Aufgabenstellung 2 – Themenfeld Gesellschaft
Hinweis: Von den drei vorgelegten Aufgabenstellungen muss eine zur Bearbeitung gewählt werden.
Soll eine steuerliche Sonderabgabe für Wohlhabende im Ruhestand eingeführt werden?
Beantworte die Themenfrage, indem du
die Position und Argumentation Marcel Fratzschers wiedergibst,
unter Berücksichtigung des demografischen Wandels in Deutschland und unter Einbeziehung der Materialien den Vorschlag einer Sonderabgabe in die Debatte um Generationen- und Verteilungsgerechtigkeit einordnest und
unter Berücksichtigung verschiedener Gerechtigkeitsdimensionen erörterst, inwiefern eine solche Sonderabgabe eine gerechte und wirksame Maßnahme darstellt.
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Ein Babyboomer-Soli für weniger Altersarmut
Eine Kolumne von Marcel Fratzscher1
Anmerkungen:
1Marcel Fratzscher (geb. 1971) ist ein deutscher Ökonom. Er ist Politikberater und Professor für Makroökonomie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit 2013 ist er Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW)].
Fundort:
Marcel Fratzscher: Ein Babyboomer-Soli für weniger Altersarmut, 18.07.2025, online verfügbar unter: https://www.zeit.de/wirtschaft/2025-07/rentenpolitik-boomer-soli-altersarmut-generationen-demografischer-wandel/komplettansicht [Zugriff: 10.10.2025].
Material 2


Fundort:
https://reportage.wdr.de/rente-altersvorsorge-eure-fragen-zur-bundestagswahl [Zugriff: 10.09.2025].
Material 3


Fundort:
https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/Projekte/Beschaeftigung_
im_Wandel/20190912_Grafik_Alleinstehende_und_
Geringqualifizierte_Studie_Altersarmut.jpg [Zugriff: 28.11.2025].
https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/Projekte/Beschaeftigung_im_Wandel/20190912_Grafik_Alleinstehende_und_Geringqualifizierte_Studie_Altersarmut.jpg [Zugriff: 28.11.2025].
Wortlaut, einschließlich Sprachgebrauch, Rechtschreibung und Zeichensetzung der Materialien, folgt dem jeweiligen Fundort.
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Formale Einordnung
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Autor: Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW)
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Textsorte: Kolumne
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Titel: „Ein Babyboomer-Soli für weniger Altersarmut“
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Thema: Einführung einer steuerlichen Sonderabgabe auf Alterseinkommen zur Bekämpfung von Altersarmut und zur gerechteren Verteilung der Lasten des demografischen Wandels.
Position Fratzschers
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Fratzscher befürwortet die Einführung eines sogenannten „Babyboomer-Solis“ als wirksame, gerechte und wirtschaftlich sinnvolle Reform zur Bekämpfung von Altersarmut und zur Stabilisierung des Rentensystems (Z. 67–70).
Argumentation
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Der demografische Wandel und der Eintritt der Babyboomer in den Ruhestand gefährden die langfristige Finanzierbarkeit der gesetzlichen Rentenversicherung (Z. 1–6).
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Die bisherige Rentenpolitik verlagere die Belastungen vor allem auf die jüngere Generation, etwa durch steigende Beiträge und Rentenzahlungen (Z. 7–11).
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Deshalb müsse Verteilung nicht nur zwischen Jung und Alt, sondern auch innerhalb der älteren Generation stattfinden (Z. 9–11).
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Das DIW schlägt dafür eine moderate Sonderabgabe auf sämtliche Alterseinkommen vor, darunter:
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gesetzliche Renten,
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Betriebsrenten,
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private Renten,
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Beamtenpensionen,
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sonstige Versorgungsbezüge,
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gegebenenfalls Vermögenseinkommen (Z. 15–18).
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Die Einnahmen sollen genutzt werden, um Menschen mit niedrigen Alterseinkommen gezielt zu unterstützen und Altersarmut zu reduzieren (Z. 18–20).
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Der Vorschlag sei wirksamer als andere Reformideen, weil er an der tatsächlichen Einkommensverteilung im Alter ansetze (Z. 21–23).
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Viele wohlhabende Rentner beziehen einen großen Teil ihres Einkommens nicht aus der gesetzlichen Rente, sondern aus privater Vorsorge, Kapitalerträgen oder Pensionen (Z. 24–27).
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Der Babyboomer-Soli erfasse erstmals alle Alterseinkommen und verbessere dadurch die Verteilungsgerechtigkeit (Z. 28–31).
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Laut DIW-Simulationen könne die Armutsrisikoquote bei Menschen über 65 Jahren von gut 18 % auf knapp 14 % sinken (Z. 33–38).
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Die Belastung für wohlhabende Ruheständler bleibe dabei moderat, während mittlere Einkommen kaum belastet oder teilweise sogar entlastet würden (Z. 37–40).
