Aufgabenstellung 3
Aufgabe:
Die Friedliche Revolution in der DDR – eine Revolution ohne Revolutionäre?
Erörtere den Text unter der oben genannten Themenfrage, indem du
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die Position und Argumentation des Autors strukturiert wiedergibst,
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unter Einbeziehung des Materials Ursachen, Verlauf und Ergebnisse der Friedlichen Revolution erläuterst und
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zur Themenfrage begründet Stellung nimmst.
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Martin Sabrow1 formulierte 2019 in seinem Beitrag „Mythos 1989. Rückblick auf ein historisches Jahr. Wem gehört die Friedliche Revolution?“ Folgendes:
Anmerkungen:
1 Sabrow, Martin (geb. 1954 in Kiel): deutscher Historiker.
2 Schabowski, Günter (1929-2015): von 1981-1989 Mitglied des Zentralkomitees (ZK) der SED und des SED-Politbüros.
3 Berliner Grenzübergang.
4 Lenin, Wladimir Iljitsch (1870-1924): russischer Politiker und kommunistischer Revolutionär, 1922-1924 erster Regierungschef der Sowjetunion, als deren Begründer er gilt.
5 Hier als Streit um die korrekte sprachliche bzw. inhaltliche Bezeichnung.
6 Wendemanöver beim Segeln.
7 Wolf, Christa (1929-2011): DDR-Schriftstellerin.
Fundort:
Sabrow, Martin: Mythos 1989. Rückblick auf ein historisches Jahr. Wem gehört die Friedliche Revolution?, in: Deutschland Archiv, 28.11.2019, online: www.bpb.de/300737 (Zugriff am 02.06.2026).
Wortlaut, einschließlich Sprachgebrauch, Rechtschreibung und Zeichensetzung, folgt dem Fundort.
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die Position und Argumentation des Autors strukturiert wiedergeben, hier:
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Sabrow behauptet, dass keine der in der DDR 1989 aufgetretenen Oppositionsgruppen die Beseitigung der DDR, des Sozialismus oder ihre „Wiedervereinigung“ mit der Bundesrepublik anstrebte,
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der Autor konstatiert, dass selbst die Maueröffnung von den Oppositionellen und den protestierenden Massen nicht als „Anfang vom Ende“, sondern als „Schritt zur Normalisierung“ wahrgenommen worden sei,
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Sabrow sieht die Verkettung von Kommunikationspannen als eigentlichen Auslöser eines Weltereignisses und räumt ein, dass die Maueröffnung nur möglich geworden sei, weil im Herbst 1989 eine revolutionäre Situation entstanden war, die zu einem erheblichen Druck der Massen geführt habe,
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Sabrow thematisiert den „semantischen Streit“ zur Deutung der Ereignisse als „Wendemanöver“ oder „revolutionärer Erneuerung“,
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Sabrow konstatiert, dass die entmachteten Eliten des SED-Staats den Umbruch, den sie als „Übernahme“ durch den Bonner Staat bezeichnen, als historische Niederlage begriffen hätten.
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aufgabenbezogen Kenntnisse zu zentralen Aspekten der Friedlichen Revolution sowie der Rolle der Opposition in diesem Prozess (historischer Kontext) einbeziehen, hier:
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die politische Situation im Jahr 1989 (z. B. Legitimationsverlust des SED-Regimes, Diskrepanz zwischen Ideologie und Wirklichkeit, mangelnde Reformbereitschaft, Ignoranz und Starrheit der DDR-Führung im Gegensatz zu den Reformanstrengungen in der Sowjetunion, Wahlfälschungen, Zensur der Medien, Missachtung des Postgeheimnisses, Berufsverbote für Andersdenkende, Benachteiligung der Christen),
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die wirtschaftlichen Verhältnisse (Schwächen der Planwirtschaft, geringe Leistungsfähigkeit, technologischer Rückstand, Ineffizienz, Mangel an hochwertigen Konsumgütern und faktischer Staatsbankrott),
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die gesellschaftlichen Vorgänge (z. B. wachsende Unzufriedenheit in der DDR-Bevölkerung u. a. aufgrund des Mangels an Konsumgütern, der politischen Entrechtung der Bürger, der fehlenden Reisefreiheit, des Vertrauensverlusts in die Regierung, des Vorgehens gegen Vertreter anderer politischer Positionen, der politischen Gängelung und Überwachung (Rolle des Ministeriums für Staatssicherheit), der Unzeitgemäßheit der öffentlichen Selbstinszenierung der Partei, der Dynamik der Fluchtwellen und Massenbewegung im Herbst 1989),
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unterschiedliche Ziele der Oppositionsbewegungen (z. B. Abkehr von der DDR durch Ausreiseanträge bzw. Flucht, Bürgerinitiativen für Menschenrechte, Umweltschutz, Friedensbewegung, Aufrufe z. B. des „Neuen Forums“ bis hin zur Massenmobilisierung im Herbst 1989 und den Demonstrationen für gesellschaftliche Veränderungen in Form von Reformen oder der Herstellung der deutschen Einheit).
