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Situation
Du bist Schülerin/Schüler einer ehemals katholischen Schule, deren Trägerschaft mit Be-
ginn des letzten Schuljahres von der Stadt übernommen wurde. In diesem Zuge kommt es
in der Schulgemeinde zu einer Debatte, ob – auch vor dem Hintergrund einer zunehmend
pluraler werdenden Schülerschaft – das Kreuz aus der Aula der Schule entfernt werden soll.
Bei dem Kreuz handelt es sich um eine werkgetreue Kopie des ein Meter hohen Friedens-
kreuzes von Raphael Graf von 2020 (M 1).
Einige Mitglieder der Schulgemeinde haben sich zu Wort gemeldet; sie empfinden das
Kreuz als Zumutung für die Schülerinnen und Schüler, die keinen christlichen Hintergrund
haben. Hierdurch angestoßen entwickelt sich eine kontroverse Diskussion, so dass die Schü-
lervertretung in Absprache mit der Schulleitung zu einer Debatte in der Aula einlädt, um
ein Meinungsbild zu der Frage zu erhalten: „Soll das Friedenskreuz in unserer Aula ange-
sichts des Übergangs unserer Schule in eine städtische Trägerschaft entfernt werden?“ An
dieser Debatte beteiligen sich Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer sowie
deine Schulleitung. Du entscheidest dich, dich mit einem Debattenbeitrag einzubringen.
Aufgabenstellung
Entwirf einen Debattenbeitrag zu der Frage: „Soll das Friedenskreuz in unserer Aula
angesichts des Übergangs unserer Schule in eine städtische Trägerschaft entfernt werden?“,
in dem du
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das Friedenskreuz (M 1) analysierst und aus der Art der Gestaltung des Kreuzes seine
bisherige Bedeutung für die Schulgemeinde ableitest,
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unter Rückgriff auf M 2 das Thema des Debattenbeitrags und seine Problematik im Hin-
blick auf die zu bearbeitende Fragestellung entfaltest,
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die in M 3 bis M 6 dargestellten Positionen, die auch die Haltungen einiger Mitschü-
lerinnen und Mitschüler sowie weiterer Mitglieder der Schulgemeinde widerspiegeln,
herausarbeitest,
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dich mit Bezugnahme auf unterrichtliches Wissen (z. B. das christliche Gottes- und Men-
schenbild, Zuspruch und Anspruch der Reich-Gottes-Botschaft Jesu, die christliche Ver-
antwortung für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung) mit den in M 3
bis M 6 dargestellten Positionen im Hinblick auf die zu bearbeitende Fragestellung aus-
einandersetzt,
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die Heilsbedeutung des Todes Jesu anhand einer aus dem Unterricht bekannten Deutung
des Kreuzestodes Jesu erläuterst oder passende Aspekte einer religionskritischen Position
(z. B. jener von A. Comte-Sponville) entfaltest und deine Ausführungen begründet in deine
Argumentation einbeziehst,
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auf ein frei gewähltes Material (M 7 oder M 8) zurückgreifst und dieses in deine Argu-
mentation einbeziehst und
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zur Frage begründet Stellung nimmst.
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monatlich kündbarSchulLV Plus-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?M 1
Das Friedenskreuz
Raphael Graf
Das Friedenskreuz ist aus Ästen gestaltet, die eine warmbraune Farbe besitzen. An die Äste
sind kleine, dunkelgrüne Blätter sowie goldfarbene, olivenähnliche Früchte angebracht. Die
Kreuzmitte wird umspannt von einem schwarzen Gestell aus Metall; mit Pergamentpapier
sind die Kontinente angedeutet.

Graf, Raphael: Friedenskreuz. In: missio konkret 1/21, S. 1.
Raphael Graf (*1944) ist freischaffender Bildhauer in Eichstätt.
M 2
Religiöse Symbole im öffentlichen Raum
Hendrik Munsonius
Munsonius, Hendrik: Religiöse Symbole im öffentlichen Raum. (Zugriff am 10.09.2025)
Hendrik Munsonius (*1973) ist Referent am Kirchenrechtlichen Institut der Evangelischen Kirche in Deutsch-
land und Lehrbeauftragter an der Universität Göttingen.
Die Gliederung durch Zwischenüberschriften wurde nicht übernommen.
M 3
Religion ist öffentlich
Christoph Stender
Stender, Christoph: Religion ist öffentlich. Textabschnitt aus: Ders.: Öffentlichkeit
contra religiöse Symbole. (Als Titel wurde eine der Zwischenüberschriften gewählt.)
(Zugriff am 10.09.2025)
Christoph Stender (*1957) ist katholischer Priester und Schriftsteller.
