Lerninhalte
Inhaltsverzeichnis

Thema 1 – Materialgestütztes Argumentieren

Aufgabenstellung

Erörtere, welche Vorteile der öffentliche Personennahverkehr bietet und wie seine Nutzung attraktiver gemacht werden kann.

Beziehe die beigefügten Materialien sowie eigenes Wissen und eigene Erfahrungen sinnvoll in die Argumentation ein. Wenn du Informationen aus den Materialien wörtlich oder sinngemäß übernimmst, musst du dies im Aufsatz angeben.

Material

1: Begriffserklärung

Gesetz über den öffentlichen Personennahverkehr in Bayern (BayÖPNVG)

Symbole für öffentliche Verkehrsmittel: Zug, S-Bahn, U-Bahn, Tram und BusSymbole für öffentliche Verkehrsmittel: Zug, S-Bahn, U-Bahn, Tram und Bus

Artikel 1

(1) 1Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) im Sinn dieses Gesetzes ist die allgemein zugängliche Beförderung von Personen mit Verkehrsmitteln im Linienverkehr, die überwiegend dazu bestimmt sind, die Verkehrsnachfrage im Stadt-, Vorort- oder Regionalverkehr zu befriedigen. 2Das ist im Zweifel der Fall, wenn in der Mehrzahl der Beförderungsfälle eines Verkehrsmittels die gesamte Reiseweite 50 km oder die gesamte Reisezeit eine Stunde in der Regel nicht übersteigt. 3Der öffentliche Personennahverkehr gliedert sich in den allgemeinen öffentlichen Personennahverkehr und den Schienenpersonennahverkehr (SPNV).

(2) 1Zum allgemeinen öffentlichen Personennahverkehr zählt die Beförderung insbesondere mit Straßenbahnen, Hoch- und Untergrundbahnen, Bahnen besonderer Bauart sowie Omnibussen und Kraftfahrzeugen im Linienverkehr. 2Schienenpersonennahverkehr ist unter den Voraussetzungen des Abs. 1 die Beförderung in Zügen der Eisenbahnen.

2: Statistik

ÖPNV hat sich fast wieder vom Corona-Tief erholt

Anzahl der Fahrgäste im deutschen Linienverkehr nach Verkehrsmittel (in Milliarden)

Balkendiagramm 2018–2022 mit je drei Balken pro Jahr für Eisenbahn (grau), Straßen-/U-Bahn (weiß) und Bus (schwarz) mit Werten.Balkendiagramm 2018–2022 mit je drei Balken pro Jahr für Eisenbahn (grau), Straßen-/U-Bahn (weiß) und Bus (schwarz) mit Werten.

nach: Statistisches Bundesamt 2022

3: Karikatur

Barrierefreiheit?

Karikatur: Barrierefreiheit am Bahnhof? defekter Aufzug, Kinderwagen, Gepäck und RollstuhlKarikatur: Barrierefreiheit am Bahnhof? defekter Aufzug, Kinderwagen, Gepäck und Rollstuhl

www.roth-cartoons.de

4: Kostenübersicht

Symbolgrafik: Auto mit Icons für Parken, Kosten, Tanken, Werkstatt, Versicherung und AutowäscheSymbolgrafik: Auto mit Icons für Parken, Kosten, Tanken, Werkstatt, Versicherung und Autowäsche

www.flaticon.com

5: statistische Angaben

Laut Daten der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) ereigneten sich in den Jahren 2016 bis 2020 auf dem Weg zur Arbeit oder von der Arbeit nach Hause mit dem Pkw 267.442, mit dem Fahrrad 128.029 und mit motorisierten Zweirädern 36.421 meldepflichtige Unfälle. 31.007 Versicherte waren zu Fuß unterwegs, als sie einen Unfall hatten. Dagegen verunfallten nur 4.533 Versicherte im Bus und 1.212 im Zug, in der U-Bahn oder Straßenbahn.

www.dguv.de

6: ÖPNV-Strategie für Bayern

Der ÖPNV in Bayern soll für die Zukunft noch besser aufgestellt werden. Damit das gelingt, haben das Verkehrsministerium und der Zukunftsrat ÖPNV, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern von Kommunen, Politik, Verkehrsunternehmen und Interessensverbänden, einen gemeinsamen Fahrplan, die ÖPNV-Strategie 2030 für den Freistaat Bayern, erarbeitet:

Handlungsfeld, z. B.

