Aufgabe 4 – Vollständige und unvollständige Protolyse
Säuren und Basen reagieren unterschiedlich. Je nach Art der Säure oder Base findet in wässriger Lösung eine vollständige oder unvollständige Protolyse statt.
Formuliere die Reaktionsgleichung der Reaktion zur Bildung von Chlorwasserstoff nach Glauber (M 1).
Erläutere das Donator-Akzeptor-Prinzip am Beispiel der Bildung von Salzsäure (M 1).
Gib die Namen der fehlenden modellhaft dargestellten Teilchen in Abbildung 1 an (M 1).
Gib die Valenzstrichformel eines Ammonium-Ions an (M 2).
Begründe die Zuordnung des Ammonium-Ions zu den Brönsted-Säuren (M 2).
Berechne den pH-Wert der in M 3 beschriebenen Salzsäure.
Berechne den Anteil an Ammonium-Ionen, die in der in M 3 beschriebenen Lösung protolysiert sind.
Beurteile die Aussage: „Je höher der pH-Wert einer Salzsäure-Lösung, desto geringer ist der Anteil der Säure-Moleküle, die protolysiert sind.“
Stelle eine Hypothese zur Eignung von Universalindikator-Lösung für die Unterscheidung der in M 4 genannten Lösungen auf (M 2, M 4).
Ermittle experimentell die im Reagenzglas enthaltene Lösung durch einen Anionen-Nachweis und fordere ein dazu benötigtes Nachweismittel an (M 4).
Hinweis: Für den Fall, dass du keine auswertbare Beobachtung erzielt hast, kannst du dir Ersatzbeobachtungen unter Abzug von 3 BE geben lassen.
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?M 1: Salzsäure
Salzsäure entsteht durch Einleiten von gasförmigem Chlorwasserstoff () in Wasser. Die Chlorwasserstoff-Moleküle protolysieren vollständig und es läuft folgende Reaktion ab:
Obwohl bereits die Römer Salzsäure verwendeten, gelang die Herstellung großer Mengen Salzsäure erst dem deutschen Apotheker Johann Rudolph Glauber im 17. Jahrhundert. Er ließ Kochsalz () mit Schwefelsäure (
) reagieren. Dabei verdrängte Schwefelsäure Chlorwasserstoff aus dem Salz und es bildete sich Natriumsulfat. Der entstandene Chlorwasserstoff wurde anschließend in Wasser eingeleitet.

Abbildung 1: Modellhafte Darstellung der Teilchen beim Einleiten von Chlorwasserstoff in Wasser
M 2: Saurer Charakter von Ammoniumsalz-Lösungen
Lösungen einiger Ammoniumsalze (z. B. Ammoniumchlorid – ) weisen einen sauren Charakter auf, der ausschließlich durch die Ammonium-Ionen zu begründen ist. Im Gegensatz zu Chlorwasserstoff protolysieren die Ammonium-Ionen unvollständig, d. h. hier nur zu einem geringen Anteil.
M 3: Salzsäure und Ammoniumchlorid-Lösung gleicher Stoffmengenkonzentration
Salzsäure:
In 5 L Wasser werden 1,5 mol Chlorwasserstoff eingeleitet. Der pH-Wert wird bestimmt.
Ammoniumchlorid-Lösung:
Der pH-Wert einer gleichkonzentrierten Ammoniumchlorid-Lösung wird bestimmt. Der pH-Wert beträgt 4,88.
M 4: Experiment
Die Stoffe Schwefelsäure und Ammoniumchlorid liegen als verdünnte, gleichkonzentrierte Lösungen vor.
Du erhältst ein Reagenzglas mit einer der beiden Lösungen.
Silber(I)-salz-Lösungen stehen für den Nachweis nicht zur Verfügung.
Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!
monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Formulieren der Reaktionsgleichung:
Erläutern des Donator-Akzeptor-Prinzips:
-
Chlorwasserstoff-Moleküle geben ein Proton ab (Protonendonator)
-
Wasser-Moleküle nehmen ein Proton auf (Protonenakzeptor)
-
Protonenübergang vom Chlorwasserstoff-Molekül auf ein Wasser-Molekül
Angeben der Namen:
-
Oxonium-Ion
-
Chlorid-Ion
Angeben der Valenzstrich-Formel:

Begründen der Zuordnung:
-
Brönsted-Säuren sind Protonen-Donatoren
-
Ammonium-Ionen besitzen stark polarisierte Wasserstoff-Atome,
-
welche als Wasserstoff-Ionen abspaltbar sind
Berechnen des pH-Werts:
Berechnen des Anteils:
-
-
bei gegebener Lösung:
-
-
Anteil:
Beurteilen der Aussage:
-
Der pH-Wert ist von der Konzentration und der Stärke der Säure abhängig.
-
Salzsäure ist eine sehr starke Säure. Alle Säure-Moleküle in der Lösung sind vollständig protolysiert, d.h. der Anteil bleibt gleich.
-
Sachurteil: Die Aussage ist falsch.
Aufstellen einer Hypothese:
-
Hypothese: Die Unterscheidung nur mit Universalindikator-Lösung ist möglich.
-
Begründung: Aufgrund unterschiedlicher
-Werte der beteiligten Teilchen weisen gleichkonzentrierte Lösungen von Ammoniumchlorid und Schwefelsäure verschiedene
-Werte auf (Indikatorfarbe verschieden).
-
-
Chlorid-Ionen nur mit vernachlässigbarem Einfluss
Experimentelles Ermitteln:
-
Einhalten des Arbeitsschutzes
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Anfordern eines geeigneten Nachweismittels (Bariumchlorid-Lösung)
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Zugabe des Nachweismittels
-
Angeben einer Beobachtung: Bildung eines weißen Niederschlags
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Deuten der Beobachtung: Fällung von Bariumsulfat
-
Benennen der enthaltenen Lösung: Es handelt sich um eine Schwefelsäure-Lösung