Vorschlag C – Der Rhein-Main-Link – Eine Stromtrasse durch Hessen für die nationale Energiewende, aber bitte „Not in my backyard“
Nenne Ziele und Schwerpunkte der Raumplanung in Deutschland und beschreibe grundlegend die Strategien der Raumordnung, die auf der lokalen und nationalen Maßstabsebene relevant sind.
Beschreibe den gesamten Verlauf des geplanten Energiekorridors Rhein-MainLink und arbeite seine Bedeutung innerhalb der Planungen zur Umsetzung der Energiewende des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (2025) heraus. (Material 1–4, Atlas)
Skizziere auf der Basis der drei Wirtschaftssektoren die Formen der ökonomischen Nutzung auf dem Gebiet des geplanten Energiekorridors für die neuen Stromtrassen in Hessen und erläutere mögliche Raumnutzungskonflikte auf der lokalen Maßstabsebene. (Material 1–6, Atlas)
Erörtere unter Berücksichtigung der Dimensionen der Nachhaltigkeit am Beispiel der Raumnutzungskonflikte rund um die geplante Stromtrassenführung des Rhein-Main-Links, inwiefern bei den Planungen zur Umsetzung nationaler Raumordnungsziele die denkbare lokale Haltung „Not in my backyard“ (Material 5) berücksichtigt werden muss. (Material 1–6)
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Material 1 – Energiekorridor Rhein-Main-Link: Trassenvorschlag und -alternativen (2024)

Quelle: Amprion GmbH: Das Projekt (2024); URL: https://rhein-main-link.amprion.net/Rhein-Main-Link/Das-Projekt/ (abgerufen am 06.02.2025).
Material 2 – BMWK: Ein Stromnetz für die Energiewende
Quelle: Bundeministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK): Ein Stromnetz für die Energiewende, URL: https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Dossier/netze-und-netzausbau.html (abgerufen am 06.02.2025).
Material 3 – Netzausbau: So wird unser Stromnetz fit für die Zukunft (2024)
Quelle: enercity AG: Netzausbau: So wird unser Stromnetz fit für die Zukunft (2024), URL: https://www.enercity.de/magazin/unsere-welt/warum-das-stromnetz-ausgebaut-werden-muss (abgerufen am 21.06.2025).
Hinweis
Die Genderschreibweise entspricht dem Original.
Material 4 – Übersichtskarte zum Netzausbau (2024)

Quelle: enercity AG: Netzausbau: So wird unser Stromnetz fit für die Zukunft (2024), URL: https://www.enercity.de/magazin/unsere-welt/warum-das-stromnetz-ausgebaut-werden-muss (abgerufen am 21.06.2025).
Material 5 – Nina-Yvonne Michalk: Super-Stromtrasse soll eher durch Weinberge als an Autobahn entlang führen (2024)


1 Die Bezeichnung Grand Cru kommt aus dem Französischen und bedeutet übersetzt „großes Gewächs“. In den meisten Fällen
werden damit die besten Weinberglagen eines Anbaugebiets und die dort gekelterten Weine gekennzeichnet.
Quelle: Nina-Yvonne Michalk: Super-Stromtrasse soll eher durch Weinberge als an Autobahn entlangführen (2024), URL: https://www.hessenschau.de/wirtschaft/super-stromtrasse-rhein-main-link-soll-eher-durch-weinberge-fuehren-v1,stromtrasse-rheinmain-link-100.html und URL: https://www.hessenschau.de/wirtschaft/rhein-main-link-verlauf-der-stromtrasse-durch-hessenzeitplan-und-kritik-v1,rhein-main-link-104.html (abgerufen am 06.02.2025).
Hinweise
Die Genderschreibweise und Rechtschreibung entsprechen dem Original.
Material 6 – David Heßler: Rockenberg „durchschnitten“: Stromtrasse als „Supergau“ (2024)

1 Rockenberg siehe Material 1 (südlich von Gießen).
Quelle: David Heßler: Rockenberg „durchschnitten“: Stromtrasse als „Supergau“ (2024), URL: https://www.fnp.de/lokales/wetterau
kreis/rockenberg/rockenberg-durchschnitten-stromtrasse-als-supergau-93234898.html (abgerufen am 15.04.2025).
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Ziele und Schwerpunkte der Raumplanung in Deutschland
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Wettbewerbsfähigkeit stärken:
Raumplanung soll dazu beitragen, wirtschaftlich leistungsfähige Räume zu entwickeln. Dazu gehören z. B. die Sicherung geeigneter Standorte für Unternehmen, eine gute Verkehrsanbindung, leistungsfähige Infrastruktur sowie die Förderung von Innovations- und Metropolräumen.