M 4
Religiöse Symbole gehören nicht in staatliche Gebäude
Matthias Krahe
Matthias Krahe (*unbekannt) ist Abteilungsleiter Bildung/Humanistische Lebenskunde beim Humanisti-
schen Verband Berlin-Brandenburg.
Krahe, Matthias: Matthias Krahe über Religion: Religiöse Symbole gehören nicht in
staatliche Gebäude. (Zugriff am 10.09.2025)
M 5
Das Kreuz im Islam
Hussein Hamdan
Hussein Hamdan (*1979) ist Islam- und Religionswissenschaftler und war bis 2024 Leiter des Fachbereichs
„Muslime in Deutschland“ bei der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart; als Islamberater verantwortet
er für kommunale Einrichtungen das Projekt „Muslime als Partner“.
Hamdan, Hussein: Das Kreuz im Islam. (Beitrag für SWR aktuell: Islam in Deutsch-
land vom 08.11.2019.)
M 6
Das Kruzifix muss weg
Hugo Stamm
Hugo Stamm (*1949) ist ein Schweizer Journalist beim Schweizer Nachrichtenportal watson.ch.
Stamm, Hugo: Das Kruzifix muss weg. (Zugriff am 10.09.2025)
Zwischenüberschriften wurden ausgelassen.
M 7

M 8
Ist Religion Privatsache?
Bertelsmann-Stiftung

Die Bertelsmann-Stiftung ist eine 1977 gegründete, deutsche Stiftung, die sich unter anderem mit den Berei-
chen Bildung, Demokratie, Gesellschaft und Werte beschäftigt. Regelmäßig veröffentlicht sie den „Religions-
Monitor“.
Erklärung der Flaggen: 1. Deutschland, 2. Österreich, 3. Schweiz, 4. Frankreich, 5. Großbritannien, 6. Türkei.
Bertelsmann-Stiftung: Ist Religion Privatsache? (Zugriff am 10.09.2025)
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monatlich kündbarSchulLV Plus-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Debattenbeitrag: Soll das Friedenskreuz in unserer Aula bleiben?
Liebe Mitschülerinnen und Mitschüler, liebe Lehrkräfte, liebe Schulleitung,
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seit unsere Schule nicht mehr in katholischer, sondern in städtischer Trägerschaft ist, stellt sich die Frage, ob das Friedenskreuz weiterhin einen Platz in unserer Aula haben sollte. Einige Mitglieder unserer Schulgemeinde empfinden das Kreuz als Zumutung für Schülerinnen und Schüler ohne christlichen Hintergrund. Andere sehen darin einen wichtigen Teil unserer Schulgeschichte und ein Symbol für Frieden und Gemeinschaft. Gerade weil unsere Schülerschaft zunehmend religiös und weltanschaulich vielfältig ist, müssen wir uns deshalb fragen, ob ein christliches Kreuz in einer städtischen Schule noch angemessen ist.
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Zunächst lohnt sich ein genauer Blick auf das Friedenskreuz des Bildhauers Raphael Graf. Es besteht aus warmbraunen Ästen, an denen dunkelgrüne Blätter und goldfarbene, olivenähnliche Früchte angebracht sind. Die Mitte des Kreuzes wird von einem schwarzen Metallgestell umspannt, auf dem die Kontinente angedeutet sind. Insgesamt erinnert das Kunstwerk an einen Baum, der einen Globus umwächst (M 1). Die Gestaltung unterscheidet sich damit deutlich von einem klassischen Kruzifix, auf dem der leidende Jesus dargestellt wird. Die Äste und Blätter können für Leben und Wachstum stehen, die olivenähnlichen Früchte erinnern an den Frieden und der Globus verweist auf die gesamte Menschheit. Für die bisher katholische Schulgemeinde konnte das Kreuz deshalb nicht nur für den christlichen Glauben stehen, sondern auch für Hoffnung, Frieden, Verantwortung und weltweite Verbundenheit.
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Mit dem Übergang in eine städtische Trägerschaft erhält die Frage allerdings eine neue Bedeutung. Religiöse Symbole können gerade in einer pluralen Gesellschaft Konflikte auslösen. Gleichzeitig garantiert Artikel 4 des Grundgesetzes die Religionsfreiheit. Dazu gehört grundsätzlich auch das Recht, den eigenen Glauben sichtbar auszudrücken und religiöse Symbole zu zeigen. Die sogenannte negative Religionsfreiheit schützt Menschen jedoch davor, selbst zu religiösen Handlungen gezwungen zu werden. Sie bedeutet nicht automatisch, dass niemand mit religiösen Symbolen anderer Menschen konfrontiert werden darf. Für den Staat gilt zusätzlich das Gebot religiös-weltanschaulicher Neutralität. Diese Neutralität bedeutet aber ebenfalls nicht, dass Religion vollständig aus dem öffentlichen Raum verschwinden muss. Vielmehr müssen im Einzelfall unterschiedliche Rechte gegeneinander abgewogen werden (M 2). Für unsere Schule stellt sich daher die entscheidende Frage, ob das Friedenskreuz weiterhin als Zeichen unserer Geschichte und als Einladung zum Dialog verstanden werden kann oder ob es inzwischen den Eindruck vermittelt, dass eine städtische Schule das Christentum gegenüber anderen Religionen bevorzugt.
