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Inhaltsverzeichnis

Teil A

Zur Pflanzenfamilie der Leguminosen, auch Hülsenfrüchtler genannt, gehören Bohnen, Erbsen, Linsen und viele weitere Arten. Sie dienen weltweit als Grundnahrungsmittel, da sie reich an Proteinen, Ballaststoffen und Mineralstoffen sind. Gleichzeitig enthalten manche Arten natürliche Giftstoffe, die in unzureichend verarbeitetem Zustand gesundheitsschädlich wirken können.

1

Leguminosen, wie die Gartenerbse, Pisum sativum, sind und waren vielseitige Forschungsobjekte.

1.1

Im 19. Jahrhundert führte der Mönch Gregor MENDEL Experimente mit der Gartenerbse durch. Dabei untersuchte er u. a. die Farbe von Erbsenhülsen.

Ein Unterschied zwischen grünen und gelben Erbsenhülsen liegt in der Entwicklung der Chloroplasten. Gelben Hülsenzellen fehlt ein Protein zur Produktion von Chlorophyll.

Fertige eine beschriftete Skizze vom Feinbau eines Chloroplasten an.

3 BE

1.2

MENDELS Kreuzungsversuche mit homozygoten Pflanzen unterschiedlicher Hülsenfarbe zeigten folgende Ergebnisse:

Generation

grüne Hülsen

gelbe Hülsen

Formula: F_1Formula: F_1

alle

keine

Formula: F_2Formula: F_2

Formula: 428Formula: 428

Formula: 152Formula: 152

Erkläre die beobachteten Versuchsergebnisse.

Erstelle für die Bildung der F2-Generation ein Kreuzungsschema.

4 BE

1.3

MENDEL untersuchte bei Gartenerbsen auch die Vererbung der Hülsenform. Er unterschied die glatte (A) und die unregelmäßige, schrumpelige (B) Hülsenform.

Zwei schwarze Silhouetten nebeneinander (A und B) auf weißem Hintergrund.Zwei schwarze Silhouetten nebeneinander (A und B) auf weißem Hintergrund.

Darstellung der Hülsenformen

Erst 2025 konnten Forscher die genetische Ursache für die unterschiedlichen Hülsenformen identifizieren. Ein beteiligtes Gen ist das P-Gen, welches für ein Protein, das an der Zellwandbildung beteiligt ist, codiert.

Hülsenform

Ausschnitt aus der Basensequenz des codogenen Stranges des P-Gens

A

... AGA TCT...

B

... AGA ACT...

Genetischer Code-Rad mit RNA-Codons, zugeordneten Aminosäuren sowie Start- und Stopp-Codons.Genetischer Code-Rad mit RNA-Codons, zugeordneten Aminosäuren sowie Start- und Stopp-Codons.

Begründe die Ausbildung der unterschiedlichen Hülsenformen.

4 BE

1.4

Zur Untersuchung der Zwischenprodukte der Fotosynthese wurden in einem Schülerversuch Chloroplasten aus Erbsenblättern isoliert.

Bei einigen Ansätzen wurde der Farbstoff DCPIP (2,6- Dichlorphenolindophenol) verwendet. DCPIP verändert seine Farbe bei Redoxreaktionen.

Blaues DCPIP (oxidiert) ⇌ farbloses DCPIP (reduziert) mit 2 H+ und 2 e-Blaues DCPIP (oxidiert) ⇌ farbloses DCPIP (reduziert) mit 2 H+ und 2 e-

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Beobachtungen des Versuchs:

Ansatz

Chloroplasten

DCPIP

Licht

Farbe des Ansatzes nach 30 min

Formula: 1Formula: 1

-

+

+

blau

Formula: 2Formula: 2

+

-

+

grün

Formula: 3Formula: 3

+

+

-

blaugrün

Formula: 4Formula: 4

+

+

+

grün

+ vorhanden; - nicht vorhanden

Werte den Versuch aus.

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2

Leguminosen spielen durch die Interaktion mit speziellen Bodenbakterien, den Knöllchenbakterien (Rhizobien), eine bedeutende Rolle im Stickstoffkreislauf eines Ökosystems.

Schematische Darstellung der Stickstofffixierung in Knöllchenbakterien innerhalb einer PflanzenzelleSchematische Darstellung der Stickstofffixierung in Knöllchenbakterien innerhalb einer Pflanzenzelle

Vereinfachte schematische Darstellung der Interaktion zwischen einem Knöllchenbakterium und einer infizierten Wurzelhaarzelle einer Leguminose

TCA – Citratzyklus, Teilprozess der Zellatmung;

NADH + H+ und FADH2 – coenzymgebundener Wasserstoff;

Lb – Leghämoglobin, sauerstofftransportierendes Pflanzenprotein

2.1

Benenne die Beziehung zwischen Knöllchenbakterien und Pflanze und erläutere diese unter stoffwechselphysiologischen Aspekten.

5 BE

2.2

Leguminosen sind wichtige Proteinlieferanten.

Nenne drei Funktionen von Proteinen in Lebewesen.

Weise experimentell das Vorkommen von Proteinen in Linsen nach.

Fordere die dazu benötigten Geräte und Chemikalien schriftlich an.

Fertige ein Protokoll an.

(Hinweis: Die Linsen werden in aufbereiteter Form zur Verfügung gestellt.)

7 BE

3

Um sich vor Schädlingen und Fraßfeinden zu schützen, enthalten einige Leguminosen Gifte wie Saponine und Phasine.

3.1

Kichererbsen, Cicer arietinum, produzieren als Schutz vor Pilzzellen Saponine.

Schematische Zellmembran, Saponin-Moleküle dringen ein und lösen Porenbildung in der Lipiddoppelschicht.Schematische Zellmembran, Saponin-Moleküle dringen ein und lösen Porenbildung in der Lipiddoppelschicht.

Schematische Darstellung zur Wirkung von Saponinen auf die Biomembran der Pilzzellen

Erläutere die fungizide Wirkung der Saponine.

3 BE

3.2

Das Protein Phasin entfaltet beim Menschen seine Wirkung unter anderem durch die Bindung an spezifische Zuckerstrukturen auf der Zelloberfläche von Erythrozyten (rote Blutzellen). Phasin besitzt mehrere Bindungsstellen und kann dadurch mehrere Zellen gleichzeitig verknüpfen.

Erkläre, dass große Mengen an Hülsenfrüchten nur gekocht verzehrt werden sollten.

3 BE

3.3

Calabarbohnen, Physostigma venenosum, produzieren als Gift Physostigmin. Es hemmt die Funktion der Acetylcholinesterase und wirkt dadurch u. a. auf die motorische Endplatte.

Stelle den Verlauf des Natriumionen-Einstroms in die postsynaptische Zelle nach der Freisetzung von Acetylcholin mit und ohne Physostigmin in einem Diagramm dar.

Leite die Wirkung von Physostigmin auf Muskelzellen ab.

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