Vorschlag B – Vulkanismus auf der Insel La Palma – Chance oder Hindernis einer nachhaltigen Entwicklung?
Beschreibe die Begriffe Rohstoffe, Reserven, Lagerstätten und Ressourcen und ordne „vulkanische Lockergesteine“ in diese Systematik ein.
Stelle die naturräumlichen Gegebenheiten sowie die Bedeutung des Bananenanbaus für die Insel La Palma dar. (Material 1–3, Atlas)
Erläutere unter Einbezug des Basiskonzeptes „Mensch-Umwelt-System“ am Beispiel des Vulkanausbruchs aus dem Jahr 2021 mögliche Auswirkungen für die Insel La Palma. (Material 4–5)
Diskutiere auf Basis deiner bisherigen Ausführungen, wieweit die vulkanische Aktivität auf der Insel nachhaltige Entwicklung fördern kann. (Material 1–7)
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Material 1 – Physische Karte der Insel La Palma

Quelle: URL: https://www.stepmap.de/landkarte/physische-karte-la-palma-bqN8fnH0Hb-i (abgerufen am 16.05.2025).
Material 2 – Gewichtsbezogene landwirtschaftliche Produktionsmenge nach Kategorien (2020)

Quelle: Norbert Weixlbaumer, Anna Wiplinger: Akteure und Perspektiven der Bananenwirtschaft auf La Palma, in: Mitteilungen der Österreichischen Geographischen Gesellschaft, 162. Jg., S. 319, Wien (2020), URL: https://austriaca.at/0xc1aa5572_0x003c53e1.pdf (abgerufen am 16.06.25).
Material 3 – Bananenanbaugebiete auf der Insel La Palma (2020)
Quelle: Text zusammengestellt aus: Norbert Weixlbaumer, Anna Wiplinger: Akteure und Perspektiven der Bananenwirtschaft auf La Palma, in: Mitteilungen der Österreichischen Geographischen Gesellschaft, 162. Jg., S. 313–342, Wien (2020), URL: https://austriaca.at/0xc1aa5572_0x003c53e1.pdf (abgerufen am 16.06.25).
Material 4 – Karte der Eruption des Vulkans La Cumbre Vieja auf La Palma (2021)

Quelle: Viva Edition 180 (2021), URL: https://viva-canarias.es/blog/das-institut-involcan/ (abgerufen am 21.06.2025).
Material 5 – Andrés C. Palacios: Bananenbauern auf La Palma fordern EU-Unterstützung bei Wiederaufbau nach Vulkanausbruch (2022)
1 Die Lava hatte mehrere Straßen unterbrochen und die Insel so in zwei Teile geteilt. Dies führte dazu, dass die Bevölkerung
die gesamte Insel durchqueren musste, um zu ihren Arbeitsstellen zu gelangen. Teilweise handelte es sich dabei um
Fahrtzeiten von über zwei Stunden mit dem PKW.
2 Teilweise benötigt die Lava bis zu 10 Jahre zum Abkühlen.
Quelle: Anton Michaelis: Römischer Beton: unkaputtbar und umweltfreundlich, Senkrechtstarter / Das Schindler Magazin (2023), URL: https://magazin.schindler.de/architektur/roemischer-beton (abgerufen am 21.06.25).
Hinweis
Die Genderschreibweise entspricht dem Original.
Material 6 – Anton Michaelis: Römischer Beton: unkaputtbar und umweltfreundlich (2023)
1 Römischer Beton (opus caementicium) bestand aus Bruchsteinen, Kalk, Sand, Wasser und Vulkanasche.
2 Puzzolane sind kieselsäurehaltige oder kieselsäure- und tonerdehaltige Stoffe, die bei Wasserzugabe festigkeitsbildend reagieren können.
Quelle: Anton Michaelis: Römischer Beton: unkaputtbar und umweltfreundlich, Senkrechtstarter / Das Schindler Magazin (2023), URL: https://magazin.schindler.de/architektur/roemischer-beton (abgerufen am 21.06.25).
Hinweis
Die Genderschreibweise entspricht dem Original.