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Für den Verbleib des Kreuzes spricht zunächst, dass religiöse Symbole zu einer pluralen Gesellschaft gehören können. Der katholische Priester und Schriftsteller Christoph Stender betont, dass religiöse Symbole die kulturelle und religiöse Vielfalt einer Gesellschaft sichtbar machen. Gerade die Schule sei ein Ort, an dem junge Menschen lernen sollten, andere Überzeugungen zu akzeptieren. Religiöse Symbole könnten zudem an Solidarität, Frieden, Gerechtigkeit und die Verantwortung für Benachteiligte erinnern (M 3). Dieses Argument passt besonders gut zu unserem Friedenskreuz, weil es nicht nur auf das Christentum verweist, sondern durch den Globus und die pflanzliche Gestaltung eine universale Friedensbotschaft vermittelt.
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Auch der Islam- und Religionswissenschaftler Hussein Hamdan zeigt aus muslimischer Perspektive, dass religiöse Unterschiede nicht dadurch überwunden werden müssen, dass Symbole verschwinden. Zwar unterscheidet sich die islamische Vorstellung von Jesus deutlich von der christlichen: Im Islam wird Jesus als Gesandter Gottes verehrt, seine Kreuzigung wird jedoch abgelehnt. Trotzdem fordert Hamdan Christen dazu auf, zu ihren Symbolen und Traditionen zu stehen. Ein ehrlicher interreligiöser Dialog müsse Unterschiede aushalten können. Falsche Toleranz, bei der die eigene religiöse Identität versteckt werde, helfe dem Dialog dagegen nicht weiter (M 5). Für unsere Schule bedeutet das: Religiöse Vielfalt muss nicht heißen, dass alle sichtbaren religiösen Zeichen entfernt werden. Sie kann auch bedeuten, dass unterschiedliche Überzeugungen sichtbar bleiben, erklärt und respektvoll miteinander diskutiert werden.
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Es gibt jedoch ebenfalls nachvollziehbare Argumente für eine Entfernung. Matthias Krahe vom Humanistischen Verband Berlin-Brandenburg vertritt die Position, dass religiöse Symbole nicht in staatliche Gebäude gehörten. Der Staat müsse weltanschaulich neutral bleiben und dürfe sich deshalb nicht mit einer bestimmten Religion identifizieren. Krahe vergleicht den Staat mit einem Schiedsrichter, der nicht das Trikot einer der Mannschaften tragen dürfe. Aus dieser Sicht hätten weder Kreuze noch andere religiöse Symbole einen festen Platz in staatlichen Schulen (M 4). Nach dem Wechsel unserer Schule in städtische Trägerschaft ist dieses Argument besonders wichtig. Ein großes christliches Symbol an einem zentralen Ort könnte von Schülerinnen und Schülern anderer Religionen oder ohne religiöse Überzeugung als Bevorzugung des Christentums wahrgenommen werden.
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Der Journalist Hugo Stamm kritisiert darüber hinaus das Kruzifix als problematische Gewaltdarstellung. Die Darstellung eines mit Nägeln ans Kreuz geschlagenen und verletzten Menschen könne gerade sensible Kinder erschrecken oder verstören. Außerdem hinterfragt er, weshalb die Hoffnung auf Erlösung mit einem grausamen Tod verbunden werden müsse (M 6). Allerdings trifft diese Kritik auf unser Friedenskreuz nur eingeschränkt zu. Es zeigt keinen leidenden Jesus und keine Wunden oder Nägel. Stattdessen wird das Kreuz als lebendiger Baum gestaltet. Gerade dadurch tritt nicht die Gewalt, sondern die Verbindung von Kreuz, Leben und Frieden in den Vordergrund.
