Aufgabe 4
Aufgabenstellung
Stelle den Gedankengang des Textes von Eva Menasse dar und erläutere die Intention. (ca. 40 %)
Erörtere die Position Eva Menasses zur digitalen Kommunikation. Beziehe dabei deine Kenntnisse zur Sprache in politisch-gesellschaftlichen Verwendungszusammenhängen ein. (ca. 60 %)
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Eva Menasse: Alles und nichts sagen. Vom Zustand der Debatte in der Digitalmoderne (2023, Auszug)
Aus: Eva Menasse: Alles und nichts sagen. Vom Zustand der Debatte in der Digitalmoderne. Köln: Kiepenheuer & Witsch 2023, S. 41–47.
1 Twitter: früherer Name der Social-Media-Plattform X.
2 Paul Watzlawick (1921–2007) war Philosoph, Psychotherapeut und Kommunikationswissenschaftler. Der Satz „Behalten Sie Ihren Hammer, Sie Rüpel“ entstammt seinem Sachbuch „Anleitung zum Unglücklichsein“ (1983) und veranschaulicht eine Situation, in der der Akteur eine aggressive verbale Äußerung tätigt, die dem Adressaten vollkommen überraschend und unlogisch erscheint, da sie nicht an eine vorangegangene Kommunikation oder Interaktion anknüpft, sondern ausschließlich auf negativen Erwartungen und Gedankengängen des Akteurs beruht.
3 osmotisch: von Osmose: Prozess, bei dem sich Flüssigkeiten durch eine Membran bewegen, um Konzentrationsdifferenzen auszugleichen.
4 Anspielung auf ein Schiffsunglück im Mittelmeer im Jahr 2013, bei dem zahlreiche Migranten ums Leben kamen.
5 Heimito von Doderer (1896–1966) war ein österreichischer Schriftsteller, der 1915 Leutnant des Ulanenregiments war, einer berittenen Einheit des damaligen österreichischen Heeres.
Eva Menasse (*1970) ist Schriftstellerin und Journalistin.
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Aufgabe 1
Gedankengang des Textes
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Eva Menasse stellt zu Beginn einen grundlegenden Wandel der menschlichen Kommunikation heraus. Während Kommunikation über große Entfernungen über Jahrtausende vor allem durch Briefe möglich war, unterscheidet sich digitale Kommunikation für sie nicht nur technisch, sondern grundsätzlich von früheren Formen. Sie nennt dabei vier wesentliche Merkmale: Digitale Kommunikation ist extrem schnell, unmittelbar, nahezu unbegrenzt vervielfältigbar und grundsätzlich nicht mehr löschbar (vgl. Z. 1–8).
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Anschließend beschreibt Menasse die Folgen dieser neuen Kommunikationsbedingungen. Die digitale Kommunikation erzeuge eine „fatale Illusion von Gleichzeitigkeit und Nähe“ (Z. 9). Nachrichten aus dem privaten Umfeld, berufliche Angelegenheiten und Meldungen über Kriege oder Katastrophen erreichen die Menschen nahezu gleichzeitig. Dadurch werde es immer schwieriger, Informationen nach ihrer tatsächlichen Bedeutung zu ordnen und sinnvoll zu hierarchisieren (vgl. Z. 9–16).
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Gleichzeitig ermöglicht die digitale Kommunikation, auf Meldungen sofort zu reagieren. Dies führe nach Menasse häufig zu vorschnellen und emotionalen Äußerungen. Besonders bei Twitter bzw. anderen sozialen Medien beobachtet sie eine Form übersteigerter Empörung, bei der sehr unterschiedliche Themen mit ähnlich hoher Emotionalität behandelt werden. Auch professionelle Schreibende und Journalistinnen bzw. Journalisten seien davon betroffen und könnten sich in digitale „Kettenbriefe der Empörung“ hineinziehen lassen (vgl. Z. 16–26).
