Thema 2 – Erschließen pragmatischer Texte
Aufgabenstellung
Lies den Text Im Rhythmus der Sonne sorgfältig und bearbeite dann die folgenden Aufgaben:
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Fasse den Inhalt des Textes so zusammen, dass dessen Aufbau erkennbar wird.
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Beschreibe sprachliche Auffälligkeiten und deren Wirkung.
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Bestimme die Textsorte und weise diese am Text nach.
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Die indigene Bevölkerung am Amazonas möchte trotz technischen Fortschritts ihre Traditionen bewahren (vgl. Z. 120 – 124). Hat das Festhalten an Traditionen und Bräuchen auch für dich eine Bedeutung? Lege deine Position zu dieser Frage in etwa 250 Wörtern dar.
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Stell dir eine Situation vor, in der ungünstigerweise plötzlich der Strom ausfällt. Schilder deine Gedanken, Gefühle und Eindrücke.
Material
Im Rhythmus der Sonne
Mithilfe modernster Solartechnik finden indigene Völker im Amazonasgebiet zu ihren ursprünglichen Lebensweisen zurück
von Jan Christoph Wiechmann

Das Solarboot Tapiatpia am Ufer des Amazonas (Foto: Peter Yeung)
Textquelle: Zeitschrift stern vom 29.05.2024 (Text zu Prüfungszwecken verändert
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Thematik
Der Text befasst sich mit dem Einsatz von Solarbooten im Amazonasgebiet und beleuchtet Hintergründe sowie damit verbundene Hoffnungen.
Aufbau und Inhalt
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Sinnabschnitt 1 (Z. 1 – 11): szenischer Einstieg: Der Autor beschreibt die Versammlung mehrerer Ureinwohner am Rio Napo in Ecuador, deren Aufmerksamkeit gespannt auf drei Boote gerichtet ist.
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Sinnabschnitt 2 (Z. 12 – 27): allmähliche Ausweitung des Blickwinkels: Bei den Booten handelt es sich um Solarboote, die an andere indigene Volksstämme bis nach Peru ausgeliefert werden sollen und mit denen eine deutliche Veränderung der Lebensverhältnisse verknüpft wird.
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Sinnabschnitt 3 (Z. 28 – 50): Verdeutlichung der Vorteile der Solarboote: Nantu Canelos, dessen Stamm als erster vor etlichen Jahren ein Solarboot von einem Umweltprojekt bekommen hat, erzählt von den entscheidenden Vorteilen: der Geräuschlosigkeit und der Emissionsfreiheit.
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Sinnabschnitt 4 (Z. 51 – 78): Hintergrundinformationen: Die Boote hat der Ecuadorianer Yacinto Mera entworfen. Er arbeitet am Umweltprojekt „Kara Solar“ mit. Durch die Ausstattung der indigenen Bevölkerung mit Solarmodulen und -booten sowie eine entsprechende technische Ausbildung trägt es zur Versorgung mit Elektrizität, zu komfortabler Mobilität und erheblichen Kosteneinsparungen bei. Dies kommt wiederum dem Erhalt des Regenwaldes zugute.
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Sinnabschnitt 5 (Z. 79 – 107): Wiederaufgreifen der Ausgangssituation: Der Kapitän Angel Wasup bricht mit dem ersten Solarboot auf, um es in sein Heimatdorf zu überführen. Er unterstreicht die Vorteile dieser Art der Mobilität gegenüber der Anbindung der Dörfer mittels Straßen, die nicht nur unmittelbar die Natur und die indigene Lebensweise zerstörten, sondern auch global negative Auswirkungen auf das Klima hätten.
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Sinnabschnitt 6 (Z. 108 – 131): Hintergrundinformationen: Initiator des Umweltprojektes ist der Solartechniker Oliver Utne, der trotz Warnungen die Solarboote entwickelt hat und sein Projekt weiter ausbauen will. Denn zum einen wolle die indigene Bevölkerung, ohne zugleich ihre Traditionen zu vernachlässigen, am technologischen Fortschritt teilhaben, zum anderen werde durch die Abkehr von fossilen Treibstoffen der Regenwald geschont.
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Sinnabschnitt 7 (Z. 132 – 151): erneuter Rückbezug zur Ausgangssituation: Die beiden anderen Boote starten in Richtung Peru. Kapitän und Stammesführer Ulises Cahuasa unterstreicht die Nachhaltigkeit der Solarboote und die Besinnung auf eine ursprüngliche Lebensweise.
