Vorschlag A – Metalle der Seltenen Erden – Europas Rohstoffdilemma
Ordne die Metalle der Seltenen Erden in die Systematik der Rohstoffe ein und beschreibe die globale Verteilung der Vorkommen und Reserven. (Material 1–2, Atlas)
Stelle die Bedeutung der Seltenen Erden für die globale Wirtschaft dar und erläutere, inwiefern Seltene Erden national als „strategischer Rohstoff“ bezeichnet werden können. (Material 1–5)
In Material 7 wird Lucia Caudet von der EU-Kommission zitiert mit der Aussage: „Wir sind in einem Dilemma […]. Wir brauchen eine offene Debatte ohne Tabus, ob wir wirklich weiter unter zweifelhaften Bedingungen gewonnenes Material importieren wollen, damit [der Abbau unter zweifelhaften Bedingungen] nicht bei uns passiert.“ Stelle vor diesem Hintergrund Vor- und Nachteile eines möglichen Abbaus Seltener Erden in der EU gegenüber. (Material 6–8)
Entwickle auf der Basis deiner bisherigen Ausführungen Grundzüge für eine Rohstoffstrategie der Europäischen Union zum Umgang mit der Rohstoffgruppe der Seltenen Erden vor dem Hintergrund des Nachhaltigkeitsgedankens. (Material 1–8)
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Material 1 – Vorkommen von Seltenen Erden1, Anteil am Bergbau und an der Permanentmagnetproduktion2 weltweit in % (2022)

1 Seltene Erden – Es handelt sich bei den Rohstoffen um die Metalle der Seltenen Erden. Für die vereinfachte Lesbarkeit wird im Folgenden für diese Rohstoffe der Begriff Seltene Erden verwendet.
2 Permanentmagnete sind der Hauptanwendungsbereich der Seltenen Erden (vgl. Material 3–4).
Quelle: TiAM Advisor Services GmbH (2022): Seltene Erden – Ein Wettlauf um die Vorkommen, eine Chance für Investoren, 01.11.2022, URL: https://www.fundresearch.de/fundresearch-wAssets/partnercenter/bakersteel-capital-managers/docs/Rare-earths-A-scramble-for-supplies-Baker-Steel-October-2022-GER.pdf (abgerufen am 30.06.2025).
Material 2 – Bekannte Reserven an Seltenen Erden in ausgewählten Ländern in Tsd. Tonnen (2025)

Quelle: Statista, URL: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/217157/umfrage/reserven-an-seltenen-erden-in-ausgewaehltenlaendern/ (abgerufen am 30.06.2025).
Material 3 – Seltene Erden – Vorkommen, Herstellung, Verwendung
Quelle: Institut für Seltene Erden und Metalle AG (ISE), Luzern, Schweiz, ohne Jahr, URL: https://institut-seltene-erden.de/selteneerden-und-metalle/seltene-erden/ (abgerufen am 30.06.2025).
Material 4 – Weltweiter Bedarf an Seltenen Erden für ausgewählte Zukunftstechnologien in Tonnen in den Jahren 2018 und 2040 (Prognose)

Quelle: Statista, URL: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/780826/umfrage/seltene-erden-nachfrage-ausgewaehlter-zukunftstechnologien-weltweit/ (abgerufen am 30.06.2025).
Material 5 – Die Lieferkette der Seltenen Erden (2022)

Quelle: TiAM Advisor Services GmbH (2022): Seltene Erden – Ein Wettlauf um die Vorkommen, eine Chance für Investoren, 01.11.2022, URL: https://www.fundresearch.de/fundresearch-wAssets/partnercenter/bakersteel-capital-managers/docs/Rareearths-A-scramble-for-supplies-Baker-Steel-October-2022-GER.pdf (abgerufen am 30.06.2025).