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Daseinsvorsorge sichern:
Ein zentrales Ziel der Raumplanung ist es, gleichwertige Lebensverhältnisse in allen Teilräumen Deutschlands zu fördern. Dazu zählen die Versorgung mit Bildung, Gesundheit, Einkaufsmöglichkeiten, öffentlichem Verkehr, Energie, Wasser und digitaler Infrastruktur.
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Raumnutzungen steuern und nachhaltig entwickeln:
Raumplanung soll unterschiedliche Nutzungsansprüche an den Raum koordinieren, z. B. Wohnen, Gewerbe, Landwirtschaft, Verkehr, Naturschutz und Erholung. Ziel ist es, Nutzungskonflikte zu vermeiden oder auszugleichen und Flächen möglichst sparsam sowie nachhaltig zu nutzen.
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Klimawandel und Energiewende gestalten:
Raumplanung muss Räume an die Folgen des Klimawandels anpassen und zugleich die Energiewende ermöglichen. Dazu gehören z. B. Flächen für erneuerbare Energien, Stromtrassen, Hochwasserschutz, Freiräume, Frischluftschneisen und klimaangepasste Siedlungsentwicklung.
Strategien der Raumordnung auf nationaler Maßstabsebene
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Gegenstromprinzip
Beim Gegenstromprinzip werden übergeordnete Planungen und lokale bzw. regionale Interessen miteinander abgestimmt. Bundesweite oder landesweite Ziele wirken auf die lokale Ebene, gleichzeitig müssen Erfahrungen und Interessen der unteren Ebenen in die übergeordnete Planung einfließen.
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Subsidaritätsprinzip
Planungsentscheidungen sollen möglichst auf der niedrigsten geeigneten Ebene getroffen werden. Übergeordnete Ebenen greifen vor allem dann ein, wenn Aufgaben einzelne Kommunen oder Regionen überfordern oder eine überregionale Bedeutung haben.
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Zentrale-Orte-Konzept
Durch die Festlegung von Grund-, Mittel- und Oberzentren wird die Versorgung der Bevölkerung räumlich organisiert. Zentrale Orte bündeln wichtige Einrichtungen und Dienstleistungen, damit diese für umliegende Räume erreichbar bleiben.
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Entwicklungsachsen
Entwicklungsachsen verbinden wichtige Zentren miteinander und lenken Siedlungs-, Wirtschafts- und Verkehrsentwicklung auf bestimmte Räume. Dadurch sollen Infrastruktur und wirtschaftliche Entwicklung gebündelt werden.
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Regionale Strukturförderung
Räume mit wirtschaftlichen oder infrastrukturellen Schwächen können gezielt gefördert werden. Dadurch sollen regionale Disparitäten verringert und gleichwertige Lebensverhältnisse unterstützt werden.
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Stärkung von Metropolregionen und Vernetzung von Räumen
Metropolregionen werden als wirtschaftliche und wissenschaftliche Zentren weiterentwickelt. Gleichzeitig sollen Stadt- und ländliche Räume besser miteinander vernetzt werden, damit auch periphere Räume von Entwicklung profitieren können.
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Sicherung von Infrastruktur und Mobilität
Raumordnung steuert den Ausbau wichtiger Verkehrs-, Energie- und Kommunikationsinfrastruktur. Dazu gehören z. B. Bundesverkehrswege, Stromnetze, Schienenverbindungen und digitale Netze.
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Steuerung von Energiewende und Klimaanpassung
Auf nationaler Ebene werden übergeordnete Ziele für den Ausbau erneuerbarer Energien, Stromtrassen und klimawandelangepasste Raumstrukturen festgelegt. Dadurch sollen Energieversorgung, Klimaschutz und Versorgungssicherheit langfristig gesichert werden.
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Bundesweite Fachplanungen
Über Instrumente wie Bundesbedarfspläne, Bundesraumordnungspläne oder Bundesfachplanungen werden überregionale Infrastrukturprojekte vorbereitet und koordiniert, z. B. im Verkehrs- oder Energiebereich.
Strategien der Raumordnung auf lokaler Maßstabsebene
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Flächennutzungsplan
Der Flächennutzungsplan legt für das gesamte Gemeindegebiet grob fest, welche Flächen z. B. für Wohnen, Gewerbe, Verkehr, Landwirtschaft, Grünflächen oder Energieanlagen vorgesehen sind. Er ist damit ein wichtiges Instrument der kommunalen Entwicklungssteuerung.
