Aufgabenstellung 2
Die Sahelzone – inwieweit können Aufforstungsprojekte die Zerstörung der Sahelzone eindämmen?
Beantworte die Themenfrage, indem du
die naturräumlichen Gegebenheiten in der Sahelzone beschreibst,
den sozioökonomischen Entwicklungsstand des Niger und die Auswirkungen der Bevölkerungsentwicklung auf die Landnutzung analysierst,
die vorgestellten Maßnahmen hinsichtlich ihrer Vor- und Nachteile diskutierst.
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?M 1 Die Sahelzone

Das Sahelsyndrommodell unter der Lupe, in Praxis Geographie 12-2023, Westermann, S. 40 (Zugriff 23.09.2025)
M 2 Klimatische Gegebenheiten der Sahelzone
M 2a Klimadiagramm2

M 2b Durchschnittliche Jahresniederschläge3

2 Das Sahelsyndrommodell unter der Lupe, in Praxis Geographie 12-2023, Westermann, S. 40 (Zugriff 24.11.2025; Layout angepasst)
3 Das Sahelsyndrommodell unter der Lupe, in Praxis Geographie 12-2023, Westermann, S. 40 (Zugriff 23.09.2025)
M 3 Böden der Sahelzone

Abb: Bodenhorizont Arenosole
Humboldt-Universität Berlin: Bodendegradation in der Sahel-Zone; Das Sahelsyndrommodell unter der Lupe, in Praxis Geographie 12-2023, Westermann, S. 40; https://www.isric.org/explore/world-soil-distribution/arenosols; https://www2.klett.de/sixcms/list.php?page=infothek_artikel&extra=TERRA-Online%20/%20Gymnasium%20/%20neu&artikel_id=1682537&inhalt=klett71prod_1.c.1680814.de (Zugriff 12.06.2026)
M 4 Sozioökonomische Basisdaten Niger
|
Bevölkerung (in 1.000) |
Geburtenrate (in ‰) |
Fruchtbarkeitsrate (Anzahl Kinder je Frau) |
Bevölkerungsentwicklung (in % zum Vorjahr) |
Bevölkerungsdichte (Einwohner je km²) |
Bevölkerung unter 15 Jahren (in %) |
Bevölkerung im Alter von 15-64 Jahren (in %) |
Bevölkerung > 65 Jahren (in %) |
Lebenserwartung bei Geburt (in Jahren) |
Säuglingssterblichkeit (je 1.000 Lebendgeborene) |
Kindersterblichkeit (je 1.000 Lebendgeborene) |
BIP (in Mrd. US- |
BIP/Kopf (US- |
Bruttonationaleinkommen (US- |
Human Development Index (Index-Wert) |
Bruttowertschöpfung nach Sektoren (in % des BIP)**** |
Primärer Sektor |
Sekundärer Sektor |
Tertiärer Sektor |
Erwerbstätige nach Sektoren (in %)**** |
Primärer Sektor |
Sekundärer Sektor |
Tertiärer Sektor |
Landwirtschaftlich genutzte Fläche (% der Landfläche) |
Importe (in Mrd. US- |
Exporte (in Mrd. US- |
Auslandsverschuldung (in Mrd. US- |
|
|
2010 |
16.464 |
52,0 |
8,0 |
3,7 |
12,3 |
49,4 |
48,2 |
2,4 |
54,6 |
70,9 |
136,5 |
7,8 |
1.058 |
510 |
0,339 |
35,8 |
23,0 |
35,1 |
75,1 |
7,1 |
17,7 |
34,7 |
2,3 |
1,2 |
1,5 |
||
|
2020 |
24.207 |
47,5 |
7,0 |
3,3 |
18,0 |
48,0 |
49,5 |
2,5 |
59,3 |
69,4 |
120,6 |
13,8 |
1.497 |
560 |
0,404 |
38,4 |
20,2 |
36,1 |
75,3 |
8,4 |
16,3 |
36,8 |
2,9 |
1,1 |
4,5 |
||
|
2023 |
27.066* |
46,9 |
6,7 |
3,3 |
20,0 |
47,0 |
50,5 |
2,6 |
60,5 |
68,3** |
117,1** |
16,8*** |
1.891 |
620 |
0,419 |
32,5 |
18,0 |
46,5 |
74,2 |
9,2 |
16,6 |
36,8 |
3,1 |
1,0 |
5,6 |
* Prognose 2029: 33.600; **2022; *** Prognose 2029: 30,6 Mrd. US-; ****Abweichung zu 100 ergibt sich aus nicht erfassten Daten
https://www.wko.at/oe/statistik/laenderprofile/lp-niger.pdf (Zugriff 09.10.2025); World Bank Data (Zugriff: 23.04.2026)
M 5 Exporte und Importe des Niger (2023)
M 5a Exporte (in %)

