Aufgabenstellung 2
Aufgabe:
Die NS-Außenpolitik – erfolgreiche Täuschung der Weltöffentlichkeit?
Interpretiere die Quellen unter der oben genannten Themenfrage, indem du
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die Kernaussagen der Textquelle strukturiert wiedergibst und die Bildquelle beschreibst,
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sie unter Einbeziehung des historischen Kontextes der NS-Außenpolitik gegenüberstellst,
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zur Themenfrage begründet Stellung nimmst.
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Material 1
Auszug aus Adolf Hitlers Rede vor dem Reichstag am 30. Januar 1934:
Fundort:
Rede Adolf Hitlers vor dem Reichstag, 30. Januar 1934, in: Verhandlungen des Reichstags. IX. Wahlperiode 1933, Band 458, S. 15, online: https://www.reichstagsprotokolle.de/Blatt2_w9_bsb00000142_00019.html (Zugriff am 02.06.2026).
Wortlaut, einschließlich Sprachgebrauch, Rechtschreibung und Zeichensetzung, folgt dem Fundort.
Material 2
„Adolf in the Looking-Glass“, Zeichnung von Sir John Bernard Partridge (1861-1945), veröffentlicht in der britischen Zeitschrift „Punch“ am 5. Dezember 1934.

Anmerkungen:
1 FOREIGN OPINION: andere/fremde/ausländische Meinung.
2 „ADOLF IN THE LOOKING-GLASS“: Adolf im Spiegel.
3 HERR HITLER. "HOW FRIGHTFUL I LOOK TO-DAY!": Herr Hitler. "Wie furchterregend sehe ich heute aus!"
4 Bei der Blume, die Hitler in der rechten Hand hält, handelt es sich um eine Schwertlilie. Diese symbolisiert Glaube, Hoffnung, Weisheit, Vertrauen, Mut und Tapferkeit.
Fundort:
Punch, 5.12.1934. Entnommen von: https://archive.org/details/sim_punch_september-26-december-26-1934_187_4867-4879/page/630/mode/2up (Zugriff am 06.06.2025).
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Mögliche formale Kriterien (Basisdaten)
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Material 1 (Textquelle):
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Verfasser: Reichskanzler Adolf Hitler
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Textsorte: Politische Rede (Reichstagsrede)
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Datum/Ort: 30. Januar 1934, Berlin
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Adressat: Reichstagsabgeordnete, deutsches Volk sowie die Weltöffentlichkeit
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Thema: Rechtfertigung und Zielsetzung der nationalsozialistischen Außenpolitik (Friedens- und Gleichberechtigungsrhetorik)
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Material 2 (Bildquelle):
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Urheber: Sir John Bernard Partridge (1861–1945)
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Bildsorte: Karikatur
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Veröffentlichung: 5. Dezember 1934 in der britischen satirischen Zeitschrift „Punch“
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Adressat: Britische Öffentlichkeit und internationale Weltöffentlichkeit
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Thema: Kritische Entlarvung der vermeintlich friedlichen NS-Außenpolitik als militärische Bedrohung und Täuschung
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Mögliche Inhalte bei der strukturierten Wiedergabe von Material 1:
Adolf Hitler
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spricht in seiner Reichstagsrede über seine bisherige und zukünftige Außenpolitik (vgl. Z. 1–2),
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betont, dass er als „aufrichtiger Anhänger einer wirklichen Politik der Versöhnung“ zu einem wahrhaften Frieden der Völker beitragen könne (vgl. Z. 5–6),
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erklärt, dass dem deutschen Volk die „Ehre und Gleichberechtigung vor der Welt“ zurückgegeben werden müsse (vgl. Z. 4),
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verkündet den Wunsch, dass das Deutsche Reich „grundsätzlich [mit] allen Völkern und Staaten“ in „Frieden und Freundschaft“ leben und Differenzen ohne Gewalt lösen wolle (vgl. Z. 7–11).
Mögliche Inhalte bei der Beschreibung von Material 2:
In der Karikatur wird die Doppelzüngigkeit Hitlers kritisiert:
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Die Figur vor dem Spiegel: Hitler ist posierend vor einem Spiegel dargestellt. Er trägt einen bürgerlichen Anzug mit einer Hakenkreuz-Armbinde. In seiner linken Hand hält er eine Taube (Friedenssymbol) und in seiner rechten Hand eine Schwertlilie (Symbol für Glaube, Hoffnung, Weisheit, Vertrauen, Mut und Tapferkeit).
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Das Spiegelbild: Im Spiegel verändert sich das Bild grundlegend. Das Spiegelbild zeigt Hitler in militärischer Uniform und mit einem Stahlhelm. Aus der Taube wird ein Raubvogel (Adler) und aus der Schwertlilie ein gezogenes Schwert (Symbole der Aufrüstung, Aggression und Kriegsbereitschaft).
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Bildelemente und Text: Der Spiegel ist mit der Aufschrift „FOREIGN OPINION“ (ausländische/fremde Meinung) versehen. Die Textzeile darunter lautet: HERR HITLER. „HOW FRIGHTFUL I LOOK TO-DAY!“ (Herr Hitler. „Wie furchterregend sehe ich heute aus!“). Der Karikaturist weist damit auf die Bedrohung hin, die das Ausland hinter Hitlers friedlicher Fassade wahrnimmt.