Material 6 – Arthur Sullivan: Schwedens Seltene Erden: Ein Fund und viele Fragen (2023)
Quelle: Arthur Sullivan: Schwedens Seltene Erden: Ein Fund und viele Fragen, 17.01.2023, URL: https://www.dw.com/de/schwedens-seltene-erden-ein-fund-und-viele-fragen/a-64399715 (abgerufen am 30.06.2025).
Material 7 – Reinhard Spiegelhauer: Spaniens ungeliebte Bodenschätze (2023)
Quelle: Reinhard Spiegelhauer: Seltene Erden – Spaniens ungeliebte Bodenschätze, 13.01.2023, URL: https://www.tagesschau.de/ausland/europa/seltene-erden-spanien-101.html (abgerufen am 30.06.2025).
Hinweis
Die Zeichensetzung entspricht der Textvorlage.
Material 8 – Sascha Rufer: Seltene Erden und Umweltschutz (2019)
Quelle: Sascha Rufer: Seltene Erden und Umweltschutz, in: Stiftung Umweltinformation Schweiz, 28.06.2019, URL: https://www.umweltnetz-schweiz.ch/themen/ressourcen/3200-seltene-erden-eine-zwiespaeltige-geschichte.html (abgerufen am 19.06.2023).
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Einordnung in die Systematik der Rohstoffe
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Metallische Rohstoffe:
Seltene Erden sind keine „Erden“ im eigentlichen Sinn, sondern eine Gruppe metallischer Rohstoffe. Sie gehören damit zu den mineralischen bzw. metallischen Rohstoffen. (M1)
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Nicht regenerative Rohstoffe:
Da Seltene Erden geologisch über sehr lange Zeiträume entstehen und sich in menschlichen Zeiträumen nicht erneuern, zählen sie zu den nicht regenerativen Rohstoffen.
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Primärrohstoffe:
Seltene Erden werden direkt aus natürlichen Lagerstätten gewonnen und gehören daher zu den Primärrohstoffen. Sie liegen nicht frei vor, sondern müssen aus Erzen bzw. Mineralien herausgelöst werden.
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Chemisch gebundene Rohstoffe:
Die Metalle der Seltenen Erden kommen in der Natur überwiegend in chemisch gebundener Form vor. Für ihre Nutzung sind daher aufwendige Abbau-, Trennungs- und Aufbereitungsprozesse notwendig.
Globale Verteilung der Vorkommen und Reserven
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Ungleichmäßig globale Verteilung:
Die Vorkommen und Reserven Seltener Erden sind weltweit sehr ungleich verteilt und konzentrieren sich auf wenige Staaten. Dadurch entsteht eine räumliche Konzentration der Rohstoffbasis. (M1, M2, Atlas)
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Dominanz Chinas:
China besitzt mit ca. 35 % der weltweiten Vorkommen den größten Anteil und verfügt zugleich über die mit Abstand größten bekannten Reserven von rund 44.000 Tsd. Tonnen. Damit nimmt China eine zentrale Stellung bei den Seltenen Erden ein. (M1, M2)
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Weitere bedeutende Vorkommen:
Größere Vorkommen befinden sich außerdem in Vietnam, Russland und Brasilien mit jeweils etwa 17 % sowie in Indien mit etwa 6 %. In diesen Staaten findet jedoch kein vergleichbar bedeutender Abbau statt. (M1)
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Bedeutende Reserven außerhalb Chinas:
Nach China weist Brasilien mit rund 21.000 Tsd. Tonnen die zweitgrößten bekannten Reserven auf. Weitere größere Reserven liegen in Indien, Australien, Russland und Vietnam. (M2)
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Kleinere Reserven in Australien und den USA:
Australien und die USA verfügen ebenfalls über Vorkommen, diese fallen im Vergleich zu China und Brasilien jedoch deutlich geringer aus. (M1)
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Vereinzelte Reserven in Afrika:
In Afrika sind im Material nur kleinere Reserven ausgewiesen, etwa in Tansania und Südafrika. Sie spielen im Vergleich zu den großen Lagerstätten in Asien, Südamerika und Australien eine untergeordnete Rolle. (M2)
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Geringe europäische Vorkommen:
Europa verfügt kaum über eigene Vorkommen. Im Material wird lediglich Grönland mit etwa 1 % der weltweiten Vorkommen bzw. 1.500 Tsd. Tonnen Reserven ausgewiesen. (M1, M2)
Fazit:
Seltene Erden sind metallische, nicht regenerative Primärrohstoffe, die aus mineralischen Lagerstätten gewonnen werden müssen. Ihre Vorkommen und Reserven sind global stark konzentriert, wobei China besonders deutlich dominiert. Weitere größere Rohstoffpotenziale liegen vor allem in Brasilien, Vietnam, Russland, Indien und Australien, während Europa nur über sehr geringe eigene Vorkommen verfügt.
