Aufgabe 3
Materialgestütztes Informieren
Aufgabenstellung
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An deiner Schule findet eine Projektwoche zum Thema „Mobilität gestern – heute – morgen“ statt. Arbeitsgruppen aus verschiedenen Fächern widmen sich dem Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Die Ergebnisse sollen der Schulgemeinschaft und der interessierten Öffentlichkeit in Form einer Projektzeitung am Tag der offenen Tür präsentiert werden.
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Verfasse für diese Projektzeitung einen informierenden Beitrag über das Motiv des Automobils in der Literatur um 1900.
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Nutze dazu die folgenden Materialien 1 bis 6 und beziehe Kenntnisse zu den Umbrüchen in der deutschsprachigen Literatur um 1900 ein.
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Formuliere eine geeignete Überschrift.
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Verweise auf die Materialien erfolgen unter Angabe des Namens der Autorin bzw. des Autors und ggf. des Titels.
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Dein Beitrag sollte ca. 1 200 Wörter umfassen.
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Material 1: Berlin um 1920: Berlin vor 100 Jahren: Viel los auf dem Potsdamer Platz um 1920 (2022)

Berlin vor 100 Jahren: Viel los auf dem Potsdamer Platz um 1920.
Quelle: Berlin um 1920: Bilder der Stadt im Umbruch (30.09.2022). 07.11.2026. © IMAGO / Arkivi
Material 2: Dorit Müller: Figuren literarischer Verarbeitung automobiler Erfahrung (2004)
Aus: Dorit Müller: Gefährliche Fahrten. Das Automobil in Literatur und Film um 1900. Würzburg: Verlag Königshausen & Neumann 2004, S. 269–271.
Alle im Text genannten Persönlichkeiten sind um die Jahrhundertwende aktive Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die hier im Kontext der von ihnen in ihren literarischen Werken thematisierten Aspekte genannt werden.
Erläuterungen:
1 vitalistisch: dem Vitalismus angehörig. Vitalismus bezeichnet die Lehre, dass eine besondere, nicht erklärbare Lebenskraft alle Lebenserscheinungen entscheidend erhält und beeinflusst.
2 biologistisch: Biologismus bezeichnet die Übertragung biologischer Maßstäbe und Begriffe auf nicht biologische Verhältnisse.
Dorit Müller (*1969) ist Literatur- und Medienwissenschaftlerin.
Material 3: Filippo Tommaso Marinetti: Manifest1 des Futurismus (1909)
Am 20. Februar 1909 publizierte der junge italienische Jurist und Dichter Filippo Tommaso Marinetti in der französischen Zeitung „Le Figaro“ sein „Futuristisches Manifest“ und begründete damit die futuristische Bewegung.
Aus: Filippo Tommaso Marinetti: Manifeste des Futurismus. Berlin: Matthes & Seitz Verlagsgesellschaft 2018, S. 12–14. Übersetzt von Stefanie Golisch.
Erläuterungen:
1 Manifest: öffentliche Erklärung von Zielen und Absichten, oft politischer Natur.
2 Salto mortale: (wörtl. Todessprung) besonders gefährlicher Sprung in der Artistik.
3 Nike von Samothrake: kurz nach 190 v. Chr. entstandene griechische Skulptur, die die Siegesgöttin Nike darstellt und sich heute im Louvre in Paris befindet.
Filippo Tommaso Marinetti (1876–1944) war eine bis heute umstrittene Person. Einerseits war er ein italienischer Schriftsteller und Maler, der als Gründer des Futurismus, der ersten künstlerischen Avantgarde des 20. Jahrhunderts in Italien, gilt. Andererseits war er ab 1914 dem späteren italienischen Diktator Benito Mussolini eng verbunden und entwickelte sich im Laufe seines Lebens zu einem faschistischen Ideologen und Politiker.
Material 4: Dorit Müller: Das Automobil in der frühexpressionistischen Literatur. Zum Verhältnis von Expressionismus und Technik (2004)
Aus: Dorit Müller: Gefährliche Fahrten. Das Automobil in Literatur und Film um 1900. Würzburg: Verlag Königshausen & Neumann 2004, S. 67 f.
Dorit Müller (*1969) ist Literatur- und Medienwissenschaftlerin.