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Bebauungsplan
Der Bebauungsplan konkretisiert die Flächennutzung für einzelne Teilräume. Er regelt z. B., was gebaut werden darf, welche Nutzung zulässig ist, wie hoch gebaut werden darf und welche Flächen freigehalten werden müssen.
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Planfeststellungsverfahren
Bei größeren Infrastrukturprojekten, z. B. Straßen, Bahntrassen oder Stromleitungen, werden in Planfeststellungsverfahren verschiedene Interessen geprüft und gegeneinander abgewogen. Dabei können auch Betroffene Stellungnahmen einreichen.
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Umweltverträglichkeitsprüfung
Die Umweltverträglichkeitsprüfung untersucht mögliche Auswirkungen eines Vorhabens auf Natur, Landschaft, Wasser, Boden, Klima, Tiere, Pflanzen und Menschen. Sie soll sicherstellen, dass ökologische Folgen frühzeitig berücksichtigt werden.
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Beteiligung lokaler Akteure
Auf lokaler Ebene müssen Bürgerinnen und Bürger, Kommunen, Unternehmen, Landwirtschaft, Naturschutzverbände und andere Betroffene in Planungsprozesse einbezogen werden. Dadurch sollen Konflikte frühzeitig erkannt und tragfähige Lösungen gefunden werden.
Fazit
Raumplanung in Deutschland verfolgt das Ziel, wirtschaftliche Entwicklung, Daseinsvorsorge, nachhaltige Flächennutzung sowie Klimaschutz und Energiewende miteinander zu verbinden. Auf nationaler Ebene geschieht dies vor allem durch übergeordnete Leitbilder, Fachplanungen, Strukturförderung und die Steuerung großer Infrastrukturprojekte. Auf lokaler Ebene werden diese Ziele durch konkrete Instrumente wie Flächennutzungspläne, Bebauungspläne, Planfeststellungsverfahren und Umweltprüfungen umgesetzt. Entscheidend ist dabei das Zusammenspiel der Ebenen im Sinne des Gegenstromprinzips.
Verlauf des geplanten Energiekorridors Rhein-Main-Link
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Der dargestellte Verlauf ist kein endgültiger, metergenauer Trassenverlauf, sondern ein Planungs- bzw. Präferenzraum. Er umfasst je nach Abschnitt ca. 5–20 km Breite, sodass innerhalb dieses Raumes konkrete Trassenführungen und Alternativen geprüft werden können. (M1)
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Der Energiekorridor beginnt m Nordwesten Deutschlands im Raum Wesermarsch/Ammerland/Oldenburg. Als nördliche Netzverknüpfungspunkte werden u. a. Ovelgönne, Rastede, Wiefelstede und Westerstede genannt. (M1)
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Von dort verläuft der Präferenzraum zunächst in südöstlicher Richtung durch Niedersachsen. Er führt aus dem Raum Oldenburg westlich bzw. südwestlich an Bremen vorbei und weiter durch die Bereiche Diepholz, Nienburg/Weser und Schaumburg in Richtung Hameln-Pyrmont/Holzminden. (M1)
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Anschließend verläuft der geplante Korridor weiter in südlicher bis südsüdwestlicher Richtung im Bereich der östlichen Randräume Nordrhein-Westfalens bzw. nahe der Landesgrenze zu Niedersachsen. Dabei berührt er den Raum Lippe und führt weiter in Richtung Höxter, bevor er im Bereich Waldeck-Frankenberg nach Hessen eintritt. (M1)
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Von dort führt der Präferenzraum weiter nach Süden durch Mittel- und Südhessen, unter anderem im Bereich der Landkreise Marburg-Biedenkopf, Gießen, Wetteraukreis, Hochtaunuskreis, Main-Taunus-Kreis, Groß-Gerau und Bergstraße bis nach Südhessen an die Grenze zu Badem-Württemberg, nördlich von Mannheim. (M1)
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Im Süden Hessens verzweigt sich der Korridor in Richtung mehrerer Netzverknüpfungspunkte, darunter Kriftel, Hofheim-Marxheim, Ried und Bürstadt. Damit erreicht der Rhein-Main-Link den wirtschaftlich bedeutenden Rhein-Main- bzw. Rhein-Neckar-Raum. (M1)
Bedeutung des Rhein-Main-Links für die Energiewende