Material 7 – Nico Schwieger: Nach dem Vulkanausbruch: Was passiert mit der Asche auf La Palma? (2021)
1 die Lapilli – Der Vulkanlapillo ist sehr porös und somit ideal für die Atmung der Pflanzen. Die Poren absorbieren Luft und
verhindern, dass die Wurzeln an Fäulnis leiden. Dies sorgt für ein gesundes Wachstum.
Quelle: Nico Schwieger: Nach dem Vulkanausbruch: Was passiert mit der Asche auf La Palma? (2021), URL: https://www.rnd.de/panorama/ascheberge-auf-la-palma-was-damit-passiert-37JMBRVC5FBYLHAVMT26HAJXXM.html (abgerufen am 01.12.2024).
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Beschreibung der Begriffe
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Rohstoffe: Rohstoffe sind natürliche Grundstoffe, die noch nicht oder kaum verarbeitet sind und als Ausgangsstoffe für die Produktion genutzt werden können. Man unterscheidet z. B. pflanzliche, tierische, mineralische und chemische Rohstoffe.
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Lagerstätten: Lagerstätten sind räumlich begrenzte natürliche Anreicherungen von Rohstoffen in der Erdkruste oder an der Erdoberfläche. Sie sind dann besonders relevant, wenn die Rohstoffe dort in einer Menge und Qualität vorkommen, die eine wirtschaftliche Gewinnung ermöglichen.
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Ressourcen: Ressourcen bezeichnen vorhandene Rohstoffvorkommen, die bekannt oder vermutet sind, aber aktuell noch nicht wirtschaftlich oder technisch sinnvoll genutzt werden können. Gründe dafür können z. B. zu hohe Kosten, fehlende Technik, geringe Nachfrage oder schwierige Erreichbarkeit sein.
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Reserven: Reserven sind der Teil der Rohstoffvorkommen, der nachgewiesen ist und mit den aktuellen technischen Möglichkeiten wirtschaftlich gewonnen werden kann. Sie stellen also den tatsächlich nutzbaren Anteil der vorhandenen Rohstoffbasis dar.
Einordnung vulkanischer Lockergesteine
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Vulkanische Lockergesteine, z. B. Vulkanasche, Lapilli oder anderes lockeres vulkanisches Material, gehören zu den mineralischen bzw. abiotischen Rohstoffen, da sie aus geologischen Prozessen entstehen und nicht organischen Ursprungs sind.
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Vulkanische Lockergesteine können als nicht regenerative Primärrohstoffe eingeordnet werden, weil sie direkt aus natürlichen Ablagerungen gewonnen werden und sich in menschlichen Zeiträumen nicht verlässlich erneuern. Auch wenn vulkanisches Material bei Eruptionen neu entstehen kann, ist seine Entstehung nicht planbar und daher wirtschaftlich nicht regenerativ nutzbar.
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Eine Ablagerung vulkanischer Lockergesteine kann als Lagerstätte gelten, wenn dort nutzbares Material in ausreichender Menge und Qualität vorkommt. Ist das Vorkommen zwar vorhanden, aber derzeit nicht wirtschaftlich nutzbar, handelt es sich eher um eine Ressource. Ist es dagegen nachgewiesen, erschlossen und wirtschaftlich gewinnbar, kann es als Reserve bezeichnet werden.
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Vulkanische Lockergesteine können z. B. als Baustoff, Zuschlagstoff, Bodenverbesserer oder in der Landwirtschaft genutzt werden. Damit besitzen sie wirtschaftliches Potenzial, sofern Abbau, Transport und Weiterverarbeitung technisch und finanziell sinnvoll sind.