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Dem stellt Menasse anschließend das klassische Briefeschreiben gegenüber. Ein Brief benötigt wesentlich mehr Zeit. Zwischen dem ersten emotionalen Impuls und dem tatsächlichen Absenden liegt eine längere Phase, in der Formulierungen noch einmal überdacht, abgeschwächt oder sogar verworfen werden können. Die Langsamkeit des Briefes wirkt dadurch als eine Art Filter gegen spontane Überreaktionen (vgl. Z. 27–40).
Zeit als zentraler Faktor
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Im weiteren Verlauf erweitert Menasse ihre Überlegungen um eine anthropologische Perspektive. Für sie ist Zeit ein entscheidender Faktor menschlicher Existenz. Technischer Fortschritt beschleunigt viele Lebensbereiche, doch Beschleunigung stellt für sie keinen Wert an sich dar. Der Mensch versuche einerseits, Zeit einzusparen, andererseits drohe ihm gerade durch diese Beschleunigung eine zunehmende Überforderung (vgl. Z. 41–53).
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Beim traditionellen Briefeschreiben wirkte die Zeit nach Menasse wie ein „Airbag“ gegen Affekte und vorschnelle Reaktionen. Ein Brief konnte zunächst geschrieben, anschließend noch einmal gelesen, verändert oder ganz verworfen werden. Diese zeitliche Distanz fehlt bei der digitalen Kommunikation weitgehend. Nachrichten werden häufig unmittelbar verschickt, bevor über ihre Wirkung ausreichend nachgedacht wurde (vgl. Z. 54–60).
Enthemmung durch räumliche Distanz
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Ein weiteres Problem erkennt Menasse darin, dass digitale Kommunikation zeitlich unmittelbar, räumlich aber distanziert stattfindet. Diese Verbindung begünstige ihrer Ansicht nach Enthemmung und Aggression. Sie zieht einen Vergleich zu Waffen: Während ein unmittelbarer körperlicher Angriff die direkte Nähe zum Opfer voraussetzt, erlaubt die Distanz ein Handeln, ohne die Konsequenzen unmittelbar wahrnehmen zu müssen (vgl. Z. 61–70).
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Für diese Enthemmung nennt Menasse den Fachbegriff „online disinhibition effect“. Ihrer Einschätzung nach trägt die Digitalisierung der Kommunikation wesentlich zur Verrohung des öffentlichen Diskurses und zum Verlust von Anstand, Takt und angemessener Distanz bei (vgl. Z. 71–75).
Vermischung von Mündlichkeit und Schriftlichkeit
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Im nächsten Argumentationsschritt unterscheidet Menasse zwischen gesprochener und geschriebener Sprache. Früher seien beide Kommunikationsformen stärker voneinander getrennt gewesen. Gesprochene Sprache sei flüchtig und vergänglich gewesen, während schriftliche Texte durch den höheren Aufwand meist sorgfältiger formuliert worden seien und dadurch größeres Gewicht erhalten hätten (vgl. Z. 76–84).
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Die digitale Kommunikation vermischt diese beiden Bereiche. Einerseits wird häufig so spontan geschrieben, wie normalerweise gesprochen wird. Andererseits bleiben diese Äußerungen dauerhaft gespeichert. Dadurch entsteht nach Menasse ein problematisches „Hybrid“: Das Geschriebene wird spontan und unreflektiert produziert, besitzt aufgrund seiner Speicherbarkeit aber zugleich eine langfristige Wirkung (vgl. Z. 85–94).
Umgang mit persönlichen Daten
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Zum Schluss richtet Menasse den Blick auf den Datenschutz und den persönlichen Umgang mit digitalen Informationen. Sie kritisiert, dass E-Mails und Messenger-Nachrichten häufig unbedacht weitergeleitet werden, obwohl sie sensible persönliche Informationen enthalten können (vgl. Z. 95–101).