Teilstrategien, z. B.

Infrastruktur und Fahrzeuge

Erweiterung der Fahrzeugflotten (zum Beispiel 20.000 Busse bis 2030 im Vergleich zu ca. 13.000 heute)

Angebot und Vernetzung

Anschlussmanagement mit abgestimmten Fahrplänen und möglichst kurzen Umsteige- und Wartezeiten

Attraktivitätssteigerung von Haltestellen sowie Verkehrsmitteln

Tarif, Vertrieb und Kommunikation

Etablierung einfacher, durchgängiger Tarife in Bayern

Digitalisierung, Innovation

Vernetzung von öffentlichen Verkehrsmitteln und weiteren Mobilitätsangeboten (z. B. E-Bike, E-Scooter, Mietwagen) für durchgehende Wegeketten

Organisation

Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren im ÖPNV

Verbesserung in der Ausbildung und Anwerbung von Fachkräften

nach: www.stmb.bayern.de

7: Angebot

Sticker mit Text Mit dem JOBTICKET unterwegs!Sticker mit Text Mit dem JOBTICKET unterwegs!

Als Jobtickets werden Monats- oder Jahresfahrkarten bezeichnet, die Unternehmen bei einem Verkehrsbetrieb erwerben und unentgeltlich oder verbilligt an ihre Arbeitnehmer ausgeben. Das Jobticket berechtigt den Eigentümer dazu, öffentliche Verkehrsmittel innerhalb einer bestimmten Region oder Verkehrszone zu nutzen. Oft erhalten die Unternehmen für ihre Arbeitnehmer besondere Konditionen vom Verkehrsbetrieb. Auch ein Deutschlandticket kann ein Jobticket sein.

www.haufe.de

8: Werbeplakat

Zwei Jugendliche, einer telefoniert, einer mit Skateboard vor MVV-Werbeplakat für HandyTicket.Zwei Jugendliche, einer telefoniert, einer mit Skateboard vor MVV-Werbeplakat für HandyTicket.

www.mvv-muenchen.de

9: Online-Information

Eine moderne, emissionsarme und barrierefreie Fahrzeugflotte ist ein wesentlicher Baustein für einen attraktiven ÖPNV und unterstützt die Erreichung der Klimaschutzziele im Verkehrsbereich. Hierzu fördert der Freistaat Verkehrsunternehmen bei der Anschaffung von Linienbussen im allgemeinen ÖPNV. Es stehen grundsätzlich 30 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung, um die Anschaffung von neuen Fahrzeugen zu ermöglichen.

www.stmb.bayern.de

10: Auszug aus einem Zeitungsartikel

Seit einem Jahr gibt es in Rosenheim fünf kleine Busse namens Rosi Mobil. In dieser Zeit ist „die Rosi“, wie die Menschen sie hier nennen, für viele unverzichtbar geworden. Rosi hat keinen festen Fahrplan, sie fährt dahin, wohin die Menschen sie rufen. Wie ein Sammeltaxi, nur moderner und günstiger. Und anders als beim Taxi darf Rosi nur an Bushaltestellen anhalten. Es gibt sehr, sehr viele Haltestellen. 615 in elf Gemeinden, um genau zu sein. Marie Neubert sitzt gerade allein auf der Rückbank. „Ich würde die Rosi nicht mehr missen wollen“, sagt sie. Vier- bis fünfmal die Woche nutzt sie den kleinen Bus, einen Siebensitzer. Und natürlich wird dieser ganz vorbildlich auch elektrisch angetrieben. Neubert fährt mit der Rosi zum Supermarkt, zum Bahnhof oder – wie jetzt – zur Arbeit. „Die Busverbindung hier kannste knicken“, sagt die 27-Jährige. Jetzt könne sie auch mal spontan am Wochenende eine Freundin besuchen. „Ich habe jetzt viel mehr Lebensfreude“, sagt Neubert. Einen Führerschein hat sie nicht und könne ihn aus gesundheitlichen Gründen auch nicht machen. Die App, über die man das Shuttle bestellen kann, hat schon 3.000 Stammkunden. Das Projekt wird vom Landkreis gefördert, die Deutsche Bahn ist beteiligt und will, wie sie kürzlich angekündigt hat, Angebote wie dieses im großen Stil unterstützen. Bis 2030 sollen rund 200 Millionen Fahrgäste in diesem sogenannten On-Demand-Verkehr (Mobilitätsangebote auf Bestellung) als Teil des öffentlichen Verkehrsangebotes transportiert werden, so das Vorhaben.

