Vorschlag B
Thema
Die Liebe des Vaters
Aufgaben
Gib den Inhalt der Parabel von Klaus Berger wieder. (Material)
Untersuche, inwiefern das Gottesbild, das Berger in Gestalt der Figur des Mannes in seinem Text entwirft (Material), mit alttestamentlichen Gottesvorstellungen
vereinbar ist.
Berücksichtige konkrete biblische Textstellen.
Überprüfe, ob und inwiefern die Aussagen, die im Text über den Sohn und über die Beziehung zwischen Vater und Sohn getroffen werden (Material), Botschaft, Leben
und Handeln Jesu entsprechen.
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Klaus Berger: Die Sendung des Sohnes (2004)
Klaus Berger: Die Sendung des Sohnes, in: Jesus, München 2004, S. 74–75.
Hinweise
Klaus Berger (1940–2020): emeritierter Professor für Neutestamentliche Theologie an der Universität Heidelberg
Die Rechtschreibung entspricht der Textvorlage.
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Aufgabe 1
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In der Parabel Die Sendung des Sohnes aus seinem 2004 erschienenen Buch „Jesus“ beschreibt Klaus Berger einen Mann, der seinen selbst angelegten Garten vor einer Sturmflut schützen will. Bei dieser Rettungsaktion setzt er das Leben seines eigenen Sohnes aufs Spiel und begründet seine Entscheidung in einem Dialog mit seinen Knechten.
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Ein Mann hat einen Garten direkt am Meer erschaffen, der ihm große Freude bereitet und sich deutlich von der Umgebung abhebt. Aufgrund eines Unwetters sendet er seinen Sohn zur Rettung dieses Gartens. Diese Entscheidung erscheint den anderen Figuren als irrational und lebensgefährlich, da der Sohn sein Leben für eine scheinbar aussichtslose Aufgabe riskiert.
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Der Mann verteidigt sein Handeln damit, dass sein Sohn ihm ähnlich sei, seine Freude teile und maßgeblich an der Planung und Gestaltung des Gartens beteiligt gewesen sei. Die Rettung des Gartens bedeute für ihn eine doppelte Freude: die Freude am Werk selbst und die Freude darüber, etwas Bedrohtes retten zu können. Jede einzelne Pflanze sei es wert, gerettet zu werden, und das Meer stelle keine endgültige Existenzbedrohung für den Sohn dar.
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Die Knechte stellen die Entscheidung entschieden in Frage. Sie argumentieren, dass die Liebe zum Sohn wichtiger sein müsse als die zum Garten und bezeichnen das Verhalten als fahrlässig und nahezu wahnsinnig. Sie sind von der Zwecklosigkeit der Rettungsaktion überzeugt.
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Der Mann hingegen betont erneut seine Liebe zu seinem Werk, die untrennbar mit seiner Identität verbunden sei. Er ist bereit, alles zu opfern, sogar das Leben seines Sohnes, um den Garten zu retten.
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Am Ende vergleicht er sein Handeln mit dem eines Hirten, der sich für seine Schafe opfert. Diese scheinbar irrationale Liebe beschreibt er als das tiefste Geheimnis seiner Existenz.
Aufgabe 2
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Die Parabel weist mehrere Parallelen zu alttestamentlichen Gottesvorstellungen auf, zeigt jedoch auch Unterschiede.
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Zunächst lässt sich das Handeln des Mannes mit dem Bild Gottes als Schöpfer vergleichen (Gen 1,1–2,4a). Wie Gott die Welt planvoll erschafft, so legt auch der Mann seinen Garten bewusst an und erfreut sich an ihm. In der Paradieserzählung (Gen 2,4b–25) wird ebenfalls ein Garten geschaffen, der sich durch seine besondere Schönheit von der Umgebung abhebt. In beiden Fällen dient der Garten als geschützter Raum für Leben und Wachstum. Gott bewertet seine Schöpfung als „sehr gut“, und auch der Mann empfindet große Freude an seinem Werk.
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Ein weiterer zentraler Aspekt ist die Liebe. Die im Text beschriebene „verrückte“ und maßlose Liebe weist Parallelen zur Liebe Gottes zu seinem Volk auf, wie sie etwa im Buch Hosea (Hos 11) dargestellt wird. Dort bleibt Gottes Liebe trotz der Untreue Israels bestehen. Diese Liebe erscheint einseitig und nicht rational begründbar. Während die Gründe dieser Liebe im Alten Testament nicht explizit genannt werden, wird sie bei Berger eng mit der Existenz des Mannes verknüpft.
