Block II
Deutschland im globalen Standortwettbewerb
Stelle Faktoren dar, die für die Auswahl eines Unternehmensstandortes herangezogen werden.
Erläutere jeweils zwei gegenwärtige Stärken und Schwächen des Standorts Deutschland im globalen Standortwettbewerb.
Analysiere M 1 und M 2 im Hinblick auf Deutschlands Stellung im Welthandel.
Ordne die Maßnahmen aus M 3 begründet wirtschaftspolitischen Konzeptionen zu.
Beurteile das Zehn-Punkte-Programm (M 3) hinsichtlich seiner Eignung, den Wirtschaftsstandort Deutschland zu stärken.
Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!
monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?M 1 IW-Standortindex: Top-20-Länder


Quelle: Industrie: Ohne Wirtschaftshilfen geht es nicht - iwd.de, Zugriff 06.10.2023
M 2 Entwicklung der deutschen Handelsbilanz


Quelle: Union Investment, Zugriff: 06.10.2023
M 3 Zehn-Punkte-Programm zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland
Lauterjung, Anna: Mit diesen zehn Punkten will die Bundesregierung die Wirtschaft retten, Zugriff: 10.09.2024
Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!
monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Eine gelungene Übersicht zu den Standortfaktoren sollte deine umfassende Kenntnis nachweisen und kann folgende Punkte beinhalten:
Geographische Lage und Marktzugang:
-
Nähe zu Zielmärkten und Kunden
Arbeitskräfteressourcen:
-
Verfügbarkeit qualifizierter Humanressourcen
-
Arbeitskosten und -qualifikationen im Vergleich zu anderen Standorten
Infrastrukturelle Gegebenheiten:
-
Qualität und Verfügbarkeit von Verkehrsverbindungen
-
Vorhandensein moderner Telekommunikations- und Energieinfrastruktur
Kosten- und Steuerfaktoren:
-
Gesamtkosten der Geschäftstätigkeit, einschließlich Miet- und Grundstückskosten
-
Steuersätze und -struktur
Rechtliche und politische Rahmenbedingungen:
-
geschäftsfreundliche Gesetze und Rechtssicherheit
-
politische Stabilität
Standortimage und -reputation:
-
Wahrnehmung der Region hinsichtlich Wirtschaftsaktivitäten und -erfolg
-
Historie des Standortes
Wettbewerbsumfeld:
-
Präsenz von Wettbewerbern in der Region
-
potenzielle Kooperationsmöglichkeiten mit anderen Unternehmen
Zugang zu Rohstoffen und Lieferanten:
-
Verfügbarkeit von strategischen Rohstoffen oder Zulieferern in der Nähe
Soziale und kulturelle Aspekte:
-
kulturelle Anpassungsfähigkeit des Standortes
-
Lebensqualität für Mitarbeiter und deren Familien
Umweltaspekte:
-
Einhaltung von Umweltauflagen und -standards
-
Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit des Standortes
Risiko- und Sicherheitsbewertung:
-
Berücksichtigung von Risiken wie Naturkatastrophen
-
Sicherheitsaspekte wie Kriminalitätsrate
Stärken Deutschlands im globalen Standortwettbewerb:
-
starke Industriebasis:
-
Deutschland ist für seine hochentwickelte und diversifizierte Industrielandschaft bekannt. Die starke Präsenz in Schlüsselindustrien wie Automobilbau, Maschinenbau und Chemieindustrie verschafft dem Land eine wettbewerbsfähige Position. Die Qualität deutscher Produkte und die Fähigkeit zur Innovation stärken die internationale Wettbewerbsfähigkeit.
-
-
Bildungssystem und Fachkräfte:
-
Das duale Bildungssystem Deutschlands trägt dazu bei, hochqualifizierte Arbeitskräfte auszubilden, die den Bedürfnissen der Industrie entsprechen. Die hohe Qualität der Hochschulausbildung und die starke Ausrichtung auf Forschung und Entwicklung unterstützen die Innovationskraft der deutschen Wirtschaft. Die Verfügbarkeit von hochqualifizierten Fachkräften ist ein entscheidender Standortvorteil.