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Durch das Abschalten der Kernkraftwerke und den schrittweisen Rückgang weiterer konventioneller Kraftwerke verändert sich die Stromerzeugung in Deutschland grundlegend. Statt weniger zentraler Großkraftwerke gewinnen dezentrale Anlagen wie Windkraft- und Photovoltaikanlagen zunehmend an Bedeutung. (M2, M3)
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Erneuerbarer Strom wird häufig nicht dort erzeugt, wo er in großen Mengen verbraucht wird. Während Windstrom vor allem im Norden Deutschlands entsteht, liegen wichtige Verbrauchsschwerpunkte in stromintensiven Wirtschaftsräumen, etwa in Industriegebieten, Rechenzentren und Metropolregionen wie dem Rhein-Main- bzw. Rhein-Neckar-Raum. (M2, M3, M4)
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Der Rhein-Main-Link ist Teil des notwendigen Stromnetzausbaus in Deutschland. Für eine sichere und bezahlbare Stromversorgung müssen rund 13.000 km im Übertragungsnetz neu gebaut, optimiert oder verstärkt werden, damit Strom aus erneuerbaren Energien zuverlässig zu den Verbraucherinnen und Verbrauchern gelangt. Das Stromnetz bildet damit das „Rückgrat einer gelungenen Energiewende“. (M2)
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Stromtrassen wie der Rhein-Main-Link ermöglichen den Transport erneuerbarer Energien über weite Strecken. Im Fall des Rhein-Main-Links steht besonders der Transport von Windstrom aus Norddeutschland in verbrauchsstarke Räume in Mittel- und Südhessen im Vordergrund. Im überregionalen Stromnetz können aber auch andere Stromflüsse, etwa Solarstrom aus südlicheren Räumen, eingebunden werden. (M1, M2, M4)
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Im Zuge der Energiewende wird der Stromverbrauch voraussichtlich steigen, etwa durch mehr E-Autos, Wärmepumpen und die Elektrifizierung industrieller Prozesse. Leistungsfähige Übertragungsnetze wie der Rhein-Main-Link sind daher notwendig, um künftig größere Strommengen und Lastspitzen bewältigen zu können. (M3)
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Der Transport großer Strommengen über weite Entfernungen stellt neue technische Herausforderungen an das Netz. Neben leistungsfähigen Leitungen werden auch Systemdienstleistungen und technische Anlagen wie Konverter benötigt, um Strom für Transport, Einspeisung und Nutzung umzuwandeln. (M2, M3)
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Für lange Transportstrecken sind Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitungen besonders geeignet, da ihre Übertragungsverluste um bis zu 50 % geringer ausfallen als bei Wechselstromleitungen. Dadurch kann erneuerbarer Strom über große Distanzen effizienter transportiert werden. (M3)
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Der Netzausbau ist nicht nur für Deutschland relevant, sondern auch in europäische Energieverflechtungen eingebunden. So können verschiedene regenerative Energiequellen, etwa Windkraft in Norddeutschland sowie Wasserkraft in Skandinavien und den Alpenländern, besser miteinander verbunden werden. (M2)
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Insgesamt unterstützt der Rhein-Main-Link die Umsetzung der Energiewende, weil er erneuerbaren Strom überregional verfügbar macht, die Versorgungssicherheit stärkt und den Umbau zu einem klimafreundlicheren Energiesystem ermöglicht. Damit leistet der Ausbau des Stromnetzes einen Beitrag zum Erreichen der deutschen Klimaziele. (M2, M3, M4)
Fazit
Der Rhein-Main-Link ist ein geplanter Energiekorridor, der vom Nordwesten Deutschlands bis nach Südhessen in den Rhein-Main- bzw. Rhein-Neckar-Raum führt. Seine zentrale Bedeutung liegt darin, erneuerbaren Strom, insbesondere Windstrom aus Norddeutschland, über große Entfernungen in verbrauchsstarke Räume zu transportieren. Damit ist der Rhein-Main-Link ein wichtiger Bestandteil des Netzausbaus, der für Versorgungssicherheit, die Elektrifizierung von Wirtschaft und Alltag sowie die Umsetzung der Energiewende notwendig ist.