Material 5: Alfred Lichtenstein: Schwärmerei (1911)
Quelle: Alfred Lichtenstein: Dichtungen. Hg. von Klaus Kanzog und Hartmut Vollmer. Zürich: Arche Verlag 1989, S. 17.
Alfred Lichtenstein (1889–1914) war Schriftsteller.
Material 6: Ernst Blass: Autofahrt (1911)
Quelle: Ernst Blass: Autofahrt. In: Die Aktion. Jg. 1, Nr. 11 (01.05.1911), Sp. 341.
Ernst Blass (1890–1939) war Schriftsteller.
Sofern nicht anders angegeben, entsprechen Rechtschreibung und Zeichensetzung in allen Materialien der Textquelle.
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Motoren der Moderne – Das Automobil als zentrales Symbol der Literatur um 1900
Einleitung: Mobilität verändert die Welt
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Wie selbstverständlich wird Mobilität in Zukunft sein? Vielleicht gehört eine Reise zum Mars eines Tages ebenso zum Alltag wie heute eine Autofahrt in den Urlaub. Um 1900 allerdings war bereits das Automobil eine technische Neuerung, die vielen Menschen nahezu grenzenlose Möglichkeiten zu eröffnen schien.
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Das Gefühl einer völlig neuen, grenzenlos wirkenden Mobilität faszinierte die Menschen. Distanzen konnten schneller überwunden werden, Geschwindigkeit wurde unmittelbar erfahrbar und technische Entwicklungen veränderten den Alltag grundlegend. Gerade deshalb wurde das Automobil für Schriftstellerinnen und Schriftsteller der Jahrhundertwende zu einem wichtigen Motiv: Es bündelte Hoffnungen, Ängste und gesellschaftliche Konflikte und entwickelte sich zu einem Symbol der Moderne.
Das Automobil als Thema einer tiefgreifenden Umbruchszeit
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Ein historisches Foto des Potsdamer Platzes um 1920 veranschaulicht diese Übergangsphase besonders deutlich: Pferdefuhrwerke, Straßenbahnen und Automobile bewegen sich gleichzeitig durch die Stadt. Altes und Neues existieren unmittelbar nebeneinander (Material 1).
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Um 1900 befand sich Europa insgesamt in einer Phase tiefgreifender Veränderungen. Industrialisierung, Urbanisierung und wissenschaftlicher Fortschritt veränderten vertraute Lebensweisen. Zugleich wurden traditionelle Vorstellungen durch neue Denkansätze infrage gestellt, etwa durch Freuds Psychoanalyse oder Darwins Evolutionstheorie.
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Auch die Literatur reagierte auf diese Verunsicherung. Unterschiedliche Strömungen wie Symbolismus, Décadence, Ästhetizismus, Expressionismus oder Futurismus suchten jeweils eigene Antworten auf die Herausforderungen der Moderne. Besonders im Futurismus und Expressionismus spielte das Automobil eine wichtige Rolle. Während die Futuristen technischen Fortschritt nahezu enthusiastisch feierten, reagierten expressionistische Autorinnen und Autoren deutlich ambivalenter und verbanden Faszination mit Skepsis.
Geschwindigkeit als Versprechen von Freiheit und Erneuerung
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Die Literatur- und Medienwissenschaftlerin Dorit Müller beschreibt drei zentrale Bedeutungsfelder des Automobils in der Literatur um 1900: Geschwindigkeit, Gewalt und Leben (Material 2).
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Vor allem die zuvor kaum gekannte Geschwindigkeit übte eine starke Faszination aus. Das Automobil versprach, räumliche Grenzen zu überwinden und Menschen von bisherigen Einschränkungen zu lösen. Autofahren konnte dadurch für Unabhängigkeit, Selbstbestimmung und Bewegungsfreiheit stehen.
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Müller beschreibt das Auto deshalb als Symbol kultureller Erneuerung und als Ausdruck einer emanzipatorischen Kraft gegenüber Natur und Tradition. Für die Schriftstellerin Marie Holzer etwa konnte das Erleben von Geschwindigkeit als Befreiung von erstarrten Denk- und Lebensformen verstanden werden (Material 2).
