Aufgabe 3
Aufgabenstellung
Schildere eine erlebte oder fiktive Situation, die der Aussage dieser Weisheit entspricht:
„Auch im Alphabet kommt Anstrengung vor Erfolg.“
(Deutsche Weisheit)
Quelle: https://www.45nord.de/75-power-zitate-fuer-deinen-beruflichen-erfolg/ (23.09.2025)
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Einleitung: Der Wunsch nach Erfolg
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„Auch im Alphabet kommt Anstrengung vor Erfolg.“ Lange Zeit hielt ich diesen Satz für eine dieser typischen Weisheiten, die Erwachsene sagen, wenn sie einen zum Lernen oder Trainieren bringen wollen. Ich verstand zwar, was damit gemeint war, aber wirklich gefühlt hatte ich es nie.
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Das änderte sich an einem Nachmittag im Frühling, als ich auf dem Sportplatz meiner Schule stand und zum ersten Mal begriff, dass Erfolg nicht einfach plötzlich da ist. Er entsteht langsam, manchmal mühsam und oft genau dann, wenn man kurz davor ist aufzugeben.
Die Herausforderung: Ein Ziel, das zunächst unerreichbar wirkt
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Es war ein kühler Mittwoch im April. Der Himmel war grau, der Wind zog über den Sportplatz, und die Tartanbahn glänzte noch leicht vom Regen. Unsere Sportlehrerin hatte angekündigt, dass wir in einigen Wochen einen Ausdauerlauf absolvieren müssten. Für viele aus meiner Klasse war das kein großes Problem. Einige spielten Fußball, andere gingen regelmäßig joggen. Ich dagegen war schon nach wenigen Minuten außer Atem. Allein der Gedanke daran, mehrere Runden am Stück laufen zu müssen, machte mich nervös.
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Als die Lehrerin sagte, dass wir für eine gute Note eine bestimmte Zeit erreichen müssten, spürte ich sofort ein unangenehmes Ziehen im Bauch. Wie sollte ich das schaffen? Ich stellte mir vor, wie die anderen locker ins Ziel liefen, während ich irgendwo hinterherkeuchte. In diesem Moment fühlte sich der Erfolg unglaublich weit entfernt an, fast so, als stünde er auf der anderen Seite eines Berges, den ich niemals überwinden könnte.
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Trotzdem nahm ich mir vor, es wenigstens zu versuchen. Am Anfang war mein Ziel nicht einmal, besonders schnell zu sein. Ich wollte nur durchhalten. Also begann ich, nach der Schule zu trainieren. Jeden zweiten Tag ging ich auf den Sportplatz oder lief eine Runde durch den Park in der Nähe unseres Hauses. Die ersten Trainingseinheiten waren alles andere als schön. Schon nach wenigen Minuten brannte meine Lunge, meine Beine wurden schwer, und mein Kopf suchte ständig nach Ausreden: Heute ist es zu kalt. Heute bin ich zu müde. Heute bringt es sowieso nichts.
Der Weg: Anstrengung, Zweifel und Ausdauer
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Besonders gut erinnere ich mich an einen Freitagnachmittag. Es hatte kurz zuvor geregnet, die Luft roch nach nassem Gras, und auf dem Weg lagen kleine Pfützen. Ich lief los, aber schon nach der ersten Runde wollte ich aufhören. Mein Atem ging schnell, mein Herz klopfte laut, und jeder Schritt fühlte sich an, als würde ich gegen einen unsichtbaren Widerstand ankämpfen. Neben der Bahn standen zwei jüngere Schüler und unterhielten sich. Obwohl sie mich gar nicht beachteten, bildete ich mir ein, sie würden sehen, wie schwer mir das Laufen fiel. Ich wurde unsicher und dachte: Warum tue ich mir das überhaupt an?
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Doch dann zwang ich mich, weiterzulaufen. Nicht schnell, nicht schön, aber weiter. Ich konzentrierte mich auf kleine Dinge: den Rhythmus meiner Schritte, das Geräusch meiner Schuhe auf der nassen Bahn, meinen Atem. Runde für Runde wurde der Schmerz in den Beinen zwar nicht weniger, aber ich merkte, dass ich ihn aushalten konnte. Es war, als würde ich meinem eigenen Körper beweisen, dass er mehr schaffen konnte, als mein Kopf ihm zutraute.
