Aufgaben A
I. Kunstgeschichte/Kunsttheorie
Renaissance – Werbung
Beschreibe die zeitgeschichtlichen Hintergründe der Renaissance.
Die Renaissance beginnt in Italien um 1400. Erst später kann sie sich auch in nördlicheren Ländern durchsetzen. Nenne drei italienische Renaissancekünstler und jeweils ein Werk.
Erläutere die veränderte Stellung des Künstlers in der Renaissance anhand der Bildgattung „Selbstporträt“.
Porträtierte werden gerne idealisiert dargestellt. Das gilt heute vor allem auch in der Werbung. Hier wird der Mensch auf Bildern als „Eyecatcher“ eingesetzt.
Definiere den Begriff „Eyecatcher” und zeige auf, weshalb in der Werbung oft Prominente vorkommen.
Benenne weitere typische Elemente einer Werbeanzeige und erkläre kurz ihre jeweilige Aufgabe.
II. Kunstbetrachtung
Pierre-Auguste Renoir (Impressionismus) –
Ernst Ludwig Kirchner (Expressionismus) – Filmplakat
Ihnen liegen die Reproduktionen folgender Werke vor:
Pierre-Auguste Renoir: „Julie Manet – Mädchen mit Katze“, 1887
Ernst Ludwig Kirchner: „Artistin – Marcella“, 1910
Zeige auf, wie die Beziehung zwischen Mensch und Katze jeweils inhaltlich dargestellt ist.
Vergleiche beide Gemälde hinsichtlich:
a) Form b) Farbe c) Komposition
Außerdem liegt Ihnen ein Filmplakat zu dem Musikfilm „Cats“ aus dem Jahr 2019 vor.
Weise nach, wie das Plakat werbewirksam die Aufmerksamkeit des Betrachters weckt. Gehe dabei auf Komposition und Farbe ein.
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Pierre-Auguste Renoir: Julie Manet – Mädchen mit Katze, 1887,
Öl auf Leinwand, 65,5 x 53,5 cm

Ernst Ludwig Kirchner: Artistin – Marcella, 1910,
Öl auf Leinwand, 101 x 76 cm

Filmplakat des Films „Cats“, 2019
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?I. Kunstgeschichte/Kunsttheorie
Renaissance – Werbung
Die zeitgeschichtlichen Hintergründe der Renaissance:
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Aufkommen eines neuen Weltbilds
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wissenschaftliche Erkenntnisse, z. B. Entdeckung des Sonnensystems (Kepler und Kopernikus)
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wichtige Erfindungen, z. B. bewegliche Lettern für den Buchdruck (Gutenberg), Kompass, Taschenuhr, Teleskop
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Entdeckungsreisen, z. B. Amerika (Kolumbus), Weltumsegelung (Magellan)
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Beginn der anatomischen Forschung
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Reformation durch Martin Luther
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Humanismus, der vielseitig gebildete und ethisch handelnde Mensch als erstrebenswertes Ideal („uomo universale“)
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neues Selbstbewusstsein, der Mensch als Individuum und als das Maß aller Dinge
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Entstehung wirtschaftlich unabhängiger Städte
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steigende Bedeutung des Bürgertums, die Patrizierfamilien (z. B. die „Medici“ in Florenz) als Mäzene und Auftraggeber
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Wiederentdeckung der Antike, z. B. durch Grabungen, Vermessungen und Rekonstruktion antiker Denkmäler
Die Renaissance beginnt in Italien um 1400. Erst später kann sie sich auch in nördlicheren Ländern durchsetzen.
Drei italienische Renaissancekünstler und jeweils ein Werk:
z. B.
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Leonardo da Vinci:
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„Mona Lisa“
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Raffael:
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„Sixtinische Madonna“
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Michelangelo Buonarroti:
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„Die Erschaffung Adams“
Die veränderte Stellung des Künstlers in der Renaissance anhand der Bildgattung „Selbstporträt“:
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Der Renaissancekünstler sieht sich nicht mehr als Handwerker,
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sondern als eigenständiger Künstler, der seine Werke mit seiner Signatur kennzeichnet.
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Der Künstler selbst ist bildwürdig und wird in Selbstporträts festgehalten, bei denen die Gestalt des Malers fast den ganzen Bildraum einnimmt.
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Eyecatcher sind auffallende Gegenstände oder Personen, die die Aufmerksamkeit des Betrachters auf die Werbung ziehen sollen.
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Prominente werden eingesetzt, da sie nicht nur häufig gängigen Schönheitsidealen entsprechen, sondern auch als
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Sympathieträger mit Vorbildfunktion und Identifikationsfigur genutzt werden können.
Typische Elemente einer Werbeanzeige:
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Ein Logo
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wird als Erkennungsmerkmal des Unternehmens in der Anzeige platziert.
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Ein Slogan,
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der mit der Marke in Verbindung gebracht wird, soll eine kurze Werbe-Aussage mit Wiedererkennungswert darstellen und eine bestimmte Zielgruppe ansprechen.
