Aufgabe 4 – Gewinnung von Reinkupfer

Kupfer ist ein vielfältig einsetzbares Metall, das aus natürlich vorkommendem Kupfererz gewonnen wird. Insbesondere für eine Verwendung in der Elektroindustrie ist so genanntes Reinkupfer mit einem besonders hohen Reinheitsgrad erforderlich.

1

Stelle die Reaktionsgleichungen für Reaktionen 1 und 2 auf (M 1).

Begründe mit Hilfe von Oxidationszahlen, welche Atome bei Reaktion 2 oxidiert und welche reduziert werden (M 1).

(9 BE)
2

Stelle eine Reaktionsgleichung für die Gewinnung von Kupfer aus „Zementwasser“ auf (M 1, M 2).

Erkläre mit Hilfe von Standardpotenzialen, dass diese chemische Reaktion freiwillig abläuft.

(5 BE)
3

Erkläre die Vorgänge sowie die Beobachtungen im Verlauf des Schulversuchs auf Teilchenebene (M 3).

Begründe, dass eine Überschreitung der angelegten Spannung zu metallischen Verunreinigungen des Reinkupfers führen kann (M 3).

Ermittle die zu erwartende Massenzunahme der Reinkupfer-Elektrode im Verlauf der Elektrolyse (M 3).

(16 BE)
4

Beurteile, ob die Vermutungen der drei Schüler (A – C) jeweils plausibel sind (M 3, M 4).

Hinweis: Sulfat-Ionen nehmen nicht am Elektrodenprozess teil.

Beschreibe ein experimentelles Vorgehen zur Überprüfung der Vermutung von Schüler A.

(10 BE)

Material M 1: Chemische Verarbeitung von Kupfererz durch Bioleaching

Bei der chemischen Verarbeitung von Kupfererz (vereinfacht: Kupfer(II)-sulfid, CuS) zu elementarem Kupfer gewinnt das sogenannte „Bioleaching“ (to leach: auswaschen) zunehmend an Bedeutung. Ziel dieses Verfahrens ist das „Auswaschen“ von Cu2+-Ionen aus dem wasserunlöslichen Erz unter Beteiligung von Mikroorganismen. Dazu wird zerkleinertes kupfererzhaltiges Gestein aufgehäuft und mit einer wässrigen Suspension besprüht, welche unter anderem Fe3+-Ionen sowie spezielle Mikroorganismen enthält. Während die Suspension nach unten sickert, laufen verschiedene Reaktionen ab. Diese lassen sich vereinfacht wie folgt beschreiben:

Reaktion 1: Die in der Suspension enthaltenen Fe3+-Ionen reagieren mit den im Kupfererz enthaltenen Sulfid-Ionen, wobei Fe2+-Ionen und Schwefel-Atome entstehen.
Reaktion 2: Schwefel-Atome aus Reaktion 1 reagieren mit Sauerstoff-Molekülen und Wasser-Molekülen zu Sulfat-Ionen (SO42−) und Oxonium-Ionen.
Am Ende des Prozesses enthält die Suspension einen hohen Anteil an gelöstem Kupfer(II)-sulfat (CuSO4). Diese Suspension wird als „Zementwasser“ bezeichnet.

Material M 2: Gewinnung von Reinkupfer aus „Zementwasser“

Im nächsten Schritt wird dem „Zementwasser“ Eisen zugesetzt, welches mit dem „Zementwasser“ unter Bildung von Kupfer reagiert. Dieses Kupfer enthält noch metallische Verunreinigungen und wird als Rohkupfer bezeichnet. Das Rohkupfer wird in einem weiteren Schritt elektrolytisch zu Reinkupfer verarbeitet (Abb. 1).

Fließschema Verarbeitung Rohkupfer aus Zementwasser in der Gewinnung von Reinkupfer
Abbildung 1: Schritte der Gewinnung von Reinkupfer aus „Zementwasser“

Material M 3: Schulversuch zur elektrolytischen Raffination von Rohkupfer

In einem Schulversuch wird das Prinzip der elektrolytischen Raffination von Rohkupfer angewendet. In Abbildung 2 sind die bei der Elektrolyse ablaufenden Vorgänge schematisch dargestellt.

Schema elektrolytische Raffination von Rohkupfer zu Reinkupfer
Abbildung 2: Vorgänge bei der elektrolytischen Raffination von Rohkupfer

Im Verlauf der Elektrolyse kann beobachtet werden, dass die Rohkupfer-Anode „dünner“ und die Reinkupfer-Kathode „dicker“ wird. Außerdem bildet sich unterhalb der Rohkupfer-Anode der sogenannte „Anodenschlamm“.

Als Elektrolyt dient eine schwefelsaure Kupfer(II)-sulfat-Lösung \((pH = 0)\). Es wird für eine Dauer von \(t = 60\; \text{min}\) bei einer Spannung von \(U = 0,45\; \text{V}\) und einer Stromstärke von \(I = 0,2\;
      \text{A}\) unter Standardbedingungen elektrolysiert. Zur Vermeidung von metallischen Verunreinigungen im entstehenden Reinkupfer darf die angelegte Spannung den Wert von \(U = 0,45\; \text{V}\) nicht wesentlich überschreiten.

Material M 4: Schulversuch zur Elektrolyse einer Kupfer(II)-sulfat-Lösung

Der Versuchsaufbau aus Abbildung 2 wird abgewandelt, indem anstelle der Rohkupfer-Elektrode eine Kohlenstoff-Elektrode verwendet wird. Bei Anlegen einer Spannung wird an der Kohlenstoff-Elektrode die Bildung eines Gases beobachtet. Schüler äußern dazu folgende Vermutungen:

Vermutungen von Schülern Elektrolyse einer Kupfer(II)-sulfat-Lösung mit Kohlenstoff-Elektrode

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