Bedeutung für die globale Wirtschaft
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Kritische Rohstoffe trotz geringer Mengen:
Seltene Erden werden in vielen Produkten zwar nur in geringen Mengen verwendet, sind für deren Funktionsfähigkeit aber häufig unverzichtbar. Ohne sie würden zahlreiche technische Geräte weniger leistungsfähig funktionieren oder deutlich schwerer werden. (M3)
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Zentrale Bedeutung für die Automobilindustrie:
Besonders im modernen Automobilbau werden Seltene Erden vielfältig genutzt, z. B. in Elektromotoren, Sensoren, Katalysatoren, Displays, Spiegeln und Linsen. Dadurch tragen sie zur Prozessoptimierung und Gewichtsreduktion bei. (M3)
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Bedeutung für Elektromobilität:
Hybrid- und Elektrofahrzeuge benötigen Seltene Erden unter anderem für Batterien und elektrische Fahrmotoren mit Permanentmagneten. Der Bedarf für elektrische Traktionsmotoren steigt laut Prognose besonders stark von 1.930 t im Jahr 2018 auf 38.880 t im Jahr 2040. (M3, M4)
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Hauptanwendung Permanentmagnete:
Permanentmagnete sind ein besonders wichtiger Einsatzbereich Seltener Erden, etwa in Elektromotoren, Lautsprechern oder Festplatten. In Permanentmagneten ist der Anteil Seltener Erden deutlich höher als in vielen anderen Anwendungen. (M3)
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Bedeutung für Kommunikations- und Medientechnik:
Auch moderne Kommunikationsgeräte wie Handys, Fernseher und Computer enthalten Seltene Erden, beispielsweise in Lautsprechern, Festplatten und Displays. Damit sind sie für zentrale Bereiche der digitalen Wirtschaft relevant. (M3)
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Schlüsselrolle für Zukunftstechnologien:
Der prognostizierte Bedarf steigt besonders in Zukunftsbranchen wie Hochleistungs-Permanentmagneten, Windkraftanlagen, Elektromobilität, Rechenzentren, 3D-Mobilität und autonomem Fahren. Seltene Erden sind daher eng mit technologischer Innovation verbunden. (M4)
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Bedeutung für regenerative Energien:
Windkraftanlagen benötigen Seltene Erden vor allem für leistungsfähige Permanentmagnete. Der prognostizierte Bedarf steigt von 3.167 t im Jahr 2018 auf 11.640 t im Jahr 2040, wodurch Seltene Erden auch für die Energiewende relevant sind. (M4)
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Hohe gegenwärtige und zukünftige wirtschaftliche Bedeutung:
Da Seltene Erden in Alltagsprodukten, Schlüsselindustrien und Zukunftstechnologien eingesetzt werden, besitzen sie bereits heute eine hohe Bedeutung für die globale Wirtschaft, die sich voraussichtlich weiter verstärken wird. (M3, M4)
Seltene Erden als nationaler „strategischer Rohstoff“
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Unverzichtbarkeit für zentrale Wirtschaftsbereiche:
Seltene Erden sind für wichtige Branchen wie Automobilindustrie, Kommunikations- und Medientechnik, Digitalisierung sowie erneuerbare Energien notwendig. Eine eingeschränkte Verfügbarkeit könnte daher die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Landes beeinträchtigen. (M3, M4)
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Wachsende Bedeutung durch Zukunftstechnologien:
Der Bedarf an Seltenen Erden steigt besonders in Zukunftsbranchen wie Elektromobilität, Windkraftanlagen, Hochleistungs-Permanentmagneten, Rechenzentren und autonomem Fahren stark an. Dadurch wird die sichere Versorgung langfristig immer wichtiger. (M4)
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Starke räumliche Konzentration der Rohstoffbasis:
Die Vorkommen und Reserven Seltener Erden sind weltweit ungleich verteilt und konzentrieren sich auf wenige Staaten. China besitzt mit 44.000 Tsd. Tonnen die größten bekannten Reserven und nimmt damit eine zentrale Stellung bei der globalen Versorgung ein. (M1, M2)
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Dominanz Chinas in der Wertschöpfungskette:
China kontrolliert nicht nur große Teile der Rohstoffbasis, sondern dominiert auch zentrale Verarbeitungsschritte: Bei der Trennung und Verarbeitung Seltener Erden liegt der chinesische Marktanteil jeweils bei etwa 85 %, bei der Magnetproduktion sogar bei etwa 90 %. (M5)
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Importabhängigkeit rohstoffarmer Industrieländer:
Staaten ohne eigene nennenswerte Reserven oder Verarbeitungskapazitäten sind auf Importe angewiesen. Für Länder wie Deutschland bzw. viele europäische Staaten entsteht dadurch ein hohes Versorgungsrisiko, wenn Lieferketten gestört werden oder Handelsbeschränkungen auftreten. (M1, M2, M5)
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Wirtschaftliches und politisches Druckmittel:
Da Seltene Erden für Schlüsselindustrien wichtig sind und gleichzeitig stark von wenigen Akteuren kontrolliert werden, können sie als machtpolitisches Instrument eingesetzt werden. Förder- und Verarbeitungsländer können dadurch Einfluss auf Preise, Liefermengen und internationale Abhängigkeiten nehmen. (M1, M2, M5)
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Strategische Bedeutung für nationale Zukunftsfähigkeit:
Seltene Erden gelten daher als strategischer Rohstoff, weil ihre Verfügbarkeit nicht nur einzelne Unternehmen betrifft, sondern die technologische Entwicklung, Wettbewerbsfähigkeit, Energiewende und wirtschaftliche Sicherheit eines Landes insgesamt beeinflusst. (M3, M4, M5)
Fazit:
Seltene Erden sind für die globale Wirtschaft von großer Bedeutung, da sie in zahlreichen technischen Produkten, Schlüsselindustrien und Zukunftstechnologien benötigt werden. Gleichzeitig sind Vorkommen, Reserven und besonders die Verarbeitung stark auf wenige Länder konzentriert, vor allem auf China. Für rohstoffarme Industrieländer können Seltene Erden daher als strategischer Rohstoff bezeichnet werden, weil ihre Verfügbarkeit über wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit, technologische Entwicklung und politische Abhängigkeiten mitentscheidet.
