Vorschlag C – Familienbilder: Theoretische Aufgabe ohne praktischen Anteil
Beschreibe die Fotografie von August Sander und ihre Wirkung. (Material 1)
Beschreibe das Gemälde von Otto Dix sowie seine Wirkung und erläutere den Zusammenhang zwischen bildsprachlichen Mitteln und Wirkung. (Material 2)
Vergleiche beide Darstellungen einer Familie. (Material 1 und 2)
Ordne das Gemälde kunst- und kulturhistorisch ein. (Material 2)
Deute das Gemälde. (Material 2)
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August Sander: Försterfamilie (ca. 1925)
Schwarz-Weiß-Fotografie, 25,8×18,7cm

August Sander: Försterfamilie, ca. 1925, URL: https://www.moma.org/collection/works/193844 (abgerufen am 08.02.2023).
Hinweis
Der Mann trägt die Uniform eines Försters.
Material 2
Otto Dix: Die Familie des Künstlers (1927)
Öl auf Holz, 80×50cm, Städelmuseum, Frankfurt

Otto Dix: Die Familie des Künstlers, 1927, URL: https://sammlung.staedelmuseum.de/de/werk/die-familie-des-kuenstlers (abgerufen am 08.02.2023).
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?In einer Einleitung sollen Fotograf, Titel, Jahr, Technik, Maße und das Thema genannt werden:
Die Schwarz-Weiß-Fotografie von August Sander „Försterfamilie“, ca. aus dem Jahr 1925, mit den Maßen 25,8×18,7cm, zeigt Vater, Mutter und zwei Kinder einer Försterfamilie.
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Hochformat, Familienporträt (Mutter, Vater, Mädchen und Baby), Blickkontakt zur Kamera
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Figuren, ca. drei Viertel der Bildfläche einnehmend
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Mutter links im Bild, Baby haltend und aufrecht sitzend
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Vater rechts im Bild, aufrecht sitzend
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Tochter erhöht zwischen den Eltern stehend, leicht nach rechts versetzt, teils von der Schulter des Vaters verdeckt, die beiden Eltern leicht überragend
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Mutter Baby im Arm haltend
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Mutter mit anliegender Frisur, seidig glänzendes und mit Ornamenten verziertes, ausgeschnittenes Kleid tragend
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Baby auf Schoß der Mutter, weit aufgerissene Augen, weißes Kleidchen, nackte Füßchen überkreuz nach vorne gestreckt
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Vater, Kopf und Blick seitlich nach oben gerichtet, enganliegende Haare, kurzer Schnauzbart, auf Oberschenkeln und Sofalehne aufliegende Arme, geballte Fäuste
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Vater in hochgeschlossener Uniform mit Kragen, Schulterstücken, zwei Reihen Knöpfen und Ordensleiste, an seiner linken Hand ein Ring
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Mädchen mit halblangen, blonden Haaren und Pony in Richtung der Betrachterinnen und Betrachter schauend, ihr linker Arm verdeckt, ihre rechte Hand den Oberarm des Vaters berührend
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Mädchen in weißem, kurzärmligem Kleidchen mit Rüschen
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rechts unten im Bild Teil einer Sofalehne sichtbar
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im Hintergrund, das obere Bildviertel einnehmend, dunkle, längsgestreifte Musterung, sowie darauf jeweils ein oben angeschnittener ovaler Bilderrahmen und Wandschmuck
Wirkung
kühl vs. warm, streng vs. gütig, distanziert vs. vertraut, repräsentativ vs. intim, präsent, nah, authentisch vs. gestellt, ernst, wichtig, Mann steif, Kinder gebannt, Mutter in sich ruhend, stolz, herausgeputzt, fein, aggressiv, vibrierend
In einer Einleitung sollen Künstler, Titel, Jahr, Technik, Maße und das Thema genannt werden:
Das Ölgemälde „Die Familie des Künstlers“, im Jahr 1927 von Otto Dix mit den Maßen 80×50cm gemalt, zeigt eine Familie mit Vater, Mutter und zwei Kindern.
