Aufgabenstellung 1
Aufgabe:
Die Glorious Revolution – eine Revolution des englischen Volkes?
Interpretiere die Quelle unter der oben genannten Themenfrage, indem du
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die Kernaussagen der Quelle und die Intention des Verfassers strukturiert zusammenfasst,
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sie in den historischen Kontext einordnest und erläuterst sowie
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zur Themenfrage begründet Stellung nimmst.
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Brief und Einladung der „Immortal Seven“1 vom 30. Juni 1688 an Wilhelm III. von Oranien mit dem Angebot, englischer König zu werden:
Anmerkungen:
1 Die „Unsterblichen Sieben“ waren eine Gruppe von sechs englischen Adligen und einem Bischof: Henry Sidney verfasste den Brief, neben ihm unterzeichneten Edward Russell, Charles Talbot, William Cavendish, Thomas Osborne, Richard Lumley und der Bischof von London, Henry Compton.
2 Rekrutieren oder Einberufen von Soldaten.
3 Einfach, gewöhnlich.
4 Päpstlichen.
5 Bezeichnet Personen, die die Armee verlassen, um sich dem Feind anzuschließen oder sich dem Krieg zu entziehen.
Fundort:
Einladung an Wilhelm von Oranien, 30. Juni 1688, in: Geschichte in Quellen. Band 3, hrsg. von Lautemann, Wolfgang und Schlenke, Manfred, München 1976, S. 493. Übersetzt von B. Dombrowsky.
Wortlaut, einschließlich Sprachgebrauch, Rechtschreibung und Zeichensetzung, folgt dem Fundort.
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die Anforderungen an die formale und inhaltliche Analyse von Quellen erfüllen, hier:
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Verfasser, Textsorte, Entstehungszeit und -ort, Adressat, Thema, Inhalt,
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es handelt sich um einen im Namen der Gruppe der sogenannten „Immortal Seven“ verfassten Brief, der vermutlich in London geschrieben wurde. Dieser richtete sich an Wilhelm III. von Oranien, Statthalter in den Niederlanden, und stellt eine formale Einladung dar, englischer König zu werden,
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das Dokument sollte auch Zweifel an der Unterstützung der Engländer für Wilhelm III. zerstreuen, die Erfolgsaussichten einer Invasion aufzeigen und den zukünftigen englischen König von der Durchführung derselben überzeugen,
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die Immortal Seven versuchten damit den Protestantismus vor den katholischen Machtpositionen Jakobs II. und die politischen Freiheiten des Parlaments vor den absolut-monarchischen Bestrebungen Jakobs II. zu schützen.
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Kernaussagen der Quelle strukturiert zusammenfassen, hier:
Der Autor des im Namen der „Immortal Seven“ verfassten Briefs
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formuliert die Freude der Gruppe über die von Wilhelm III. zugesicherte Unterstützung und schildert die eigene Situation und die Lage Englands als negativ bzw. bedenklich und äußert die Hoffnung auf Besserung dieser,
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schließt an die vorherigen Schilderungen an, dass eine authentische Beschreibung der aktuellen Situation notwendig sei, um Wilhelm III. sinnvolle Ratschläge zu geben,
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führt die sich immer weiter verstärkende Unzufriedenheit der Bevölkerung Englands auf das Vorgehen der aktuellen Regierung in den Bereichen Religion, Freiheit und Eigentum zurück und versichert, dass sich neunzehn von zwanzig Menschen in England einen Regierungswechsel wünschen würden,
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äußert sich gewiss über die Möglichkeit einer Beteiligung dieser Engländer und einem Überlaufen großer Teile des Hoch- und des Niederadels zu einem von Wilhelm III. geführten Aufstand,
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versichert Wilhelm III. eine nahezu doppelte Stärke der eigenen bzw. gemeinsamen Streitmacht gegenüber dem Heer von Jakob II. und
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führt die Schwächung der gegnerischen Armee auf schlechte Moral, Unzufriedenheit und Abneigung gegenüber dem Katholizismus zurück und prophezeit eine große Zahl von Desserteuren in deren Reihen.
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aufgabenbezogen Kenntnisse zu zentralen Aspekten des Konflikts zwischen der englischen Monarchie, dem Parlament und dem englischen Adel sowie zu den Hintergründen der Glorious Revolution (historischer Kontext) einbeziehen, hier etwa:
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den Konflikt zwischen englischen Monarchen und dem Parlament im 17. Jahrhundert um ihre Machtbefugnisse und den Einfluss des englischen Bürgerkrieges,
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die Rolle der katholischen und der anglikanischen Kirche und der reformatorischen Strömungen,
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politische und gesellschaftliche Veränderungen in Commonwealth (ab 1649) und Protektorat (1653–1660),
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Auswirkungen der Herrschaft Cromwells als Ursache der Restauration ab 1660,
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die Phase der Restauration Karls II. und
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die Herrschaft Jakobs II. ab 1685 und seine Religionspolitik.
