Aufgabe A – biblisch-christliches Menschenbild
Thema
Wirken, Tod und Auferstehung Jesu sowie biblisch-christliches Menschenbild
Aufgabenstellung
Fasse den vorliegenden Text zusammen. (Material 1)
Erläutere den Zusammenhang von „unserer Fähigkeit zu scheitern – und trotzdem weiterzumachen“ (Material 1) unter Bezugnahme auf Jesu Wirken, Tod und Auferstehung.
Eine dir nahestehende Seniorin lebt in einem evangelischen Pflegeheim. Bei einem Besuch erhältst du einen Flyer (Material 2) und erfährst, dass neben dem Pflegepersonal künftig auch der Roboter Pepper eingesetzt werden soll, der einfache Aufgaben übernimmt und als Ansprechpartner für die alten Menschen dient. Verfasse vor dem Hintergrund von Hofmanns Artikel (Material 1) und unter Bezugnahme auf den Flyer (Material 2) eine Stellungnahme an die Pflegeleitung zum geplanten Einsatz von Pepper. Berücksichtige dabei das biblisch-christliche Menschenbild.
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?M1: Schwachstelle Mensch (2018)
Frank Hofmann
Quelle: Frank Hofmann: Schwachstelle Mensch, in: Andere Zeiten. Magazin zum Kirchenjahr 3/2018, S. 8–9.
Hinweis: Frank Hofmann (*1962): evangelischer Theologe und Journalist
M2

Probo Robotics: Technische Details des Pepper Roboters, URL: https://www.probo-robotics.at/humanoider-roboter-pepper/ (abgerufen am 28.09.2025).
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Aufgabe 1
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Einleitung (Autor, Titel, Textsorte, Erscheinungsjahr und Thema): In dem Artikel „Schwachstelle Mensch“, welcher 2018 im Magazin „Andere Zeiten“ erschien, geht der Theologe Frank Hofmann angesichts neuer technischer Errungenschaften der Frage nach, was den Menschen in besonderem Maß auszeichnet.
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Im Bereich der Computertechnologie habe es 2016 einen Durchbruch gegeben. Mit einem Computer sei es erstmals gelungen, dass eine Maschine sich das Spielen autodidaktisch angeeignet und so den Weltmeister besiegt habe.
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Diese Art des Lernens sei seitdem aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz laut Aussage von Wolfgang Hildesheim, einem leitenden Mitarbeiter von IBM, nicht mehr wegzudenken.
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Auswirkungen ergäben sich zudem im Kulturbereich. Durch die Analyse von bereits vorhandenen Kunstwerken sei es mittlerweile möglich, ein neues Produkt zu schaffen, das ganz im Stil der analysierten Daten neu kreiert werde.
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Da der Einsatz von KI jedoch nicht nur Chancen, sondern auch Risiken beinhalte, müssten Grundprinzipien für die Entwicklung und den Einsatz technischer Möglichkeiten formuliert werden. Oberste Maxime solle das Wohl des Menschen sein.
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Dazu müsse man zunächst die Frage stellen, was den Menschen auszeichne – über die Vernunftbegabung hinaus. Hier sei in besonderem Maße die Empathiefähigkeit zu nennen, die sich ein Computer laut Hildesheim nie aneignen könne. Sie animiere den Menschen, sich sozial zu engagieren.
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Daran anknüpfend leitet Hofmann aus der christlichen Tradition vier Aspekte für wesentliche Unterschiede zwischen Mensch und Maschine ab: Der Mensch könne sich reiner Funktionalität und ausschließlichem Nutzendenken entziehen. Vielmehr sehe er sich aufgrund seiner Verortung innerhalb der Schöpfung eingebettet in einen Sinnzusammenhang, der über ihn hinausgehe und ihm auch seine Begrenztheit aufzeige. Das schließe zwar potenziell ein Versagen ein, aber zugleich die Fähigkeit zum Neuanfang, wie Hofmann mit Verweis auf Kreuz und Auferstehung anführt.
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Die Unvollkommenheit des Menschen werte ihn als Wesen nicht ab. Dies habe bereits Luther mit seiner Rechtfertigungslehre, die aktueller denn je sei, erkannt.
Aufgabe 2
Folgende Aspekte für die Erläuterung:
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Jesu Wirken zeugt von Heilungs-, Aufrichtungs- und Befreiungsgeschichten, in denen am Boden liegende Menschen sich erheben, aufatmen, ihres Lebens wieder froh werden können, weil sie sich in ihrer Würde geachtet sehen und ihnen jemand beim Aufstehen hilft.