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Hochformat, Familienporträt (Mutter, Vater, Mädchen und Baby)
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Mutter gezeigt von der Hüfte aufwärts, Kopf zur Mitte und zum Baby geneigt, breitbeinig und frontal sitzend, rechts angeschnitten
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kurzärmeliges rotes Kleid mit V-Ausschnitt
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Kopf geneigt mit gesenktem Blick, angedeutetes Lächeln, rosige Wangen, braune, schulterlange, gewellte Haare, markanter Pony
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im Vordergrund unten mittig Baby auf Schoß der Mutter sitzend, von ihrem rechten Arm gehalten
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Kopf des Babys nach rechts, helle Augen
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in weiße Decke gewickelt, weißer Strampler, nackte speckige Beine, angewinkelte Haltung von Armen und Beinen, zarter, blonder Flaum auf Kopf
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Vater, den Kopf von der rechten Bildseite her ins Bild reckend, Blick dem Baby auf Augenhöhe zugewendet, zerzauste blonde Haare, fratzenhaft lächelndes Gesicht, Unterkiefer vorgeschoben, eine Hand nahe am Bein des Kindes und der Mutter
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am linken Bildrand, zum Teil verdeckt, kleines Mädchen mit rosafarbenem, ärmellosem Kleid, blonde, schulterlange, gewellte Haare, markanter Pony
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Mädchen den Kopf zur linken Bildseite geneigt, pausbäckig, auffordernder Blick, frontal
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mit ihrer rechten Hand rote Blume nach vorne teils zum Baby, teils zu Betrachtenden reichend
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rot-orange Fläche als Hintergrund
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Datierung und Signatur des Gemäldes oben links
Wirkung
warm, weich, zärtlich, vertraut, intim, innig, liebevoll, ruhig, harmonisch, spannungsvoll, gegensätzlich, irritierend, grotesk, komisch, sarkastisch, überspitzt, präsent, lebendig, bewegt, voll, gedrängt, eng, inszeniert
Zusammenhang zwischen bildsprachlichen Mitteln und Wirkung
Komposition
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schmales Hochformat – einengend, dynamisch, vertraut, intim
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Ballung sowie verschachtelt und kreisähnlich angeordnete Figuren – intim, harmonisch, gedrängt
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Kopf des Babys im Bildzentrum, schräge Anordnung des Babys – Aufmerksamkeit lenkend, präsent, lebendig, dynamisch
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Spiel runder, weich konturierter Körperformen – warm, weich, intim, zärtlich, lebendig, innig
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verschiedene Blickrichtungen und Körperachsen – lebendig, bewegt, dynamisch
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angeschnittene Figuren – voll, gedrängt
Farbe
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Rot-, Braun- und Beigetöne (nahezu monochrome Farbfamilie) – einerseits: warm, weich, harmonisch, intim; andererseits: aggressiv, vibrierend
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Hell-Dunkel-Kontrast, z. B. dunkle Haare der Mutter gegenüber heller Kleidung des Babys, Aufmerksamkeit auf Verbindung von Baby und Mutter lenkend – spannungsvoll, hervorhebend
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leichter Intensitätskontrast, z. B. zarte Rosatöne des Mädchenkleides gegenüber satt roter Blüte und satt rotem Kleid der Mutter, Aufmerksamkeit auf Blume und rotes Kleid der Mutter lenkend – spannungsvoll, inszeniert
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Farbauftrag ohne Pinselspuren, altmeisterlich, feine Konturen und Texturen – präsent, überspitzt
Raum
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auf Augenhöhe (Normalperspektive) – intim, vertraut, ruhig, präsent
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Wand ohne Schatten, wegen warmer Hintergrundfarbe nach vorne drängend – eng, inszeniert, gedrängt, präsent
Motiv
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Berührung der Körper – zärtlich, vertraut, intim, innig
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Blick des Vaters zum Baby, Aufmerksamkeit lenkend, verzerrt lächelnd – intim, vertraut, zärtlich
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verzerrtes Gesicht des Vaters und Mimik des Babys – grotesk, komisch, unnatürlich, inszeniert
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Hand des Vaters in Richtung Mutter und Kind, Kind Blume reichend – zärtlich, vertraut, innig
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Blick der Tochter Aufmerksamkeit lenkend – spannungsvoll, präsent, lebendig, auffordernd
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Blick der Mutter zum Kind lächelnd, mit leicht geneigtem Kopf – vertraut, innig, liebevoll
Gemeinsamkeiten
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Innenraum im Hochformat
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Familie mit Eltern und Kindern als Motiv; Mutter links, Vater rechts
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in sich ruhende Mütter in Kleidern
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Baby mit weißer Kleidung auf dem Schoß der Mutter
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Mädchen mit kurzärmeligem Kleidchen, halblangen blonden Haaren und Pony
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Mädchen nach vorn schauend in ähnlicher Körperhaltung
Unterschiede
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buntfarbige Malerei vs. Schwarz-Weiß-Fotografie
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ausschnitthaft vs. nahezu vollständig abgebildet
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Familie eng um die sitzende Mutter geschart vs. Familie nebeneinander auf einem Sofa sitzend
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Vater lediglich ins Bild hineinragend vs. Vater repräsentativ und Raum einnehmend
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Vater das Baby mit Grimassen belustigend vs. Vater ernst in die Ferne blickend, Fäuste ballend
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Mutter sich dem Baby intensiv zuwendend vs. Mutter das Kind vorzeigend bzw. stützend
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Mädchen seitlich hervorschauend, die Betrachterinnen und Betrachter anblickend, mit Blume auf sich aufmerksam machend vs. Mädchen die Familie in ihrer Position überragend, gebannt an Betrachterinnen und Betrachter vorbeischauend (auf den Fotografen achtend)
Fazit
In den Bildern zeigen sich Ähnlichkeiten in den Rollen der Mütter. Unterschiede zeigen sich in der Darstellung der Kinder und der Väter sowie hinsichtlich des dargestellten Geschehens und der repräsentativen Wirkung. Einerseits charakterisiert das Bild von Dix die familiäre Situation warm, intim, karikaturhaft zugespitzt und lebendig, andererseits drückt die Fotografie von Sander eher eine zurückhaltende, statische, ruhige, auf Haltung und Repräsentation bedachte Stimmung aus, die mittels Uniform, Seidenkleid und Sofa vor allem den sozialen Status der Familie herausstellt.