Sprachliche Auffälligkeiten und deren Wirkung
Wortwahl
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Fachbegriffe, z. B. aus den Bereichen Solartechnologie (z. B. „Solarpanels“, Z. 14; „Solarkollektoren“, Z. 129) und Geografie (z. B. „Reservate“, Z. 83; „Trockenzeiten“, Z. 100) → Ausdruck sachorientierter Recherche
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Fremdwörter: z. B. „Patrouille“ (Z. 35), „Innovation“ (Z. 143) → gehobenes Sprachniveau
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viele veranschaulichende Adjektive (z. B. „feuchtheißen“, Z. 1; „matschigen“, Z. 8; „tückischen“, Z. 57) und treffende Verben (z. B. „schlichen sich … heran, überraschten … und konnten … verjagen“, Z. 37 – 39; „ausbessert, … schmirgelt, … putzt“, Z. 54 f.) → ermöglichen eine eindrückliche Vorstellung der jeweils geschilderten Situationen im Amazonasgebiet
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übertreibende/verstärkende Ausdrucksweise: z. B. „die größte Errungenschaft“ (Z. 45), „größte Effekt“ (Z. 101 f.), „die grüne Revolution“ (Z. 149) → Bewertung der mit der Solartechnologie teilweise bereits gemachten Erfahrungen und Hervorhebung der damit verbundenen Erwartungen
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bildhafte Ausdrucksweise, z. B. durch Metaphern („sich der Regen als Trommelfeuer entlädt“, Z. 2 f.; „die Sonne schlagartig durch die dichte Wolkendecke bricht“, Z. 79 f.) und Vergleich („wieder wie früher, wie in Kanus“, Z. 88 f.) → Vermittlung der Natureindrücke des Amazonasgebietes bzw. nachdrückliche Darstellung der positiven Effekte der Solarboote
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Gegensätze und Gegenüberstellung: „der Weg zurück in die Zukunft“ (Z. 11) → weckt zu Beginn des Textes die Neugier des Lesers; „Die Boote seien ein technischer Fortschritt und gleichzeitig ein Schritt zurück in die Ursprünglichkeit“ (Z. 46 – 48) → unterstreicht, dass der technische Fortschritt durch die Solartechnologie nicht nur nicht im Widerspruch zur Rückbesinnung auf traditionelle Werte steht, sondern diese auch fördert; „Für eure … Für uns …“ (Z. 140 – 143) → verdeutlicht die ganz andere Lebensweise/-einstellung der indigenen Bevölkerung gegenüber der einer industrialisierten Gesellschaft
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Alliterationen: „Revolution im Regenwald“ (Z. 9 f.) → betont revolutionären Charakter dieses technischen Fortschritts; „Segen des Sonnengottes“ (Z. 18) → zeigt religiöse Sicht Indigener auf die Natur
Satzbau
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etliche der Verdeutlichung bzw. Konkretisierung dienende Aufzählungen/Reihungen: z. B. „die Revolution …, die Lösung …, der Weg …“ (Z. 9 – 11), „ermöglichen die Elektrifizierung …, den Anschluss …, um zu ihren Feldern zu kommen …, zu den Märkten, Schulen, Zeremonien“ (Z. 63 – 68) → positive Auswirkung der Solartechnologie; „sie bringen Lastwagen, Goldgräber, Spekulanten – Dinge, die … vergiften“ (Z. 93 – 95), „mehr Stürme, längere Trockenzeiten, verschobene Jahreszeiten“ (Z. 100 f.) → negative Folgen des Straßenbaus bzw. der Industrialisierung
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Anaphern: z. B. „Im Gesicht …, im Haar“ (Z. 5 f.) → eindrückliche Schilderung der Indigenen; „Wir sind keine Hinterwäldler. Wir wollen mobil sein.“ (Z. 105 f.) → unterstreicht selbstbewusstes und dem Fortschritt aufgeschlossenes Auftreten der Ureinwohner
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mitunter auffallend kurze Aussagesätze: z. B. „Es steht Großes an.“ (Z. 7), „Die Sonne kostet nichts“ (Z. 68), „Am wichtigsten sei die Innovation für die Kinder.“ (Z. 143 f.) → wecken die Neugier des Lesers bzw. heben die Bedeutsamkeit der Solartechnologie hervor
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Ellipsen: z. B. „Und … fossilfrei machen.“ (Z. 130 f.) → stellt den Anspruch von Utnes Vorhaben heraus; „Heimat von 5,5 Millionen Indigenen.“ (Z. 134 f.) → hebt Größe der indigenen Bevölkerung hervor
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Wiedergabe der im Rahmen der Reportage interviewten Ureinwohner und des Projektgründers Utne in direkter (z. B. Z. 23 – 27, Z. 44 f.) und indirekter Rede (z. B. Z. 46 – 50, Z. 95 – 101) → Authentizität
Stil
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durch Fachbegriffe und Fremdwörter (s. 2.1) sowie direkte und indirekte Zitate (s. 2.2) sachorientierte, dem Thema angemessene Sprache
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durch teils bildhaft-schildernden Stil (s. 2.2) und abwechslungsreichen Satzbau eindrückliche Darstellung der Situation vor Ort sowie der mit der Solartechnologie verbundenen Hoffnungen
Textsortennachweis: Reportage
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aktuelle Thematik (Solarenergie als Alternative zu fossilen Treibstoffen im Amazonasgebiet)
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Zoom-Technik: szenischer Einstieg (Z. 1 – 11), dann Ausweitung des Blickwinkels auf den Einsatz der Solarboote (Z. 11 – 50) sowie Hintergründe hierzu (Z. 51 – 78)
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Recherchestil: Journalist schildert Eindrücke vor Ort (z. B. Z. 79 – 81), hat mit Beteiligten (z. B. Nantu Canelos, Angel Wasup, Oliver Utne) gesprochen und zitiert diese direkt oder indirekt (s. 2.2)
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Angabe von Fakten zum Thema (z. B. „bis zu 25 km/h schnell“, Z. 118; „75 Hektar“, Z. 126)
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typischer Wechsel zwischen subjektiv-schildernden Passagen (vgl. Z. 1 – 11; Z. 85 – 90) und objektiven Informationen (z. B. Z. 125 – 131)
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Tempuswechsel: z. B. Wechsel vom Präsens bei der Darstellung der Ausgangssituation (Z. 1 – 27) zum Präteritum beim Rückblick auf die ersten Erfahrungen mit einem Solarboot (Z. 32 – 39)
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Layout-Merkmale: Neugier weckender Titel; Foto, das einen Eindruck von den Solarbooten vermittelt
Begründete Stellungnahme
Einleitung
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Traditionen und Bräuche spielen in vielen Kulturen eine wichtige Rolle.