Formen der ökonomischen Nutzung nach Wirtschaftssektoren
Primärer Sektor
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Landwirtschaftliche Nutzung:
Im Bereich des geplanten Energiekorridors befinden sich zahlreiche landwirtschaftlich genutzte Flächen. Dazu gehören vor allem Ackerbauflächen, auf denen z. B. Weizen, Zuckerrüben, Gemüse oder Obst angebaut werden. (M1, M5, Atlas)
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Weinbau und Sonderkulturen:
Besonders im südlichen Hessen bzw. im Rhein-Main-Gebiet spielen auch Sonderkulturen eine Rolle. In Hochheim sind beispielsweise hochwertige Weinberge betroffen, die für die regionale Landwirtschaft und Vermarktung bedeutsam sind. (M5, Atlas)
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Viehzucht und Weidewirtschaft:
Neben Ackerbau und Sonderkulturen finden sich im Trassenkorridor auch Formen der Viehzucht bzw. Weidewirtschaft, etwa mit Rindern. (Atlas)
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Forstwirtschaft:
Da die geplante Trasse in Hessen auch durch waldreiche Räume verläuft, ist außerdem die Forstwirtschaft betroffen. Wälder werden wirtschaftlich genutzt, besitzen aber zugleich ökologische Funktionen. (M1, M5, Atlas)
Sekundärer Sektor
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Industrielle Nutzung in Nord- und Mittelhessen:
Im nördlichen Hessen finden sich im Bereich des Korridors einzelne industrielle Standorte, etwa im Raum Korbach mit Holzverarbeitung und Gummiindustrie. In Mittelhessen sind unter anderem Pharmaindustrie, Elektronik, Optik und Metallindustrie vertreten. (M1, Atlas)
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Starke industrielle Konzentration im Rhein-Main- und Rhein-Neckar-Raum:
Im südlichen Hessen nimmt die industrielle Nutzung deutlich zu. Dort finden sich verschiedene Industriezweige, etwa Chemie, Metallverarbeitung, Maschinenbau, Kraftfahrzeugindustrie, Baustoffe, Glas, Biotechnologie, Pharmazie, Feinmechanik und Optik. (M1, Atlas)
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Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte:
Zum sekundären Sektor gehören außerdem Betriebe, die landwirtschaftliche Produkte weiterverarbeiten, z. B. Brauereien, Mühlen sowie Betriebe der Kartoffel-, Gemüse-, Milch- oder Fleischverarbeitung. (Atlas)
Tertiärer Sektor
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Dienstleistungen und Verwaltung:
Besonders im Rhein-Main-Gebiet ist der tertiäre Sektor stark ausgeprägt. Dazu gehören Verwaltung, Beratung, Dienstleistungen und Medien. (M1, Atlas)
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Finanz-, Messe- und Rechenzentrumsstandorte:
Der Rhein-Main-Raum ist außerdem als Finanzzentrum, Messestandort und Standort von Rechenzentren bedeutsam. Dadurch besteht dort ein hoher Strombedarf, weshalb der Rhein-Main-Link gerade für diesen Verbrauchsraum relevant ist. (M1, M2, M3, M4, Atlas)
Mögliche Raumnutzungskonflikte auf lokaler Maßstabsebene
Konflikte mit der Landwirtschaft
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Verlust hochwertiger Böden: Durch den Bau der Stromtrasse können landwirtschaftlich wertvolle Flächen zeitweise oder dauerhaft beeinträchtigt werden. Besonders problematisch ist dies für Betriebe, die bereits durch andere Infrastrukturprojekte Flächen verloren haben. (M5)
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Einschränkung landwirtschaftlicher Nutzung über der Trasse: Über dem Kabelverlauf dürfen laut Material nur noch einjährige Pflanzen ohne tiefe Wurzeln angebaut werden. Dadurch werden Dauerkulturen und Sonderkulturen wie Wein, Spargel oder Erdbeeren erheblich eingeschränkt. (M5)
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Gefährdung wirtschaftlicher Existenzen: Für einzelne Betriebe kann die Trassenführung existenzgefährdend sein, wenn hochwertige Weinberge, Sonderkulturen oder langfristig aufgebaute Vermarktungsstrukturen verloren gehen. (M5)
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Beeinträchtigung von Bewässerungs- und Versorgungsleitungen: Im hessischen Ried können Konflikte mit bestehenden Versorgungsleitungen entstehen. Hessenwasser nennt zahlreiche Konfliktpunkte, da die Leitungen durch ein Gebiet führen, das für die Trinkwasserversorgung der Metropole Frankfurt wichtig ist. (M5)
Konflikte mit Forstwirtschaft-, Natur- und Klimaschutz