Naturräumliche Gegebenheiten der Insel La Palma mit Bezug auf Bananenanbau
Lage
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La Palma ist die nordwestlichste Insel der zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln. (Atlas)
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Die Inselgruppe liegt im Atlantischen Ozean westlich der afrikanischen Küste bzw. westlich von Marokko und südlich von Madeira. (Atlas)
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La Palma befindet sich ungefähr bei 28,7° nördlicher Breite und 17,9° westlicher Länge und liegt damit in den Subtropen. (Atlas)
Klima
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Aufgrund der Lage in den Subtropen ist La Palma grundsätzlich durch milde, eher feuchte Winter und warme, trockene Sommer geprägt. (Atlas)
Relief
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La Palma weist ein stark zerklüftetes und steil ansteigendes Relief auf. (M1)
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Während sich niedrigere Bereiche vor allem in Küstennähe befinden, erreicht das Inselinnere Höhen von über 2.000 m. (M1)
Bezug zum Bananenanbau
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Die subtropischen Bedingungen ermöglichen grundsätzlich den Anbau wärmeliebender Kulturen. Gleichzeitig können Trockenphasen eine künstliche Bewässerung erforderlich machen. (M3)
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Sämtliche Bananenkulturen auf La Palma werden künstlich bewässert, überwiegend durch Druckbewässerung. Dies zeigt, dass der Anbau trotz günstiger subtropischer Bedingungen stark von technischer Wasserzufuhr abhängig ist. (M3)
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Bananen wachsen auf La Palma nur bis etwa 400 m Höhe gut. Deshalb konzentriert sich der Bananenanbau vor allem auf niedrigere, küstennahe Lagen. (M1, M3)
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Aufgrund der starken Hangneigungen stehen nur wenige größere ebene Flächen zur Verfügung. Landwirtschaftliche Nutzung ist daher vielerorts erschwert. (M1, M3)
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Die steilen Hänge begünstigen Bodenerosion, weshalb landwirtschaftliche Nutzflächen häufig durch Terrassierung gesichert werden müssen. (M3)
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Wegen der steilen Hänge und der Terrassierung ist kaum maschinelle Bearbeitung möglich. Pflege und Pflanzung der Bananen erfolgen deshalb in hohem Maße durch Handarbeit, etwa beim Entfernen oder Umsetzen von Sprösslingen. (M3)
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Durch die isolierte Lage der Kanarischen Inseln in den Subtropen ist nur ein vergleichsweise geringer Einsatz von Pflanzenschutzmitteln notwendig. Dies kann als Standortvorteil für den Bananenanbau gesehen werden. (M3)
Bedeutung des Bananenanbaus
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Der Bananenanbau besitzt auf La Palma eine herausragende Stellung: Bananen machen 82,99 % der gewichtsbezogenen landwirtschaftlichen Produktionsmenge aus. Damit ist die Banane deutlich wichtiger als Gemüse, anderes Obst oder sonstige Produkte. (M2)
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Auf den Kanaren insgesamt liegt der Anteil der Bananen an der landwirtschaftlichen Produktionsmenge nur bei 47,72 %. La Palma ist damit innerhalb der Inselgruppe besonders stark auf den Bananenanbau spezialisiert. (M2)
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Der Bananenanbau nimmt 4,1 % der gesamten Inseloberfläche und 51 % der landwirtschaftlich genutzten Ackerflächen ein. Damit prägt er die landwirtschaftliche Nutzung der Insel deutlich. (M3)
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Der Bananenanbau ist seit über hundert Jahren auf der Insel etabliert. Die Terrassenfelder prägen daher nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch die Kulturlandschaft La Palmas. (M3)
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Die rund 8.000 Bananenerzeuger bewirtschaften jeweils Flächen von höchstens einem Hektar. Der Bananenanbau ist daher stark kleinbetrieblich organisiert und für viele einzelne Produzenten wirtschaftlich bedeutsam. (M3)
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Mehr als 6,6 % der 28.893 Beschäftigten arbeiten direkt in der Bananenproduktion. Der Bananenanbau ist damit ein bedeutender Beschäftigungsfaktor auf der Insel. (M3)
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Neben der direkten Produktion hängen weitere Bereiche vom Bananenanbau ab, z. B. Handel mit Dünge- und Pflanzenschutzmitteln, Verpackungsherstellung und Transportdienste. In diesen Bereichen entstehen laut Material etwa doppelt so viele Arbeitsplätze wie in der eigentlichen Produktion. (M3)
Fazit
La Palma ist naturräumlich durch seine Lage im Atlantik, das subtropische Klima und ein stark zerklüftetes, steil ansteigendes Relief geprägt. Diese Bedingungen ermöglichen grundsätzlich den Anbau wärmeliebender Kulturen, erschweren die landwirtschaftliche Nutzung aber durch Hanglagen, begrenzte ebene Flächen und den Bedarf an künstlicher Bewässerung.
