Aufgabe 2 – Natürliche Polymere – geschützte Zellen

Die Zellwände von Pflanzenzellen und Bakterien sind unter anderem aus natürlichen Polymeren aufgebaut. Die am Aufbau der Zellwände beteiligten Polymere unterscheiden sich deutlich, obwohl sie vergleichbare Funktionen erfüllen; sie bieten Schutz vor mechanischer Beanspruchung, verhindern das Eindringen von Zellgiften und müssen gleichzeitig für andere Stoffe, z. B. Nährstoffe durchlässig sein.

1

Zeichne einen charakteristischen Strukturformelausschnitt eines Cellulose-Moleküls, der zwei Monomer-Bausteine aufweist (M 1).

Erkläre unter Verwendung von Strukturformeln das Zustandekommen von α- und β-Form beim Ringschluss der Monosaccharid-Moleküle.

Hinweis: Es können vereinfachte Strukturformeln verwendet werden.

(9 BE)
2

Vergleiche die Struktur des Moleküls, das dem Baustein A zugrunde liegt, mit der Struktur eines β-D-Glucose-Moleküls (M 2), unter Angabe von zwei Gemeinsamkeiten und einem Unterschied.

Benenne die Verknüpfung zwischen den beiden Bausteinen A und A‘ (M 2).

(5 BE)
3

Zeichne eine Strukturformel des Moleküls, das dem Baustein B zugrunde liegt und benenne das Molekül (M 2).

Erkläre das Zustandekommen der Bindung zwischen Baustein B und dem L-Alanin-Baustein der verzweigten Peptidkette mit Strukturformeln und benenne den Reaktionstyp.

Hinweis: Es können vereinfachte Strukturformeln verwendet werden, eine Beschreibung des Mechanismus ist nicht verlangt.

(7 BE)
4

Zeichne eine Strukturformel eines Aminosäure-Moleküls der verzweigten Peptidkette (Baustein C) in Fischer-Projektion und erkläre daran die Bezeichnungen L-α- und D-α-Aminosäure.

Begründe, dass beim Glycin-Molekül weder die Bezeichnung L- noch D- verwendet wird (M 2).

(6 BE)
5

Benenne und beschreibe die in Abbildung 2 dargestellte Bindung zwischen dem Kupfer-Ion \((\text{Cu}^{2+})\) und den Stickstoff-Atomen in der Peptidkette (M 3).

Ergänze die Tabelle in M 4.

Erkläre für die beiden Hydrolysate jeweils ein positives Nachweisergebnis.

(13 BE)

Material M 1: Cellulose – Bestandteil der Zellwand von Pflanzen

Pflanzen besitzen starre Zellwände, deren primärer Strukturbestandteil die Cellulose ist. Cellulose ist ein Polymer, dessen Moleküle aus bis zu 15.000 β-D-Glucose-Bausteinen bestehen.

Material M 2: Peptidoglykane – Bestandteil der Zellwand von Bakterien

Peptidoglykane sind ein essenzieller Bestandteil der Zellwände nahezu aller Bakterien. Sie sind aus vier charakteristischen Bausteinen A, A‘, B und C aufgebaut (Abbildung 1).

  • Die zwei Monosaccharidbausteine A und A‘ sind abwechselnd aneinandergereiht und bilden sogenannte Saccharidstränge.
  • Baustein B verbindet die Saccharidstränge mit Baustein C.
  • Bei Baustein C handelt es sich um eine verzweigte Polypeptidkette, die aus verschiedenen D- und L-Aminosäurebausteinen aufgebaut ist.

Material M 3: Nachweis von Peptiden

Peptide können in wässriger Lösung mit der Biuret-Probe nachgewiesen werden. Bei einem positiven Nachweis kommt es zu einem Farbumschlag der zuvor hellblauen Lösung. Der Farbumschlag erfolgt aufgrund der Bildung des farbigen Kupferbiuret-Komplexes (Abbildung 2).

Nachweis von Peptiden Biuret-Probe Strukturformel Kupferbiuret-Komplex
Abbildung 2: schematische Darstellung des Kupferbiuret-Komplexes

Material M 4: Untersuchung der Polymere

In einem Laborversuch werden Cellulose und das Peptidoglykan hydrolysiert. Nach der vollständigen Spaltung in die Monomere werden mit jedem der Hydrolysate Nachweisreaktionen durchgeführt. Die Ergebnisse werden in einer Tabelle zusammengefasst.

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