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Auch aus dem christlichen Gottes- und Menschenbild lässt sich eine wichtige Perspektive gewinnen. Nach christlichem Verständnis ist jeder Mensch von Gott geschaffen und besitzt deshalb eine unverlierbare Würde. Diese Würde hängt weder von Religion, Herkunft noch von Leistung ab. Daraus ergibt sich der Anspruch, andere Menschen zu respektieren und niemanden auszugrenzen. Die Reich-Gottes-Botschaft Jesu fordert zu Nächstenliebe, Gerechtigkeit und Frieden auf und richtet sich besonders an Menschen, die benachteiligt oder ausgeschlossen werden. Ein christliches Symbol dürfte deshalb eigentlich niemals dazu dienen, andere auszugrenzen. Im Gegenteil: Wenn das Friedenskreuz weiterhin in unserer Aula hängt, müsste es gerade an diese Verantwortung für andere Menschen erinnern.
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Auch die Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung lässt sich mit dem Kreuz verbinden. Menschen sollen die Welt nicht rücksichtslos ausnutzen, sondern verantwortungsvoll mit ihr umgehen. Die Gestaltung als Baum mit Blättern und Früchten sowie der Globus in der Mitte können deshalb auch an den Schutz der Schöpfung und an die Verantwortung für die gesamte Menschheit erinnern. Damit verbindet das Kunstwerk zentrale christliche Vorstellungen von Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung.
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Für Christinnen und Christen besitzt das Kreuz außerdem eine besondere Heilsbedeutung. Der Kreuzestod Jesu kann beispielsweise als Zeichen der Solidarität Gottes mit leidenden Menschen gedeutet werden. Nach dieser Deutung bleibt Gott dem Leiden der Menschen nicht fern, sondern Jesus erfährt selbst Ablehnung, Gewalt und Tod. Das Kreuz kann deshalb ausdrücken, dass Menschen auch in Leid und Verzweiflung nicht von Gott verlassen sind. Entscheidend ist außerdem, dass der christliche Glaube Kreuz und Auferstehung zusammendenkt. Der Tod Jesu ist nicht das Ende. Durch die Auferstehung wird das Kreuz zu einem Zeichen der Hoffnung, dass Leid und Tod nicht das letzte Wort haben. Gerade beim Friedenskreuz wird diese Bedeutung anschaulich: Aus dem Kreuz scheint durch Äste, Blätter und Früchte neues Leben und neue Hoffnung hervorzuwachsen.
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Gleichzeitig dürfen wir nicht voraussetzen, dass diese Bedeutung heute allen Schülerinnen und Schülern selbstverständlich bekannt ist. Insbesondere für jüngere Menschen sind religiöse Traditionen und Symbole erklärungsbedürftig geworden (M 7). Daraus lässt sich für unsere Schule etwas Wichtiges ableiten: Vielleicht besteht das Problem nicht nur darin, dass ein Kreuz in der Aula hängt, sondern auch darin, dass seine Bedeutung nicht ausreichend erklärt wird. Wer das Symbol nicht kennt, kann es leicht nur als Zeichen einer fremden Religion oder als Überbleibsel der früheren katholischen Schule wahrnehmen. Wird seine Gestaltung und Bedeutung dagegen erläutert, kann es zum Ausgangspunkt für Auseinandersetzung und Dialog werden.
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Ich bin deshalb dafür, das Friedenskreuz nicht einfach aus der Aula zu entfernen. Gleichzeitig kann es nach dem Wechsel in eine städtische Trägerschaft auch nicht so behandelt werden, als hätte sich an unserer Schule nichts verändert. Das Kreuz sollte nicht mehr selbstverständlich als Bekenntniszeichen einer katholischen Schule präsentiert werden. Stattdessen sollte seine Bedeutung erklärt und in den Zusammenhang unserer Schulgeschichte sowie unserer heutigen religiösen und weltanschaulichen Vielfalt gestellt werden.
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Denkbar wäre beispielsweise eine Informationstafel neben dem Kreuz, die seine Gestaltung, seine christliche Herkunft und seine Friedenssymbolik erklärt. Zugleich könnten an anderer Stelle auch andere religiöse und weltanschauliche Perspektiven sichtbar gemacht werden. Dadurch würde deutlich, dass unsere Schule keine bestimmte Religion vorschreibt, sondern unterschiedliche Überzeugungen ernst nimmt.
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Eine plurale Gesellschaft wird meiner Meinung nach nicht dadurch toleranter, dass alle Unterschiede unsichtbar gemacht werden. Viel wichtiger ist, dass wir lernen, mit diesen Unterschieden umzugehen. Das Friedenskreuz kann deshalb gerade in einer städtischen und vielfältigen Schule seinen Platz behalten – vorausgesetzt, wir verstehen es nicht als Zeichen der Überlegenheit einer Religion, sondern als Anlass, über Frieden, Menschenwürde, Verantwortung und religiöse Vielfalt miteinander ins Gespräch zu kommen.