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die Anforderungen an die formale und inhaltliche Analyse von Darstellungen erfüllen, hier:
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Verfasser, Textsorte, Entstehungszeit und -ort, Zielgruppe, Thema, These(n), Inhalt (Argumente),
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Es handelt sich um einen Auszug einer unter dem Titel „Mythos 1989. Rückblick auf ein historisches Jahr. Wem gehört die Friedliche Revolution?“ veröffentlichten Darstellung des deutschen Historikers Martin Sabrow, die 2019 im Deutschland Archiv (auch digital verfügbar) erschien und sich mit Thesen und Argumenten über die Ziele der Oppositionsbewegung in der DDR und den Charakter der „Friedlichen Revolution“ an die Öffentlichkeit (sowie auch die Fachwelt) wendet.
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unter Einbeziehung des historischen Kontextes die Position des Verfassers strukturiert, aufgabenbezogen und problemorientiert erläutern, hier etwa:
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Kernaussagen von Sabrow mit Hilfe eigener Sachkenntnisse zu zentralen Aspekten der Friedlichen Revolution auf ihre Triftigkeit und Perspektivität hin untersuchen, u. a.
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zur Rolle der Oppositionsbewegung,
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zur Reformierbarkeit der DDR und
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zum Charakter der Wiedervereinigung.
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zur Themenfrage begründet Stellung nehmen (zustimmend oder ablehnend oder relativierend/abwägend/einschränkend), hier etwa:
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Argumente anführen, die aufzeigen, dass 1989 innerhalb der oppositionellen Gruppen noch ein starker Glaube an eine Reformierbarkeit der DDR vorhanden war, was in einem Teil der Bevölkerung den Gedanken der staatlichen Eigenständigkeit beflügelte und damit eher gegen eine Revolution spricht,
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diskutieren, inwieweit sich die vom Autor genannte Einschätzung über die Ziele der Oppositionsgruppen anwenden lässt,
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diskutieren, inwieweit sich für die „Friedliche Revolution“ revolutionstheoretische Ansätze übernehmen lassen,
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diskutieren, welchen Einfluss die friedlichen Demonstrationen („Druck von unten“), Botschaftsbesetzungen, die Grenzöffnung in Ungarn und die immer größer werdende Zahl der Ausreisewilligen für den Verlauf der Ereignisse hatten,
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diskutieren, welchen Einfluss die politischen Veränderungen im Ostblock, insbesondere durch die in der SU von Gorbatschow eingeleiteten Reformen (Glasnost und Perestroika) bewirkten („Druck von außen“),
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diskutieren, inwieweit mit der Öffnung der Mauer das Ende der DDR eingeleitet war,
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diskutieren, welche Rolle die SED im Umbruchsprozess spielte und welche Ziele sie verfolgte,
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Argumente anführen, die das Ende der DDR angesichts der weitreichenden Krise als zwangsläufig belegen (z. B. aufgrund der wirtschaftlichen Verhältnisse oder des drohenden Zusammenbruchs der Sowjetunion trotz Reformanstrengungen, Ende 1989 waren die Anhänger der Reformbewegung in der Minderheit),
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bei der Urteilsbildung die zeitgenössischen Perspektiven und Handlungsspielräume berücksichtigen.
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