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Besonders konsequent wurde diese Begeisterung im Futurismus vertreten. Filippo Tommaso Marinetti erklärte in seinem „Manifest des Futurismus“ von 1909 die Geschwindigkeit sogar zu einer neuen Form von Schönheit (Material 3). Provokant behauptete er, ein Rennwagen sei schöner als die antike Skulptur der Nike von Samothrake. Damit stellte er traditionelle Vorstellungen von Kunst bewusst infrage und erklärte technische Dynamik zu einem neuen ästhetischen Ideal.
Das Auto als Ausdruck von Aggression und Gewalt
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Marinettis Begeisterung für moderne Technik bleibt jedoch nicht bei Geschwindigkeit und Bewegung stehen. Sein Futurismus verbindet die neue technische Welt ausdrücklich mit Kampf, Mut, Kühnheit und Aggression.
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Literatur soll seiner Vorstellung nach nicht mehr Ruhe, Harmonie oder Nachdenklichkeit verkörpern. Stattdessen sollen Bewegung, Energie und Angriffslust im Mittelpunkt stehen. Der Satz „Ein Werk ohne aggressiven Charakter kann kein Meisterwerk sein“ bringt diese radikale Haltung deutlich zum Ausdruck (Marinetti, Material 3).
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Auch seine Bildsprache verbindet technische Begeisterung mit Gewalt. Rennwagen erscheinen mit „großen Rohren“ und „explosivem Atem“, während Automobile wie auf Feuersalven dahinzujagen scheinen. Technik und Kriegsbegeisterung werden dadurch eng miteinander verknüpft.
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Dorit Müller zeigt, dass die Verbindung zwischen Automobil und Gewalt auch außerhalb des Futurismus verbreitet war. Autofahrten wurden literarisch häufig als gewaltsames Geschehen beschrieben: Menschen werden überfahren, „zermalmt“, „vergiftet“ oder von der Geschwindigkeit überwältigt (Material 2).
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Gerade die Grenzerfahrung zwischen Gefahr und Lust besaß dabei einen besonderen Reiz. Todesangst und Lebensgefahr konnten paradoxerweise sogar das Gefühl verstärken, besonders intensiv zu leben.
Motorisierung als Ausdruck des Vitalismus
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Damit verbindet sich ein weiteres Bedeutungsfeld: das Automobil als Ausdruck von Leben und Vitalität.
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Um 1900 war der sogenannte Vitalismus weit verbreitet. Dahinter stand die Vorstellung einer besonderen, nicht vollständig erklärbaren Lebenskraft. Das Automobil konnte als technische Verstärkung einer solchen Energie erscheinen.
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Dorit Müller verweist beispielsweise auf das Bild vom „Lebensrhythmus“ des Viertaktmotors: Die Kraft und Dynamik des Fahrzeugs scheinen sich auf die Insassen zu übertragen (Material 2). Rausch, Lust, Allmachtsfantasien und Entgrenzung werden so mit der Bewegung des Autos verbunden.
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Diese Vorstellungen lassen sich zugleich mit zeitgenössischen Ideen verbinden. Sigmund Freud entwickelte um 1900 seine Theorie menschlicher Triebe, während Friedrich Nietzsche mit seiner Vorstellung des „Übermenschen“ die Idee eines Menschen entwarf, der bestehende Normen überwindet und sich selbst neu bestimmt.
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Gerade hier zeigt sich jedoch auch die problematische Seite solcher Vorstellungen. Die Begeisterung für Kraft, Männlichkeit, Gewalt und Selbstüberhöhung konnte politische Folgen haben. Marinettis spätere Nähe zum italienischen Faschismus zeigt, wie leicht die Verherrlichung von Dynamik und Kampf in autoritäre Ideologien übergehen konnte.
Das Automobil im Expressionismus – zwischen Rausch und Todesgefahr
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Anders als der Futurismus verherrlichte der Expressionismus das Automobil nicht vorbehaltlos.
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Dorit Müller betont vielmehr die ambivalente Haltung expressionistischer Schriftstellerinnen und Schriftsteller gegenüber der Technik (Material 4). Einige sahen im Automobil ein Symbol von Befreiung, Geschwindigkeit und Selbstverwirklichung. Andere verbanden es mit Naturzerstörung, Reizüberflutung, Oberflächlichkeit und kultureller Verflachung.
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Gerade diese widersprüchliche Wahrnehmung ist typisch für die Moderne: Begeisterung und Angst bestehen nebeneinander.
