Lerninhalte
Inhaltsverzeichnis

Teil B

Invasive Arten sind eingeschleppte, gebietsfremde Arten, die unerwünschte Auswirkungen auf andere Arten, Lebensgemeinschaften oder Biotope haben. In Deutschland zählen u. a. der Waschbär (Procyon lotor) und der Götterbaum (Ailanthus altissima) zu den invasiven Arten.

Erläutere die Phasen der Populationsentwicklung des Waschbären in Deutschland.

Begründe anhand der Schadenskriterien des Bundesamtes für Naturschutz, dass Waschbär und Götterbaum als invasive Arten gelten.

Beziehe in deine Darstellung geeignete Sachverhalte aus der nachfolgenden Materialsammlung ein.

20 BE

Material 1

Schadenskriterien:

  • Interspezifische Konkurrenz: Einheimische Arten werden durch die Konkurrenz einer gebietsfremden Art gefährdet.

  • Prädation und Herbivorie: Einheimische Arten werden durch einen gebietsfremden Fressfeind oder gebietsfremden Parasiten gefährdet.

  • Hybridisierung: Ein genetischer Austausch zwischen einheimischer und gebietsfremder Art in der Natur tritt regelmäßig auf, führt zu fertilen Hybriden und damit zur Gefährdung einheimischer Arten.

  • Krankheits- und Organismenübertragung: Die gebietsfremde Art überträgt Krankheitserreger oder andere Organismen (z. B. Parasiten); dies führt zu einer Gefährdung einheimischer Arten.

  • Negative ökosystemare Auswirkungen: Ökosystemeigenschaften (z. B. Vegetationsstrukturen) oder ökosystemare Abläufe (z. B. Nährstoffdynamik, Sukzessionsabläufe) eines Lebensraumes werden durch eine gebietsfremde Art so grundlegend verändert, dass von einer Gefährdung einheimischer Arten auszugehen ist.

Material 2

Diagramm mit Informationen zum amerikanischen Waschbär: Name, Lebensraum, Merkmale, Ernährung, natürliche Feinde.Diagramm mit Informationen zum amerikanischen Waschbär: Name, Lebensraum, Merkmale, Ernährung, natürliche Feinde.

Material 3

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Waschbären erstreckt sich über Nord- und Mittelamerika. Nach Deutschland gelangte die Art zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch Pelztierzüchter. Am Edersee wurden 1934 zwei Waschbärpaare freigesetzt und 1945 entkamen etwa 20 Tiere aus Pelzfarmen in Brandenburg. Bis 1954 standen Waschbären unter Schutz. Heute leben schätzungsweise über 1,6 Mio. Waschbären in Deutschland und ihre Population wächst weiter an.

Diagramm: Populationsgröße über Zeit mit Phasen I–IV; flach in I–II, leichter Anstieg in III, starker Anstieg und Plateau in IV.Diagramm: Populationsgröße über Zeit mit Phasen I–IV; flach in I–II, leichter Anstieg in III, starker Anstieg und Plateau in IV.

Modellhafte Darstellung der Populationsentwicklung

Phase I (Art nicht vorhanden), Phase II (Ansiedlung), Phase III (Ausbreitung), Phase IV (Sättigung)

Material 4

Von 108 Waschbären aus aquatischen Naturschutzgebieten in Deutschland wurden die Mageninhalte analysiert. Die Untersuchungen erfolgten im Frühjahr und Sommer, während der Laichzeit der Amphibien.

Balkendiagramm: Prozentanteile verschiedener Beutetypen in Hessen (weiß) und Brandenburg (schwarz)Balkendiagramm: Prozentanteile verschiedener Beutetypen in Hessen (weiß) und Brandenburg (schwarz)

Prozentsatz der Waschbären, bei denen im Magen Reste der angegebenen Beutekategorien gefunden wurden.

Brandenburg: Biosphärenreservat „Elbe Flusslandschaft“

Hessen: Naturschutzgebiet Spessart Wetterau

nachgewiesene Tierarten, u. a.

Amphibien: Gelbbauchunke1, Erdkröte, Teichmolch, Grasfrosch, Echte Frösche

Reptilien: Ringelnatter1

Krebstiere: Flusskrebs

1Diese Arten stehen auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten.

Material 5

Schematische Darstellung des Lebenszyklus eines Wurms: Eier, Larven, Zwischenwirte (Kleinsäuger, Vögel) und Waschbär als EndwirtSchematische Darstellung des Lebenszyklus eines Wurms: Eier, Larven, Zwischenwirte (Kleinsäuger, Vögel) und Waschbär als Endwirt

Entwicklungszyklus des Waschbärspulwurms (Baylisascaris procyconis)

Material 6

Name

Götterbaum (Ailanthus altissima)

Herkunft

Asien, um Formula: 1780Formula: 1780 als Parkbaum in Europa eingeführt

Merkmale

Laubbaum, bis Formula: 30Formula: 30 m hoch, alle Pflanzenteile giftig für Säugetiere und Insekten

Vermehrung

vegetativ durch Wurzelausläufer, generativ durch Flügelnüsse (Anzahl > Formula: 100.000Formula: 100.000/Baum)

Umweltansprüche

Halblicht- bis Volllichtpflanze, keine besonderen Ansprüche an den Boden, Kälteresistenz bis Formula: -30Formula: -30 °C, hohe Trockenheitstoleranz

Steckbrief Götterbaum

Material 7

Der Götterbaum gehört zur Familie der Bittereschengewächse, welche fraßhemmende Abwehrstoffe mit einem breitem Wirkungsspektrum auf Insekten, Pilze und Protozoen produzieren. Außerdem hemmen Extrakte aller Pflanzenteile das Wachstum verschiedener Pflanzenarten.

In einer Studie wurden die ökologischen Effekte des Götterbaumes unter natürlichen Bedingungen untersucht.

Diagramm: Keimrate (%) steigt mit Distanz zum Götterbaum; nahe 0% bis ~5 m, starker Anstieg bis 100% bei 10 m.Diagramm: Keimrate (%) steigt mit Distanz zum Götterbaum; nahe 0% bis ~5 m, starker Anstieg bis 100% bei 10 m.

Einfluss des Götterbaums auf die Keimrate von einheimischen Baumarten in Abhängigkeit von der Entfernung

Material 8

Ailanthus

einheimische Bäume

Anzahl an Bäumen im Untersuchungsgebiet

Formula: 1,75Formula: 1,75

Formula: 1,62Formula: 1,62

Wuchshöhe (cm)

Formula: 377,50Formula: 377,50

Formula: 111,40Formula: 111,40

Durchmesser (mm) in einer Höhe von Formula: 10Formula: 10 cm

Formula: 23,03Formula: 23,03

Formula: 9,49Formula: 9,49

Längenwachstum (mm)

Formula: 288,20Formula: 288,20

Formula: 93,38Formula: 93,38

Vergleich von Ailanthus altissima und einheimischen Baumsetzlingen

Das Untersuchungsgebiet umfasste sechs Waldlichtungen mit jeweils vier Quadraten von je 4 m2 Fläche. Das Längenwachstum wurde als Abstand zwischen der Endknospe der Bäume zur nächstfolgenden Blattknospe gemessen. Es sind jeweils die Mittelwerte angegeben.

Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!

monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?

SchulLV