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Drogenkrieg seines Landes verstrickt sind, können sich Ermittlungen der Internationalen Strafjustiz
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nicht entziehen. Manila ist, so urteilt das oberste Gericht des Landes, zur Kooperation mit dem In-
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ternationalen Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag verpflichtet. Das ist ein herber Rückschlag für den
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76-Jährigen, dessen sechsjährige Amtszeit 2022 ausläuft, und der bislang darauf setzte, sich den
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ICC irgendwie vom Hals halten zu können.
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Duterte hatte versucht, sich einem drohenden Verfahren dadurch zu entziehen, dass er den Austritt
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seines Landes betrieb. Er setzte schließlich durch, dass die Philippinen den ICC zum 18. März 2019
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verließen. Der Präsident sprach zu jener Zeit von „unverschämten Angriffen“ auf seine Person. Aber
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wenn er damals hoffte, dass sich die Angelegenheit dadurch erledigen würde, irrte er; das wurde
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ihm jetzt höchstrichterlich auf 101 Seiten bescheinigt: der ICC behält die Zuständigkeit für alle mut-
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maßlichen Verbrechen, die von staatlichen Akteuren bis zum 17. März 2019 begangen worden sind.
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Begonnen hatte der sogenannte Anti-Drogen-Krieg nach Dutertes Sieg 2016. Der frühere Bürger-
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meister von Davao1 hatte mit dem Versprechen, Drogendealer und Süchtige gnadenlos zu verfolgen,
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seinen Wahlkampf befeuert. Diese militante Linie stieß bei vielen Philippinern auf Zuspruch. Exper-
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ten halten den Kurs für ungeeignet, weil er die Drogenmisere nicht an den Wurzeln angeht und zu
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schweren Menschenrechtsverletzungen führt.
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Die Entscheidung der philippinischen Richter zum ICC war bereits Ende März gefallen, wurde aber
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erst am Mittwoch in vollem Umfang öffentlich gemacht. Sie gibt Opferverbänden und Menschen-
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rechtlern Auftrieb, Täter und Drahtzieher der Menschenjagden doch noch zur Rechenschaft zu zie-
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hen und die Straflosigkeit zu durchbrechen. „Dies wird Duterte von nun an wach halten“, erklärte der
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frühere Senator Antonio Trillianes nach dem Richterspruch, ein bekannter Gegner Dutertes.
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Einen wichtigen Schritt zur juristischen Aufarbeitung hatte noch die scheidende Chefanklägerin in
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Den Haag, Fatou Bensouda, unternommen, indem sie im Juni formelle Ermittlungen beim ICC in
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Auftrag gab. Bis heute ist unklar, wie viele Opfer der Anti-Drogen-Krieg gekostet hat. Die Regierung
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nannte eine Zahl von 5526 „Drogenpersonen“ bis Juni 2019, der Polizeichef zählte zu diesem Zeit-
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punkt schon tausend Menschen mehr. Die philippinische Menschenrechtskommission schätzte
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schon 2018, dass die Zahl der Opfer durch Polizeirazzien und Jagden der Todesschwadronen bei
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27 000 liegen könnte. Und das Töten hat immer noch nicht aufgehört.

1 Davao ist eine Stadt auf der philippinischen Insel Mindanao.

Arne Perras: Warum Duerte die Justiz weiter fürchten muss, in: Süddeutsche Zeitung Onlineausgabe vom 23.7.2022 (https://www.sueddeutsche.de/politik/icc-rodrigo-duterte-drogenkrieg-menschenjagden-internationale-justiz-1.5361584, heruntergeladen am 02.07.2023).

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