Vor- und Nachteile eines möglichen Abbaus Seltener Erden in der EU
Vorteile
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Verringerung politischer und wirtschaftlicher Abhängigkeiten
Ein Abbau Seltener Erden in der EU könnte die Abhängigkeit von außereuropäischen Förderländern reduzieren. Dadurch wäre Europa weniger anfällig für politische Erpressung, Lieferengpässe oder schwankende Weltmarktpreise. (M7)
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Nutzung vorhandener europäischer Vorkommen
In Europa gibt es grundsätzlich eigene Vorkommen Seltener Erden, etwa in Kiruna in Schweden sowie in Galizien, Ciudad Real und auf den Kanarischen Inseln in Spanien. Diese könnten zur europäischen Rohstoffversorgung beitragen. (M6, M7)
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Beitrag zur klimaneutralen Produktion
Der Fund in Schweden wird als möglicher Baustein für eine klimaneutrale Produktion in der EU beschrieben. Wenn Seltene Erden gezielt für grüne Technologien genutzt werden, könnten sie etwa die Energiewende, Elektromobilität und Windkraft unterstützen. (M6)
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Aufbau eigener Wertschöpfungsketten
Ein europäischer Abbau könnte die Grundlage dafür schaffen, auch die Weiterverarbeitung Seltener Erden in Europa aufzubauen. Dadurch könnte die EU nicht nur Rohstoffe gewinnen, sondern auch stärker an der industriellen Wertschöpfung beteiligt sein. (M6)
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Stärkung der europäischen Wirtschaft
Eigene Rohstoffgewinnung und Verarbeitung könnten Europas Wettbewerbsfähigkeit stärken, da wichtige Zukunftsindustrien weniger stark von Importen abhängig wären. Besonders bei strategisch wichtigen Rohstoffen wäre dies ein wirtschaftlicher Vorteil. (M6)
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Reaktion auf steigenden Bedarf
Da Seltene Erden für Zukunftstechnologien zunehmend benötigt werden, könnte ein europäischer Abbau helfen, die langfristig steigende Nachfrage besser abzusichern. (M6)
Nachteile
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Lange Genehmigungs- und Umsetzungsdauer
Der Aufbau einer Mine dauert sehr lange: In Material 6 wird von zehn bis 15 Jahren bis zur Inbetriebnahme gesprochen. Neben Genehmigungen sind auch technische und bauliche Herausforderungen zu bewältigen. (M6)
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Hohe regulatorische Hürden
In der EU bestehen strenge Vorgaben für den Abbau und die Produktion wichtiger Rohstoffe. Diese können zwar Umwelt und Bevölkerung schützen, verlangsamen aber zugleich die Umsetzung neuer Bergbauprojekte. (M6)
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Fehlende Weiterverarbeitungsindustrie
Der Betrieb einer Mine allein reicht nicht aus, da Seltene Erden anschließend isoliert, getrennt und veredelt werden müssen. Eine entsprechende Verarbeitungsindustrie müsste in Europa erst aufgebaut werden. (M6)
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Energieintensive Verarbeitung
Die Isolierung und Veredelung Seltener Erden ist komplex und sehr energieintensiv. Dadurch kann der ökologische Nutzen eines europäischen Abbaus eingeschränkt werden. (M6, M8)
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Hoher Wasser- und Ressourcenverbrauch
Der Abbau und die Verarbeitung Seltener Erden benötigen große Mengen an Energie und Wasser. Zudem müssen im Verhältnis zur gewonnenen Metallmenge große Gesteinsmassen bewegt werden. (M8)
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Umweltbelastung durch Tagebau
Seltene Erden werden häufig im Tagebau gewonnen. Dadurch entstehen offene Gruben, Eingriffe in Landschaften und dauerhafte Belastungen für Böden, Wasserhaushalt und Ökosysteme. (M8)
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Gefahr toxischer und radioaktiver Abfälle
Bei der Verarbeitung fallen toxische Abfälle, Schlämme und Abwässer an. Zusätzlich können Seltene Erden mit radioaktiven Elementen wie Thorium verunreinigt sein, wodurch Luft und Grundwasser gefährdet werden können. (M7, M8)
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Konflikte mit Naturschutz und Artenvielfalt
In Spanien wurde ein Abbauprojekt gestoppt, weil der Lebensraum des iberischen Luchses gefährdet gewesen wäre. Auch ein möglicher Abbau am Meeresboden könnte Lebensräume von Meeresbewohnern zerstören. (M7)
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Nutzungskonflikte mit Tourismus und Bevölkerung
Auf den Kanarischen Inseln könnten Minen, Fabriken, Bagger und Lärm den Tourismus beeinträchtigen. Zudem gibt es in der Bevölkerung Ängste vor radioaktivem Staub und Umweltbelastungen. (M7)
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Geringe internationale Wettbewerbsfähigkeit bei hohen Umweltstandards
Umweltgerechter Abbau ist grundsätzlich möglich, kann aber teuer sein. Das Beispiel der Mountain-Pass-Mine zeigt, dass umwelttechnisch vorbildliche Produktion gegenüber weniger regulierten Verfahren wirtschaftlich schwer konkurrenzfähig sein kann. (M8)
Fazit:
Ein Abbau Seltener Erden in der EU könnte Europa unabhängiger machen, eigene Wertschöpfungsketten stärken und die Versorgung wichtiger Zukunftstechnologien sichern. Gleichzeitig wäre er mit erheblichen ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Problemen verbunden, da Abbau und Verarbeitung energie- und wasserintensiv sind, giftige sowie teilweise radioaktive Rückstände verursachen und Nutzungskonflikte mit Naturschutz, Tourismus und Bevölkerung auslösen können. Das von Lucia Caudet beschriebene Dilemma besteht daher darin, dass Europa Seltene Erden für klimafreundliche Technologien benötigt, den problematischen Abbau aber nicht dauerhaft in andere Weltregionen auslagern kann.