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Jesus vermittelt in seinem Reden und Handeln immer wieder, dass Gottes Güte bereits mitten im Leben einen Neuanfang ermöglicht. So kann der Vater des verlorenen Sohnes nach dessen Um- bzw. Heimkehr ausrufen: „Dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden.“ (Lk 15,24). Denkbar ist auch, hier das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg anzuschließen (Mt 20,1–15).
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Dass ein solcher Neuanfang sogar dazu führen kann „von einem auf den anderen Tag unseren Lebensentwurf ändern und unser Selbst neu bestimmen“ zu können, wird etwa in Jesu Begegnung mit Zachäus (Lk 19,1–10) und in Jesu Umgang mit der Ehebrecherin (Joh 8,3–11) ersichtlich.
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Jesu Tod kann als Folge seines konsequenten Eintretens für die Reich-Gottes-Botschaft verstanden werden. Die Art seines Sterbens weist auf sein Leben zurück. Er bleibt seiner Botschaft treu und gibt sich selbst hin, um den Menschen die bedingungslose Liebe Gottes zu verkündigen.
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Mit Jesu Verbrechertod am Kreuz scheint die von ihm ausgelöste Bewegung gescheitert zu sein. In diesem Sinn könnte z. B. Jesu letzter Aufschrei „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Mk 15,34) gedeutet werden. Zugleich ist das Kreuz mit der christlichen Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod verbunden. Christinnen und Christen glauben, dass Gott sich mit der Auferweckung zum Gekreuzigten bekennt und damit dessen Botschaft von der Liebe Gottes bestätigt. Kreuz und Auferstehung gehören zusammen.
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Die Bibel berichtet in diesem Kontext von unterschiedlichen Begegnungen mit dem Auferstandenen, die die Jüngerinnen und Jünger ermutigen „weiterzumachen“ und darin bestärken, das Evangelium weiterzutragen. Dies wird beispielsweise mit der Emmauserzählung (Lk 24,13–35) illustriert: Als die Jünger auf dem Weg über die eigenen enttäuschten Hoffnungen reden, begegnet ihnen der Auferstandene; in ihm erkennen sie beim Teilen des Brotes den vermeintlich Gescheiterten. Sie gewinnen neue Tatkraft und kehren enthusiastisch nach Jerusalem zurück.
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Solche Erfahrungen des Befreit-, Aufgerichtet-, Erneuertwerdens und des Wieder-Aufstehen-Könnens sind bereits im Hier und Jetzt ein Vorgeschmack auf die endgültige Auferstehung.
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Auferstehung, so verstanden, kann Zuversicht vermitteln, dass etwas stärker ist als der Tod oder als Zustände, die sich wie Tod anfühlen. Somit verheißt Auferstehung nicht nur ein Weiterleben nach dem Tod, sondern besagt auch, dass Menschen sich während des Lebens erneuern können.
Aufgabe 3
Stellungnahme zum Einsatz des Roboters Pepper in einem evangelischen Pflegeheim mit Blick auf das biblisch-christliche Menschenbild:
Der Mensch ist Gottes Geschöpf
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Hofmann sieht den Menschen gemäß der christlichen Tradition als „Bestandteil eines großen Sinnzusammenhangs – der Schöpfung“. Der Mensch verdankt sich nicht sich selbst. Er ist von Gott gewollt und bejaht (vgl. Gen 1,26 und Gen 2,7) und existiert in leib-seelischer Einheit.
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Bezogen auf den Einsatz eines Pflegeroboters könnte kritisch angemerkt werden, dass das leibliche Erleben reduziert werden könnte. Es geht bei der Pflege nicht nur um Informationsaustausch oder reine Versorgung. Gerade demenziell veränderte Menschen bedürfen oft mehr direkter menschlicher Begegnung und Zuwendung. Hier ist menschliche Kommunikation viel individueller und differenzierter (Gestik, Mimik, Modulation der Stimme, Berührung) einsetzbar als bei einer Maschine, wenngleich der Flyer damit wirbt, Pepper könne dank seiner „emotion engine“ Gefühle analysieren und adäquat reagieren.
Der Mensch ist zum Bild Gottes geschaffen und mit einem besonderen Auftrag betraut
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Der Mensch nimmt innerhalb der Schöpfung als Ebenbild Gottes eine besondere Position ein. Nach christlichem Verständnis ist jeder Mensch zum Gegenüber und Beauftragten Gottes in der Welt berufen (Gen 1,26–28). Er hat die Fähigkeit, in seinem Leben und Handeln Gott auf menschliche Weise zu entsprechen und ihn in der Schöpfung zu repräsentieren. Diese Repräsentanz auf einen Computer zu übertragen, könnte angesichts des menschgewordenen Gottes befremdlich wirken.
