Vorschlag B –Willkommen bei Dido
I Übersetzung
Übersetze den Text in angemessenes Deutsch. (Material 1)
II Interpretation
Fasse die wesentlichen Inhalte von Didos Willkommensrede unter Verwendung lateinischer Textbelege zusammen. (Material 1)
Analysiere die sprachlich-stilistische Gestaltung der Rede Didos von Vers 2 bis Vers 14. (Material 1)
Analysiere die Verse 8 bis 10 metrisch und kennzeichne dabei die wesentlichen Zäsuren. (Material 2)
Vergleiche unter Verwendung von lateinischen Textbelegen Didos Einstellung zu den Trojanern bei deren Ankunft (Material 1) und bei deren Abfahrt (Material 3) und beurteile Didos Verhalten aus stoischer Perspektive.
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Vorbemerkung
Nach einem Seesturm landet Aeneas auf der Flucht aus Troja mit einem Teil seiner Flotte an der libyschen Küste nahe der neu gegründeten Stadt Karthago. Zusammen mit seinem Gefährten Achates erkundet er die Umgebung auf der Suche nach den restlichen Schiffen und Männern. Zuvor waren sie von Aeneas’ Mutter Venus in eine Wolke gehüllt worden und sind somit unsichtbar. Nun beobachten sie, wie sich einige Trojaner Dido, der Königin Karthagos, nähern. Dido begrüßt diese darauf folgendermaßen:
Übersetzungshilfen zu Material 1
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V. 1 |
vultum demissa: hier mit gesenktem Blick (bezogen auf Dido) |
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V. 2 |
solvere, solvo: entfernen |
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V. 3 |
res dura: hier ein hartes Schicksal |
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V. 4 |
moliri: hier machen, tun |
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V. 5 |
Aeneades, Aeneadum, m. (Pl.): Aeneaden (Gefährten des Aeneas) |
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V. 7 |
tutos dimittam = vos tutos dimittam |
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V. 8 |
vultis: Form von velle |
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V. 9 |
urbem quam statuo = urbs, quam statuo |
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V. 10 |
Tros Tyriusque mihi […] agetur: Übersetze: Trojaner und Tyrier werden von mir […] behandelt werden. (Aeneas und seine Gefährten kommen aus Troja, Dido und die Ihren aus Tyros.) |
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V. 11 |
rex ipse: Beziehe auf Aeneas (V. 12). |
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V. 12 |
adforet = adesset |
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V. 13 |
extrema lustrare: hier die Grenzregionen absuchen |
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V. 14 |
si: hier ob |
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V. 15 |
animum arrecti (+ Abl.): ermutigt durch (etwas) (bezogen auf fortis Achates et pater Aeneas) |
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V. 16 |
iamdudum: doch endlich, sofort |
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V. 17 |
prior: hier zuvor, vorher |
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V. 18 |
nate dea (Vokativ): Sohn der Göttin |
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V. 19 |
classem sociosque receptos: Ergänze (esse) vides. |
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V. 21 |
submergi, submergor, submersus sum: versinken, untergehen, ertrinken |
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V. 22 |
circumfusus, -a, -um: umhüllend, umgebend |
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V. 23 |
se scindere: hier sich spalten, verschwinden |
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V. 25 |
os umerosque: hinsichtlich seines Gesichts und seiner Gestalt |
Material 2
Vultis et his mecum pariter considere regnis?
Urbem quam statuo, vestra est : Subducite naves!
Tros Tyriusque mihi nullo discrimine agetur .
Material 3
Vorbemerkung
Bei Aeneas’ Abfahrt aus Karthago spricht Dido folgende Worte:
Vergil: Aeneis IV, 622–629, in: P. Vergili Maronis Opera, ed. Roger A. B. Mynors, Oxford 1972.
1 Tyrii / Tyrier – Gemeint sind die Bewohner Karthagos.
2 stirpem / Stamm – Gemeint ist der Stamm des Aenas
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Dann spricht Dido mit gesenktem Blick kurz:
„Entfernt aus dem Herzen die Furcht, Trojaner, und verbannt eure Sorgen. Ein hartes Schicksal und das kurze Bestehen der Herrschaft zwingen mich, Derartiges zu tun und weithin meine Grenzen durch Wächter zu schützen. Wer kennt denn nicht das Geschlecht der Aeneaden, wer denn nicht die Stadt Troja, (dazu) die Heldentaten und Helden oder die Brände des so gewaltigen Krieges? […] Ich werde euch durch meine Hilfe geschützt gehen lassen und mit meinen Mitteln unterstützen. Wollt ihr euch darüber hinaus gleichberechtigt mit mir in diesem Gebiet niederlassen? Die Stadt, die ich erbaue, ist (auch) eure! Zieht die Schiffe ans Land! Trojaner und Tyrier werden von mir ohne Unterschied behandelt werden. Wenn doch auch Aeneas, euer König selbst, vom selben Südwind getrieben, hier wäre! Ich jedenfalls werde zuverlässige Boten an die Küsten entsenden und sie beauftragen, die Grenzregionen Libyens abzusuchen, ob ein Gestrandeter in irgendwelchen Wäldern oder Städten (herum)irrt.“
Durch diese Worte ermutigt, brannten sowohl der tapfere Achates als auch Vater Aeneas darauf, doch endlich aus der Wolke auszubrechen. Zuvor spricht Achates Aeneas an: „Sohn der Göttin, welcher Entschluss erhebt sich nun in deinem Geist? Du siehst alles sicher: Die Flotte und die Gefährten siehst du gerettet. Ein einziger, den wir selbst inmitten der Flut untergehen sahen, fehlt. Der Rest entspricht den Worten deiner Mutter.“
Kaum hatte er dies gesprochen, als plötzlich die sie umhüllende Wolke verschwand und sich in Luft auflöste. Aeneas blieb stehen und erstrahlte im hellen Licht, hinsichtlich seines Gesichts und seiner Gestalt einem Gott ähnlich.