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Zerschneidung von Waldflächen: In Waldgebieten kann die Trasse zu einer Zerschneidung zusammenhängender Waldflächen führen. Über der Kabeltrasse dürfen Flächen teils nicht wieder aufgeforstet werden, wodurch dauerhafte Schneisen entstehen können. (M5)
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Verlust klimarelevanter Waldstrukturen: Wälder wirken als CO2-Speicher und sind für den Klimaschutz bedeutsam. Wenn geschlossene Kronendächer unterbrochen werden, kann dies die Widerstandsfähigkeit der Wälder gegenüber dem Klimawandel schwächen. (M5)
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Beeinträchtigung von Naturschutzräumen und Ökosystemen: Der geplante Korridor kann mit schützenswerten Lebensräumen, Naturschutzgebieten und empfindlichen Ökosystemen in Konflikt geraten. Damit entsteht ein Gegensatz zwischen nationalem Netzausbau und lokalem Natur- bzw. Artenschutz. (M5, M6)
Konflikte mit kommunaler Entwicklung und Siedlungsplanung
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Einschränkung lokaler Entwicklungsmöglichkeiten: In Rockenberg verläuft die geplante Trasse zwischen Rockenberg und Oppershofen. Dadurch könnte die Gemeinde in ihrer Entwicklung eingeschränkt werden, etwa bei geplanten Wohn- oder Gewerbeflächen. (M6)
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Konflikt mit lokalen Planungsvorhaben: Besonders deutlich wird dies am Beispiel der geplanten „neuen Mitte“ in Rockenberg mit Feuerwehr, Grundschule, Ärztehaus, Apotheke, Seniorenheim und Supermarkt. Die Trasse würde diesen Entwicklungsbereich stark beeinträchtigen. (M6)
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Belastung dicht besiedelter Kommunen: Einige Kommunen im Rhein-Main-Gebiet fühlen sich bereits durch Autobahnen, Bahntrassen, Hochspannungsleitungen oder Pipelines stark belastet. Der Rhein-Main-Link kann daher als zusätzliche räumliche Einschränkung wahrgenommen werden. (M5)
Konflikte mit Kulturlandschaft und archäologischen Fundstellen
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Beeinträchtigung wertvoller Kulturlandschaften: In Hochheim könnten Weinberge betroffen sein, die nicht nur wirtschaftlich, sondern auch landschaftlich und touristisch bedeutsam sind. Dadurch entsteht ein Konflikt zwischen Energiewende und Erhalt gewachsener Kulturlandschaften. (M5)
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Gefährdung archäologischer Fundstellen: In Rockenberg wurde ein bedeutendes Gräberfeld aus dem 4. und 5. Jahrhundert entdeckt, das im geplanten Trassenverlauf liegt. Der Bau der Stromtrasse kann daher auch mit dem Schutz archäologisch wertvoller Räume kollidieren. (M6)
Geringere Konflikte mit sekundärem und tertiärem Sektor
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Indirekte Betroffenheit von Industrie und Dienstleistungen: Für den sekundären und tertiären Sektor sind im Material weniger direkte Nutzungskonflikte erkennbar. Diese Wirtschaftsbereiche profitieren eher von einer sicheren Stromversorgung, während die unmittelbaren Flächenkonflikte vor allem Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Naturschutz und kommunale Entwicklung betreffen. (M1, M2, M5, M6, Atlas)
Fazit
Im hessischen Abschnitt des geplanten Rhein-Main-Links treffen vielfältige Nutzungsansprüche aufeinander. Der Korridor verläuft durch Räume mit landwirtschaftlicher, forstwirtschaftlicher, industrieller und dienstleistungsbezogener Nutzung. Besonders konfliktträchtig sind auf lokaler Ebene jedoch vor allem Landwirtschaft, Waldflächen, Naturschutz, kommunale Entwicklungsflächen, Kulturlandschaften und archäologische Fundstellen. Damit zeigt sich, dass der Rhein-Main-Link zwar für die nationale Energiewende bedeutsam ist, seine konkrete Umsetzung vor Ort aber erhebliche Raumnutzungskonflikte auslösen kann.
Erörterung: Inwiefern muss die lokale Haltung „Not in my backyard“ bei der Planung des Rhein-Main-Links berücksichtigt werden?
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Bei der Planung des Rhein-Main-Links treffen nationale Raumordnungsziele und lokale Betroffenheiten aufeinander. Einerseits ist der Ausbau des Stromnetzes für die Energiewende notwendig, andererseits entstehen vor Ort konkrete Raumnutzungskonflikte. Die Haltung „Not in my backyard“ darf daher nicht pauschal als bloße Ablehnung abgewertet werden, sondern muss im Sinne der Nachhaltigkeit differenziert geprüft werden.