Mögliche Aspekte zum historischen Kontext der NS-Außenpolitik:
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Revision des Versailler Vertrages: Aufhebung der militärischen Beschränkungen, Rückgewinnung verlorener Gebiete, Wiederherstellung der deutschen Großmachtstellung.
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Militärische Aufrüstung und Kriegsvorbereitung: Heimliche und offene Aufrüstung, Austritt aus dem Völkerbund und der Abrüstungskonferenz (Oktober 1933), spätere Schritte wie die Wiedereinführung der Wehrpflicht (1935) und taktische Bündnisse.
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Ideologische Langzeitziele: Errichtung eines „Großdeutschen Reiches“ (Vereinigung aller „Volksdeutschen“) und die Erlangung von „Lebensraum im Osten“.
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Internationale Reaktionen: Anfängliches Zögern und Fehleinschätzungen des Auslands, die später in die britisch-französische Appeasement-Politik mündeten.
Mögliche Aspekte zur vergleichenden Gegenüberstellung der beiden Quellen unter Berücksichtigung des historischen Kontextes:
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Rhetorik vs. Wahrnehmung:
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In Material 1 suggeriert Hitler aktiv, dass er und das deutsche Volk ausschließlich friedliche Absichten verfolgen, Gleichberechtigung auf Augenhöhe suchen und auf Dialog statt Gewalt setzen. Es ist ein Dokument der gezielten außenpolitischen Beruhigung und Tarnung.
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In Material 2 wird genau diese Friedensrhetorik als manipulative Fassade entlarvt. Die Karikatur ist eine direkte Reaktion auf Hitlers wiederholte Friedensbeteuerungen im Jahr 1934.
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Die zwei Gesichter der NS-Politik:
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Die Karikatur visualisiert die Diskrepanz perfekt: Der zivile Anzug und die Symbole in M1 (Frieden/Freundschaft) entsprechen Hitlers Auftreten vor dem Spiegel.
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Das Spiegelbild („FOREIGN OPINION“) deckt jedoch die reale, ideologisch begründete Kernsubstanz der NS-Politik auf (Militarismus, Revisionismus, Kriegsbereitschaft), die bereits 1934 durch den Austritt aus dem Völkerbund (Oktober 1933) für kritische Beobachter im Ausland sichtbar wurde.
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Mögliche Argumente und strukturelle Punkte zur Beantwortung der Leitfrage („Die NS-Außenpolitik – erfolgreiche Täuschung der Weltöffentlichkeit?“):
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Argumente für eine erfolgreiche Täuschung |
Argumente gegen eine erfolgreiche Täuschung |
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Taktische Friedensverträge: Verträge wie der Nichtangriffspakt mit Polen (Januar 1934) oder das Reichskonkordat (1933) ließen Hitler international zunächst als verlässlichen, vertragstreuen Partner erscheinen. |
Kritische Auslandspresse: Karikaturen wie M2 aus dem Jahr 1934 belegen, dass Teile der ausländischen Medien (hier das britische Punch-Magazin) die Doppelzüngigkeit und die Gefahr der Aufrüstung sehr früh durchschauten. |
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Ablenkung durch Großereignisse: Die moderate Rhetorik (wie in M1) und spätere Inszenierungen (z. B. Olympische Spiele 1936) täuschten weite Teile der ausländischen Diplomatie und Bevölkerung über den wahren Charakter des Regimes hinweg. |
Offenlegung der Ziele: Die langfristigen, aggressiven Ziele (insb. „Lebensraum im Osten“) waren kein Geheimnis, sondern konnten von jedermann in Hitlers Programmschrift Mein Kampf nachgelesen werden. |
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Erfolg der Appeasement-Politik: Große Teile der britischen und französischen Regierung ließen sich von den Friedensbeteuerungen beschwichtigen, da sie einen neuen Weltkrieg um jeden Preis verhindern wollten und die deutsche Revision als teilweise berechtigt ansahen. |
Reale politische Brüche: Der Austritt aus dem Völkerbund (Oktober 1933) zeigte der Weltöffentlichkeit frühzeitig, dass Deutschland sich von den Strukturen der kollektiven Sicherheit abwandte. |
Mögliche Fazit-Varianten:
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Variante A (Zustimmend): Die Täuschung war über weite Strecken erfolgreich, da die Großmächte (insb. Großbritannien) trotz vorhandener Warnzeichen (wie in M2) jahrelang auf Hitlers Friedensrhetorik hereinfielen und mit der Appeasement-Politik versuchten, den Frieden durch Zugeständnisse zu sichern.
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Variante B (Differenzierend): Von einer vollständig erfolgreichen Täuschung kann man nicht sprechen. Das Ausland war nicht blind (wie M2 beweist), sondern oft gelähmt durch eigene wirtschaftliche und politische Krisen sowie die panische Angst vor einem neuen Krieg, weshalb man Hitlers Beteuerungen trotz tiefer Skepsis offiziell akzeptierte.