-
Schwächen Deutschlands im globalen Standortwettbewerb:
-
hohe Arbeitskosten:
-
Deutschland hat verglichen mit einigen Schwellenländern relativ hohe Arbeitskosten. Dies kann zu Wettbewerbsnachteilen führen, insbesondere in Branchen, in denen der Kostendruck entscheidend ist. Dies betrifft vor allem Produktion und Fertigung, wo Unternehmen möglicherweise kostengünstigere Alternativen in Betracht ziehen.
-
-
Bürokratie und Regulierung:
-
Das deutsche Geschäftsumfeld wird oft als bürokratisch und regulierungsintensiv wahrgenommen. Dies kann die Flexibilität von Unternehmen beeinträchtigen und zusätzliche Kosten verursachen. Effizientere administrative Prozesse könnten dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und Investitionen zu fördern.
-
M 1
-
Deutschland befindet sich im IW-Standortindex im Jahr 2021 hinter der Schweiz, Australien und Dänemark.
-
Unter 20 Industriestaaten belegt Deutschland den 4. Platz
-
Bewertet wurden die Kategorien Staat, Wissen, Infrastruktur, Markt, Ressourcen und Kosten.
-
Langsames Internet und lange Genehmigungsverfahren werden unter anderem als Ursache gesehen (Hinweise im Link)
M 2
-
Im August 2022 erreichte die Handelsbilanz Deutschlands ein „Rekordtief“ in 30 Jahren.
-
Dies könnte auf ein signifikantes Handelsdefizit oder einen Rückgang im Handelsüberschuss hinweisen.
-
Historisch betrachtet war Deutschland für seinen Handelsbilanzüberschuss bekannt.
-
Deutschland ist eine exportorientierte Wirtschaft und zählt zu den größten Exporteuren weltweit.
-
Die deutsche Wirtschaft profitiert von einer leistungsfähigen Industrie, hochwertigen Produkten und hoher Wettbewerbsfähigkeit.
Insgesamt lässt sich sagen, dass die aktuellen Herausforderungen und Rückschläge im Standortranking und der Handelsbilanz Deutschlands auf Schwächen in bestimmten wirtschaftlichen und strukturellen Bereichen hindeuten. Es bleibt jedoch zu beachten, dass die deutsche Wirtschaft auch weiterhin aufgrund ihrer Exportstärke und Qualitätsprodukte international bedeutend bleibt. Die genaue Analyse und die Umsetzung möglicher Reformen könnten entscheidend sein, um die Wettbewerbsfähigkeit und Position Deutschlands im Welthandel zu stärken.
Der begründeten Zuordnung geht eine Definition der Angebots- und Nachfragetheorie voraus.
Maßnahmen des Wachstumschancengesetzes:
Angebotstheorie:
Befristete Wiedereinführung degressiver Abschreibungsmöglichkeiten:
-
Diese Maßnahme zielt darauf ab, Investitionen zu fördern, indem Unternehmen steuerliche Anreize für die Anschaffung von beweglichen Wirtschaftsgütern erhalten.
Steigerung der steuerlichen Forschungsförderung:
-
Die Stärkung der Forschungsförderung ist eine angebotsorientierte Maßnahme, um Innovationen und Forschung in der Wirtschaft zu fördern.
Klima- und Transformationsfonds:
-
Förderung klimafreundlicher Investitionen: Der Fonds unterstützt Maßnahmen zur Modernisierung der Wirtschaft, insbesondere in Bereichen wie Gebäudesanierung, Halbleiterproduktion und Wasserstoffindustrie, um die Angebotsseite der Wirtschaft zu stärken.
„Deutschland-Geschwindigkeit" und Bürokratieentlastungsgesetz:
-
Pakt für Planungs-, Genehmigungs- und Umsetzungsbeschleunigung: Die beschleunigten Verfahren sollen Investitionen fördern und Unternehmen ermöglichen, schneller auf Marktveränderungen zu reagieren.