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Auch indigene Völker am Amazonas wollen ihre Lebensweise bewahren. (vgl. Z. 120–124)
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Gleichzeitig nutzen sie neue Technologien wie Solarboote.
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Dadurch verbinden sie Fortschritt mit ihren traditionellen Werten.
Traditionen geben Orientierung und Identität
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Traditionen verbinden Menschen mit ihrer Kultur und Geschichte.
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Sie vermitteln Werte und Lebensweisen von Generation zu Generation.
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Dadurch entsteht ein Gefühl von Gemeinschaft und Zugehörigkeit.
Traditionen bewahren kulturelle Vielfalt
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Verschiedene Kulturen haben unterschiedliche Bräuche.
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Diese Vielfalt macht die Welt interessant und lebendig.
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Wenn Traditionen verloren gehen, verschwinden auch kulturelle Besonderheiten.
Beispiel aus dem Text
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Die indigene Bevölkerung nutzt moderne Technik wie Solarenergie.
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Trotzdem möchte sie ihr traditionelles Leben nicht aufgeben. (vgl. Z. 120–124)
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Technik wird genutzt, um ihre Lebensweise zu schützen.
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Dadurch bleiben Umwelt und Kultur erhalten.
Traditionen im eigenen Leben
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Auch im eigenen Alltag spielen Traditionen eine Rolle.
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Beispiele:
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Familienfeiern
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Feste wie Weihnachten oder Ostern
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regionale Bräuche
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Diese Traditionen stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl.
Balance zwischen Tradition und Fortschritt
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Traditionen sollten nicht bedeuten, Veränderungen abzulehnen.
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Fortschritt kann das Leben verbessern.
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Wichtig ist eine Verbindung von Tradition und moderner Entwicklung.
Eigene Position
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Traditionen sind wichtig für Identität und Gemeinschaft.
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Gleichzeitig sollten sie offen für Veränderungen bleiben.
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Eine Verbindung von Tradition und Fortschritt ist sinnvoll.
Fazit
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Das Beispiel der indigenen Bevölkerung zeigt, dass Tradition und Fortschritt zusammenpassen können.
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Deshalb halte ich es für wichtig, Traditionen zu bewahren, ohne neue Entwicklungen abzulehnen.
Schilderung
Situation
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Ich sitze zu Hause und beschäftige mich gerade mit meinem Handy oder Laptop.
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Plötzlich geht das Licht aus.
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Alle Geräte funktionieren nicht mehr.
Erste Gedanken
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Zuerst bin ich überrascht und etwas verwirrt.
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Ich frage mich, ob nur bei mir oder im ganzen Haus der Strom ausgefallen ist.
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Vielleicht denke ich auch an einen technischen Defekt.
Gefühle
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Am Anfang fühle ich mich etwas unsicher.
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Ohne Strom funktionieren viele Dinge nicht.
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Es wird plötzlich ruhig und ungewohnt dunkel.
Eindrücke der Umgebung
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Die Wohnung ist nur noch schwach beleuchtet.
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Geräusche fallen stärker auf als sonst.
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Vielleicht höre ich Stimmen von Nachbarn im Treppenhaus.
Veränderung der Situation
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Ich zünde eine Kerze oder benutze eine Taschenlampe.
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Langsam gewöhne ich mich an die Situation.
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Ohne Strom wirkt alles ruhiger und langsamer.
Reflexion
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Mir wird bewusst, wie abhängig wir von Strom sind.
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Viele alltägliche Dinge funktionieren ohne Elektrizität nicht.
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Gleichzeitig kann die Situation auch eine ungewohnte Ruhe bringen.
Schluss
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Ein Stromausfall kann zunächst unangenehm sein.
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Gleichzeitig zeigt er, wie selbstverständlich Technik für uns geworden ist.
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Vielleicht lernt man dadurch auch, einfache Dinge wieder mehr zu schätzen.