Grundzüge einer Rohstoffstrategie der Europäischen Union zum Umgang mit Seltenen Erden vor dem Hintergrund des Nachhaltigkeitsgedankens
Eine europäische Rohstoffstrategie für Seltene Erden muss die ökonomische Versorgungssicherheit, die ökologische Tragfähigkeit, die soziale Akzeptanz und die politische Verantwortung miteinander verbinden. Dabei kann sie sich an den Leitlinien Effizienz, Konsistenz und Suffizienz orientieren: Seltene Erden sollten effizient genutzt, möglichst in Kreisläufen wiederverwendet und insgesamt sparsamer verbraucht werden.
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Sicherung der Rohstoffversorgung durch Diversifizierung
Die EU sollte ihre Versorgung mit Seltenen Erden breiter aufstellen, da Vorkommen, Reserven, Abbau und Verarbeitung weltweit stark konzentriert sind. Besonders Chinas zentrale Stellung bei Reserven, Bergbau, Trennung, Verarbeitung und Magnetproduktion zeigt die hohe Importabhängigkeit Europas. (M1, M2, M5)
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Gezielte Nutzung europäischer Vorkommen
Vorhandene europäische Vorkommen, etwa in Schweden und Spanien, sollten geprüft und bei vertretbaren Bedingungen erschlossen werden. Dadurch könnte die EU ihre Abhängigkeit von außereuropäischen Förderländern verringern und die Rohstoffversorgung für Zukunftstechnologien stärker selbst absichern. (M6, M7)
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Abbau nur unter strengen Umweltauflagen
Ein europäischer Abbau darf nur erfolgen, wenn hohe Umweltstandards eingehalten werden. Dazu gehören eine sorgfältige Planung, Schutzmaßnahmen gegen toxische und radioaktive Belastungen sowie Konzepte zur Rekultivierung der Abbauflächen. (M7, M8)
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Schutz empfindlicher Ökosysteme
Die EU muss verhindern, dass Rohstoffgewinnung wertvolle Lebensräume zerstört, z. B. Schutzräume des iberischen Luchses oder marine Ökosysteme vor den Kanarischen Inseln. Ökologisch besonders sensible Räume sollten daher vom Abbau ausgeschlossen oder nur unter strengsten Auflagen genutzt werden. (M7)
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Aufbau eigener Weiterverarbeitungsindustrie
Der Betrieb einer Mine reicht allein nicht aus, weil Seltene Erden isoliert, getrennt und veredelt werden müssen. Deshalb sollte die EU eine eigene Verarbeitungsindustrie aufbauen, um nicht nur Rohstoffe zu fördern, sondern auch zentrale Teile der Wertschöpfungskette in Europa zu stärken. (M5, M6)
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Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit
Eine eigene Rohstoff- und Verarbeitungsstrategie könnte Arbeitsplätze in zukunftsfähigen Industrien sichern und Europa im globalen Wettbewerb unabhängiger machen. Gleichzeitig müsste die EU Unternehmen unterstützen, damit umweltgerechte Produktion trotz höherer Kosten international konkurrenzfähig bleibt. (M6, M8)
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Verwendung für klimafreundliche Zukunftstechnologien priorisieren