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Auch das Motiv des Rettens ist zentral. Der Mann möchte seinen Garten retten, ähnlich wie Gott im Alten Testament als Retter seines Volkes erscheint, etwa im Buch Exodus (Ex 3,7ff.). Dort offenbart sich Gott als „Ich bin, der ich bin“ (Ex 3,14) bzw. „Ich bin da“. Diese Selbstoffenbarung unterstreicht den Anspruch Gottes, sein Volk zu befreien. Wie der Mann trotz Einwänden seiner Knechte an seinem Rettungsplan festhält, so verfolgt auch Gott trotz der Zweifel Moses sein Ziel der Befreiung.
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Der Vergleich mit dem Hirtenmotiv verweist auf Psalm 23. Der Hirte sorgt für Schutz, Nahrung und Führung. Zwar opfert sich der Hirte im Psalm nicht selbst, doch steht er für Fürsorge und Begleitung auch in bedrohlichen Situationen.
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Neben diesen Parallelen zeigen sich auch Unterschiede. So rechtfertigt sich der Mann im Dialog mit seinen Knechten für sein Handeln. Eine solche Rechtfertigung ist in der alttestamentlichen Gottesvorstellung untypisch, da Gott dort nicht gegenüber Menschen Rechenschaft ablegt.
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Die Bewertung hängt insgesamt von der Angemessenheit der herangezogenen Beispiele und der Qualität der Analyse ab.
Aufgabe 3
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Die Aussagen über die Beziehung zwischen Vater und Sohn in der Parabel lassen sich in vieler Hinsicht mit Botschaft, Leben und Handeln Jesu vergleichen, zeigen jedoch auch Unterschiede.
Botschaft Jesu
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Jesus spricht in seinen Gleichnissen von der bedingungslosen Liebe Gottes und seinem Willen, jeden Menschen zu retten. Im Gleichnis vom verlorenen Schaf (Mt 18,12–14) wird Gott als Hirte dargestellt, der alles unternimmt, um ein verlorenes Schaf zu retten. Ähnlich zeigt das Gleichnis von der verlorenen Drachme (Lk 15,8–10) den absoluten Rettungswillen Gottes.
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Die enge Beziehung zwischen Vater und Sohn wird auch im Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lk 15,11–32) deutlich, in dem der Vater seinen Sohn trotz dessen Fehlverhaltens liebevoll wieder aufnimmt. Diese Nähe wird zudem im Vaterunser (Mt 6,9–13) sichtbar, in dem Jesus Gott als Vater anspricht und seine Jünger in diese Beziehung einbezieht.
Leben Jesu
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Die enge Verbundenheit von Vater und Sohn findet sich besonders im Johannesprolog (Joh 1,1–14). Dort wird der Sohn als „Wort“ beschrieben, das bei Gott ist und selbst Gott ist. Zugleich wird seine Beteiligung an der Schöpfung betont.
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Die in der Parabel beschriebene Gefährdung des Sohnes spiegelt sich in den Passionsgeschichten (Mk 14–15; Mt 26–27). Jesu Tod am Kreuz erscheint zunächst als Scheitern und wird auch von seinen Anhängern hinterfragt.
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Die Vergebungsbitte Jesu (Lk 23,34) zeigt jedoch seine bleibende Verbundenheit mit dem Vater. Die Auferstehung macht deutlich, dass Jesu Tod nicht vergeblich ist, sondern zur Rettung der Menschen führt (z. B. Lk 24,5–7; 24,36–49). Wie in der Parabel bleibt auch hier der Tod nicht endgültig.
Handeln Jesu
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Jesus wendet sich gezielt den Sündern und Ausgegrenzten zu. In Berufungsgeschichten (z. B. Mt 9,9–13; Lk 5,27–32) sucht er bewusst den Kontakt zu gesellschaftlich Ausgestoßenen. Er vergibt Sünden und eröffnet neue Lebensperspektiven.
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Auch in der Begegnung mit der Sünderin (Lk 7,36–50) oder bei Heilungen (z. B. Lk 5,12–16) wird deutlich, dass Jesus bereit ist, Risiken einzugehen, um Menschen zu retten.
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Sein Handeln zeigt, dass er sich als von Gott gesandt versteht. Sein Ziel ist die Rettung der Menschen, auch wenn dies – wie in der Parabel – mit Gefahr und letztlich mit dem Tod verbunden ist.
Kritische Aspekte
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Trotz vieler Parallelen ist die Parabel nicht vollständig deckungsgleich mit der Botschaft Jesu. So wird in der Parabel ein Garten gerettet, während Jesus sich in erster Linie den Menschen zuwendet.
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Auch das Bild des Hirten, der grausam stirbt, kann kritisch gesehen werden, da unklar bleibt, was mit der Herde geschieht. Dies entspricht nicht der christlichen Hoffnungsperspektive.
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Entscheidend ist insgesamt die Qualität der Ausführungen und die differenzierte Auseinandersetzung mit den Parallelen und Unterschieden.