Schreibaufgabe II
Wähle eine der beiden Schreibaufgaben aus.
Interpretation
Lies das Gedicht.
Interpretiere das Gedicht:
Einleitung:
-
Formuliere, worum es in diesem Gedicht geht.
Hauptteil:
-
Formuliere die Aussage des Gedichts.
-
Beschreibe den Aufbau des Gedichtes.
-
Benenne formale und sprachliche Mittel und überprüfe, wie sie die
inhaltliche Aussage stützen.
-
Gehe darauf ein, inwiefern sich die Aussage des Gedichts als Ratschlag
eignet. Du kannst dich dabei auch auf den Textauszug beziehen.
Schluss:
-
Formuliere kurz einen abschließenden Gedanken.
Hinweise: Achte darauf, dass du Deutungen am Gedicht belegst.
Überprüfe nach dem Schreiben den Satzbau, Ausdruck und die Rechtschreibung.
Weiter lernen mit SchulLV Plus!
monatlich kündbarSchulLV Plus-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Interpretation
Mascha Kaléko (* 1907 – † 1975)
Lobenswertes Lebensmotto
Was immer die Dinge mir bringen,
ich stehe über den Dingen.
Was immer die Dinge mir tun,
ich tue, als wär ich immun1.
Und kann ich das Wollen nicht wollen,
so schicke ich mich in das Sollen,
die Haltung zum Guten, zum Schlimmen
kann keiner als ich nur bestimmen.
Quelle: Mascha Kaléko: „Sei klug und halte dich an Wunder. Gedanken über das Leben“,
herausgegeben von Gisela Zoch-Westphal und Eva-Maria Prokop (dtv digital)
1 Begriff aus der Medizin: geschützt oder widerstandsfähig gegenüber einer bestimmten
Krankheit
Weiter lernen mit SchulLV Plus!
monatlich kündbarSchulLV Plus-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Interpretation
Einleitung
-
Das Gedicht Lobenswertes Lebensmotto von Mascha Kaléko thematisiert eine Haltung von innerer Stärke, Gelassenheit und persönlicher Unabhängigkeit.
-
Das lyrische Ich beschreibt, wie es sich von äußeren Einflüssen nicht beherrschen lässt, innerlich frei bleibt und Unveränderliches akzeptiert.
Hauptteil
Kernaussage des Gedichts
-
Die zentrale Botschaft lautet, dass jeder Mensch selbst darüber entscheidet, wie er auf positive wie negative Lebensumstände reagiert.
-
Die eigene innere Haltung gegenüber dem Guten und dem Schlechten liegt ausschließlich in der Verantwortung des Einzelnen.
Aufbau und formale Gestaltung
-
Das Gedicht besteht aus einer einzigen Strophe mit insgesamt acht Versen.
-
Der durchgehende Paarreim (bringen / Dingen – tun / immun – wollen / Sollen – Schlimmen / bestimmen) verleiht dem Text eine starke inhaltliche Dichte und Geschlossenheit.
-
Alle Verse sind aus genau neun Silben aufgebaut, wobei regelmäßig die zweite, fünfte und achte Silbe betont werden.
-
Dieser stetige, fast liedhafte Rhythmus erzeugt einen einprägsamen Spruchcharakter, der perfekt zum Titel eines Lebensmottos passt.
Sprachliche Mittel und stilistische Wirkung
-
Kaléko nutzt eine klare und sprichwortartige Sprache, die Leichtigkeit mit gedanklicher Tiefe verbindet.
-
Der Parallelismus und die Anapher zu Beginn („Was immer die Dinge...“, V. 1 und V. 3) heben die Selbstbeherrschung und die Beständigkeit des lyrischen Ichs hervor.
-
Die Alliteration bei „die Dinge“ (V. 2) erzeugt durch den D-Laut einen weichen, musikalischen Klang.
-
Die Metapher „ich stehe über den Dingen“ (V. 2) versinnbildlicht seelische Festigkeit und Gelassenheit.
-
Der Ausdruck „ich tue, als wär ich immun“ (V. 4) enthält eine feine Selbstironie und zeigt ehrlich auf, dass auch das lyrische Ich menschliche Grenzen besitzt.
-
Das leicht paradoxe Wortspiel mit den nominalisierten Verben in den Versen 5 und 6 („das Wollen nicht wollen“, „in das Sollen“) verdeutlicht klug den ethischen Konflikt zwischen Wunsch und Pflicht.
-
Die Antithese „zum Guten, zum Schlimmen“ (V. 7) wird durch die Gleichmut des lyrischen Ichs aufgelöst, da es beiden Seiten mit derselben Haltung begegnet.
Eignung der Gedichtaussage als Ratschlag
-
Die Botschaft des Gedichts eignet sich sehr gut als Ratschlag für alltägliche Herausforderungen wie Schulstress, gesellschaftlichen Druck oder Zukunftsängste.
-
Die Aufforderung, über den Dingen zu stehen, ermutigt dazu, sich von Rückschlägen oder negativen Kommentaren nicht herabziehen zu lassen.
-
Das So-Tun, als sei man immun, dient als Impuls, Kritik und Enttäuschungen emotional nicht zu nah an sich heranzulassen.
-
Sich in das Sollen zu schicken, hilft dabei, unveränderliche Situationen anzunehmen und das Beste aus den Gegebenheiten zu machen.
Schluss
-
Das Gedicht macht deutlich, dass äußere Ereignisse zwar oft unkontrollierbar sind, die eigene Reaktion darauf jedoch immer im eigenen Ermessen liegt.
-
Aufgrund dieser lebensnahen Erkenntnis bietet Mascha Kalékos Gedicht einen wertvollen und praxistauglichen Leitfaden für den Alltag.