Seltene Erden sollten vorrangig für gesellschaftlich wichtige Zukunftsbereiche wie Elektromobilität, Windkraft, Hochleistungs-Permanentmagnete und andere klimafreundliche Technologien eingesetzt werden. Zugleich braucht es Regeln, damit gewonnene Rohstoffe nicht vor allem in weniger klimafreundliche Sektoren wie Erdölraffinerie oder militärisch-industrielle Anwendungen fließen. (M4, M6)
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Förderung von Forschung und Entwicklung
Die EU sollte Forschung zu effizienteren Technologien, Ersatzstoffen, umweltfreundlicher Aufbereitung und Kreislaufwirtschaft fördern. Dadurch könnten der Rohstoffverbrauch gesenkt und die Abhängigkeit von Primärrohstoffen langfristig verringert werden. (M3, M4)
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Ausbau von Recycling und Urban Mining
Da Seltene Erden in vielen technischen Geräten wie Handys, Computern, Festplatten, Lautsprechern, Displays und Autos enthalten sind, sollte ihre Rückgewinnung aus Altgeräten systematisch ausgebaut werden. Sekundärrohstoffe könnten so stärker genutzt und der Druck auf neue Abbauprojekte reduziert werden. (M3)
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Senkung des Rohstoffverbrauchs durch Effizienz und Suffizienz
Neben Recycling sollte die EU auch den sparsamen Einsatz Seltener Erden fördern. Produkte sollten langlebiger, reparierbarer und ressourcenschonender gestaltet werden, damit weniger neue Rohstoffe benötigt werden. (M3, M4)
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Internationale Lieferketten nach gemeinsamen Standards
Da die EU den Bedarf nicht vollständig aus eigenen Vorkommen decken kann, sollte sie internationale Partnerschaften aufbauen. Diese sollten an verbindliche Umwelt- und Sozialstandards gebunden sein, damit problematische Abbaubedingungen nicht nur in andere Weltregionen ausgelagert werden. (M1, M2, M5, M7, M8)
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Transparente Beteiligung der Bevölkerung
Die Akzeptanz für möglichen Rohstoffabbau in Europa kann nur steigen, wenn betroffene Regionen frühzeitig informiert und beteiligt werden. Ängste vor radioaktivem Staub, Umweltbelastungen, Tourismusverlusten oder Eingriffen in Lebensräume müssen ernst genommen und offen diskutiert werden. (M7)
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Ausgleich zwischen ökonomischen, ökologischen und sozialen Interessen
Eine nachhaltige Rohstoffstrategie muss wirtschaftliche Versorgungssicherheit mit Umwelt- und Gesundheitsschutz verbinden. Der Abbau darf daher nicht allein nach wirtschaftlicher Rentabilität entschieden werden, sondern muss auch Folgen für Landschaft, Wasser, Luft, Bevölkerung und regionale Wirtschaftsbereiche wie Tourismus berücksichtigen. (M7, M8)
Fazit
Eine nachhaltige EU-Rohstoffstrategie sollte Seltene Erden nicht einseitig durch mehr europäischen Bergbau sichern, sondern mehrere Ansätze verbinden: kontrollierte heimische Förderung, Aufbau eigener Verarbeitungskapazitäten, Recycling, Forschung, Verbrauchsreduktion und faire internationale Lieferketten. Ein Abbau in Europa kann sinnvoll sein, wenn er Abhängigkeiten reduziert und Zukunftstechnologien ermöglicht. Er ist aber nur vertretbar, wenn Umwelt- und Sozialstandards konsequent eingehalten, Nutzungskonflikte transparent gelöst und die Rohstoffe gezielt für eine nachhaltige Transformation eingesetzt werden.