Trotz dieser Einschränkungen besitzt der Bananenanbau eine herausragende Bedeutung für die Insel. Er dominiert die landwirtschaftliche Produktion, prägt die Kulturlandschaft und ist ein wichtiger Beschäftigungsfaktor. Insgesamt zeigt sich, dass der Bananenanbau eng an die naturräumlichen Bedingungen angepasst ist und für La Palma sowohl wirtschaftlich als auch landschaftlich eine zentrale Rolle spielt.
Auswirkungen des Vulkanausbruchs 2021 auf La Palma unter Einbezug des Mensch-Umwelt-Systems
Einordnung
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Der Vulkanausbruch des La Cumbre Vieja im Jahr 2021 stellt ein natürliches Ereignis dar, das den menschlich genutzten Raum stark verändert hat. Bereits vor dem Ausbruch wurden zahlreiche seismische Aktivitäten registriert. Anschließend kam es zu mehreren Lava-Austrittsstellen und Lavaschloten. (M4)
Naturräumliche Auswirkungen
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Durch den Ausbruch entstanden Lavafelder, Ascheablagerungen und weitere vulkanische Begleiterscheinungen. Dadurch veränderte sich der Naturraum dauerhaft, und bisher landwirtschaftlich genutzte Flächen wurden teilweise unbrauchbar. (M4, M5)
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Von Lava bedeckte Flächen können nicht unmittelbar wieder genutzt werden, da die Lava teilweise bis zu zehn Jahre zum Abkühlen benötigt. Dadurch entstehen langfristige Einschränkungen für die Landnutzung. (M5)
Auswirkungen auf Siedlungen und Infrastruktur
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Besonders im westlichen bzw. südwestlichen Teil La Palmas waren mehrere Orte vom Ausbruch betroffen, unter anderem im Raum Los Llanos, El Paso und Tazacorte. Dadurch wurde deutlich, dass der Vulkanismus nicht nur Naturräume, sondern auch Siedlungs- und Wirtschaftsräume direkt beeinflusst. (M4)
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Die Lava unterbrach mehrere Straßen und teilte die Insel teilweise in zwei Bereiche. Dadurch wurde die Erreichbarkeit von Wohnorten, Arbeitsplätzen und landwirtschaftlichen Flächen deutlich erschwert. (M5)
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Neben Straßen wurden auch Bewässerungsleitungen beschädigt. Dies hatte besonders für den Bananenanbau erhebliche Folgen, da die Kulturen auf künstliche Bewässerung angewiesen sind. (M5)
Wirtschaftliche Auswirkungen auf den Bananenanbau
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Kurzfristig kam es vor allem außerhalb des direkten Ausbruchsgebiets zu Schäden durch den monatelangen Ascheregen. Dieser beeinträchtigte Aussehen und Qualität der Bananen und brachte zahlreiche Gewächshäuser zum Einsturz. (M5)
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Mittelfristig waren etwa 300 bis 400 Hektar Anbaufläche betroffen, die zwar nicht direkt von Lava bedeckt waren, aber durch Lavaströme abgeschnitten wurden. Dort fehlten zeitweise Straßenzugang und Bewässerung. Betroffen waren etwa 450 Erzeuger. (M5)
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Langfristige Schäden entstanden auf den von Lava bedeckten Bananenplantagen. Diese Flächen können nur mit großem Aufwand wieder nutzbar gemacht werden, wodurch etwa 500 Landwirte betroffen sind. (M5)
