Block II
Gestörte Lieferketten
Mit Lieferkette wird die Gesamtheit der Transportwege, Transportmittel und Verkehrsträger bezeichnet, die über vor- und nachgelagerte Verbindungen an den verschiedenen Prozessen und Tätigkeiten der Wertschöpfung in Form von Produkten und Dienstleistungen für den Endkunden beteiligt sind.
Erläutere drei Vorteile internationalen Handels.
Fasse die in M 1 dargestellten Herausforderungen für die internationale Arbeitsteilung zusammen.
Vergleiche die Aussagen aus M 1 mit denen der Grafiken M 2 und M 3.
Interpretiere M 4 unter Einbeziehung der Textaussagen in M 1.
Formuliere unter Einbeziehung deiner bisherigen Ausführungen und M 5 einen möglichen Leserbrief eines Arbeitnehmers – und Konsumenten – zur Zukunft der internationalen Lieferketten.
Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!
monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?M 1 Wie die Pandemie die internationale Arbeitsteilung verändert
Hörbeitrag von Caspar Dohmen für den Deutschlandfunk, 07.03.2021, adaptiert nach www.dlf.de
M 2 Ausgewählte Import- und Exportbeziehungen Deutschlands 2019 (in EUR)


Deutsche Bank Research, www.exportmanager-online.de, 10.03.2021
M3


www.diepresse.at, 11.09.2021
M 4 Aussichten der deutschen Schlüsselindustrie


Heiko Sakurai, 07.04.2020
Quelle: Cartoons nach Rubrik (Zugriff: 02.06.2022)
M 5 Top-Ökonom Felbermayr warnt vor bis zu 20 Prozent höheren Preisen in 2022
https://www.focus.de/finanzen/boerse/containerkrise-in-asien-top-oekonom-felbermayr-warnt-vor-bis-zu-20prozent-hoeheren-preisen-in2022_id_13503186.html, Zugriff: 16.07.2021
Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!
monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?-
Spezialisierung durch komparative Kostenvorteile
-
Länder spezialisieren sich auf die Produktion von Gütern, die sie relativ günstiger herstellen können (Theorie der komparativen Kostenvorteile)
-
Dadurch steigt die Effizienz der weltweiten Produktion
-
Insgesamt können mehr Güter mit weniger Ressourcen hergestellt werden
-
Beispiel: Ein Land produziert günstiger Autos, ein anderes günstiger Textilien → beide profitieren durch Handel
-
→ Ergebnis: Wohlfahrtsgewinne für alle beteiligten Länder
-
-
Ausgleich von Ressourcenunterschieden (Natural- und Humankapital)
-
Länder verfügen über unterschiedliche Rohstoffe (Naturkapital) und Qualifikationen (Humankapital)
-
Internationaler Handel ermöglicht es, diese Unterschiede auszugleichen
-
Länder können Güter importieren, die sie selbst nicht oder nur ineffizient produzieren können
-
Beispiel: Deutschland importiert Rohstoffe wie Erdöl, exportiert dafür Maschinen
-
→ Ergebnis: bessere Versorgung und effizientere Nutzung globaler Ressourcen
-
-
Niedrigere Preise und Innovation durch Wettbewerb
-
Internationaler Handel erhöht den Wettbewerb zwischen Unternehmen weltweit
-
Mehr Wettbewerb führt zu:
-
sinkenden Preisen für Verbraucher
-
höherer Produktqualität
-
mehr Innovationen (z. B. neue Technologien)
-
-
Unternehmen müssen sich ständig verbessern, um konkurrenzfähig zu bleiben
-
Beispiel: Konkurrenz zwischen internationalen Elektronikherstellern führt zu besseren und günstigeren Produkten
-
→ Ergebnis: höherer Wohlstand und technischer Fortschritt
-
-
Unterbrechung globaler Lieferketten durch die Pandemie
-
Produktionsausfälle (z. B. in China und Norditalien) führten zu Lieferengpässen
-
Rückgang von Luft- und Seefrachtkapazitäten verstärkte die Probleme
-
→ Folge: Mangel an wichtigen Gütern wie Masken oder Desinfektionsmitteln
-
-
Hohe Abhängigkeit von internationalen Zulieferern
-
Viele Unternehmen sind stark auf globale Lieferketten angewiesen
-
Besonders bei bestimmten Produkten bestehen punktuelle Abhängigkeiten (z. B. pharmazeutische Wirkstoffe aus China)
-
→ Diese Abhängigkeiten werden zunehmend kritisch hinterfragt
-
-
Kostenorientierte internationale Arbeitsteilung gerät unter Druck
-