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Verantwortung sieht sie dabei sowohl beim Einzelnen als auch bei politischen Institutionen. Der Einzelne müsse sein eigenes Verhalten kritisch prüfen, zugleich müsse die Politik verhindern, dass Staaten oder große Unternehmen private Daten massenhaft auswerten oder wirtschaftlich nutzen. Menasse fordert deshalb ausdrücklich, dass „Diskretion im Netz“ gelernt werden müsse (vgl. Z. 102–107).
Intention des Textes
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Eva Menasse möchte die Leserinnen und Leser auf die problematischen Veränderungen der Kommunikation in der Digitalmoderne aufmerksam machen. Sie stellt vor allem die zunehmende Beschleunigung, die fehlende zeitliche Distanz, die Enthemmung sowie die Vermischung von mündlicher und schriftlicher Kommunikation heraus.
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Der Titel „Alles und nichts sagen“ verweist dabei auf eine zentrale Entwicklung: In digitalen Medien wird sehr viel kommuniziert, doch Wichtiges und Unwichtiges stehen häufig nebeneinander und erhalten nahezu dasselbe Gewicht.
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Menasse will deshalb zu einem bewussteren und kritischeren Umgang mit digitalen Kommunikationsmitteln anregen und vor den Gefahren unreflektierter digitaler Kommunikation warnen.
Aufgabe 2
Erörterung der Position Eva Menasses zur digitalen Kommunikation
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Eva Menasses Kritik an der digitalen Kommunikation trifft in vielen Punkten reale Entwicklungen.
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Dennoch zeigt sich bei genauerer Betrachtung, dass digitale Kommunikation nicht ausschließlich problematisch ist. Ihren Risiken stehen erhebliche gesellschaftliche und politische Chancen gegenüber.
Beschleunigung und Verlust von Reflexion
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Menasses Beobachtung, dass digitale Kommunikation wesentlich schneller geworden ist, lässt sich kaum bestreiten. Briefe werden heute vielfach durch E-Mails oder Messenger-Nachrichten ersetzt. Kommunikation ist nahezu jederzeit möglich.
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Diese Beschleunigung kann tatsächlich dazu führen, dass Genauigkeit und Reflexion abnehmen. Nachrichten werden häufig spontan formuliert und sofort verschickt. Rechtschreib- und Grammatikfehler oder missverständliche Formulierungen entstehen leichter, weil Texte nicht mehr in gleichem Maße überarbeitet werden.
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Auch typische Formen digitaler Kommunikation wie kurze Antworten, Emojis oder Abkürzungen können die Verständlichkeit erschweren. Da außerdem Gestik, Mimik und andere nonverbale Signale fehlen, können Äußerungen leichter falsch verstanden werden.
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Menasses Hinweis auf eine zunehmende Vermischung von Schriftlichkeit und Mündlichkeit ist deshalb nachvollziehbar: Schriftliche Nachrichten übernehmen viele Eigenschaften gesprochener Sprache, bleiben aber gleichzeitig dauerhaft gespeichert.
Fragliche Zeitersparnis
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Menasses Kritik an der vermeintlichen Zeitersparnis lässt sich ebenfalls weiterführen. Zwar ist eine E-Mail erheblich schneller geschrieben und versendet als ein traditioneller Brief.
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Gleichzeitig hat die Zahl der täglich empfangenen und versendeten Nachrichten stark zugenommen. Die gewonnene Zeit wird dadurch häufig wieder aufgehoben. Wer früher beispielsweise einen ausführlichen Brief schrieb, beantwortet heute möglicherweise mehrere E-Mails und Messenger-Nachrichten.
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Die technische Beschleunigung bedeutet deshalb nicht automatisch, dass Menschen tatsächlich mehr freie Zeit gewinnen.
Ungeordnete Nachrichten und Fake News
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Besonders problematisch ist Menasses Hinweis auf die fehlende Hierarchisierung von Informationen. Klassische journalistische Medien ordnen Nachrichten normalerweise nach ihrer gesellschaftlichen Bedeutung.