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Die Schäden im Bananensektor belaufen sich einschließlich der Einkommensverluste auf rund 100 Millionen Euro. Damit wurde ein zentraler Wirtschaftszweig der Insel massiv getroffen. (M5)
Soziale Auswirkungen
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Durch unterbrochene Straßen mussten Teile der Bevölkerung deutlich längere Fahrtzeiten in Kauf nehmen, teilweise von über zwei Stunden mit dem PKW. Dadurch veränderte der Ausbruch den Alltag vieler Menschen erheblich. (M5)
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Da der Bananenanbau für viele Produzent:innen eine zentrale Einkommensgrundlage darstellt, führten zerstörte oder isolierte Flächen zu erheblichen wirtschaftlichen Unsicherheiten. Besonders langfristig geschädigte Betriebe sind auf Wiederaufbau und Unterstützung angewiesen. (M5)
Menschliche Reaktionen und Wiederaufbau
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Nach dem Ende des Ausbruchs liefen Arbeiten weiter, um Bewässerung und Zugänglichkeit wiederherzustellen. Dadurch sollen viele der mittelfristig betroffenen Betriebe innerhalb von ein bis zwei Jahren wieder voll betriebsfähig werden. (M5)
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Zur Wiedergewinnung landwirtschaftlicher Flächen kann das traditionelle Verfahren des Sorribar genutzt werden. Dabei werden Lavaflächen gepflügt, eingeebnet, terrassiert und mit einer 60 bis 70 cm dicken Erdschicht versehen. (M5)
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Der Wiederaufbau ist teuer und langwierig. Für die Neuerschließung landwirtschaftlicher Flächen werden rund 100 Millionen Euro veranschlagt. Der gesamte Sorribar-Prozess würde im besten Fall vier bis fünf Jahre dauern. (M5)
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Für den Wiederaufbau müssen Grundstücke erschlossen, gebündelt und mit Eigentümern verhandelt werden. Zudem wird Unterstützung durch staatliche Stellen und die EU gefordert. (M5)
Nutzungskonflikte im Mensch-Umwelt-System
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Der Wiederaufbau landwirtschaftlicher Flächen steht im Konflikt mit dem Wunsch, Lavaströme als neuen Naturraum zu schützen. Damit entsteht ein Nutzungskonflikt zwischen wirtschaftlicher Existenzsicherung und ökologischer Bewahrung. (M5)
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Für die landwirtschaftliche Nutzung müssten große Mengen Bodenmaterial eingebracht werden. Dabei muss darauf geachtet werden, dass die Entnahmeflächen in einem angemessenen Erhaltungszustand bleiben und keine zusätzlichen ökologischen Schäden entstehen. (M5)
Fazit
Der Vulkanausbruch von 2021 hatte weitreichende ökologische, wirtschaftliche, infrastrukturelle und soziale Folgen für La Palma. Besonders deutlich werden die Auswirkungen im Bananensektor, da Flächen zerstört, Betriebe isoliert, Bewässerungssysteme beschädigt und Einkommen gefährdet wurden. Im Sinne des Mensch-Umwelt-Systems zeigt sich, dass ein Naturereignis die menschliche Nutzung des Raumes stark einschränkt. Gleichzeitig reagiert der Mensch durch Wiederaufbau, technische Anpassung und politische Unterstützung auf die veränderten Umweltbedingungen.
Diskussion: Inwieweit kann die vulkanische Aktivität auf La Palma nachhaltige Entwicklung fördern?