M 5b Importe (in %)

Länderprofil Niger - Statistisches Bundesamt (Zugriff 08.10.2025)
M 6 Veränderte Lebensweisen in der Sahelzone
Ernst Klett Verlag (Hrsg.): TERRA Geographie Oberstufe, S.63; Das Sahelsyndrommodell unter der Lupe, in Praxis Geographie 12-2023, Westermann, S. 40 (Zugriff 08.10.2025)
M 7 Wasserverbrauch in der Sahelzone (2022)

https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Wasserprobleme_im_Sahel (Zugriff 02.06.2025)
M 8 Entwicklung der landwirtschaftlichen Produktion im Niger
M 8a Ernteertrag Feldfrüchte (in t)9

M 8b Ausgewählte Feldfrüchte10
Hirsen sind wärmeliebend, trockenheitstolerant und bestehen auf schlechter versorgten Böden und dienen als Futter- und Nahrungspflanze.
→ Sorghum: große Körner, Ertrag ca. 10 t/ha
→ Millet: kleine Körner, Ertrag ca. 2 – 5 t/ha

Hirse
Kuhbohnen sind eine trockenresistente Nahrungs- oder Futterpflanze.
Cassava (Maniok) ist eine Knollenfrucht, die als Grundnahrungsmittel und traditionelles Heilmittel dient.
M 8c Tierbestand11

9 https://www.fao.org/faostat/en/#data/QCL (Zugriff 12.06.2026)
10 https://biomusterregionen-bw.de/,Lde/Startseite/Bio-Musterregion+Enzkreis/Hirse+-+Allgemeines+und+Systematik; http://bibd.uni-giessen.de/gdoc/2000/uni/p000003/kuhbohne.htm; https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10571719/ (Zugriff 12.06.2026)
11 https://www.fao.org/faostat/en/#data/QCL (Zugriff 12.06.2026)
M 9 Nördliches Afrika – Wüstenausbreitung

https://atlas.diercke.de/map/41135 (Zugriff 12.06.2026)
M 10 Aufforstungsprojekte
M 10a Großprojekt „The Great Green Wall“ (GGW)

Kennzahlen zum Projekt:
-
Projektzeitraum: 2007-2030
-
Kosten: ca. 40 Mrd. US-
Stimmen zum Projekt:
-
zdf_heute: „Zugesagt waren bis März 2022 rund 17 Milliarden Euro, tatsächlich ausgezahlt wurden aber lediglich etwa 2,5 Milliarden.“
-
dw: „Der Terrorismus ist hier sehr stark und lähmt menschliche Bemühungen und Hilfsorganisationen. Auch Korruption spielt eine Rolle, wenn die Gelder lieber in die eigene Tasche von Politikern wandern, anstatt in die Projektentwicklung.“
Koch, R. (Hrsg.): Unsere Erde – Allgemeine Ausgabe, Sekundarstufe II, Cornelsen, S. 129; https://de.statista.com/infografik/28043/ausgewaehlte-daten-zur-aufforstung-der-sahara-und-des-sahel/; Wiederaufforstung in der Sahelzone, in Praxis Geographie 3-2024, Westermann, S. 31; Great Green Wall – eine grüne Mauer im Sahel, in Geographische Rundschau Aktuell 2-2022, Westermann; https://www.zdfheute.de/panorama/afrika-great-green-wall-wueste-duerre-100.html; https://www.dw.com/de/die-gro%C3%9Fe-gr%C3%BCne-mauer-wie-steht-es-um-afrikas-vorzeigeprojekt/a-52970906 (Zugriff 12.06.2026)
M 10b Dezentraler Ansatz „Farmer Managed Natural Regeneration“ (FMNR)