Ökologische Dimension
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Energiewende als Beitrag zum Klimaschutz (+)
Der Rhein-Main-Link unterstützt den Transport erneuerbarer Energien, insbesondere von Windstrom aus Norddeutschland in verbrauchsstarke Räume. Damit trägt er zur Umsetzung der Energiewende und zur Verringerung fossiler Energieträger bei. Aus ökologischer Sicht spricht dies dafür, nationale Klimaschutzziele nicht durch lokale Ablehnung grundsätzlich zu blockieren. (M1, M2, M3, M4)
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Anpassung an steigenden Strombedarf (+)
Durch Elektromobilität, Wärmepumpen und die Elektrifizierung industrieller Prozesse wird künftig mehr Strom benötigt. Der Ausbau des Stromnetzes ist daher notwendig, um erneuerbare Energien zuverlässig nutzbar zu machen. Auch dies spricht dafür, den Rhein-Main-Link als übergeordnetes Infrastrukturprojekt umzusetzen. (M2, M3)
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Verlust von Natur- und Erholungsräumen (–)
Auf lokaler Ebene können durch den Trassenbau Flächen für Natur und Naherholung verloren gehen. Besonders in dicht besiedelten Räumen wie dem Rhein-Main-Gebiet ist dies problematisch, da dort ohnehin wenig Freiraum zur Verfügung steht. (M5)
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Beeinträchtigung von Waldflächen als CO2-Speicher (–)
Wälder wirken als Energie- und CO2-Speicher und sind damit selbst Teil der Klimaschutzstrategie. Wenn Waldflächen durch Schneisen zerschnitten werden und Kronendächer nicht mehr zusammenhängen, kann die Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel sinken. (M5)
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Gefährdung von Böden und regionaler Landwirtschaft (–)
Der Verlust hochwertiger Ackerflächen kann die Versorgung mit regionalen landwirtschaftlichen Produkten beeinträchtigen. Besonders problematisch ist dies bei Böden und Sonderkulturen, die nicht beliebig ersetzbar sind. (M5)
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Konflikte mit Trinkwasserversorgung und Schutzräumen (–)
Im hessischen Ried können Konflikte mit bestehenden Versorgungsleitungen entstehen, da das Gebiet unter anderem Frankfurt mit Trinkwasser versorgt. Auch Naturschutzgebiete, Streuobstwiesen und wertvolle Ökosysteme können durch die Trassenführung betroffen sein. (M5, M6)
Ökonomische Dimension
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Sicherung bezahlbarer Energie für Wirtschaft und Industrie (+)
Der Rhein-Main-Link soll Strom aus erneuerbaren Energien in verbrauchsstarke Räume transportieren. Für Industrie, Dienstleistungen, Rechenzentren und andere Wirtschaftsbereiche im Rhein-Main- bzw. Rhein-Neckar-Raum ist eine sichere und bezahlbare Stromversorgung ein wichtiger Standortfaktor. (M1, M2, M3, M4)
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Stärkung der nationalen Wettbewerbsfähigkeit (+)
Ein leistungsfähiges Stromnetz unterstützt die wirtschaftliche Transformation Deutschlands. Wenn erneuerbarer Strom zuverlässig verfügbar ist, kann dies die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie langfristig sichern. (M2, M3, M4)
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Existenzgefährdung lokaler Betriebe (–)
Auf lokaler Ebene können bestehende und wirtschaftlich erfolgreiche Nutzungen gefährdet werden. Besonders betroffen sind landwirtschaftliche Betriebe, Winzer und Sonderkulturen, da über der Erdkabeltrasse nur eingeschränkt tiefwurzelnde oder mehrjährige Kulturen möglich sind. (M5)
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Verlust hochwertiger Geschäftsfelder (–)
In Hochheim könnten hochwertige Weinberge betroffen sein, die nicht nur landwirtschaftlich, sondern auch wirtschaftlich und imagebildend bedeutend sind. Wenn solche Kulturen zerstört werden, gehen langfristig aufgebaute Vermarktungsstrukturen verloren. (M5)
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Einschränkung kommunaler Entwicklungsmöglichkeiten (–)
In Rockenberg würde die geplante Trasse lokale Entwicklungsvorhaben wie die „neue Mitte“ mit Feuerwehr, Grundschule, Ärztehaus, Apotheke, Seniorenheim und Supermarkt beeinträchtigen. Damit kann der Rhein-Main-Link auf lokaler Ebene zukünftige Wohn- und Gewerbeentwicklung begrenzen. (M6)
Soziale Dimension
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Bezahlbarer Strom für Bürgerinnen und Bürger (+)