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Allerdings könnten aus dem Herrschaftsauftrag auch eine Entwicklung und ein Einsatz technischer Hilfsmittel wie beispielsweise einem Pflegeroboter abgeleitet werden.
Der Mensch ist ein Beziehungswesen
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Beide Schöpfungsberichte zeichnen den Menschen als ein Beziehungswesen, das auf den Beistand anderer Menschen angewiesen und selbst zum Beistand für andere bestimmt ist (vgl. Gen 1,27 und 2,18). Jeder Mensch existiert somit von Anfang an in der dreifachen Beziehung zu seinen Mitgeschöpfen, sich selbst und Gott – wie es das Doppelgebot der Liebe (Mt 22,37–40) zusammenfasst.
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Es bleibt fraglich, ob Pflegeroboter als Ansprechpartner im Sinne eines mitfühlenden Gegenübers für alte Menschen fungieren können. Soziale Robotik kann einen Mangel an Gesellschaft und sozialen Beziehungen nicht vollständig kompensieren. Die Beziehung zum Roboter ist einseitig und stößt nicht auf echte Gegenliebe, handelt es sich doch um ein nur scheinbar personales Gegenüber, das aber kein Interesse an und keine Beziehung zu uns hat, sondern diese bestenfalls gut simuliert.
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Gleichwohl ist es denkbar, dass manche Menschen eine Beziehung zu einem Roboter aufbauen können und die Interaktion als bereichernd empfinden – ähnlich vielleicht der Beziehung eines Kindes zu Puppen und Kuscheltieren. So wird Peppers kindlich-stilisiertes Design beworben, durch das seine soziale Akzeptanz erhöht werde, und es ist denkbar, dass eine Art großelterlicher Enkelbeziehung zu Pepper entwickelt wird, auch aufgrund seiner Größe von 1,20 m. Solche Beziehungen müssen nicht notwendigerweise als minderwertig abqualifiziert werden.
Der Mensch ist berufen zum Tun des Guten
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Jesus hatte stets den bedürftigen Menschen im Blick, der auf (Gottes) Fürsorge und Barmherzigkeit angewiesen ist. Dies macht u. a. das Gleichnis vom barmherzigen Samariter deutlich. Er lässt sich vom Leid des Überfallenen anrühren, ist also – im Gegensatz zu einem Roboter (vgl. Hildesheim: „Computer werden nie lernen zu lieben“) – empathiefähig (Lk 10,25–37). Auf diese Empathiefähigkeit und persönliche Ansprache sind die zu Pflegenden angewiesen.
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Im modernen Gesundheitssystem ist Pflege oft auf Effizienz getrimmt. So beklagen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, z. T. nur noch Satt-und-sauber-Pflege leisten zu können, die oft keine Zeit mehr für ein persönliches Gespräch lässt. Insofern könnte die Einführung von Pflegerobotern wie Pepper die Chance bieten, den Aspekt der menschlichen Zuwendung und des persönlichen Kontaktes zu den Bewohnerinnen und Bewohnern zu stärken.
Dem Menschen eignet Würde
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Dem Menschen kommt von Anfang an unabhängig von seiner Leistungsfähigkeit Würde zu, die er sich nicht erst erarbeiten muss und die er auch als Sünder nicht verliert (vgl. Rechtfertigungslehre).
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Die Würde älterer und pflegebedürftiger Menschen zu wahren, liegt u. a. in einer liebevollen Zuwendung zu ihnen, jenseits von programmierten Maschinen in Gestalt von Pflegerobotern. Es geht darum, die Technik menschendienlich einzusetzen (vgl. Hofmanns Forderung, dass „sich die neuen technischen Möglichkeiten zum Wohl eines Menschen entwickeln“), und zwar sowohl im Sinn der Pflegebedürftigen als auch der professionell Pflegenden.
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Denkbar wäre, dass Pflegeroboter im Sinne technischer Assistenz (z. B. als Aufsteh- und Tragehilfen) die körperlich schwere Arbeit der Pflegerinnen und Pfleger entlasten; in Zeiten von Personalmangel könnten so fehlende Ressourcen abgefedert werden. Das Pflegeheim könnte aufgefordert werden, eher solche Roboter einzusetzen, damit die Pflegerinnen und Pfleger Zeit für persönliche Zuwendung haben.
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Klare Positionierung oder ein Appell: Aufgrund der angeführten Aspekte des biblisch-christlichen Menschenbildes könnten Chancen und Grenzen beim Einsatz von Pepper herausgearbeitet werden. Möglich wäre es, dabei z. B. zwischen verschiedenen Einsatzgebieten zu differenzieren.