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Eine Headline,
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als knappe Überschrift, soll eine Verbindung zwischen Bild und Produkt herstellen.
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Text-Bild-Bezug:
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In einer Werbeanzeige werden Schrift und Bild gestalterisch miteinander kombiniert, um Aufmerksamkeit zu erzeugen.
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Werbewirksamer Farbeinsatz:
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Farbe wird entsprechend ihrer Signalwirkung oder der Corporate Identity eingesetzt.
II. Kunstbetrachtung
Pierre-Auguste Renoir (Impressionismus) – Ernst Ludwig Kirchner (Expressionismus) – Filmplakat
Die Beziehung zwischen Mensch und Katze:
Renoir
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Es herrscht eine liebevolle, einander zugewandte Beziehung,
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da sich die Katze zufrieden an das Mädchen schmiegt, welches die Arme beschützend um das Tier legt.
Kirchner
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Das Bild zeigt ein distanziert wirkendes Nebeneinander,
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da die Katze und die Frau keine Berührungspunkte miteinander haben und weder mimisch noch gestisch aufeinander Bezug genommen wird.
Form
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detailliertere Darstellung im Vordergrund (Kleidmuster), abstrahiert im Hintergrund (Rahmen)
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leichte Formauflösung (Pfoten mit Kleid)
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weiche Stofflichkeit (Kleid)
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sanfte, naturnahe Plastizität (Hände)
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vereinfacht (Katze)
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starke Konturen (Hand)
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Gleichbehandlung der Stofflichkeit (vgl. Katze und Flasche)
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flächige Darstellung, kaum Plastizität (Flaschen)
Farbe
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vor allem Erscheinungsfarbe (blaue Schatten im Kleid)
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Hell-Dunkel-Kontrast (weiß-braunes Katzenfell)
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sanfter Kalt-Warm-Kontrast (Blau – Rot in der Couch rechts)
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leichter Komplementärkontrast (Grün – Rot in Tapete)
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Qualitätskontrast (vorwiegend Pastelltöne – kräftiges Rot an der Couch rechts)
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Ausdrucksfarbe (orangefarbene Haut und grüne Schatten)
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Hell-Dunkel-Kontrast (weiße Katze – dunkelgrüne Couch)
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starker Kalt-Warm-Kontrast (blaue Strümpfe – orangefarbene Beine)
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auffälliger Komplementärkontrast (roter Schuh – grüne Couch)
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Quantitätskontrast (viel Grün – wenig Weiß und Rot)
Komposition
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geschlossene, ruhende Komposition (Einheit des Mädchens mit der Katze auf dem Schoß im Zentrum)
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angeordnet als Dreieckskomposition (Kopf des Mädchens als Spitze)
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Auflockerung der bildbestimmenden Dreieckskomposition durch leichte Schrägen auf das Mädchen zu (Rahmen und Sitzmöbel)
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Betrachter nahe an den Figuren (Mädchen am unteren Bildrand angeschnitten)
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Blick des Mädchens auf den Betrachter herab
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geschlossene Komposition mit Schwerpunkt der Figurengruppe in der linken Hälfte (Figuren von grünem Sitzmöbel umschlossen)
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aufgelockert durch unterschiedliche Richtungen schräg verlaufender Linien (rote Bodenlinien, Arm und abgewinkelte Beine)
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geschwungene Kompositionslinien (Rücken der Frau und der Katze, Sitzmöbel)
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Blickrichtung der Frau nach rechts aus dem Bild hinaus
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Betrachterblick von links oben auf die Frau als Ganzfigur
Komposition:
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Kompositorisch ist der gesamte Aufbau symmetrisch gestaltet, mit starker Betonung des Türspalts als Mittelsenkrechte und der bewegten Senkrechte der menschenartigen Katze, welche als Eyecatcher dienen. Dadurch wird die Aufmerksamkeit (Attention) des Betrachters geweckt.
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Der Blick wird durch den ruhigen symmetrischen Aufbau auf den Türspalt gelenkt und Neugier wird erzeugt, weil man wissen will, was sich dahinter befindet (Interest). So wird der Wunsch (Desire) geweckt, dies herauszufinden, sodass man sich den Film ansieht (Action).
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Ein kompositorisches Gegengewicht bilden die Waagrechten der Stufen und die Plakatschrift oben und unten, wodurch der Türspalt als Zentrum wiederum betont wird.
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Der schräg gesetzte Filmtitel lockert die Symmetrie auf und zieht damit wiederum den Betrachterblick an.
Farbe:
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Ein starker Hell-Dunkel-Kontrast entsteht durch die allgemein dunkle Farbigkeit, aus welcher der helle Türspalt hervorsticht.
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Der hell leuchtende Schriftzug „Cats“ ist kurz sowie leicht verständlich nach dem KISS-Prinzip eingebunden und hebt sich enorm vom dunklen Hintergrund ab.
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Die warme Farbigkeit des Gelb-Orange-Tons schafft einen harmonischen Text-Bild-Bezug und erzeugt eine positive Erwartungshaltung beim Betrachter, auf das, was sich hinter der Tür befinden könnte.