Aufgabenstellung 1
Aufgabe:
Friedrich II. – ein aufgeklärter Monarch?
Interpretiere die Quelle unter der oben genannten Themenfrage, indem du
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die zentralen Aussagen und die Sichtweise des Autors strukturiert wiedergibst,
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sie in den historischen Kontext der Regierungszeit Friedrichs II. einordnest sowie
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zur Themenfrage begründet Stellung nimmst.
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Friedrich II. von Preußen äußerte sich in dem hier vorliegenden Auszug seines Werkes „Versuch über Regierungsformen und Regentenpflichten“ (1777) wie folgt:
Anmerkungen:
1 Pflichten: Verweis auf seine vorherigen Ausführungen zu den Pflichten eines Fürsten, wie Gewährung religiöser Toleranz, Rechtssicherheit, Verhinderung von Willkürherrschaft.
2 eingedenk: sich an etwas erinnern und es beherzigen.
3 Pomp: prachtvolle Aufmachung, Ausstattung.
4 brandmarken: öffentlich in scharfem Ton tadeln, scharf kritisieren.
5 Sittenverderbniß: sittliche (moralische) Verdorbenheit.
6 Midasenkel: Bezug zu Figur des König Midas aus der griechischen Mythologie, der alles, was er berührte, zu Gold werden ließ, hier: jemand, der von einem reichen Vorfahren erbt oder dessen Fähigkeit, Reichtum zu generieren, besitzt.
7 Mammon: ursprünglich Bezeichnung für Besitz oder Vermögen, später abschätzige Bezeichnung für das Geld bzw. unredlich erworbenem Gewinn oder unmoralisch eingesetztem Reichtum.
Fundort:
Friedrichs des Großen Versuch über Regierungsformen und Regentenpflichten. Aus Friedrichs nachgelassenen Werken aufs neue aus dem Französischen übersetzt. Mit Anmerkungen über Magazinirung gegen Theurung und Hungersnoth, Trier, bei L. A. Gall, 1850, S. 42-46. Online verfügbar unter: https://www.dilibri.de/ubtr/id/218661 (Zugriff am 12.09.2025).
Wortlaut, einschließlich Sprachgebrauch, Rechtschreibung und Zeichensetzung sowie typografische Aspekte (Fettdruck), folgt dem Fundort.
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Mögliche formale Kriterien (Basisdaten)
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Verfasser: Friedrich II. (Friedrich der Große), König von Preußen
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Textsorte: Politisch-philosophische Programmschrift / Essay
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Entstehungszeit und -ort: 1777, Preußen
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Adressat: (Fach-)Öffentlichkeit, Nachwelt, zukünftige Regenten
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Thema: Die Pflichten eines Monarchen und sein Selbstverständnis im Rahmen des aufgeklärten Absolutismus
Hier mögliche Inhalte bei der strukturierten Wiedergabe der Quelle:
Friedrich II.
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ermahnt Fürsten, ihre Pflichten nicht zu vergessen (vgl. Z. 1–2),
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vermittelt unterstützend den Gedanken, dass der Fürst dem Geringsten seiner Untertanen gleichgestellt sei (vgl. Z. 2–3),
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exemplifiziert die Funktionen eines Fürsten zur Hervorhebung der damit verbundenen Pflichten (vgl. Z. 3–6),
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bezeichnet den Fürsten als den Diener des Staates und ermahnt ihn zur damit verbundenen Verpflichtung gerecht, rechtschaffen, klug und uneigennützig zu handeln (vgl. Z. 6–10),
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prangert ein auf Kosten seines Volkes verschwenderisches Leben der Fürsten als verurteilenswert an (vgl. Z. 10–12),
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fordert ein verantwortungsvolles, vorbildliches, die Erziehung des Volkes beförderndes Agieren (vgl. Z. 13–14),
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empfiehlt eindringlich die Belohnung vorbildlichen Verhaltens und Verurteilung bei Nichtbeachtung geltender ethisch-moralischer Verhaltensnormen (vgl. Z. 14–22),
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warnt davor, Menschen mit großem Besitz zu ehren, die keine Verdienste für die Allgemeinheit haben (vgl. Z. 24–26),
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erläutert die Gefahren unmoralischen, sittenlosen Reichtums wie Eigennutz, Habsucht, Korruption und Missachtung verdienstvollen Verhaltens (vgl. Z. 26–34),
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fordert vom Fürsten ein wohltätiges, hilfreiches – einem Familienvater ähnelndes – Verhalten gegenüber allen Staatsbürgern, Bedürftigen wie Unglücklichen, Zuflucht suchenden Menschen, Weisen, Witwen und Armen (vgl. Z. 37–42).