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Durch die Bekämpfung von Altersarmut werde zudem die gesamtwirtschaftliche Nachfrage gestärkt, da Menschen mit geringem Einkommen einen größeren Anteil ihres Geldes direkt konsumieren (Z. 42–45).
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Fratzscher betont außerdem die politische und rechtliche Umsetzbarkeit:
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Einführung über das Steuersystem,
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schnelle Umsetzung möglich,
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flexible Anpassung bei veränderten Bedingungen (Z. 49–54).
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Bisher würden die Kosten des demografischen Wandels überwiegend von den Erwerbstätigen getragen (Z. 55–59).
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Wohlhabende ältere Menschen sollten daher stärker zur Stabilisierung des Sozialstaates beitragen (Z. 61–65).
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Abschließend bewertet Fratzscher den Babyboomer-Soli als generationengerechte Reform, die Altersarmut verringert, die Rentenfinanzierung stabilisiert und die junge Generation entlastet (Z. 67–70).
Einordnung der Sonderabgabe in die Debatte um Generationen- und Verteilungsgerechtigkeit unter Berücksichtigung des demografischen Wandels
Begriffliche Grundlagen
Generationengerechtigkeit
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Generationengerechtigkeit bedeutet eine faire Verteilung von Lasten, Chancen und Ressourcen zwischen den Generationen.
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Im Rentensystem zeigt sich dies besonders im Verhältnis von Beitragszahlern und Rentnern.
Verteilungsgerechtigkeit
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Verteilungsgerechtigkeit beschreibt die gerechte Verteilung von Einkommen und Vermögen innerhalb einer Gesellschaft.
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Sie betrifft nicht nur Unterschiede zwischen den Generationen, sondern auch soziale Unterschiede innerhalb einer Generation.
Einordnung in die Debatte um Generationengerechtigkeit
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Fratzscher kritisiert, dass die bisherigen Reformen die Lasten des demografischen Wandels hauptsächlich auf die jüngeren Generationen verlagern (Z. 7–11; Z. 55–59).
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Material 2 verdeutlicht die zunehmende Belastung des Rentensystems:
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1962 kamen auf einen Rentner noch 6 Beitragszahler.
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1992 waren es 2,7 Beitragszahler.
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2020 nur noch 1,8 Beitragszahler.
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Für 2050 werden lediglich 1,3 Beitragszahler pro Rentner prognostiziert (M2).
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Ursache sind:
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niedrige Geburtenraten,
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steigende Lebenserwartung,
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Eintritt der Babyboomer in den Ruhestand.
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Dadurch müssen immer weniger Erwerbstätige die Renten von immer mehr Rentnern finanzieren.
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Der Babyboomer-Soli soll diese Entwicklung abfedern, indem nicht ausschließlich die Erwerbstätigen belastet werden.
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Die Maßnahme stellt daher einen Versuch dar, die Lasten des demografischen Wandels gerechter zwischen den Generationen zu verteilen.
Bezug zur Generationengerechtigkeit
Pro:
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Entlastung jüngerer Generationen.
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Beteiligung einkommensstarker Rentner an den Kosten des demografischen Wandels.
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Reaktion auf das sinkende Beitragszahler-Rentner-Verhältnis (M2).
Kontra:
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Viele Babyboomer haben jahrzehntelang Beiträge gezahlt und ihre Rentenansprüche erworben.
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Zusätzliche Belastungen könnten als nachträgliche Benachteiligung empfunden werden.
Einordnung in die Debatte um Verteilungsgerechtigkeit
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Fratzscher fordert ausdrücklich eine Umverteilung innerhalb der älteren Generation von wohlhabenden zu einkommensschwachen Rentnern (Z. 9–11).
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Material 3 zeigt, dass Altersarmut sehr ungleich verteilt ist.
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Besonders gefährdet sind:
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Personen ohne Berufsabschluss,
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alleinstehende Frauen,
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alleinstehende Männer.
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Für alleinstehende Frauen steigt die Grundsicherungsquote laut Prognose bis 2035–2039 auf etwa 19,5 % (M3).
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Bei Personen ohne Berufsabschluss liegt sie sogar bei 21,3 % (M3).
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Die Materialien verdeutlichen somit, dass Altersarmut kein Randphänomen ist.
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Die Sonderabgabe würde gezielt Einkommen von wohlhabenden Rentnern zu armutsgefährdeten Senioren umverteilen.
Bezug zur Verteilungsgerechtigkeit
Pro:
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Berücksichtigung aller Alterseinkommen.
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Verringerung sozialer Ungleichheiten im Alter.
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Bekämpfung von Altersarmut.
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Unterstützung besonders gefährdeter Gruppen (M3).
Kontra:
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Belastung von Personen, die privat vorgesorgt haben.
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Gefahr einer pauschalen Belastung trotz unterschiedlicher Lebenssituationen.
