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HT Sprachmittlung

Aufgabenstellung:

Your American friend’s social studies class discusses the question of lowering the minimum voting age. Your friend is gathering information about the situation in different countries and has asked you about Germany.

Write an email to your friend, outlining the public debate in Germany as presented in the article.

(20 Punkte)

Andrea Hoferichter

Das Schwammviertel

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Bei den meisten politischen Wahlen in Deutschland darf nur mitentscheiden, wer schon 18
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Jahre alt ist. Ist das gerecht? Vor allem Jüngere haben daran Zweifel. Schließlich geht es
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bei der Abstimmung gerade um ihre Zukunft – und über die stimmen aufgrund des
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demografischen Wandels zunehmend die Älteren ab.
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Deswegen ist die Absenkung des Wahlalters in der Diskussion. Das Argument dagegen
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lautet oft: Wer jünger als 18 ist, hat noch nicht genug Wissen, Reife und Erfahrungen, um
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eine fundierte Entscheidung zu treffen. Auch wird gern betont, dass der Zeitpunkt der
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vollen Geschäftsfähigkeit mit dem Wahlalter übereinstimmen sollte. Befürworter verweisen
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hingegen darauf, dass eine Absenkung des Wahlalters zu mehr politischem Interesse und
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Partizipation führen könnte.
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Die Debatte rund ums Wahlalter wird schon lange geführt. Schließlich geht es dabei auch
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um politische Mehrheiten, die sich bei einer Absenkung des Wahlalters ändern könnten.
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Auf der Bundesebene wären nach Angaben des SPD-Bundestagsabgeordneten Sebastian
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Hartmann rund 1,3 Millionen Menschen bei einer Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre
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zusätzlich berechtigt, die Zusammensetzung des Parlaments zu bestimmen. […]
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In der Mehrheit der Bundesländer dürfen bei Kommunalwahlen 16-Jährige bereits ihre
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Stimme abgeben. In Baden-Württemberg, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-
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Vorpommern und Schleswig-Holstein gilt dies auch für Landtagswahlen. Auch bei den
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Europawahlen 2024 gilt jetzt ein Wahlrecht ab 16.
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Politikwissenschaftler fordern deswegen ein einheitliches Wahlalter für alle Wahlen in
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Deutschland, und viele Parteien sind auch für eine Absenkung, nämlich FDP, Grüne, SPD
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und Linke. Die Ampel-Regierung würde das Mindestwahlalter für die kommende
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Bundestagswahl gern auf 16 festlegen. Doch das Wahlalter ist im Grundgesetz verankert
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und lässt sich deswegen nicht mit einfacher Mehrheit ändern. Und die nötige Zwei-Drittel-
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Mehrheit für eine Reform ist nicht in Sicht. […]
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Zum Thema Mindestwahlalter gibt es nicht viele psychologische Studien. Anna Lang
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arbeitet am Lehrstuhl für Sozial-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie der
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Universität Erfurt und ist eine der wenigen, die sich mit dem Thema beschäftigt.
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In einer ihrer Untersuchungen hat sie die Qualität von Wahlentscheidungen bei 16-, 17- und
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18-Jährigen verglichen. Eine Wahlentscheidung galt dabei als gut, wenn der Proband in
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Abhängigkeit von seiner eigenen politischen Meinung so wählte, dass er möglichst optimal
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repräsentiert wurde. Wer also beispielsweise unbedingt ein Tempolimit auf deutschen
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Autobahnen und einen schnellen Kohleausstieg will, sollte die Grünen wählen.
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Das eindeutige Fazit der Studie ist, dass auch 16- und 17-Jährige in der Lage sind, gute
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Wahlentscheidungen zu treffen. Das bestätigt auch eine weitere Untersuchung von Lang.
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In dieser verglich sie vor der Bundestagswahl 2021 die Wahlentscheidungen von 16- bis
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17-Jährigen mit denen von 18- bis 75-Jährigen. „Da sieht man eigentlich keine Unterschiede“,
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sagt die Wissenschaftlerin. Die 16- und 17-Jährigen hätten genauso gut entschieden wie die
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Älteren.
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Haben 16-Jährige schon ausreichend Wissen über Politik und unser politisches System –
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und sind sie daran interessiert? Mit diesen Fragestellungen hat sich der Politologe Arndt
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Leininger von der Technischen Universität Chemnitz beschäftigt. Dafür befragte er 2019
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rund um die Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg Jugendliche im Alter von 16 bis
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18 Jahren.
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Das Ergebnis: In der Altersgruppe gebe es „keine Unterschiede in dem, was die jungen
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Menschen wissen oder wie sehr sie sich für Politik interessieren“, sagt Leininger. Egal ob
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16, 17 oder 18 – alle Altersstufen erreichten bei den Testfragen zu politischem Wissen und
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Interesse auf einer Skala von 1 bis 5 eine gute 3. Das ist zwar etwas schlechter als der
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Durchschnitt bei den aktuell Wahlberechtigten. Aber das Ergebnis liefert keinen Hinweis
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darauf, dass 16-Jährigen im Vergleich zur zwei Jahre älteren Vergleichsgruppe das nötige
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Rüstzeug fehlt, um zu wählen.
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Das bestätigt auch Leiningers Jugendwahlstudie 2021. Sie zeigt außerdem: Ein abgesenktes
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Mindestwahlalter könnte helfen, junge Menschen mehr für politische Partizipation zu
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begeistern.

Anmerkungen:

22 Ampel-Regierung – Koalition der Parteien SPD, FDP und Grüne in der Bundesregierung von 2021-2024

Lukas K. Neumann, „Wahlrecht ab 16: Wann sind wir fähig, wichtige Entscheidungen zu treffen?“, in: Deutschlandfunk.de, 22. März 2024

https://www.deutschlandfunk.de/wahlrecht-ab-16-wahlalter-deutschland-100.html

(Zugriff: 12.12.2025 – Die Unterzeile und Zwischenüberschriften wurden ausgelassen.)

Wortzahl: 589

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