II Interpretation
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Zu Beginn ihrer Ansprache fordert Dido die angelandeten Trojaner imperativisch auf, ihre Furcht und Sorgen abzulegen (V. 2: "Solvite corde metum, Teucri, secludite curas!").
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Sie rechtfertigt die strenge Bewachung ihrer Küsten und Grenzen apologetisch mit der noch ungesicherten Machtposition und der schwierigen politischen Situation ihres neu gegründeten Reiches (V. 3-4: "Res dura et regni novitas me talia cogunt moliri et late fines custode tueri.").
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Dido betont durch rhetorische Fragen, dass ihr der Ruhm der Trojaner, die Zerstörung ihrer Stadt sowie die Tapferkeit der Männer bereits bestens bekannt seien, wodurch sie große Empathie signalisiert (V. 5-6: "Quis genus Aeneadum, quis Troiae nesciat urbem virtutesque virosque aut tanti incendia belli?").
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Im Zentrum der Rede unterbreitet sie den Flüchtlingen zwei großzügige Handlungsoptionen.
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Einerseits bietet sie ihnen an, sie bei der sicheren Weiterreise materiell zu unterstützen und auszurüsten (V. 7: "Auxilio tutos dimittam opibusque iuvabo.").
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Andererseits lädt sie die Trojaner dazu ein, ihre Schiffe an Land zu ziehen und sich als gleichberechtigte Bürger dauerhaft in Karthago niederzulassen (V. 8-9: "Vultis et his mecum pariter considere regnis? Urbem quam statuo, vestra est: Subducite naves!").
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Für diesen Fall der Niederlassung garantiert sie eine absolute juristische und gesellschaftliche Gleichbehandlung von Trojanern und den einheimischen Tyriern (V. 10: "Tros Tyriusque mihi nullo discrimine agetur.").
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Am Ende ihrer Ausführungen äußert sie den starken Wunsch, dass auch Aeneas selbst anwesend wäre (V. 11-12: "Atque utinam rex ipse [...] adforet Aeneas!").
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Konsequent kündigt sie an, Suchtrupps an die Küsten und in die Grenzgebiete Libyens auszusenden, um nach dem womöglich verschollenen Anführer zu suchen (V. 12-14: "Equidem per litora certos dimittam et Libyae lustrare extrema iubebo, si quibus eiectus silvis aut urbibus errat.").
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Direkter Einstieg und Zuspruch (V. 2): Der zweifache Imperativ („Solvite“, „secludite“) zu Beginn erzeugt zusammen mit dem Asyndeton und dem strengen Parallelismus eine beruhigende, zugleich bestimmt-energische Wirkung, während die Apostrophe („Teucri“) die trojanischen Gäste direkt und vertrauensvoll anspricht.
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Apologetische Rechtfertigung (V. 3–4): Die abstrakten Sachverhalte („Res dura et regni novitas“) werden durch eine Personifikation als erzwingende Subjekte dargestellt („cogunt“), was Didos harten Grenzschutz entschuldigt; das Enjambement von V. 3 auf V. 4 hebt das Verb „moliri“ nachdrücklich hervor.
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Rhetorische Fragen und Anapher (V. 5–6): Die rhetorischen Fragen mit der eingeleiteten Anapher von „quis ... quis“ drücken aus, dass der Ruhm der Trojaner universell bekannt ist, was den Angereisten schmeichelt.
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Klangfigur und Metonymie (V. 6): Das Polysyndeton sowie die prägnante Alliteration („virtutesque virosque“) heben die ethische und physische Qualität der Trojaner hervor, während die bildhafte Metonymie („tanti incendia belli“) den Schrecken des Trojanischen Krieges veranschaulicht.
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Strukturiertes Hilfsangebot (V. 7): Didos Hilfsversprechen ist in einem ausbalancierten Parallelismus verfasst („Auxilio tutos dimittam opibusque iuvabo“), wodurch die praktische Unterstützung hervorgehoben wird.
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Syntaktische Hervorhebung der Gastfreundschaft (V. 9): Durch eine Prolepsis bzw. Attraktion („Urbem quam statuo, vestra est“) zieht Dido das Bezugswort „Urbem“ an die erste Stelle des Satzes, was den Wert ihres Angebots – die unmittelbare Teilhabe an ihrer Stadt – rhetorisch ins Zentrum rückt.