Stilmerkmale der Neuen Sachlichkeit und des Verismus
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detailreich-überspitzte Darstellung ohne erkennbare Pinselspuren
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Beachtung der korrekten Darstellung von Plastizität (Körper und Kleidung der Eltern und Kinder)
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starke Betonung der Mimik und der Handhaltungen
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Überbetonung mimischer Merkmale des Vaters und des Sohnes
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ironische oder überspitzte Darstellung von Menschen und Alltagsszenen, darunter auch eigene Familienmitglieder, realistische Alltagsszenen
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detailreich-überspitzte Ausgestaltung von Texturen, z. B. Haare, Haut, Kleidung
Kulturhistorische Einordnung
Schonungsloser Realismus, insbesondere auch veristische Malerei wie diejenige von Dix, war in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg besonders aktuell. Mit überkommenen Traditionen sollte gebrochen werden. Klischeehafte oder überhöht-idealisierte Darstellungen der Mitmenschen und deren gesellschaftliche oder historische Rolle in alltäglichen Szenen (wie hier einer Familiendarstellung) sollten durch überspitzte Deutlichkeit, zum Beispiel beim Herausarbeiten physiognomischer Merkmale porträtierter Personen, überwunden werden.
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Das Gemälde zeigt Dixʼ eigene Familie. Intimität und Nähe werden durch Enge, gegenseitige Berührungen und eine warme Farbstimmung versinnbildlicht.
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Eltern und Kinder sowie deren Rollen werden überspitzt dargestellt und in eine teils warm-heimelige, teils hitzig-spielerische Farbstimmung getaucht.
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Im Zentrum steht der farblich deutlich hervorgehobene Junge, traditionell der Stammhalter, auf den man besonders stolz sein kann. Anders als bei klischeehaften Darstellungen von Babys, lässt ihn sein fratzenhaftes Gesicht aber kaum niedlich oder herzig erscheinen.
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Die Eltern blicken nur zum Jungen, nicht zum Mädchen. Die Mutter hält zärtlich den rund gebogenen Arm um ihren Sohn und lächelt milde, der Vater hält seinen Kopf mit grotesk verzerrtem Gesicht leicht unterhalb des Babys, ganz auf diesen fixiert, so als mache er Faxen. Seine große Hand berührt das nackte Bein, wodurch im Unterschied zu seinem Verhältnis zum Mädchen Nähe ausgedrückt wird.
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Die Einheit aus Mutter und Kind ergibt sich kompositorisch aus einer rundlich-ovalen, abgegrenzten Form, die das Mädchen und den Vater isoliert und an den Rand drängt.
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Die Tochter hat die markante Frisur der Mutter sowie die Haarfarbe des Vaters und wird als das Kind dieser Eltern erkennbar. Das Mädchen schiebt seine Hand nach vorn, um dem Baby eine Blume zu reichen. Das vermittelt den Eindruck, als ob auch sie beim Umsorgen des kleinen Bruders zärtlich teilhaben möchte. Mittels der auffälligen Blume durchbricht die Tochter die Barriere, die der Arm der Mutter darstellt. Sein nach vorne gerichteter Blick zu den Betrachtenden zeigt, dass es sich der Beobachtung von außen bewusst ist.
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Der Titel verweist auf die Familie des Künstlers als Thema des Bildes. Diese wird jedoch nicht lediglich abgebildet, sondern ihre innere Konstellation wird ehrlich und ironisch aufgeschlüsselt. Vor allem durch den auf den Jungen fixierten Vater mit seinem dümmlichen Grinsen, das Baby, das eine gar nicht so unschuldige Fratze macht sowie das um Aufmerksamkeit konkurrierende Mädchen. Einzig die Mutter erscheint in diesem Ringen um Aufmerksamkeit als ruhender Pol.