Mögliche Aspekte und historische Hintergründe zur Aufklärung
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im 17. Jahrhundert beginnende, im 18. Jahrhundert vorherrschende europäische „Geistesbewegung“,
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Säkularisierung, Verwissenschaftlichung des Denkens, Rationalismus, Empirismus,
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Gedanke der Gleichheit der Menschen,
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kritische Vernunft als Maßstab des Denkens und Handelns gegen kirchliche und fürstliche Bevormundung,
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Träger der Aufklärung, etwa Ökonomen, Philosophen und Staatsmänner, wie z. B. Friedrich II.,
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Orientierung der Herrschaftsauffassung an vernunftgeleiteten Herrschaftsprinzipien, aufgeklärte Reformpolitik des 18. Jahrhunderts.
Hier mögliche Aspekte zur problemorientierten und kontextbezogenen Einordnung der Sichtweise des Autors:
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Die Auseinandersetzung mit fürstlicher, durch Obrigkeiten geprägter Bevormundung anhand der Darlegung von Praktiken absolutistischer Herrschaft gegenüber der Bevölkerungsmehrheit, vor allem:
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Rechtspolitik: z. B. Humanisierung des Strafrechts (weitgehende Abschaffung der Folter 1740), Reform des Justizwesens (Schaffung von Rechtssicherheit),
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Religionspolitik: z. B. Fortsetzung und Erweiterung aufklärerischer Prinzipien und religiöser Toleranzbestrebungen
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Schulpolitik: z. B. General-Landschulreglement (1763) mit Schulpflicht in Preußen, Errichtung neuer Schulen, Erweiterung der Unterrichtsinhalte, einschließlich Lehrbüchern und Stundenplänen,
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Wirtschaftspolitik: z. B. erste Ansätze zur Bauernbefreiung (Aufhebung der Leibeigenschaft in den preußischen Domänen), Abbau ständischer Privilegien,
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Erläuterung politischer Ideen der Aufklärung (v. a. Voltaire, Locke, Montesquieu, Rousseau),
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Thematisierung der Aufklärung als vorherrschende europäische Geistesbewegung des 18. Jahrhunderts,
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Einbindung von Rationalismus und Empirismus als Maßstäbe des Handelns und Erkennens,
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Thematisierung der Vorbildrolle des Fürsten bei der Ausübung seiner Ämter einschließlich der Erziehung des Volkes.
Abschließend sollte zur Themenfrage begründet Stellung genommen werden (relativierend/abwägend/einschränkend), hier etwa:
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Abwägen der Ambivalenz zwischen aufklärerischen Ideen einerseits und der Realpolitik absoluter Monarchen andererseits, hier speziell die Ambivalenz des Anspruchs und der Wirklichkeit im Denken und Handeln Friedrichs II.,
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Konkrete historische Widersprüche zum Abgleich: Der Gegensatz zwischen dem Ideal des friedfertigen Monarchen und Friedrichs aggressiver Außenpolitik (Schlesische Kriege, Teilung Polens); das Fortbestehen der hierarchischen Ständegesellschaft und der Gutuntertänigkeit der Bauern außerhalb der Domänen trotz des theoretischen Gleichheitsgedankens; sein streng autokratischer, zentralistischer Regierungsstil („Alles für das Volk, aber nichts durch das Volk“).
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Reflexion unter besonderer Berücksichtigung Friedrichs II. einerseits bezüglich der Kriterien zur Bewertung der Leistungen der Aufklärung hinsichtlich ihrer Rolle zur Fürstenerziehung, wie u. a. die Internalisierung aufklärerischer Werte wie Vernunft, Bildung, Abschaffung fürstlicher Privilegien,
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Thematisierung der Grenzen der Aufklärung hinsichtlich ihrer Rolle zur Fürstenerziehung, wie u. a. das bis in die Gegenwart bzw. Moderne hineinreichende Fehlen der Verinnerlichung dieser Wertevorstellung bzw. entsprechender staatlicher Strukturen,
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Berücksichtigung der zeitgenössischen Perspektiven und Handlungsspielräume bei der Urteilsbildung,
Möglichkeit zur Stellungnahme sowohl zur Wirkmächtigkeit der Politik Friedrichs II. für seine Zeit und die weitere Geschichte Brandenburg-Preußens als auch der Aufklärung und ihrer Ideen als Triebkraft der Moderne in Vergangenheit und Gegenwart.