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Themen wie Ausgeliefertsein, Orientierungslosigkeit und Untergangsvisionen prägen viele expressionistische Texte. Technischer Fortschritt erweitert zwar die Möglichkeiten des Menschen, kann ihn aber zugleich überwältigen.
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Besonders deutlich wird dies in Alfred Lichtensteins Gedicht „Schwärmerei“ von 1911 (Material 5). Bereits der Anfang „Ach, wer doch ewig Auto fahren könnte –“ bringt die Faszination für Geschwindigkeit und scheinbar grenzenlose Bewegungsfreiheit zum Ausdruck.
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Das lyrische Ich genießt das rasante Fahren, verspottet den Tod und erlebt die Fahrt beinahe als ekstatischen Rausch. Gleichzeitig endet das Gedicht jedoch beinahe zynisch mit einem tödlichen Unfall: An einem Baum findet die Fahrt ein „kräftiges Ende“. Begeisterung und Todesgefahr liegen damit unmittelbar nebeneinander.
Eine neue Sprache für eine dynamische Wirklichkeit
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Die technische Moderne veränderte nicht nur die Themen der Literatur, sondern auch deren sprachliche Gestaltung.
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In Ernst Blass’ Gedicht „Autofahrt“ von 1911 (Material 6) erlebt das lyrische Ich die rasende Fahrt als nahezu vollständigen Verlust von Orientierung. Formulierungen wie „Nebeln“, „keuchend“ oder „zwischen Träumen und Erwachen“ erzeugen eine Atmosphäre zwischen Realität und Halluzination.
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Die Vielzahl schnell aufeinanderfolgender Sinneseindrücke lässt die vertraute Welt zerfallen. Was frühere Generationen langsam zu Fuß oder mit der Kutsche wahrgenommen hätten, zieht nun in Sekundenbruchteilen vorbei.
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Gerade diese neue Wahrnehmung erforderte nach Ansicht vieler Autorinnen und Autoren auch eine neue Form der Sprache. Traditionelle Ausdrucksweisen schienen der Dynamik der modernen Welt nicht mehr gerecht zu werden.
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Deshalb experimentierten besonders expressionistische Texte mit ungewöhnlichen Metaphern, dynamischen Verben, überraschenden Wortkombinationen und sprachlichen Verkürzungen.
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Auch Lichtensteins „Schwärmerei“ zeigt diese sprachliche Experimentierfreude. Die paradoxe Formulierung „Wir überfahren den Wind“ steigert die Geschwindigkeit ins Fantastische. Der Neologismus „durchauteln“ verbindet das Automobil zugleich unmittelbar mit sprachlicher Kreativität.
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Solche Verfahren weisen bereits auf spätere avantgardistische Sprachbewegungen voraus, etwa den Dadaismus.
Der Blick auf Mobilität in einer Welt im Wandel: gestern – heute – morgen
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Die verschiedenen literarischen Strömungen um 1900 reagierten sehr unterschiedlich auf den technischen und gesellschaftlichen Wandel. Dennoch zeigt sich eine Gemeinsamkeit: Das Automobil war für sie weit mehr als nur ein neues Verkehrsmittel.
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Es konnte den Wunsch nach Freiheit, Selbstbestimmung und Entgrenzung verkörpern, zugleich aber auch Angst vor Gewalt, Entfremdung und Kontrollverlust ausdrücken.
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Gerade darin liegt die Aktualität dieser Texte. Auch heute verändert technische Innovation unsere Mobilität grundlegend – beispielsweise durch Elektromobilität, autonomes Fahren oder die Vorstellung zukünftiger Reisen ins All.
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Wie bereits um 1900 lösen solche Entwicklungen gleichzeitig Begeisterung und Skepsis aus. Literatur macht dabei deutlich, dass technischer Fortschritt niemals nur eine Frage neuer Maschinen ist. Er verändert auch die Wahrnehmung des Menschen, sein Selbstverständnis und seine Vorstellungen von Zukunft.
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Das Automobil wird in den literarischen Texten um 1900 deshalb zur Projektionsfläche für Hoffnungen und Ängste einer ganzen Epoche. Gerade deshalb können diese Texte auch heute noch dabei helfen, über Mobilität und technischen Wandel nachzudenken – gestern, heute und morgen.
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