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Gleichstellungsformel (V. 10): Die Alliteration und Antithese der beiden Kollektiva im Singular („Tros Tyriusque“) drückt die angestrebte Verschmelzung beider Völker aus; verstärkt wird dies durch das Rahmentrennungs-Hyperbaton („nullo ... discrimine“).
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Affektgeladener Optativ und Spannungserzeugung (V. 11–12): Der Wunsch nach Aeneas' Anwesenheit wird durch die Partikel „utinam“ mit Konjunktiv ausgedrückt; das weit gespannte Hyperbaton im Enjambement („rex ipse [...] Aeneas“) baut bis zur Enthüllung des Namens am Beginn von Vers 12 metrische Spannung auf.
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Systematischer Suchbefehl (V. 13–14): Die Alliteration „Libyae lustrare“ betont die Gründlichkeit der Suchaktion, während die Antithese „silvis aut urbibus“ die Vollständigkeit der Nachforschungen im unwegsamen wie auch im besiedelten Terrain verdeutlicht.
Bei allen drei Versen handelt es sich um daktylische Hexameter. Die zugrunde liegenden Versmuster sind:

Die regelmäßige metrische Gestaltung verleiht Didos zentralem Angebot – Aufnahme und Gleichbehandlung der Trojaner – einen ruhigen und bestimmten Charakter.
Vergleich von Didos Einstellung (Ankunft vs. Abfahrt)
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Bei der Ankunft der Trojaner begegnet Dido diesen mit ausgeprägter Empathie, Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft (Material 1).
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Sie fordert die Fremden gütig auf, ihre Furcht abzulegen (Material 1, V. 2: "Solvite corde metum, Teucri, secludite curas!").
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Dido bietet großzügige materielle Unterstützung für die Weiterreise an (Material 1, V. 7: "Auxilio tutos dimittam opibusque iuvabo").
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Sie offeriert sogar die völlige gesellschaftliche und rechtliche Gleichstellung sowie die Integration der Trojaner in ihr neu gegründetes Reich (Material 1, V. 9: "Urbem quam statuo, vestra est" sowie V. 10: "Tros Tyriusque mihi nullo discrimine agetur").
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Bei der Abfahrt des Aeneas hat sich diese Haltung in absoluten Hass (odium), unbändige Wut (furor) und Zerstörungswillen verkehrt (Material 3).
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Sie verflucht Aeneas und fordert ihr Volk auf, seinen Stamm und seine Nachkommen in alle Ewigkeit mit Hass zu verfolgen (Material 3, V. 1-2: "stirpem et genus omne futurum exercete odiis").
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Die anfängliche Inklusion weicht der Forderung nach ewiger politischer und militärischer Feindschaft (Material 3, V. 3: "Nullus amor populis nec foedera sunto!").
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Dido beschwört einen künftigen Rächer, der die trojanischen Siedler vernichten soll (Material 3, V. 4-5: "Exoriare aliquis nostris ex ossibus ultor, qui face Dardanios ferroque sequare colonos").
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Sie gipfelt in einem totalen, kosmologischen Fluch, der selbst die Naturkräfte und zukünftigen Generationen in den Krieg einbezieht (Material 3, V. 7-8: "Litora litoribus contraria, fluctibus undas imprecor, arma armis: pugnent ipsique nepotesque!").
Beurteilung von Didos Verhalten aus stoischer Perspektive
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Das stoische Ideal fordert ein Leben im Einklang mit der kosmischen Ordnung und der Vernunft (secundum naturam vivere) sowie die Erreichung absoluter Gemütsruhe (apatheia / ataraxia).
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Bei der Ankunft (Material 1) handelt Dido rational, staatstragend und im Einklang mit stoischen Vorstellungen von clementia (Milde) und humanitas (Menschlichkeit), da sie ihre Entscheidungen vernunftgesteuert (ratio) trifft.
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Bei der Abfahrt (Material 3) repräsentiert Dido hingegen das genaue Gegenteil des stoischen Weisen (sapiens).
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Sie wird vollständig von destruktiven Affekten (perturbationes animi), insbesondere von unkontrolliertem Zorn (ira), Schmerz (dolor) und Wahnsinn (furor), beherrscht.
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Aus stoischer Sicht begeht sie den kognitiven Fehler, ihr persönliches Glück von äußeren, nicht kontrollierbaren Dingen (adiaphora) – der physischen Anwesenheit des Aeneas – abhängig zu machen.
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Anstatt das durch die Götter vorherbestimmte Schicksal (fatum / providentia), das Aeneas zur Abreise und Gründung Roms zwingt, in stoischer Gelassenheit (amor fati) zu akzeptieren, rebelliert sie leidenschaftlich und irrational dagegen.
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Ihr maßloser Fluch und der aus der extremen Affektbelastung resultierende Suizid kennzeichnen sie aus stoischer Perspektive als stulta (Törin), deren Vernunft (ratio) vollständig von den Leidenschaften besiegt wurde.