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Eingriff in individuell aufgebaute Vermögen und Vorsorgeleistungen.
Insgesamt verbindet der Babyboomer-Soli beide Gerechtigkeitsdebatten. Einerseits soll er die Belastungen des demografischen Wandels gerechter zwischen den Generationen verteilen, andererseits soziale Ungleichheiten innerhalb der älteren Generation verringern. Damit stellt er einen Versuch dar, Generationen- und Verteilungsgerechtigkeit gleichzeitig zu fördern.
Erörterung: Ist die Sonderabgabe eine gerechte und wirksame Maßnahme?
Generationengerechtigkeit
Pro
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Die Zahl der Beitragszahler sinkt langfristig deutlich (M2).
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Ohne Reformen müssen junge Generationen höhere Beiträge zahlen oder niedrigere Renten akzeptieren.
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Der Babyboomer-Soli verteilt die Lasten breiter.
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Wohlhabende Rentner beteiligen sich stärker an den Kosten des demografischen Wandels.
Kontra
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Viele Babyboomer haben bereits jahrzehntelang Beiträge geleistet.
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Zusätzliche Abgaben könnten als Doppelbelastung wahrgenommen werden.
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Der Vertrauensschutz bestehender Rentenansprüche könnte beeinträchtigt werden.
Verteilungsgerechtigkeit
Pro
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Die Abgabe richtet sich vor allem an Personen mit höheren Alterseinkommen.
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Sie reduziert Einkommensunterschiede innerhalb der älteren Generation.
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Material 3 zeigt einen erheblichen Handlungsbedarf bei der Bekämpfung von Altersarmut.
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Besonders gefährdete Gruppen könnten gezielt unterstützt werden.
Kontra
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Nicht alle höheren Alterseinkommen bedeuten automatisch hohen Wohlstand.
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Regionale Unterschiede bei Lebenshaltungskosten werden nicht berücksichtigt.
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Menschen mit mittleren Alterseinkommen könnten ebenfalls belastet werden.
Bedarfsgerechtigkeit
Pro
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Die Einnahmen können gezielt an Menschen mit niedrigen Alterseinkommen verteilt werden.
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Hilfe kommt dort an, wo tatsächlicher Unterstützungsbedarf besteht.
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Besonders armutsgefährdete Gruppen aus Material 3 profitieren.
Kontra
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Der individuelle Bedarf lässt sich nicht allein über die Höhe des Einkommens bestimmen.
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Hohe Pflege- oder Gesundheitskosten werden möglicherweise nicht ausreichend berücksichtigt.
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Andere Instrumente könnten zielgenauer sein.
Leistungsgerechtigkeit
Pro
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Wer über höhere Alterseinkommen verfügt, besitzt größere finanzielle Leistungsfähigkeit.
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Die Einbeziehung aller Einkommensarten verhindert Privilegien einzelner Gruppen.
Kontra
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Viele Rentner haben ihr Einkommen durch eigene Vorsorge und jahrzehntelange Arbeit erworben.
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Eine Sonderabgabe kann als Verstoß gegen das Leistungsprinzip empfunden werden.
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Private Vorsorge könnte künftig weniger attraktiv werden.
Wirksamkeit der Maßnahme
Pro
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Laut DIW sinkt die Armutsrisikoquote bei Menschen über 65 Jahren von über 18 % auf knapp 14 % (M1, Z. 36–38).
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Die Finanzierung des Rentensystems wird stabilisiert.
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Die Einnahmebasis wird durch Einbeziehung aller Alterseinkommen verbreitert.
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Die Maßnahme kann relativ schnell umgesetzt werden (M1, Z. 49–53).
Kontra
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Die grundlegenden Ursachen des demografischen Wandels werden nicht beseitigt.
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Sinkende Geburtenraten und steigende Lebenserwartung bleiben bestehen (M2).
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Die tatsächliche Wirkung hängt von der konkreten Ausgestaltung ab.
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Politischer Widerstand und rechtliche Fragen könnten die Umsetzung erschweren.
Urteil
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Insgesamt spricht viel dafür, eine steuerliche Sonderabgabe für wohlhabende Rentner einzuführen.
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Der demografische Wandel erhöht den Druck auf das Rentensystem erheblich (M2), während Altersarmut insbesondere bei bestimmten Gruppen deutlich zunimmt (M3).
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Die Maßnahme verbindet Generationen- und Verteilungsgerechtigkeit, da sie sowohl jüngere Beitragszahler entlastet als auch Altersarmut reduziert.
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Dennoch muss die Ausgestaltung sorgfältig erfolgen, damit mittlere Einkommen nicht übermäßig belastet werden und das Leistungsprinzip gewahrt bleibt.
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Unter diesen Voraussetzungen stellt der Babyboomer-Soli eine insgesamt gerechte und vergleichsweise wirksame Reformoption dar.