Eine sichere Stromversorgung ist nicht nur für Unternehmen, sondern auch für private Haushalte wichtig. Der Netzausbau kann dazu beitragen, Strom aus erneuerbaren Energien zuverlässig verfügbar zu machen und langfristig Versorgungssicherheit zu schaffen. (M2, M3)
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Gesamtgesellschaftliches Interesse an der Energiewende (+)
Die Energiewende dient dem Klimaschutz und damit auch zukünftigen Generationen. Aus sozialer Perspektive ist es daher problematisch, notwendige Infrastruktur grundsätzlich abzulehnen, wenn sie für die Allgemeinheit eine wichtige Funktion erfüllt. (M2, M3, M4)
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Hohe Alltagsrelevanz für betroffene Menschen (–)
Für Anwohnerinnen und Anwohner ist die Trassenführung kein abstraktes nationales Projekt, sondern betrifft die eigene Heimatregion, Naherholungsräume, landwirtschaftliche Flächen und kommunale Entwicklung. Deshalb muss lokale Ablehnung ernst genommen werden. (M5, M6)
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Verlust von Kulturlandschaften und regionaler Identität (–)
Weinberge, Waldflächen, Streuobstwiesen und gewachsene Ortsstrukturen haben nicht nur ökonomische, sondern auch kulturelle und emotionale Bedeutung. Werden solche Räume beeinträchtigt, kann dies die Lebensqualität und Identifikation der Bevölkerung mit ihrer Region schwächen. (M5, M6)
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Ungleiche Belastung einzelner Kommunen (–)
Einige Orte fühlen sich bereits durch Autobahnen, Bahntrassen, Hochspannungsleitungen, Pipelines oder andere Infrastrukturprojekte stark belastet. Wenn weitere Projekte hinzukommen, kann der Eindruck entstehen, dass lokale Räume einseitig für nationale Ziele beansprucht werden. (M5)
Politisch-planerische Dimension
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Nationale Raumordnungsziele müssen umsetzbar bleiben (+)
Der Rhein-Main-Link dient einem übergeordneten Ziel, nämlich der Umsetzung der Energiewende. Würde jede lokale Ablehnung ein Projekt vollständig verhindern, könnten zentrale Infrastrukturmaßnahmen kaum realisiert werden. Deshalb darf „Not in my backyard“ nicht automatisch zu einem Planungsstopp führen. (M1, M2, M3, M4)
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Beteiligung als Voraussetzung für Akzeptanz (–)
Gleichzeitig müssen lokale Einwände in Planungsverfahren berücksichtigt werden. Stellungnahmen, Erörterungstermine und Alternativenprüfungen sind wichtig, damit Betroffene ihre Interessen einbringen können und die Planung nicht als rein von oben durchgesetzt wahrgenommen wird. (M5)
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Prüfung von Alternativen und Kompromissen (–)
Lokale Kritik kann helfen, bessere Trassenvarianten zu finden, etwa durch die Nutzung bereits vorbelasteter Räume wie Autobahnen, Industriebrachen oder bestehender Infrastrukturkorridore. Auch technische Alternativen, Ausgleichsmaßnahmen oder Entschädigungen sollten geprüft werden. (M5, M6)
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Schutz besonders sensibler Räume (–)
Bei besonders wertvollen Böden, Waldflächen, Trinkwasserschutzräumen, archäologischen Fundstellen oder wichtigen kommunalen Entwicklungsflächen muss geprüft werden, ob die Trasse angepasst werden kann. Lokale Belange sind hier nicht bloß Einzelinteressen, sondern Teil einer nachhaltigen Raumplanung. (M5, M6)
Gesamturteil
Die lokale Haltung „Not in my backyard“ muss bei der Planung des Rhein-Main-Links deutlich berücksichtigt werden, darf das Projekt aber nicht grundsätzlich verhindern. Der Rhein-Main-Link ist für die nationale Energiewende, die Versorgungssicherheit und den Transport erneuerbarer Energien in verbrauchsstarke Räume von großer Bedeutung. Aus ökologischer und ökonomischer Sicht spricht daher viel für den Ausbau des Stromnetzes. Gleichzeitig zeigen die lokalen Konflikte, dass Nachhaltigkeit nicht nur Klimaschutz auf nationaler Ebene bedeutet. Auch Böden, Wälder, Trinkwasserversorgung, Kulturlandschaften, landwirtschaftliche Existenzen und kommunale Entwicklungsmöglichkeiten müssen einbezogen werden. Eine nachhaltige Planung muss deshalb lokale Einwände ernst nehmen, Alternativen prüfen, Schäden minimieren und betroffene Akteure beteiligen. Insgesamt sollte die Haltung „Not in my backyard“ also nicht als bloße Blockade, sondern als Hinweis auf reale Raumnutzungskonflikte verstanden werden. Entscheidend ist ein Ausgleich zwischen nationaler Energiewende und lokaler Tragfähigkeit.