Teil I Pflichtteil: Textverständnis
Aufgabenstellung
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Lies den Text. Bearbeite anschließend die vorgegebenen Aufgaben.
Material
1 Beruf des lederverarbeitenden Gewerbes, z. B. Herstellung von Sätteln, Zaumzeug, Taschen
2 Einstellung, die militärische Werte wie Disziplin, Ordnung und Gehorsam als Grundlage eines
Staates hervorhebt und für die Machtausübung und Konfliktlösung durch militärische Gewalt eintritt
3 1918 bis 1933, erstmals eine parlamentarische Demokratie in Deutschland, beendet durch
Machtergreifung der Nationalsozialisten
4 deutscher Schriftsteller (1890 – 1935)
5 Einstellung, die die eigene Nation gegenüber anderen Nationen als überlegen und wertvoller sieht
6 E. Kästner: „... was nicht in euren Lesebüchern steht.“ Fischer Tb-Verlag, Frankfurt/M. 1987, S. 53
Text nach: Katrin Hörnlein und Volker Weidermann: Der lebensfrohe Pessimist. Da pfeift jemand ein Liedchen bei
Windstärke elf. In Zeit Nr. 31/2024, 18.07.2024, S. 42f.
Hinweis: Orthografie und Grammatik werden mit 2 BE bewertet.
Erich Kästner verdiente seinen Lebensunterhalt durch das Schreiben.
Nenne sechs Textsorten, die er veröffentlicht hat.
Im Text wird dargestellt, dass zwischen Kästners Ausbildung zum Lehrer und der Beziehung
zu seiner Mutter eine Verbindung besteht.
Erläutere diese Verbindung auf der Grundlage des Textes.
Erläutere den Zusammenhang zwischen Kästners Militärerfahrungen während des
Ersten Weltkrieges und seiner späteren Haltung zum Krieg mit eigenen Worten.
Nutze die Informationen im Text.
Im Text werden Gründe genannt, warum Kästner trotz der Ereignisse ab 1933 in
Deutschland blieb.
Markiere diesen Satz.
Gib stichpunktartig an, wie Kästner laut Text während der Zeit des
Nationalsozialismus weiterarbeitete.
Ordne dem Satzanfang die laut Textinformationen passende Ergänzung zu.
Notiere diesen Satz.
„Emil und die Detektive“ ist ein besonderes Kinderbuch, weil ...
a) ... es realistisch, witzig und belehrend ist.
b) ... es fantastisch, geistreich und nicht belehrend ist.
c) ... es spannend, märchenhaft und humorvoll ist.
d) ... es realistisch, humorvoll und spannend ist.
Gib an, was Kästner als sein „Spezialtalent“ bezeichnete.
Erläutere anhand des Textes mit eigenen Worten, was dieses Talent ausmacht.
Nenne sechs Merkmale, die Kästners Kinderfiguren auszeichnen.
Nutze dafür die Informationen im Text.
Kästner wollte „Anwalt der Kinder“ sein. (Zeile 94)
a) Nenne das zentrale Thema sowie die vier einzelnen Themen von Kästners
Kinderbüchern, die der Text aufführt.
b) Beurteile, ob Kästner durch diese Themen seiner Rolle als „Anwalt der Kinder“
gerecht wurde.
Eine Botschaft von Kästner lautet: „Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, ist ein
Mensch.“ (Zeile 120)
Können Sie sich vorstellen, dass diese Botschaft auch heute noch wichtig ist?
Begründen Sie Ihre Meinung. Nutzen Sie dafür Informationen aus dem Text und beziehen
Sie eigene Erfahrungen ein.
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Kästner hatte eine sehr enge Beziehung zu seiner Mutter und wollte es ihr stets recht machen. Sie hatte für ihn den sozialen Aufstieg geplant und wollte, dass er Lehrer wird, da diese Ausbildung kostengünstiger als der Besuch eines Gymnasiums und einer Universität war und ihm dennoch eine gesicherte Existenz ermöglichen sollte. Auch deshalb entschied sich Kästner zunächst für die Ausbildung zum Volksschullehrer.
