Schreibaufgabe I
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Charakteristik
Schreibe eine Charakteristik von Henry.
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Berücksichtige dabei, wie Henry sich in der dargestellten Situation verhält und was er sagt. Schließe daraus auf seine Charaktereigenschaften und Fähigkeiten. Beende deine Charakterisierung mit einer kurzen Bewertung seines Verhaltens. |
Hinweise: Achte darauf, dass du deine Aussagen am Text belegst.
Überprüfe nach dem Schreiben den Satzbau, Ausdruck und die Rechtschreibung.
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Einleitung
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Der Textauszug aus dem Roman Fundbüro von Siegfried Lenz behandelt das Verhalten des Mitarbeiters Henry Neff im Fundbüro bei der Bearbeitung eines Verlustfalls.
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Henry ist als neuer, junger Mitarbeiter in der Behörde tätig (vgl. Vorspann).
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Über sein konkretes äußeres Erscheinungsbild werden im Textauszug keine Angaben gemacht.
Hauptteil
Allgemeine Fähigkeiten und Fertigkeiten
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Henry nimmt eine abwartende sowie bedächtige Haltung ein und lässt andere Personen erst einmal auf sich zukommen.
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Er beobachtet seine Umgebung genau und sieht sich die Verhältnisse vor Ort sorgfältig an.
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Er zeigt sich ausgesprochen kreativ und probiert sowohl sich selbst als auch seine Mitmenschen gerne aus.
Dienstauffassung und Verhalten bei der Befragung
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Henry wirkt sehr pflichtbewusst, da er sofort zur Ausgabe eilt, sobald die Klingel ertönt („sprang über einen Koffer und zeigte sich“, Z. 1).
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Er strahlt eine beruhigende Wirkung aus, sodass der Kunde sofort Zutrauen zu ihm fasst und ihm die Eignung für seine Aufgabe zutraut (vgl. Z. 4).
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Bei der Befragung von Antragstellern fragt er routiniert die wesentlichen Aspekte ab, bleibt dabei stets am Thema orientiert und verzichtet auf unnötige Redseligkeit (vgl. Z. 7ff.).
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Er widmet den kleinen Dingen des Alltags sehr viel Aufmerksamkeit.
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Henry gibt sich akribisch sowie sorgfältig und sucht Fehler zu vermeiden.
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Er begegnet Situationen mit Skepsis und gibt Fundstücke nicht einfach heraus, sondern überprüft sie gründlich anhand der Beschreibungen (vgl. Z. 23f., Z. 31ff.).
Unkonventionelle Methoden und Motivation
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Henry möchte verlässlich sein und hält sich grundsätzlich an die Abläufe des Fundbüros, versteht es jedoch, virtuos und eigenständig mit den Vorgaben umzugehen.
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Er fordert einen Eigentumsbeweis der besonderen Art (vgl. Z. 38ff.) und erreicht dadurch, dass der Antragsteller seine Fertigkeiten „mit freudiger Bereitschaft“ (Z. 41) vorführt.
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Er zeigt großen Mut sowie Einsatzbereitschaft, indem er sich selbst für den „Königswurf“ (Z. 58) zur Verfügung stellt.
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Durch sein unkonventionelles Auftreten gelingt es ihm, Sympathien beim Gegenüber zu wecken (vgl. Z. 48ff.).
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Er sucht nach Möglichkeiten, seinen Arbeitsalltag abwechslungsreicher zu gestalten, was sich bereits beim Anprobieren einer Mönchskutte zeigt (vgl. Vorspann).
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Laut Aussage seines Chefs möchte Henry sich bei der Arbeit wohlfühlen und auch Spaß haben (vgl. Z. 80f.).
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Er erweist sich als konsequent, da er sich darauf einlässt, selbst als „Partner“ und Ziel des Messerwerfers zu fungieren, obwohl er ursprünglich nur Zielwürfe im Raum gefordert hatte (vgl. Z. 39f., Z. 48ff.).
Verhalten gegenüber dem Vorgesetzten
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Seinem Chef Harms begegnet Henry gehorsam, aber keineswegs unterwürfig.
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Er steht offen dazu, dass der geforderte Eigentumsbeweis seine Idee war, und folgt der Anweisung, ins Büro vorauszugehen (vgl. Z. 67–72).
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Da Henry von seiner Haltung überzeugt ist, kann er das bedrückende Schweigen und die gezeigte Enttäuschung seines Chefs ruhig aushalten (vgl. Z. 76).
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Er ist sich keines Fehlers bewusst, fühlt sich im Recht und wartet entschlossen ab, welche Vorwürfe ihm gemacht werden (vgl. Z. 77).
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Mit Nachdruck will er aufzeigen, dass er durch sein Handeln gerade bewiesen hat, wie ernst er seine Dienstaufgabe nimmt.
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Er spielt den Ball argumentativ geschickt an seinen Vorgesetzten zurück, indem er ihn direkt mit Namen anspricht („Von Ihnen, Herr Harms“, Z. 88).
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Er betont klug, genau von seinem Chef gelernt zu haben, dass jeder Eigentümer erst einen Beweis auf seinen Anspruch erbringen müsse (vgl. Z. 88–92).
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Durch diese geschickte Begründung nimmt er seinem Chef effektiv den Wind aus den Segeln.
Schluss
Gesamtbewertung des Verhaltens
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Henrys Verhalten zeigt ein hohes Maß an Pflichtbewusstsein, Engagement und eine erfrischende, kreative Herangehensweise an den Amtsalltag.
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Dennoch ist sein Vorgehen in dieser spezifischen Situation als leichtsinnig und verantwortungslos einzustufen.
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Durch das Einbinden des Messerwerfers ist er ein erhebliches Sicherheitsrisiko eingegangen und hat die behördliche Ordnung des Fundbüros gefährdet.