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In den folgenden Wochen wurde das Training langsam besser. Ich lief nicht plötzlich wie ein Profi, aber ich hielt länger durch. Manchmal war ich stolz, wenn ich eine Runde mehr schaffte als beim letzten Mal. Manchmal war ich enttäuscht, wenn ich das Gefühl hatte, keinen Fortschritt zu machen. Es gab Tage, an denen ich voller Energie loslief, und andere, an denen ich mich regelrecht zwingen musste. Doch genau diese Tage waren vielleicht die wichtigsten. Denn da lernte ich, dass Ausdauer nicht bedeutet, dass alles leichtfällt. Ausdauer bedeutet, trotzdem weiterzumachen.
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Auch meine Wahrnehmung veränderte sich. Der Sportplatz, der mir anfangs wie ein Ort des Scheiterns vorgekommen war, wurde langsam vertraut. Ich kannte die Stelle, an der der Wind besonders stark war, die Kurve, in der meine Beine meistens schwer wurden, und den Punkt kurz vor dem Ziel, an dem ich noch einmal alle Kraft zusammennehmen musste. Aus Angst wurde nach und nach eine vorsichtige Hoffnung.
Der Erfolgsmoment: Wenn sich die Mühe auszahlt
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Dann kam der Tag des Ausdauerlaufs. Es war morgens, die Luft war kühl, aber klar. Meine Klasse stand am Rand der Bahn, einige machten lockere Sprünge, andere lachten und redeten laut. Ich dagegen war still. Meine Hände waren kalt, obwohl ich sie immer wieder aneinander rieb. In meinem Kopf liefen die letzten Wochen wie ein Film ab: die schweren Beine, die nassen Schuhe, die Momente, in denen ich aufgeben wollte.
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Als die Lehrerin das Startsignal gab, liefen wir los. Zuerst versuchte ich, mich nicht von den Schnelleren mitreißen zu lassen. Einige zogen sofort an mir vorbei, aber ich erinnerte mich daran, dass ich mein eigenes Tempo finden musste. Die ersten Runden gingen besser als erwartet. Mein Atem war ruhig, meine Schritte gleichmäßig. Doch nach der Hälfte wurde es schwer. Meine Beine fühlten sich an wie Blei, und in meinem Kopf tauchte wieder diese Frage auf: Schaffst du das wirklich?
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Ich sah kurz zum Rand der Bahn. Dort standen ein paar Mitschülerinnen und Mitschüler, einige feuerten uns an. Die Stimmen klangen zuerst weit weg, dann wieder ganz nah. Ich biss die Zähne zusammen und dachte an all die Nachmittage, an denen ich trainiert hatte. Ich wollte nicht, dass diese Mühe umsonst gewesen war. Also lief ich weiter.
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Auf der letzten Runde spürte ich kaum noch etwas außer meinem Herzschlag. Der Zielstrich kam näher, erst langsam, dann immer schneller. Als ich ihn überquerte, blieb ich schwer atmend stehen und stützte die Hände auf die Knie. Meine Lehrerin sah auf die Stoppuhr und nannte meine Zeit. Ich hatte es geschafft. Nicht nur knapp, sondern besser, als ich gehofft hatte.
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In diesem Moment fühlte sich der Erfolg nicht laut oder übertrieben an. Es war kein riesiger Jubel, kein plötzliches Wunder. Es war eher eine tiefe Erleichterung, gemischt mit Freude und Stolz. Ich wusste, dass diese Zeit nicht zufällig entstanden war. Sie war das Ergebnis jeder einzelnen Runde, auch der schlechten, auch der anstrengenden.
Schluss: Rückbezug zur Weisheit
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Heute denke ich anders über die Weisheit „Auch im Alphabet kommt Anstrengung vor Erfolg“. Für mich bedeutet sie, dass man Erfolg nicht erwarten kann, ohne vorher etwas dafür zu tun. Natürlich braucht man manchmal auch Glück, Unterstützung oder gute Voraussetzungen. Aber ohne Anstrengung, Geduld und Ausdauer bleibt Erfolg oft nur ein Wunsch.
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Der Lauf hat mir gezeigt, dass es sich lohnt, einer Herausforderung nicht sofort auszuweichen. Ich habe gelernt, dass man nicht perfekt starten muss, um am Ende stolz auf sich sein zu können. Wichtig ist, überhaupt anzufangen und nicht aufzugeben, sobald es schwierig wird. Seitdem versuche ich, auch in anderen Bereichen so zu denken, zum Beispiel in der Schule oder wenn ich etwas Neues lernen muss. Denn echter Erfolg fühlt sich besonders gut an, wenn man weiß, wie viel Mühe dahintersteckt.