-
Bürokratieentlastungsgesetz: Die Reduzierung bürokratischer Hürden erleichtert Unternehmen die Geschäftstätigkeit, fördert Effizienz und kann die Angebotsseite stärken.
Digitalisierung voranbringen:
-
Förderung der Digitalisierung von Verwaltung und Unternehmen: Die geplanten Maßnahmen sollen die Effizienz steigern und die Angebotsseite der Wirtschaft stärken.
Zukunft fördern:
-
Unterstützung von Bildung und Forschung: Die Förderung von Forschung und Entwicklung durch verbesserte Forschungsförderung trägt zur Stärkung der Angebotsseite bei
Nachfragetheorie:
Zukunftsfinanzierungsgesetz:
-
Förderung von Gründern: Das Gesetz soll Deutschland für junge Gründer attraktiver machen, was zu einer erhöhten Nachfrage nach Gründungsaktivitäten führen könnte.
-
Abbau von Hürden für Kapitalmarktzugang: Die Erleichterung des Zugangs zum Kapitalmarkt kann die Nachfrage nach Börsengängen und Investitionen erhöhen.
Sichere und bezahlbare Energie:
-
Günstiger Strompreis für die Industrie: Ein bezahlbarer Strompreis ist entscheidend für die Nachfrage der Industrie, um den Standort Deutschland attraktiv zu halten.
Fachkräfteeinwanderungsgesetz:
-
Anziehung ausländischer Fachkräfte: Das Gesetz zielt darauf ab, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, indem es ausländische Fachkräfte anzieht, was die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften erhöhen könnte.
Handelsagenda und Rohstoffversorgung:
-
Ausbau internationaler Handelsbeziehungen: Durch den Ausbau von Handelsbeziehungen versucht die Bundesregierung, die Rohstoffversorgung zu sichern, was auf der Nachfrageseite der Wirtschaft ansetzt.
Eine Beurteilung sollte unter Rückgriff auf dargelegte Kenntnisse zu den Standortfaktoren erfolgen.
Als positive Aspekte können herangezogen werden:
Wachstumschancengesetz:
-
Stärkung des Mittelstands durch degressive Abschreibung und steuerliche Erleichterungen
-
Fokus auf klimafreundliche Investitionen für eine moderne Wirtschaft
Zukunftsfinanzierungsgesetz:
-
Förderung von Gründern und Abbau von Kapitalmarkthürden
-
Potenzial zur Steigerung der Innovationskraft junger Unternehmen
Klima- und Transformationsfonds:
-
finanzielle Unterstützung von 221 Milliarden Euro für klimafreundliche Maßnahmen
-
Modernisierung der Wirtschaft, einschließlich Halbleiterproduktion und Wasserstoffindustrie
"Deutschland-Geschwindigkeit" und Bürokratieentlastungsgesetz:
-
Beschleunigung von Verfahren durch den "Pakt für Planungs-, Genehmigungs- und Umsetzungsbeschleunigung"
-
Bürokratieentlastungsgesetz zur Effizienzsteigerung und Investitionsförderung
Digitalisierung voranbringen:
-
geplante Digitalisierungsmaßnahmen für eine verbesserte Unternehmenseffizienz
-
Unterstützung der Unternehmen und Bürger durch das Online-Zugangs-Gesetz
Fachkräfteeinwanderungsgesetz:
-
Absenkung von Einwanderungshürden zur Bekämpfung des Fachkräftemangels
-
Chancenkarte zur Anziehung ausländischer Fachkräfte
Als herausfordernde Aspekte können angeführt werden:
Sichere und bezahlbare Energie:
-
vage Formulierung zur Lösung von Herausforderungen in der Energieversorgung
Zukunft fördern:
-
Notwendigkeit der konkreten Umsetzung und Überwachung der Bildungs- und Forschungsförderung
Handelsagenda und Rohstoffversorgung:
-
Mögliche Beeinträchtigung positiver Pläne internationaler Handelsbeziehungen durch geopolitische Konflikte
-
komplexe Herausforderungen bei der Sicherung der Rohstoffversorgung