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unter Einbeziehung des historischen Kontextes die Perspektive des Verfassers strukturiert, aufgabenbezogen und problemorientiert erläutern, hier etwa:
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die Phase der Restauration unter Karl II. als wechselhafte und vom Gegensatz zwischen Katholizismus und Anglikanismus geprägte Herrschaft einordnen und erläutern (z. B. geheimer Vertrag von Dover, der Streit um die Indulgenzerklärung, die Testakte, die generelle Angst vor dem Katholizismus bzw. dem „Papismus“, die „Exclusion Bill“ und die Papistenverschwörung, die Herrschaft ohne das Parlament ab 1681, der Tod Karls und sein Übertritt zum Katholizismus),
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den Gegensatz, aber auch die Kontinuitäten zwischen der Herrschaft Karls II. und der seines Bruders und Nachfolgers Jakob II. ab 1685 herausstellen,
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die Herrschaft Jakobs II. als Zuspitzung der Konflikte zwischen Parlament und Monarchie, aber auch zwischen Anglikanismus und Katholizismus in England darstellen, da Jakob II. einen offeneren absolut-monarchischen Anspruch vertrat und sich offen zum Katholizismus bekannte, den weite Teile des Parlaments, der politischen Elite und der Bevölkerung ablehnten (z. B. Versuche den „Test Act“ zu umgehen, Niederschlagung des protestantischen Monmouth-Aufstands, Ablehnung der Indulgenzerklärung durch protestantische Bischöfe, Versuch die Prärogativrechte des Parlaments für das Aufstellen und Bewilligen des Heers zu umgehen, außenpolitische Nähe zum katholisch-absolutistischenen Frankreich, Geburt eines katholischen Thronfolgers im Jahr 1688 und damit verbundene Angst vor einer katholischen Erbfolgedynastie in der englischen Bevölkerung, aber auch bei den Lords),
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die religiöse Komponente des Konflikts und die gegensätzlichen Positionen von Anglikanern und Katholiken in den Kontext der Auseinandersetzung zwischen Parlament und der englischen Monarchie einordnen,
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die Einladung der „Immortal Seven“ als Schlüsseldokument der Ereignisse der Glorious Revolution einordnen, die Wilhelm III. als protestantischen Nachfolger installieren, Jakob II. als König entfernen und auf den Weg zu einer grundsätzlichen Einigung zwischen Parlament und Monarch nach dem Grundsatz „der König herrscht mit dem Parlament“ (Beginn der konstitutionellen Monarchie) führen sollten.
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unter Beachtung revolutionstheoretischer Kenntnisse zur Themenfrage begründet Stellung nehmen (relativierend/abwägend/einschränkend), hier etwa:
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Argumente anführen, die belegen, dass die Glorious Revolution als Revolution des englischen Volks bezeichnet werden kann (z. B. Ablehnung in vielen Teilen der Gesellschaft gegenüber Jakob II. und seiner Politik – u. a. Bestrebungen zur Wiedereinführung des Katholizismus, im Anschluss werden durch die „Bill of Rights“ grundlegende parlamentarische Rechte festgelegt, die sie zum Grundstein des heutigen Parlamentarismus in England machen),
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Argumente anführen, die dagegen sprechen, dass es sich bei der Glorious Revolution um eine Revolution des englischen Volks handelte (z. B. Umsturz wurde von kleiner Gruppe Adliger eingeleitet, weite Teile der Bevölkerung, z. B. Bauern und Handwerker, hatten kein Mitspracherecht und spielten keine Rolle beim Umsturz; die neuen Regeln stärkten die Parlamentarier, welche zumeist Adlige, Grundbesitzer oder Wohlhabende waren, die Gesellschaftsordnung wurde nicht vollständig geändert, sondern bleibt weitestgehend bestehen),
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die Bedeutung des Briefs der „Immortal Seven“ einschätzen,
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den Erkenntniswert der Quelle und dessen Wirkung einschätzen,
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Auswirkungen, Folgen und Ergebnisse der Glorious Revolution bewerten.
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problembezogene Gegenwartsbezüge herstellen (z. B. Religionsfreiheit, Freiheitsrechte, Demokratie, Verfassung, Gewaltenteilung, Bedeutung der Monarchie und des Parlamentarismus in England).