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In sozialen Netzwerken und personalisierten Newsfeeds erscheinen dagegen politische Nachrichten, private Beiträge, Werbung und Unterhaltung unmittelbar nebeneinander. So kann beispielsweise die Meldung über Kim Kardashians neues Kleid im selben Nachrichtenstrom neben einer Nachricht über Friedensverhandlungen im Nahen Osten stehen. Wichtiges und Unwichtiges werden dadurch leicht auf dieselbe Ebene gestellt.
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Gleichzeitig werden klassische Nachrichtenmedien bzw. gedruckte Zeitungen von vielen Menschen weniger regelmäßig genutzt. Informationen werden zunehmend über digitale Newsfeeds und soziale Netzwerke aufgenommen.
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Ein Algorithmus entscheidet dort häufig anhand individueller Interessen darüber, welche Inhalte sichtbar werden. Dadurch können sogenannte Filterblasen entstehen. Nutzerinnen und Nutzer begegnen vorwiegend Informationen und Meinungen, die ihren bisherigen Ansichten entsprechen.
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Hinzu kommt das Problem von Fake News. Im Internet existiert keine zentrale Instanz, die jede Information vor ihrer Veröffentlichung überprüft. Falschmeldungen können daher schnell verbreitet und beispielsweise zur politischen Einflussnahme, zur Manipulation von Wahlen oder zur gezielten Diskreditierung einzelner Personen eingesetzt werden.
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Menasses Kritik an der hohen Geschwindigkeit, der zunehmenden Verrohung und der teilweise beliebigen Vermischung von Wichtigem und Unwichtigem ist daher in vielen Bereichen überzeugend.
Verrohung und Enthemmung
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Auch der von Menasse angesprochene Enthemmungseffekt ist im digitalen Raum deutlich erkennbar. Menschen äußern sich hinter Bildschirmen teilweise aggressiver, als sie dies im direkten persönlichen Kontakt tun würden.
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Erscheinungen wie Shitstorms, Cybermobbing oder Hasskommentare zeigen, dass räumliche Distanz und teilweise auch Anonymität Hemmschwellen senken können.
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Die fehlende unmittelbare Reaktion des Gegenübers kann dazu führen, dass die Wirkung eigener Worte unterschätzt wird.
Chancen: weltweite Vernetzung
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Trotz dieser Probleme greift Menasses weitgehend negative Sicht zu kurz. Eine der größten Stärken digitaler Kommunikation liegt in der weltweiten Vernetzung.
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Menschen können unabhängig von räumlicher Distanz nahezu in Echtzeit miteinander kommunizieren. Familien und Freundeskreise bleiben über Länder und Kontinente hinweg verbunden.
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Auch in Wissenschaft, Wirtschaft und Politik ermöglicht digitale Kommunikation eine internationale Zusammenarbeit, die früher nur mit erheblichem Aufwand möglich gewesen wäre.
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Videokonferenzen, E-Mails und Messenger-Dienste ermöglichen es beispielsweise Arbeitsgruppen, Unternehmen oder politischen Institutionen, weltweit in Echtzeit zusammenzuarbeiten.
Politische Partizipation und gesellschaftlicher Austausch
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Digitale Medien eröffnen zudem neue Möglichkeiten politischer Partizipation und Teilhabe.
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In einer Demokratie ist es wichtig, dass Bürgerinnen und Bürger am öffentlichen Diskurs teilnehmen können. Soziale Netzwerke ermöglichen es auch Menschen außerhalb klassischer Medieninstitutionen, eigene Positionen öffentlich zu vertreten und sich an Diskussionen zu beteiligen.
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Nutzerinnen und Nutzer können dort Gleichgesinnte finden, zugleich aber auch mit völlig anderen Perspektiven konfrontiert werden.
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Dadurch besteht grundsätzlich die Chance einer Erweiterung des eigenen Horizonts.
Zugang zu Informationen
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Das Internet bietet außerdem einen nahezu unbegrenzten Zugang zu Informationen. Zu fast jedem gesellschaftlichen, politischen oder wissenschaftlichen Thema lassen sich innerhalb kürzester Zeit Quellen finden.