Ökologische Dimension
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Nutzung von Vulkanasche für nachhaltigeren Beton (+)
Vulkanasche kann bei der Herstellung von Beton eine wichtige Rolle spielen. Bei sogenanntem römischem Beton werden geringere Temperaturen benötigt als bei modernem Beton, wodurch der CO2-Ausstoß reduziert werden könnte. Zudem kann dieser Beton Risse teilweise selbst verschließen und dadurch langlebiger sein. (M6)
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Weniger Bauschutt durch langlebigere Gebäude (+)
Wenn Gebäude durch einen solchen Beton länger haltbar wären, müssten sie seltener saniert oder ersetzt werden. Dadurch könnten langfristig weniger Bauschutt und weniger Ressourcenverbrauch entstehen. (M6)
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Landwirtschaftliche Nutzung von Lapilli (+)
Größere vulkanische Partikel wie Lapilli können in der Landwirtschaft genutzt werden. Durch ihre poröse Struktur verbessern sie die Belüftung der Pflanzenwurzeln und können so das Pflanzenwachstum fördern. (M7)
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Geringere ökologische Belastung im Bananenanbau (+)
Auf La Palma ist durch die isolierte Lage in den Subtropen nur ein geringer Einsatz von Pflanzenschutzmitteln notwendig. In Verbindung mit geeigneten vulkanischen Lockergesteinen kann dies eine vergleichsweise angepasste landwirtschaftliche Nutzung ermöglichen. (M3, M7)
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Zerstörung und langfristige Veränderung von Landschaften (–)
Vulkanische Aktivität kann Flächen durch Lava und Asche stark verändern oder unbrauchbar machen. Von Lava bedeckte Flächen können zudem lange nicht genutzt werden, da Lava teilweise bis zu zehn Jahre zum Abkühlen benötigt. (M5)
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Ökologische Konflikte beim Wiederaufbau (–)
Die Wiedererschließung von Lavaflächen für die Landwirtschaft kann neue ökologische Schäden verursachen. Für den Wiederaufbau werden große Mengen Bodenmaterial benötigt, wobei die Entnahmeflächen ebenfalls geschützt werden müssen. Zudem gibt es Konflikte mit Gruppen, die Lavaströme als neuen Naturraum erhalten möchten. (M5)
Ökonomische Dimension
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Nutzung vulkanischer Rohstoffe in Bauindustrie und Landwirtschaft (+)
Vulkanische Lockergesteine können wirtschaftlich genutzt werden: Kleinere Partikel können zu Zement verarbeitet werden, größere Lapilli sind für Bauindustrie und Landwirtschaft interessant. Dadurch entstehen Nutzungsmöglichkeiten für lokal vorhandene Rohstoffe. (M7)
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Wiederaufbau zerstörter Infrastruktur (+)
Gröberes Lavagestein kann zerkleinert und zum Wiederaufbau bzw. zur Erneuerung zerstörter Straßen verwendet werden. Dadurch könnten Verkehrsverbindungen auf der Insel schneller und möglicherweise kostengünstiger wiederhergestellt werden. (M7)
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Ausbau bestehender Wirtschaftsbereiche (+)
Da es auf den Kanarischen Inseln bereits eine Industrie zur Verarbeitung von Lapilli gibt, könnte dieser Wirtschaftszweig weiter ausgebaut werden. Dadurch könnten zusätzliche Einnahmen und Arbeitsplätze entstehen. (M7)
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Potenzial als Modellregion für nachhaltige Baustoffe (+)
Vulkanasche könnte im Zusammenhang mit nachhaltigerem Beton ein wirtschaftliches Potenzial bieten. La Palma bzw. andere Vulkanregionen könnten dadurch langfristig von einer stärkeren Nachfrage nach solchen Baustoffen profitieren. Allerdings ist unsicher, wie groß dieser Marktanteil tatsächlich wäre. (M6, M7)
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Massive Schäden im Bananensektor (–)
Der Bananenanbau ist ein zentraler Wirtschaftszweig La Palmas. Durch den Ausbruch wurden Plantagen zerstört, Flächen isoliert, Bewässerungsleitungen beschädigt und die Qualität der Bananen durch Asche beeinträchtigt. Die Schäden im Bananensektor werden auf rund 100 Millionen Euro einschließlich Einkommensverlusten geschätzt. (M2, M3, M5)
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Hohe Kosten und lange Dauer des Wiederaufbaus (–)
Die Wiederherstellung landwirtschaftlicher Flächen auf Lava ist sehr teuer und aufwendig. Der Sorribar-Prozess kann im besten Fall vier bis fünf Jahre dauern und erfordert unter anderem Terrassierung, Bodenauftrag und rechtliche Lösungen bei Grundstücken. (M5)