Wiederaufforstung in der Sahelzone, in Praxis Geographie 3-2024, Westermann, S. 31 (Zugriff 30.09.2025)
M 10c Notwendige Bedingungen zum Gelingen von Aufforstungsprojekten
-
Grundlage ist Überzeugungsarbeit: Es muss von allen der Sinn verstanden werden, welchen Nutzen die Bäume haben. Die Verantwortung muss bei den Bauern liegen und sie müssen selber wollen, dass die Bäume wieder wachsen.
-
Bäume sollten als Pflanzen angesehen werden, die einen langfristigen Ertrag liefern (z. B. Brennholz). Sie müssen als wichtiger Bestandteil der gesamten Landschaft erkannt werden.
-
Die Bäume müssen in die Verantwortung der Dorfgemeinschaft gegeben werden und nicht in die Hände staatlicher (evtl. korrupter) Institutionen.
Wiederaufforstung in der Sahelzone, in Praxis Geographie 3-2024, Westermann, S. 31 (Zugriff 30.09.2025)
M 10d Warum dezentrale Ansätze scheitern können
-
Baumsetzlinge haben nicht stark genug ausgebildete Wurzeln, um Trockenphasen in der Anwachszeit zu überstehen. Manchmal werden nicht einheimische Baumarten gepflanzt, die dann entweder eingehen oder aber sich so stark ausbreiten, dass natürlich vorkommende Tiere und Pflanzen davon in ihrer Existenz bedroht werden.
-
Bäume werden als Unkraut angesehen, weil die Bauern davon ausgehen, dass sie in Konkurrenz um die Nährstoffe zu den Feldfrüchten stehen.