Verlagerung der Produktion ins Ausland beruhte auf:
-
niedrigen Löhnen
-
geringen Umweltauflagen
-
niedrigen Transportkosten
-
-
Pandemie zeigt jedoch die Anfälligkeit dieses Systems
-
→ steigende Unsicherheit stellt bisherige Produktionsweise infrage
-
-
Tendenz zur Rückverlagerung von Produktion (Re-Shoring)
-
Unternehmen und Staaten bauen wieder Produktionskapazitäten im Inland bzw. in Europa auf
-
Ziel: Risikominimierung und Versorgungssicherheit
-
Besonders sichtbar im medizinischen Bereich (z. B. Masken, Wirkstoffe)
-
-
Neue Anforderungen an Lieferketten
-
Mehr Fokus auf:
-
Sicherheit und Stabilität
-
Transparenz der Lieferketten
-
-
Unternehmen müssen besser wissen, wer an der Produktion beteiligt ist
-
Aufbau neuer Lieferanten ist zeitaufwendig und schwierig
-
-
Konflikt zwischen Sicherheit und Wirtschaftlichkeit
-
Produktion im Inland ist oft teurer als im Ausland
-
Konkurrenzfähigkeit gegenüber Niedriglohnländern bleibt problematisch
-
→ Unsicherheit, ob neue Produktionsmodelle langfristig rentabel sind
-
-
Mögliche wirtschaftliche Folgen
-
Weniger internationale Arbeitsteilung kann zu Wohlfahrtsverlusten führen
-
Beispiel: Einschränkung des Handels würde den Wohlstand senken
-
→ vollständige Rückverlagerung ist daher unwahrscheinlich
-
-
Fazit
-
Die internationale Arbeitsteilung steht vor neuen Herausforderungen:
-
Störanfälligkeit globaler Lieferketten
-
Abhängigkeiten von einzelnen Ländern
-
Spannungsfeld zwischen Effizienz und Sicherheit
-
-
-
Grundlegende Aussage von M1
-
M1 beschreibt die Störanfälligkeit globaler Lieferketten durch die Pandemie
-
Es wird eine zu starke Abhängigkeit von internationalen Zulieferern problematisiert
-
Zudem zeigt sich eine Tendenz zur Rückverlagerung von Produktion (Re-Shoring)
-
-
Aussagen von M2 (Handelsstruktur Deutschlands)
-
Wichtigster Handelspartner ist die Eurozone (größter Anteil bei Importen und Exporten)
-
Handel mit China und USA ist deutlich geringer
-
→ Ein Großteil des Handels findet regional (innerhalb Europas) statt
-
-
Vergleich M1 und M2 (Gemeinsamkeiten und Unterschiede)
-
Unterschied:
-
M1 betont starke globale Abhängigkeiten und Probleme
-
M2 zeigt jedoch, dass der wichtigste Handel innerhalb der Eurozone stattfindet
-
-
→ Lieferkettenprobleme betreffen nicht den gesamten Handel gleichermaßen
-
Gemeinsamkeit:
-
Abhängigkeiten bestehen vor allem bei bestimmten Gütern (z. B. Masken, Medikamente), was M1 hervorhebt
-
-
→ Insgesamt relativiert M2 die Dramatik aus M1 auf gesamtwirtschaftlicher Ebene
-
-
Aussagen von M3 (Handelskorridore 2030)
-
Prognose: Rückgang des Handels zwischen großen Industrienationen (z. B. USA, EU, China)
-
Gleichzeitig Zunahme von Handelsbeziehungen mit anderen Regionen (z. B. Asien, Afrika)
-
→ Verschiebung der globalen Handelsstrukturen
-
-
Vergleich M1 und M3 (Gemeinsamkeiten und Unterschiede)
-
Gemeinsamkeit:
-
M3 bestätigt die in M1 beschriebene Entwicklung einer Abkehr von stark globalisierten Lieferketten
-
→ Rückbesinnung auf regionalere bzw. sicherere Produktionsstrukturen
-
-
Unterschied:
-
M1 fokussiert auf kurzfristige Probleme durch die Pandemie
-
M3 zeigt eine langfristige strukturelle Veränderung des Welthandels
-
-
Zusätzlich zeigt M3:
-
Handel verschwindet nicht, sondern verlagert sich auf neue Regionen
-
-
-
Gesamtfazit
-
M1 zeigt die Probleme und Risiken globaler Arbeitsteilung
-
M2 relativiert diese, da ein großer Teil des Handels regional stattfindet
-
M3 unterstützt M1 teilweise, da es eine zukünftige Veränderung der Handelsstrukturen prognostiziert
-
→ Insgesamt ergibt sich ein Bild von Anpassung statt vollständigem Rückzug aus dem Welthandel
-
-
Beschreibung der Karikatur (Darstellung der Bildelemente)
-
Zwei Personen stehen auf einer Anhöhe und blicken auf einen großen Parkplatz voller Autos
-
Eine Person ist als Vertreter der Autoindustrie („Autokonzern“) gekennzeichnet
-
Er sagt: „Das alles, mein Sohn, musst du demnächst exportiert bekommen!!!“