Süddeutsche Zeitung v. 29.04.2023

11: Schaubild

Infografik: Querschnitt mit 12 Autospuren, 9 Busspuren und 1 U-Bahn-Gleis, zeigt Flächenbedarf für Mobilität.Infografik: Querschnitt mit 12 Autospuren, 9 Busspuren und 1 U-Bahn-Gleis, zeigt Flächenbedarf für Mobilität.

VCÖ (Verkehrsclub Österreich) 2022

12: Auszug aus einem Online-Artikel

Laut einer NDR-Umfrage (2023) unter 15.000 Norddeutschen würden viele gerne mehr mit Bahn und Bus fahren. Verspätungen, Ausfälle und schlechte Anbindung erschweren das – vor allem auf dem Land. Trotzdem sei der ÖPNV die Zukunft des Verkehrs.

Knapp ein Drittel der Befragten nutzt den ÖPNV mehrmals in der Woche und viele finden auch Positives an Bahn und Bus. Rund 40 Prozent der Menschen in der Stadt nutzen den ÖPNV vor allem, weil sie das Klima schonen möchten. Das ist auch auf dem Land wichtig. Noch mehr Befragte finden dort gut, dass sie in Bus und Bahn während der Fahrt entspannen können (35 Prozent). Vor allem in der Stadt empfindet fast ein Drittel die Fahrt mit dem ÖPNV entspannter, als das Auto zu nehmen, weil Staus und Parkplatzsuche entfallen.

www.ndr.de

13: Schlagzeilen

Bayern beschließt 29-Euro-Ticket für Azubis und Studenten

www.tz.de

Bis zu 70 Stunden im Jahr: In welchen Städten Pendler am längsten im Stau stecken

München ist nach Daten eines Verkehrsdienstleisters weiter „die staugeplagteste Stadt Deutschlands“.

www.faz.net

Landbevölkerung ist unzufrieden mit dem Nahverkehr

Bei der Mobilität dominiert laut einer 2021 im Auftrag des Bundesagrarministeriums durchgeführten Umfrage auf dem Land nach wie vor das Auto. Busse und Bahnen nutzen in sehr ländlichen Regionen nur 42 Prozent, in Ballungsräumen aber 71 Prozent. Die Takte von Bussen und Bahnen finden in sehr ländlichen Regionen 32 Prozent sehr gut oder gut – in städtischen Räumen dagegen 65 Prozent.

www.zeit.de

Mehr Platz, mehr Infos – alle Münchener S-Bahnen modernisiert

238 S-Bahn-Züge wurden entkernt, frisch lackiert und mit neuer Technik und Einrichtung ausgestattet. Der Freistaat hat hierfür rund 300 Millionen Euro investiert.

www.br.de

14: Fotos

Frau am Fahrkartenautomat; Fragezeichen über dem KopfFrau am Fahrkartenautomat; Fragezeichen über dem Kopf

www.businessinsider.de

Park-and-Ride-Schild mit P+, Bussymbol und Pfeil nach linksPark-and-Ride-Schild mit P+, Bussymbol und Pfeil nach links

www.vrminfo.de

Stadtstraße mit blauem Linienbus in der Mitte, umgeben von vielen Autos, dichter VerkehrStadtstraße mit blauem Linienbus in der Mitte, umgeben von vielen Autos, dichter Verkehr

nach www.sueddeutsche.de

15: Untersuchungsergebnisse

Vergleich der durchschnittlichen Emissionen einzelner Verkehrsmittel im Personenverkehr in Deutschland 2021 in Gramm pro Personenkilometer

Verkehrsmittel

Treibhausgase

Stickoxide

Partikel

Pkw

162

0,35

0,016

Eisenbahn, Nahverkehr

93

0,32

0,009

Linienbus, Nahverkehr

108

0,33

0,012

Straßen-, Stadt-, U-Bahn

80

0,08

0,004

www.umweltbundesamt.de

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