-
Von den Kolonialmächten ist das Konzept der Monokultur nach Afrika gebracht worden. Um große Mengen von gewünschten Feldfrüchten für die Kolonialmacht zu gewinnen, sind Großplantagen angelegt worden. Seit den 1970er-Jahren gilt eine Mechanisierung der Landwirtschaft als modern und zukunftsfähig. Auf Landwirte, die den traditionellen Anbau praktizieren, wird abschätzig hinabgeblickt.
-
Im Niger wurden die Forst- und Landwirtschaftsgesetze von Frankreich übernommen. Der wesentliche Grundsatz lautet: Alle natürlich vorkommenden Bäume gehören dem Staat. Bäume sind also kein Privatbesitz.
Wiederaufforstung in der Sahelzone, in Praxis Geographie 3-2024, Westermann, S. 31; https://www.bmz.de/de/themen/great-green-wall-initiative (Zugriff 12.06.2026)
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Beschreibung der naturräumlichen Gegebenheiten in der Sahelzone. Raum- und Problemerschließung
(M1, M2, M3, M9)
-
Sahelzone geografisch verorten, z. B.:
-
Gebiet im Norden des Kontinents Afrika, Übergangszone zwischen Sahara im Norden und Sudanzone im Süden, Nordhalbkugel
-
genaue Abgrenzung der Region nur schwer möglich (M1)
-
in der Sahelzone lokalisierte Staaten u. a.: Senegal, Mauretanien, Mali, Burkina Faso, Niger, Nigeria, Tschad, Sudan, Eritrea
-
Gradnetzeinordnung Sahelzone: 12°-18° N, 15° W-35° O
-
Gradnetzeinordnung Niger: 11°-24° N, 0°-16° O
-
-
Klima in der Sahelzone, z. B.:
-
überwiegend tropisches Wechselklima → je nach Lage sommerfeuchtes Klima (M2a), Trockengebiete
-
überwiegend warme Jahresdurchschnittstemperaturen, geringe Temperaturschwankungen (M2a), Tageszeitenklima
-
Einfluss Passatklima
-
Niederschlag: geringe Menge (M2a) in fast ausschließlich kurzer Regenzeit (Juni–September); Trockenzeiten Oktober bis Mai; räumlich und zeitlich unregelmäßige Niederschläge
-
schwankende Regenmengen von 1900-2010 (M2b) → häufigere Dürrephasen in den letzten Jahrzehnten
-
Verdunstung: Verdunstungsrate extrem hoch → negativer Wasserhaushalt
-
-
Hydrographie der Sahelzone, z. B.:
-
Oberflächenwasser: nur wenige permanente Flüsse (Niger und Komadougou Yobé); viele Wadis (temporäre Flussläufe) führen nur in der Regenzeit Wasser
-
-
Boden der Sahelzone, z. B.:
-
starker Einfluss durch trockenes Klima und teilweise geringe Vegetation; vorherrschender Bodentyp Arenosole (M3): meist nährstoffarm → geringe Humusauflage; stark durchlässig → geringe Wasserspeicherkapazität; flachgründig und anfällig für Bodenabtragung → geringe Bodenfruchtbarkeit; Einfluss der chemischen Verwitterung
-
große Dürregefahr und Bodentrockenheit
-
Desertifikation nimmt nach Norden hin stark zu (M9)
-
-
Relief der Sahelzone, z. B.:
-
zumeist 200-500 m ü. NN., wenige Hochgebirge (z. B. Djabai Marra im Sudan)
-
-
Vegetation des Sahels, z. B.:
-
Naturlandschaft: Dornstrauchsavanne, Trockensavanne, Übergang zur Feuchtsavanne (M1)
-
Kulturlandschaft: Anbau von food crops und cash crops auf Bewässerungsland; extensive Viehhaltung (M9)
-
Zwischenfazit (Variante)
Die Sahelzone präsentiert sich als ein inhärent trockener sowie klimatisch und ökologisch hochgradig sensibler Übergangsraum, dessen Böden zu erheblichen Teilen von Unfruchtbarkeit geprägt sind. Trotz dieser kargen naturräumlichen Voraussetzungen wird die dortige Kulturlandschaft intensiv bewirtschaftet: Neben dem gezielten Anbau von Food Crops und Cash Crops auf künstlich bewässerten Flächen existiert parallel eine weitverbreitete extensive Viehhaltung, was den immensen anthropogenen Nutzungsdruck auf dieses fragile Ökosystem unterstreicht.
Analyse des sozioökonomischen Entwicklungsstandes des Niger und die Auswirkungen der Bevölkerungsentwicklung auf die Landnutzung.
(M4, M5, M6, M7, M8, M9)
-
soziale Entwicklung und Herausforderungen des Nigers, z. B.: Atlas
-
Demographie: hoher Anteil junger Bevölkerungsgruppen, geringer Anteil älterer Generationen, hohe Geburten- und Fruchtbarkeitsrate (M4) → Bevölkerungszunahme → Verweis auf das Modell des demographischen Übergangs
-
Gesundheit: schlechte Lebensverhältnisse äußern sich in einem geringen Einkommen (M4) und niedriger Lebenserwartung (M4) → zuletzt leichte Verbesserungen in diesem Bereich (M4)
-
-
wirtschaftliche Struktur und Herausforderungen, z. B.:
-