Während seiner militärischen Ausbildung wurde Kästner so schlecht behandelt, dass er mit einer Herzkrankheit ins Lazarett eingeliefert werden musste. Die Brutalität der Ausbildung und die Schrecken des Krieges führten dazu, dass er eine starke Abneigung gegen den Militarismus entwickelte und sich sein Leben lang gegen Krieg, Gewalt und Untertanengeist einsetzte.
„Dennoch blieb er in Deutschland. Er wollte, wie er nach 1945 mitteilte, Augenzeuge bleiben und die Ereignisse dokumentieren, aber auch seine Mutter nicht alleine lassen.“ (Z. 61 – 63)
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Kästner veröffentlichte mehrere Bücher im Ausland.
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Er schrieb unter einem Pseudonym in Deutschland weiter, vor allem Theatertexte und Filmdrehbücher.
„Emil und die Detektive“ ist ein besonderes Kinderbuch, weil es realistisch, humorvoll und spannend ist.
Spezialtalent:
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das Schreiben von Kinderbüchern
Erläuterung:
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Er konnte Nähe zu Kindern herstellen und ihre Begeisterung wecken.
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Er traf in seinen Kinderbüchern den richtigen Ton.
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Er verband pädagogische Botschaften mit einfühlsamen und spannenden Geschichten.
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Er vermittelte Kindern Werte, ohne sie dabei zu belehren.
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Sie wissen, was sie wollen.
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Sie erkennen, wenn etwas falsch läuft.
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Sie kümmern sich selbst um Probleme.
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Sie besitzen Zivilcourage.
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Sie sind klug.
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Sie sind vernünftig.
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Sie sind nicht auf die Hilfe von Erwachsenen angewiesen.
a) Zentrales Thema:
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die eigene kindliche Seele bewahren und sich von den Zumutungen der Welt nicht verbiegen lassen
Vier Einzelthemen:
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Kinder behaupten sich gegen übermächtige Erwachsene – Emil und die Detektive
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Eltern kümmern sich nicht ausreichend um ihre Kinder – Pünktchen und Anton
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Kinder erleben Zerrissenheit und Ohnmacht durch die Scheidung ihrer Eltern – Das doppelte Lottchen
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eine andere Form von Unterricht – Das fliegende Klassenzimmer
b) Beurteilung:
Kästner wird seiner Rolle als „Anwalt der Kinder“ gerecht, da er in seinen Kinderbüchern Probleme und Erfahrungen aus der Perspektive von Kindern thematisiert. Dabei zeigt er beispielsweise, wie Kinder sich gegen übermächtige Erwachsene behaupten, unter familiären Problemen leiden oder sich mit Schule auseinandersetzen müssen. Gleichzeitig stellt er seine Kinderfiguren als selbstständig, klug und mutig dar und übt Kritik an der Erwachsenenwelt.
Ich stimme Kästners Aussage zu, weil Menschen auch als Erwachsene Neugier, Offenheit und Fantasie bewahren sollten. Im Text wird deutlich, dass Kästner gerade diese positiven Eigenschaften von Kindern schätzte und Erwachsene dazu aufforderte, Verantwortung zu übernehmen, ohne ihre kindliche Offenheit zu verlieren. Auch im eigenen Alltag kann man beobachten, dass Kinder häufig unvoreingenommener an neue Menschen oder Situationen herangehen als Erwachsene. Ich habe beispielsweise erlebt, dass jüngere Kinder bei gemeinsamen Aktivitäten schnell auf unbekannte Kinder zugehen, ohne sich viele Gedanken über Unterschiede zu machen. Erwachsen zu werden sollte deshalb nicht bedeuten, solche Eigenschaften abzulegen, sondern sie mit Vernunft und Verantwortung zu verbinden.