-
Die zweite Person (jüngere Figur) denkt: „Ich wollte, es wären Schutzmasken…“
-
→ Kontrast zwischen Autos (Überproduktion) und fehlenden Schutzmasken (Pandemiebedarf)
-
-
Interpretation der Bildelemente
-
Die vielen Autos symbolisieren die starke Exportorientierung der deutschen Industrie, insbesondere der Automobilbranche
-
Gleichzeitig stehen sie für eine Überproduktion bzw. Absatzprobleme
-
Die Gedankenblase zeigt den Wunsch nach gesellschaftlich aktuell wichtigen Gütern (Masken)
-
→ Darstellung eines Missverhältnisses zwischen Produktion und tatsächlichem Bedarf
-
-
Einordnung in den Kontext von M1
-
M1 beschreibt Lieferengpässe bei wichtigen Gütern (z. B. Masken) während der Pandemie
-
Gleichzeitig zeigt M4, dass Deutschland stark auf Exportgüter wie Autos spezialisiert ist
-
→ Problem: wichtige Güter fehlen, während andere im Überfluss vorhanden sind
-
M1 thematisiert die Abhängigkeit von globalen Lieferketten
-
→ M4 verdeutlicht, dass diese Spezialisierung in Krisenzeiten riskant sein kann
-
-
Deutung und Intention des Zeichners
-
Kritik an der einseitigen wirtschaftlichen Ausrichtung Deutschlands (Fokus auf Exportindustrie)
-
Hinweis auf die fehlende Flexibilität der Produktion in Krisenzeiten
-
Aufzeigen der Schwächen internationaler Arbeitsteilung:
-
Spezialisierung führt zu Effizienz, aber auch zu Abhängigkeiten
-
-
Ironische Darstellung:
-
Während Autos produziert werden, fehlen lebenswichtige Güter
-
-
-
Zusammenfassende Aussage der Karikatur
-
Die Karikatur zeigt, dass die starke Exportorientierung Deutschlands in Krisenzeiten problematisch sein kann
-
In Verbindung mit M1 wird deutlich:
-
Internationale Arbeitsteilung bringt Vorteile, ist aber auch anfällig für Störungen
-
-
→ Forderung nach ausgewogenerer Produktion und mehr Versorgungssicherheit
-
-
Einleitung / Problemaufriss
-
Als Arbeitnehmer und Konsument beobachte ich die aktuellen Probleme der internationalen Lieferketten mit Sorge
-
Störungen im Welthandel führen zu steigenden Preisen und geringerer Verfügbarkeit von Produkten (vgl. M5)
-
Besonders betroffen sind z. B. Elektronikprodukte oder Möbel
-
-
Perspektive als Konsument
-
Preisanstiege von bis zu 20 % belasten Verbraucher deutlich
-
Gleichzeitig kommt es zu Angebotslücken und eingeschränkter Produktauswahl
-
→ Konsum wird teurer und schwieriger
-
-
Perspektive als Arbeitnehmer
-
Internationale Arbeitsteilung sorgt grundsätzlich für:
-
Wirtschaftswachstum
-
Arbeitsplätze
-
günstige Produktionskosten
-
-
Viele Unternehmen sind auf globale Lieferketten angewiesen, um wettbewerbsfähig zu bleiben
-
-
Probleme der internationalen Lieferketten (Bezug zu M1 und M5)
-
Hohe Abhängigkeit von einzelnen Regionen (z. B. Asien)
-
Störungen führen schnell zu Engpässen und Preissteigerungen
-
Pandemie zeigt die Anfälligkeit globaler Produktion
-
-
Argumente für internationalen Handel (Freihandel)
-
Nutzung von Kostenvorteilen (komparative Vorteile)
-
niedrigere Preise bei funktionierenden Lieferketten
-
internationale Zusammenarbeit und Arbeitsteilung
-
langfristig höherer Wohlstand
-
-
Argumente für stärkere heimische Produktion
-
mehr Versorgungssicherheit bei wichtigen Gütern
-
geringere Abhängigkeit von Krisen in anderen Regionen
-
Sicherung von Arbeitsplätzen im Inland
-
bessere Kontrolle und Transparenz der Produktion
-
-
Abwägung / Interessenkonflikt
-
Zielkonflikt zwischen:
-
Effizienz und niedrigen Kosten (globaler Handel)
-
Sicherheit und Stabilität (regionale Produktion)
-
-
Weder vollständige Globalisierung noch vollständige Abschottung sind sinnvoll
-
-
Fazit / Appell
-
Notwendig ist ein Mittelweg
-
Internationale Lieferketten sollten bestehen bleiben, aber robuster und diversifizierter werden
-
Kritische Güter (z. B. medizinische Produkte) sollten verstärkt regional produziert werden
-
→ Ziel: Balance zwischen Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit
-