Bruttowertschöpfung zeigt hohe Bedeutung des primären Sektors (M4), trotz einer leichten Abnahme im primären und sekundären Sektor, sowie einer stärkeren Zunahme im tertiären Sektor (M4) → Wirtschaft schwach entwickelt und ineffizient
-
ineffektive Landwirtschaft bzw. Subsistenzwirtschaft → bestehender hoher Anteil der Erwerbstätigen im primären Sektor (M4) trotz leichtem Rückgang in 2023 (M4)
-
BIP und BIP/Kopf von 2010-2023 angestiegen, jedoch weiterhin niedrig
-
Staatsverschuldung stark zunehmend (M4) → zu geringe Einnahmen
-
HDI niedrig (M4) → geringe menschliche Entwicklung
-
Exportvolumen gering (M5a), größter Anteil: Erze, Schlacke, Asche
-
größte Importe von verarbeiteten Gütern, u. a. Luftfahrzeuge (M5b)
-
-
Auswirkung der sozioökonomischen Entwicklung, insbesondere des Bevölkerungsanstiegs, auf die Landnutzung, z. B.:
-
steigender Bedarf an Lebensmitteln → hoher Anteil an Subsistzenzwirtschaft insbesondere im Süden des Landes → Anteil landwirtschaftlicher Nutzfläche in relativ kleinem Teil des Landes steigt (M4) → zusätzlich Import Getreide (M5b)
-
Ausweitung des Anbaus von Kuhbohnen und Sorghum-Hirse als Food Crops, sowie Zwiebeln und Erdnüsse als Cash Crops (M8a)
-
Brachzeiten für Felder werden verkürzt → Auslaugung von nährstoffarmen Böden wird verstärkt (M6)
-
Bewässerung → Versalzung, Verkrustung des Bodens → Zunahme des Problems durch Anstieg der Dürrehäufigkeit
-
Viehhaltung kulturell verankert → starke Zunahme der Ziegen-, Schaf- und Rinderhaltung (M6,M 8c)
-
Wasserbedarf für wachsende Bevölkerung, Tierhaltung und Bewässerung im Vgl. zu den meisten Nachbarstaaten hoch (M7) → Grundwasserspiegel sinkt
-
Anlage von Tiefbrunnen zur Versorgung der Bevölkerung → Sesshaftigkeit der Bev. wird unterstützt → Übernutzung einzelner Landschaften wird forciert
-
Energiebedarf v. a. durch Holz gedeckt → Abholzung Busch- und Baumvegetation (M6) → Zunahme Bodendegradation durch Wind und Wasser
→ es zeigt sich, dass die landwirtschaftliche Nutzung zur Bodendegradation und zunehmender Desertifikationserscheinungen führt
-
Zwischenfazit (Variante)
Die sozioökonomische Entwicklung des Niger ist durch eine Vielzahl tiefgreifender struktureller Probleme gekennzeichnet. Obwohl in jüngster Zeit in einigen Bereichen eine leichte Verbesserung erkennbar ist, bewegen sich diese Fortschritte weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau. Als treibender Faktor erweist sich dabei die rasant zunehmende Bevölkerungszahl, die zu einer kontinuierlichen Ausdehnung der landwirtschaftlichen Nutzflächen und der Viehhaltung zwingt. Dies hat eine massive Übernutzung der ohnehin vulnerablen Böden zur Folge, was die fortschreitende Desertifikation in der Region drastisch beschleunigt.
Diskussion der vorgestellten Maßnahmen hinsichtlich ihrer Vor- und Nachteile.
(M10)
-
Konzept GGW, z. B.:
-
Aufforstungsprojekt (Großprojekt) initiiert durch Afrikanische Union; Zeitrahmen: 2007-2030; Kosten ca. 40 Mrd. US-
-
Ziel: Bekämpfung der Wüstenbildung durch Aufforstung, Wasserbohrungen und -management, Bewässerung, Terrassierung, Fixierung von Dünen; Eindämmung der Auswirkungen des Klimawandels; Bindung CO₂
-
-
Konzept FMNR, z. B.:
-
kostengünstige Methode zur Wiederbegrünung degradierter Landschaften → anstatt neue Bäume zu pflanzen, wird die natürliche Regeneration bereits vorhandener, unterirdischer Wurzelsysteme gefördert
-
agroforstwirtschaftliches Mischsystem → Ackerbau in Kombination mit Bäumen (M10b)
-
-
Diskussion beider Maßnahmen hinsichtlich ihrer Vorteile, z. B.:
-
Wiederherstellung degradierter Landflächen und Ökosysteme
-
Klimaschutz & Kohlenstoffbindung: Bewaldung oder Bepflanzung degradierter Flächen → Speicherung großer Mengen CO₂
-
Steigerung Ernährungssicherheit: wiederhergestellte Böden ermöglichen produktivere Landwirtschaft → mehr Ertrag, bessere Vielfalt und Stabilität
-
Zusätzliche Vorteile GGW: bis 2030 sollen 10 Millionen „grüne Jobs“ geschaffen werden; Beitrag zu globalen Zielen & internationaler Zusammenarbeit → Sustainable Development Goals (SDGs)
-