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Gerade deshalb muss jedoch die Fähigkeit zur kritischen Quellenprüfung gestärkt werden.
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Nutzerinnen und Nutzer müssen beispielsweise prüfen, wer den Text verfasst hat und ob die Person als Expertin bzw. Experte oder eher als Laie einzuschätzen ist, aus welchem Jahr die Veröffentlichung stammt und ob die Information noch aktuell ist, welche Interessen hinter einer Veröffentlichung stehen, ob weitere seriöse Quellen dieselben Aussagen bestätigen, und bei Bildern oder Videos, in welchem ursprünglichen Kontext sie entstanden sind und ob sie möglicherweise aus diesem Zusammenhang herausgelöst wurden.
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Hier kommt der Medienerziehung eine zentrale Bedeutung zu. Schulen sollten vermitteln, wie digitale Quellen überprüft, Fake News erkannt und Informationen sinnvoll eingeordnet werden können.
Datenschutz und verantwortungsvolle Kommunikation
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Ebenso wichtig ist ein bewusster Umgang mit den eigenen persönlichen Daten.
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Nutzerinnen und Nutzer müssen lernen, welche Informationen sie veröffentlichen und weiterleiten können und wo die Privatsphäre anderer beginnt.
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Dazu gehören auch das Beachten von Urheberrechten und grundlegenden Verhaltensregeln für Kommunikation im Netz.
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Menasses Forderung nach mehr Verantwortung des Einzelnen ist deshalb berechtigt. Gleichzeitig müssen auch Unternehmen und staatliche Institutionen beim Schutz persönlicher Daten in die Pflicht genommen werden.
Fazit
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Eva Menasse weist überzeugend auf zentrale Risiken der digitalen Kommunikation hin. Besonders ihre Kritik an Beschleunigung, mangelnder Reflexion, Enthemmung, Informationsüberfluss und dem unbedachten Umgang mit persönlichen Daten ist nachvollziehbar.
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Zu einseitig ist jedoch, dass die Vorteile der digitalen Kommunikation in ihrem Text weitgehend ausgeblendet werden. Digitale Medien ermöglichen weltweite Vernetzung, schnelle Informationsbeschaffung, politische Partizipation und internationale Zusammenarbeit.
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Die Konsequenz sollte deshalb nicht darin bestehen, digitale Kommunikation grundsätzlich abzulehnen. Vielmehr muss sie bewusst, kritisch und verantwortungsvoll genutzt werden.
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Entscheidend sind eine umfassende Medienkompetenz, eine sorgfältige Quellenprüfung, ein respektvoller Umgang miteinander und ein verantwortungsbewusster Schutz persönlicher Daten.
Ausblick: Künstliche Intelligenz und Kommunikation
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Die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz verschärft die Frage nach der Zukunft digitaler Kommunikation zusätzlich.
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Künftig wird möglicherweise nicht mehr allein entscheidend sein, über welches Medium eine Nachricht übertragen wurde, sondern auch, ob ein Text überhaupt von einem Menschen verfasst wurde.
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KI kann dabei Chancen bieten, etwa indem große Informationsmengen geordnet oder irrelevante Nachrichten automatisch herausgefiltert werden.
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Gleichzeitig entstehen neue Probleme. Besonders bei der Prüfung von Quellen besteht die Gefahr, dass automatisch erzeugte Inhalte glaubwürdig wirken, obwohl ihre Informationen falsch oder nicht überprüft sind.
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Damit gewinnt die Fähigkeit zur kritischen Prüfung digitaler Inhalte noch weiter an Bedeutung. Nur wenn Nutzerinnen und Nutzer neue technische Möglichkeiten reflektiert einsetzen, lässt sich verhindern, dass sich Menasses Diagnose einer Kommunikationswelt erfüllt, in der letztlich „alles und nichts“ gesagt wird.
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