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Unsicherheit der wirtschaftlichen Nutzung von Asche und Lava (–)
Zwar können Vulkanasche und Lavagestein weiterverarbeitet werden, jedoch ist fraglich, ob dies auf La Palma dauerhaft wirtschaftlich tragfähig ist. Kosten, Nachfrage, Transport und technische Umsetzung müssen berücksichtigt werden. (M6, M7)
Soziale Dimension
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Neue Arbeitsplätze durch Verarbeitung vulkanischer Rohstoffe (+)
Eine intensivere Nutzung von Vulkanasche, Lapilli und Lavagestein könnte zusätzliche Arbeitsplätze schaffen, etwa in Bauindustrie, Rohstoffaufbereitung oder Forschung. Allerdings wären dafür teilweise qualifizierte Arbeitskräfte notwendig. (M6, M7)
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Günstigere und langlebigere Gebäude als sozialer Vorteil (+)
Wenn selbstheilender bzw. langlebiger Beton langfristig Bau- und Sanierungskosten senkt, könnte dies auch soziale Vorteile haben, etwa beim Wiederaufbau von Wohnraum und Infrastruktur. (M6)
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Verlust von Arbeitsplätzen und Existenzen (–)
Durch die vulkanische Aktivität gehen kurz- und langfristig Arbeitsplätze verloren. Besonders betroffen sind Landwirte, deren Flächen zerstört oder abgeschnitten wurden. (M5)
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Starke Abhängigkeit vom Bananenanbau (–)
Der Bananenanbau ist für viele Menschen auf La Palma eine zentrale Lebensgrundlage. Da Bananen 82,99 % der landwirtschaftlichen Produktionsmenge ausmachen und zahlreiche direkte sowie indirekte Arbeitsplätze daran hängen, macht diese Spezialisierung die Insel besonders verwundbar gegenüber Naturereignissen. (M2, M3, M5)
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Belastung des Alltags durch zerstörte Infrastruktur (–)
Unterbrochene Straßen führten dazu, dass Teile der Bevölkerung deutlich längere Wege zurücklegen mussten, teilweise mit Fahrtzeiten von über zwei Stunden. Dadurch beeinträchtigt der Vulkanismus nicht nur die Wirtschaft, sondern auch den Alltag der Menschen. (M5)
Politische Dimension
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Möglichkeit gezielter Wiederaufbau- und Förderpolitik (+)
Der Wiederaufbau kann politisch genutzt werden, um Infrastruktur, Landwirtschaft und Rohstoffnutzung nachhaltiger zu gestalten. Staatliche Stellen und die EU könnten Investitionen gezielt unterstützen, etwa beim Wiederaufbau von Bewässerungssystemen, Verkehrswegen oder landwirtschaftlichen Flächen. (M5)
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Abhängigkeit von externer finanzieller Unterstützung (–)
Die Kosten des Wiederaufbaus sind so hoch, dass La Palma diese Belastungen kaum allein tragen kann. Bei zukünftigen größeren Vulkanausbrüchen wäre daher erneut Unterstützung durch Verwaltungen und die EU notwendig. (M5)
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Nutzungskonflikte zwischen Landwirtschaft, Naturschutz und Wiederaufbau (–)
Politisch müssen unterschiedliche Interessen ausgeglichen werden: Einerseits braucht die Insel landwirtschaftliche Nutzflächen, andererseits gibt es Widerstand gegen die Erschließung aller Lavaströme, da diese auch als neuer Naturraum geschützt werden könnten. (M5)
Gesamturteil
Die vulkanische Aktivität kann nachhaltige Entwicklung auf La Palma in begrenztem Umfang fördern, wenn die entstehenden Materialien sinnvoll genutzt werden. Besonders Vulkanasche, Lapilli und Lavagestein bieten Chancen für Landwirtschaft, Bauindustrie, Infrastruktur und möglicherweise klimafreundlichere Baustoffe. Dadurch könnten ökologische und ökonomische Potenziale entstehen. Gleichzeitig überwiegen bei einem akuten Vulkanausbruch zunächst die negativen Folgen: Landwirtschaftliche Flächen, Arbeitsplätze, Infrastruktur und Einkommen werden massiv geschädigt. Nachhaltige Entwicklung entsteht daher nicht automatisch durch den Vulkanismus selbst, sondern erst durch einen geplanten, ökologisch verträglichen und sozial abgefederten Umgang mit seinen Folgen. Insgesamt kann die vulkanische Aktivität also eine Grundlage für nachhaltige Entwicklung bieten, bleibt aber zugleich ein erhebliches Risiko für Bevölkerung, Wirtschaft und Umwelt.