Zusätzliche Vorteile FMNR: agroforstwirtschaftliches Mischsystem → Beschattung Pflanzen → Förderung des Wachstums → höhere landwirtschaftliche Erträge (M10b); Wind- und Hitzeschutz für Felder: Bäume reduzieren Windgeschwindigkeit und schützen Pflanzen vor Hitzestress; nachhaltige Nutzung: Bauern können regelmäßig Brennholz, Futter- und Baumaterial entnehmen, ohne den Baum zu zerstören; geringe Kosten und einfache Umsetzung: keine Setzlinge, Dünger oder das Betreiben einer Baumschule nötig – nur vorhandene Wurzeln und lokale Arbeitskraft (M10b); schnelle Ergebnisse: im Vergleich zu Aufforstung sind erste Erfolge schon nach 6-12 Monaten sichtbar (M10b); Stärkung der Selbstbestimmung: Bauern entscheiden selbst über die Umsetzung – das fördert Motivation und Eigenverantwortung (M10c)
→ leiten ab, dass das Konzept GGW zur Stabilität und nachhaltigen Entwicklung in der Sahelregion beitragen kann
→ leiten ab, dass FMNR Bauern direkt stärkt, schnell wirksam ist sowie günstig, lokal angepasst und nachhaltig ist
-
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Diskussion der Maßnahme GGW hinsichtlich ihrer Nachteile, z. B.:
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Versprechen vs. Realität: Fortschritt liegt nur bei etwa 15 % des Zielgebiets (Stand 2019) → weit unter dem Ziel; Fortschritt stark uneinheitlich (M10a) → Länder haben verschiedene Kapazitäten und Ressourcen
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Politische Instabilität, Konflikte und Sicherheitsprobleme: Risiko von Korruption oder ineffizienter Mittelverwendung; Konflikte und Sicherheitsprobleme → erschweren oder verhindern Arbeiten vor Ort
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Ökologische und klimatische Herausforderungen: Klimatische Bedingungen (z. B. Hitzewellen, unregelmäßige Niederschläge, Dürreperioden) behindern das Anwachsen und Überleben von neu gepflanzten Bäumen und Pflanzen
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Sozio‑politische Aspekte und lokale Einbindung: Landrechte sind oft unsicher: Konflikte zwischen Bauern, Hirten, Gemeinden oder zwischen Staat und lokalen Gemeinschaften → Beteiligung und Akzeptanz können fehlen
→ leiten ab, dass das Projekt GGW unter langsamer Umsetzung, hohen Kosten und geringer Partizipation leidet und daher das gesteckte Ziel bis 2030 wahrscheinlich nicht erreicht wird
-
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Diskussion der Maßnahme FMNR hinsichtlich ihrer Nachteile, z. B.:
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Konkurrenz zwischen Bäumen und Feldfrüchten: Bäume können Wasser, Licht und Nährstoffe beanspruchen, was bei schlechter Planung zu niedrigeren Erträgen führen kann
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Fehlende Schulung und Unterstützung: ohne Wissen über Schnitttechnik, Pflege und Schutzmaßnahmen wird FMNR nicht richtig umgesetzt → Wirkung bleibt aus
→ leiten ab, dass FMNR das aktive Engagement der lokalen Bevölkerung benötigt, ohne dieses bleibt der Erfolg aus
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Zwischenfazit (Variante)
Während das Großprojekt der Great Green Wall (GGW) primär auf eine großflächige Aufforstung mit hoher politischer Sichtbarkeit setzt, erweist es sich in der Praxis als sehr ressourcenintensiv und oft nur schwer umsetzbar. Demgegenüber überzeugt der dezentrale FMNR-Ansatz durch seine ausgeprägte Kosteneffizienz, Schnelligkeit und die direkte Einbindung der lokalen Bevölkerung vor Ort. Um eine sowohl ökologisch als auch gesellschaftlich dauerhaft tragfähige Lösung für die Sahelzone zu schaffen, sollten idealerweise beide Ansätze komplementär miteinander kombiniert werden.
Beantwortung der Themenfrage (Variante)
Aufforstungsprojekte wie die Great Green Wall (GGW) und Farmer Managed Natural Regeneration (FMNR) bieten ein großes Potenzial, um der fortschreitenden Verwüstung und Degradierung der Sahelzone entgegenzuwirken. Ob diese Maßnahmen die Zerstörung der Sahelzone dauerhaft eindämmen können, hängt davon ab, wie konsequent sie an die lokalen Bedingungen angepasst, gemeinschaftlich getragen und langfristig unterstützt werden. Dabei können Aufforstungsmaßnahmen nur wirken, wenn sie Teil eines ganzheitlichen Entwicklungs- und Klimaschutzplans sind. Nur durch eine Kombination von Umweltmaßnahmen, sozialer Gerechtigkeit, wirtschaftlicher Förderung oder Bildung und Partizipation kann die Sahelzone vor weiterer Zerstörung geschützt und nachhaltig entwickelt werden.