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Inhaltsverzeichnis

Teil B

Multiple Sklerose (MS) zählt zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen junger Erwachsener, die durch eine Fehlfunktion der Immunabwehr ausgelöst wird. Sie verläuft individuell und kann eine Vielzahl von Beschwerden hervorrufen – deshalb wird sie oft als „Krankheit der 1000 Gesichter“ bezeichnet.

Erläutere, beginnend bei der immunologischen Reaktion, den Zusammenhang zwischen Ursache und vielfältiger Symptomatik der MS.

Begründe die Wirksamkeit von beta-Interferon und dem monoklonalen Antikörper Ofatumumab bei der Behandlung von MS.

Diskutiere die Anwendung von monoklonalen Antikörpern bei der MS-Therapie anhand von vier Argumenten.

Beziehe in deine Darstellungen auch Sachverhalte aus der nachfolgenden Materialsammlung ein.

20 BE

Material 1

Als neurodegenerative Erkrankungen werden eine Vielzahl von Erkrankungen bezeichnet, die durch die schrittweise Zerstörung von Nervenzellen des zentralen Nervensystems (ZNS) gekennzeichnet sind.

Je nach Ausbreitung der Erkrankung auf verschiedene Gehirnareale kommt es zu unterschiedlichen Symptomen. Selten ist das ganze Gehirn betroffen.

Material 2

Im zentralen Nervensystem wird Myelin von Zellfortsätzen der Oligodendrozyten gebildet. Dabei handelt es sich um eine lipid- und proteinreiche Membranstruktur, welche die Axone der Nervenzellen umhüllt.

Schematische Zeichnung: Oligodendrozyt bildet Myelinscheide um Axon, isoliert und versorgt Neurone.Schematische Zeichnung: Oligodendrozyt bildet Myelinscheide um Axon, isoliert und versorgt Neurone.

Funktionen des Myelins

Material 3

Seitliche Gehirnzeichnung mit nummerierten Bereichen und Tabelle zu Funktionen und Symptomen (Frontal-, Kleinhirn, Rückenmark, Sehnerv, Balken)Seitliche Gehirnzeichnung mit nummerierten Bereichen und Tabelle zu Funktionen und Symptomen (Frontal-, Kleinhirn, Rückenmark, Sehnerv, Balken)

Auswahl von MS betroffener Areale des Gehirns, deren Funktion und daraus resultierender Symptome

Material 4

Eine häufige Basistherapie der MS ist die Injektion von beta-Interferon unter die Haut. Obwohl die Wirkung von beta-Interferon noch nicht gänzlich geklärt ist, lassen sich vereinfacht die folgenden Wirkmechanismen beschreiben:

(I) Hemmung der Aktivierung von T-Lymphozyten,

(II) Verringerung der Permeabilität der Blut-Hirn-Schranke.

Diese Therapie ist gut verträglich, zeigt jedoch bei vielen Patienten im späteren Krankheitsverlauf eine geringe Wirksamkeit.

Material 5

Monoklonale Antikörper werden im Labor speziell gegen krankheitsverursachende Strukturen hergestellt. Die Entwicklung eines Antikörpers ist mit immensem Forschungsaufwand verbunden, da geeignete Zielstrukturen identifiziert werden müssen.

Zur Therapie von bisher unzureichend behandelbaren Erkrankungen, wie Alzheimer, Krebs und Multiple Sklerose werden bereits monoklonale Antikörper eingesetzt. Abhängig von der Zielstruktur können gravierende Nebenwirkungen, darunter eine verminderte Immunreaktion, auftreten.

Außerdem müssen die Antikörper in regelmäßigen Abständen direkt in die Blutbahn oder mit Hilfe einer Spritze unter die Haut verabreicht werden.

Material 6

Erkrankungen, bei denen fehlgeleitete Immunzellen körpereigene Strukturen (Autoantigene) angreifen, werden als Autoimmunerkrankungen bezeichnet. Die Ursache für die fehlerhafte Präsentation der Autoantigene ist bislang noch nicht geklärt. Bei der MS richtet sich die Autoimmunreaktion gegen Oligodendrozyten und das von ihnen gebildete Myelin. Auslöser der immunologischen Prozesse sind fehlgeleitete B-Zellen. Sie präsentieren auf ihrer Oberfläche körpereigene Myelinbestandteile. In diesem Fall werden fehlgeleitete T-Helfer-Zellen aktiviert, die weitere immunologische Reaktionen auslösen.

Die Erkrankung erfolgt schubweise, d. h. in zufälligen Zeitabschnitten ist eine starke Immunreaktion zu beobachten. Aus anfänglich milden Symptomen entwickeln sich mit voranschreitender Erkrankung starke Ausfallerscheinungen.

Schematische Darstellung: Immunzellen (B‑Zellen, T‑Zellen, Makrophagen) greifen Myelin und Oligodendrozyten im Zentralnervensystem an.Schematische Darstellung: Immunzellen (B‑Zellen, T‑Zellen, Makrophagen) greifen Myelin und Oligodendrozyten im Zentralnervensystem an.

Vereinfachtes Schema der immunologischen Reaktion bei MS

Material 7

Der monoklonale Antikörper Ofatumumab wird zur Behandlung der MS eingesetzt, wenn die Basistherapie nicht länger wirksam ist.

Ofatumumab erkennt das Oberflächenprotein CD20. Dieses kommt auf einer Vielzahl von B-Lymphozyten vor u. a. auf den fehlgeleiteten B-Zellen, welche für die MS mitverantwortlich sind.

Schematische Darstellung: Ofatumumab bindet CD20 an B‑Zelle, löst zellulären Tod aus und führt zur Zerstörung der B‑Zelle.Schematische Darstellung: Ofatumumab bindet CD20 an B‑Zelle, löst zellulären Tod aus und führt zur Zerstörung der B‑Zelle.

Wirkungsweise des monoklonalen Antikörpers Ofatumumab

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